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Nr. 43.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5.
aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain.
W. Von der Ortskrankenkasse. Die am vorigen Donnerstag stattgefundene Gene⸗
besucht. Verschiedene wichtige Punkte des Tages⸗ ordnung, u. a. einschneidende Statutenänderun⸗ gen hatten wohl das Interesse der Mitglieder in höherem Maße wachgerufen. Der Vorsttzende, Buchdruckereibesitzer Bauer, gab zunächst einen Ueberblick über die Kassenverhältnisse, die in⸗ folge fortwährend steigender Ausgabe in der letzten Zeit keine günstigen sind. Bedeutend sind namentlich die Ausgaben für Arzt und Apotheke gewachsen; diese nahmen die Mittel derart in Anspruch, daß seit Jahren keine Rück⸗ lagen für den Reservefonds gemacht werden konnten. Deshalb und im Hinblick auf die am 1. Januar 1904 in Kraft tretenden Aenderun⸗ gen des Krankenversicherungsgesetzes, nach wel⸗ chen die Unterstützung auf 26 Wochen ausge⸗ dehnt, sowie allen Kassen, die den vorgeschrie⸗ benen Reservefonds noch nicht erreicht haben, eine Rücklage von 10 Prozent der Jahresein⸗ nahme vorgeschrieben wird, müssen die Bei⸗ träge erhöht werden. Nach den Vorschlägen des Vorstandes sollen sie künfti 3 Prozent (bisher 2¼) des Arbeitsverdienstes betragen und stellen sich demnach für die I. Klasse auf 52 Pfg., II. Klasse 45 Pfg., III. Klasse 36 Pfg., IV. Klasse auf 27 Pfg. und für die V. Klasse auf 18 Pfg. wöchentlich. Weiter soll durch Beschränkung der freien Aerztewahl Ersparnisse erzielt werden. Nach lebhafter Debatte wurden, abgesehen von einigen kleineren Aenderungen, die neuen Statuten gutgeheißen. Als Revisoren wurden Härtling und Unverzagt gewählt und an Stelle der ausscheidenden Vorstands⸗ mitglieder, die von der Gewerkschaft vorge⸗ schlagenen Schlosser Chr. Euler und Schreiner Peter Wolf von Seite der Versicherten und Ziggel von Seite der Arbeitgeber.
* Wegen Flugblätter⸗Vertetlung am Sonntag standen kürzlich zwei Partei⸗ genossen vor der hiesigen Strafkammer. Sie waren mit einem Strafmandat von je 6 Mk. bedacht worden, weil sie während der Wahl⸗ bewegung in Frielendorf an einem Sonntage von Haus zu Haus Flugblätter verteilten, als es bereits zur Kirche läutete. Darin sei eine Störung der Sonntagsruhe durch öffentliche bemerkbare Arbeit zu erblicken. Das Landgericht erkannte aber auf Freisprechung. Daß Flugblätter auf der Straße ausgegeben wurden, sei nicht erwiesen und in dem bloßen Tragen eines Packetes über die Straße sei keine Stör⸗ ung des religiösen Gefühls anderer Leute zu erblicken. Eine Polizeiverordnung, die das verbiete, könne vom Gericht nicht anerkannt werden.— Unsere Parteifreunde müssen sich solche Erkenntnisse für späterhin merken.
r. Rezitation. Am Freitag, den 30. Okt., abends 9 Uhr, wird Herr Rezitator Wal⸗ kotte auch hier in Marburg und zwar im Hildmann'schen Saale auftreten. Auch hier kommt wie in Wetzlar das Drama Maxim Gorcki's„Nachtasyl“ zum Vortrag. Die ausgezeichnete Vortragsweise des Herrn Wal⸗ kotte ist hier von früheren Jahren noch gut bekannt, so daß wir kaum nötig haben, den Besuch des Vortrags noch besonders zu empfehlen. Für Mitglieder der Gewerkschaften ist der Ein⸗ tritt frei, für andere auf 30 Pfg. festgesetzt.
