Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
wäre es nur billig, wenn der aft die Kleidung gestellt w Straßenmeister, der höher besoldet ein Gummimantel be⸗ de, ist es unmöglich, die gleiche uch den übrigen im Freien agen.— Es muß auch zeichnet werden, daß für tner Balzer beschäftigten für Aufbewah⸗ w.) vorhanden edem Privatunternehmer von„Baubuden“ zwingt, scheint cht für nötig zu halten, dasselbe alten Schloß“
Schutzmannsch Nachdem dem Schutzleute, willigt wur Vergünstigung a Beamten zu vers als ein Mißstand be die beim Stadtgär Arbeiter kein Unterkunftsraum rung der Kleider, rend man j
beim Essen us
zum Herrichten die Stadt es ni Vielleicht ist im„ rei? Dann wären doch die 100000 Mark für etwas Nützliches ausgegeben.
— Aus der Stadtverordneten⸗ Versammlung. In der letzten Sitzung lag ein Gesuch des Stadtverordneten Hanau vor, in welchem derselbe wegen Krankheit um einen
Zeit erkrankt ist, gehört ten, welche auch bei gen der Arbeiterschaft helfend und mit unseren Parteifreunden arbeiten. daß er bald völlig genesen möge, damit er seine Tätigkeit wieder auf⸗ nehmen kann.
ein Raum f
vierteljährigen Urlaub welcher schon seit einiger zu denjenigen Stadtverordne
Wir wünschen,
iegenzuchtverein werden Mk. 200(anstatt jetzt Mk. 125) Eine Anzahl Stadtverordneter wollte über diesen Betrag hinausgehen, waren aber in der Minderheit.
— Gemeindevertreter⸗Pflicht und Geschäftsinteresse. Diese beiden geraten oft mit einander in Konflikt. chiedenen Städten hat man daher fest⸗ daß städtische Arbeiten an Gemeinde cht vergeben werden sollen, damit sie ihr Mandat nicht im persönlichen Interesse Aehnliches befürchteten 5 Gießener Firmen der Eisenbrauche von dem Stadtverordneten Haubach. In einer Be⸗ an die Stadtverordunetenver⸗ diesen aus der Bau⸗
da er ihnen durch
fortan jährlich
vertreter ni
ausnutzen können.
sammlung baten sie,
deputation zu entfernen, seinen Ofenhandel eine empfindliche Kon⸗ Manche Leute kauften Oefen bei Herrn Haubach, weil sie glaubten, dadurch würde ihnen derselbe bei Beschlüssen der Bau⸗ deputation freundlicher gesinnt sein. Die vom Oberbürgermeister vernommenen Empfänger der Oefen bestätigten Gründen, die mit Haubach's Stadtverordneten⸗ tätigkeit nicht das geringste zu tun hätten, in Geschäftsverbindung mit ihm getreten seien.— Nach dieser Beweisaufnahme nahmen die Herren ihre Eingabe zurück und erklärten schriftlich, ihre Vorwürfe nicht aufrecht erhalten zu
kurrenz mache.
jedoch alle, daß sie aus
— Gegen die Konsumveretne zieht der„Gieß. Anzeiger“ in letzter Zeit mit be⸗ sonderem Eifer zu Felde. veröffentlicht er ein„Eingesandt“ über das andere, die von einzelnen Detaillisten und vom Detaillisten⸗Vereine ausgehen, worin über die angebliche Schädigung der Geschäftswelt durch Konsumvereine geklagt wird. Er findet es un⸗ gerecht, wenn Geschäftsleute Mi ter Vereine beim Einkauf
Mit Wohlgefallen
liedern bestimm⸗ orteile, Rabatt Ausführungen richtete das mtsblatt vorwiegend gegen die Beamten⸗ Konsumvereine, doch kann man sie ebensogut als gegen die Arbeiter⸗Konsumvereine ge⸗ richtet betrachten. Wie unsere Partei zu den Konsum⸗ i Die sozialdemo⸗ kratische Partei als solche steht der Genossen⸗ schaftsbewegung neutral gegenüber; wenn die Gegner vielfach von„sozialdemo⸗ kratischen“ Konsumvereinen reden, so sprechen sie damit bewußt oder unbewußt eine Un⸗ wahrheit aus, sozialdemokratische Konsum⸗ vereine existieren in Deutschland nicht. mehr gehören dem Konsumvereine Leute aller Parteirichtungen als Mitglieder an, ja, es ibt eine Menge derartiger Vereine, deren mtliche Mitglieder Gegner der Sozialdemo⸗ je find. In früheren Jahren bestand sogar
vereinen steht, ist bekannt.
innerhalb unserer Partei eine starke Abneigung, vielfach sogar Gegnerschaft gegen die Genossen⸗ schaftsbewegung. Das ist aber in letzter Zeit anders geworden, weil man zu der Ansicht ge⸗ langt ist, daß die Konsumvereine für die Ar⸗ beiter äußerst segen s reich wirken können und tatsächlich wirken. 8
Und aus diesem Grunde müssen wir uns gegen die Amtsblatt⸗Scharfmacherei wenden.
Will der Arbeiter seine Lage, seine Lebens⸗ haltung verbessern, wogegen das Amtsblatt hoffentlich nichts einzuwenden hat, so muß er sich mit seinen Arbeitsgenossen zusammenschließen, um sich gegen die Ausbeutung des Unternehmer⸗ tums zu schützen, sich gegen Herabdrückung der Löhne wehren, diese vielmehr zu steigern suchen. Oft genug muß aber der Arbeiter zu seinem Leidwesen bemerken, daß die so sauer errungenen Lohnerhöhungen durch die fortwährende Steigerung der Warenpreise gleichsam aufgesogen werden, daß also das, was auf der einen Seite gewonnen, auf der andern Seite wieder verloren geht. Daraus ergibt sich ganz von selbst die unabweisbare Notwendigkeit für die Arbeiter, sich nicht nur als Produzenten in Gewerkschaften, sondern auch als Konsu⸗ menten in Genossenschaften zu organisieren. Gegen die heutige Zoll⸗ richtiger: Lebensmittel⸗ Verteuerungspolitik, die auch der„Gieß. Anz.“ unterstützt, muß der Arbeiter in geeigneter Weise Front machen. Auch der heutige Zwischen⸗ handel bedeutet eine ungeheure Kräftever⸗ geudung und muß deshalb die Lebensmittel ganz bedeutend verteuern. Die zahllosen überflüssigen Arbeitskräfte, die darin brach liegen, die Ladenmieten, Reklamen und sonstigen Spesen müssen von den Käufern bezahlt werden und werden auf die Preise aufgeschlagen. Eine ver⸗ nünftige Regelung der Wareuverteilung muß im Interesse der Gesamtheit angestrebt werden! Doch davon ein andermal. 15
Wir bestreiten aber, daß die Konsum⸗Ge⸗ nossenschaften die klei nen Geschäftsleute schädi⸗ gen. Eher ist das Gegenteil der Fall; nur muß man bei Beurteilung dieser Frage die Gesamtheit, nicht einzelne. Interessen⸗ gruppen ins Auge fassen. Beispielsweise hat der Konsumverein Plagwitz⸗Leipzig dieser Tage über 1 Million Mk. Geschäftsgewinn an seine Mitglieder verteilt. Diese hohe Summe behalten die Mitglieder nicht für sich, sie setzen damit vielmehr wieder andere Geschäfts⸗ leute in Nahrung und das Weihnachtsgeschäft in Leipzig erfährt dadurch eine bedeutende Be⸗ lebung. Wo die Konsumvereinsbewegung in Blüte steht, wissen auch die Geschäftsleute sehr wohl ihren Wert zu schätzen. Besonders sollten das aber die Arbeiter, sie handeln nur in ihrem Interesse, wenn sie sich dem Konsumverein an⸗ schließen.— Kämpfen die Arbeiter um ein paar Pfennige mehr Lohn, so schimpft die Amtsblattpresse über Begehrlichkeit und schreit nach Polizei; dabei sollen sie aber für ihre notwendigsten Bedürfnisse die höchsten Preise zahlen!
— eber Bodenreform und Ethik hielt am Dienstag Abend in der hiesigen Orts⸗ gruppe der Bodenreformer Herr Prof. Sta u⸗ dinger ⸗Darmstadt einen hochinteressanten Vortrag, an den sich eine längere Diskussion schloß. Wir kommen in der nächsten Nummer eingehend darauf zurück.
— Vortrag. Am Montag, den 7. Dez., wird Schriftsteller Thiel⸗Kassel im Saale des Cafe Leib einen Vortrag über„Die Ent⸗ stehung der Erde“ halten. Der Vortrag wird durch Vorführung zahlreicher Lichtbilder unterstützt werden.
— Gerichtliches. In dem Prozeß wegen der Ladendiebstähle bei Nowack verhängte die Strafkammer am Freitag folgende Strafen: Frau Trütschler 10 Monate, Frl. Sperber 6 Monate, Frau Vogel 4 Monate Gefängnis. — 15 Letztere war ein Jahr Zuchthaus bean⸗ ragt.
— Der Betrugsprozeß gegen den Immobilienmakler Jakob in Gießen hat mit Verurteilung desselben zu 4 Monaten Gefängnis geendet. In der Urteilsbegründung wird aus⸗ gesprochen, daß sich der Angeklagte beiden Teilen
gegenüber, dem Käufer und Verkäufer des in Frage kommenden Grundstücks, als Vertrauens⸗ mann aufgespielt und auch von beiden Seiten sion genommen habe.
erhebliche Provi den Tatbestand des
unzulässig und schließe Betrugs in sich.— Bemerkenswert ist noch, daß dem Angeklagten ein Verdienst von siebzig⸗ tausend Mark in einem Jahre nachgerechnet wurde! Es schweben noch weitere Anklagen gegen Jakob.
— Auf das Stiftungsfest der„Ein⸗ tracht“ in Lonys Bierkeller machen mir nochmals aufmerksam.(Siehe Inserat.)
Aus dem Rreise gießen.
Ueber Lohndrückereien in der Main⸗Weserhütte in Lollar gehen uns leb⸗ b Besonders bei den Herdformern sind in der letzten Zeit ganz bedeutende Herabsetzungen der Akkordlöhne erfolgt und zwar ohne daß dieselben vorher
0 In einzelnen Fällen setzt man Akkordpreise herab, die schon seit 15— 20 Jahren in dieser Höhe bezahlt wurden. 80 Mark bezahlt wurden, sollen jetzt für 7 Mark, andere für 4 Mark statt 4 Mark 80 Pfennig gemacht werden. Vackofentüren wurden pro 100 Kilo früher mit 6 Mk. 30 Pfennig bezahlt, jetzt gibt es 5 Mark; Balkonge⸗ länder früher 4 Mark, jetzt 3 Mark 50 Pfenuig. ließe sich noch eine ganze Reihe von Artikeln anführen, für die die Akkordpreise erheblich herabgesetzt wurden. (Dabei reden gewisse Blätter von der„Hebung“ der Lage der Arbeiter!) Wer von den Formern gegen die Abzüge protestiert, fliegt hinaus. Kürzlich entließ die Firma drei tüchtige Former, die erklärten, bei diesen Löhnen nicht bestehen zu können. Formermeister Wolf in den Dillkreis und das Hinter⸗ land und besorgt willigere und billigere Kräfte, denen alle möglichen Versprechungen gemacht werden. Es ergeht an alle Former die dringende Mahnung, auf der Main⸗Weserhütte jetzt keine Arbeit zu nehmen, damit nicht durch vermehrtes Angebot die Verhältnisse noch schlechtere werden.— In der Hütte herrschen auch sonst noch zahlreiche Mißstände, auf die wir demnächst hin⸗ weisen werden.
Aus dem Rreise Wetzlar.
Nachträgliches zur Landtags⸗ . Das amtliche Resultat der am Freitag vollzogenen Abgeordneten wahl ist
— Lollar.
er
E 8
hafte Klagen zu.
angekündigt wurden.
Die Herde, die bisher mit
Stackmann(konservativ), 101 Stimmen,
Roth(nationalliberal). 8
Bebel(Sozialdemokrat), Mithin ist der konservative Kandidat mit einem absoluten Mehr von ganzen 5 Stimmen gewählt. Parteigenossen waren damit der enthoben, das kleinere Uebel her⸗ falls es ihnen etwa gefallen hätte, dasselbe zu ent⸗
Unsere vier Verlegenheit auszusuchen, in der engeren Wahl sich für scheiden. Die Nationalliberalen hatten bis zum letzten Augenblick gehofft, doch die Mehrheit der ner für ihren Kandidaten zu erlangen offnung hatte insofern ihre Berech⸗ n den Landorten etwa 20 Volks⸗ u Wahlmännern gewählt waren, Schulfrage entscheidend für den Nationalliberalen in die Wagschale fiel. Es wird uns versichert, daß etwa die Hälfte r— und zum Teil nicht ganz un⸗ das konservative Lager abge⸗ Gegen die Wahl ist von Seiten der Nationalliberalen Protest erhoben, fall auf Vorgänge bei der Urwahl lbezirke Erda(3 konservative Wahl⸗ und im Allgemeinen mit der det wird, daß der Kreisschul⸗ Pfarrer Geibel ⸗Dutenhofen, idaten der Konservativen im Kreise e“ bei den Wahlmännern gemacht iese Besuche nicht ohne Einfluß besonders auf die Lehrer, o kann immerhin mit der daß die Wahl in rken kassiert wird. sultat erzielt wird, bleibt die uns nicht allzuviel
zog sich nicht ohne die von der Zerfahrenheit im lichen Lager Zeugnis ablegen. D 1 alliberalen Vereins schon sitz niederlegte und als
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dieser Lehre beeinflußt— in schwenkt seien.
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auf die Wahlmänner, gewesen sein mögen, s t gerechnet werden, mehreren Urwahlbezi damit ein anderes Re freilich eine Frage,
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