Lohnkämpfe.
Die Bauarbeiter⸗Aussperrung in Kassel ist beendet. Die Arbeitgeber im Baugewerbe haben sich mit den Maurern ge⸗ einigt und die Arbeit wurde am Donnerstag wieder aufgenommen. 8 Patriotische Tatenlust.
Aus Goslar wird berichtet: Zu bedauer⸗ lichen Ausschreitungen kam es in Langelsheim bei einer Festlichkeit des dortigen Krieger⸗ vereins. Nach der Auflösung des Festzuges entstand aus einer geringfügigen Ursache unter einigen Teilnehmern ein Streit, der bald zu einer großen Schlägerei ausartete. Einer er⸗ hielt eine starke Kopfverletzung, einem andern
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versuchte der 23 jährige seine Geliebte, schießen. Der Schuß ging dem Mädchen in den Kopf, die Verletzung ist aber nicht lebensgefährlich. Sich selbst brachte der Täter ebenfalls eine sehr bedenkliche Wunde am Kopfe bei.
Ein sauberer Gottes mensch. In Mülhausen i. E. hatte sich der ka⸗
1 Abbee Louis Roth, ehemaliger Redakteur eine ung in zwei Fällen und fahrlässigen Mein⸗ eids zu verantworten. der Angeklagte als Herausgeber der iu hausen i. E. erscheinenden Zeitung„Elsaß⸗Loth⸗ ringisches Morgenblatt“. Hauptbelastungszeugen waren seine geistlichen Kollegen und Mitbegründer e
Das
nis. Der Staatsanwalt hatte 1 Jahr 8 Monate beantragt; eine fallen gelassen. interessanten Einblick in die geistlichen Redaktionen der klerikalen Presse.—
klerikalen Blattes, wegen Unterschlag⸗
Die Straftaten beging Mül⸗
Es waren 29 Zeugen geladen. rteil lautete auf 9g Monate Gefäng⸗
Anklage wegen Betrugs wurde Die Verhandlungen boten einen
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Kleine Mitteilungen. . Ein blutiges Liebesdrama spielte sich in
der Nacht zum Mittwoch in der Vilbelergasse 27 in
dem Torbogen dieses Hauses Kellner Bode aus Homburg die Verkäuferin Steinhauer, zu er⸗
rankfurt ab. In
„ Ein fetter Posten. Für 10—15 Mk.
monatlichen Gehalt sucht das Amtsgericht in Katzen⸗ ellnbogen einen Kanzleigehülfen. nicht liederlich wird!
Daß der Mann nur
Partei-Nachrichten.
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Philipp Haas, 1.
Am Mittwoch starb in Mainz unser Genosse Landtagsabgeordneter Philipp Haas, nachdem er längere Zeit an Lungenleiden darniedergelegen hatte. In dem Verstorbenen, der lange Jahre die Redaktion unseres Mainzer Parteiorgans leitete, verliert die hessische und deutsche Sozialdemokratie einen ihrer unermüdlichsten Kämpfer. Mit selteuer Pflichttreue und vielem Geschick hat er im hess. Landtage, dessen Mitglied er seit 1896 war, die Interessen des arbeitenden Volkes vertreten.
Haas wurde am 29. Juli 1854 in Kastel bei Mainz geboren und lernte in Mainz Schriftsetzer. Nach der Lehrzeit durchwanderte er Deutschland und Oester⸗ reich und übernahm nach seiner Rückkehr den Posten eines Gauvorstehers des Mittel- rhein⸗Gaues im Buchdrucker⸗Verband.
*
daktionsposten der„Mainzer Volkszeitung“ berufen, den er bis zu einer Erkankung mit Gewissenhaftigkeit ausfüllte. Schon vorher wurde er in die Stadtverordneten⸗Versamm⸗ lung gewählt und auch hier errang er sich durch sein pflichteifriges Wirken bald all⸗ gemeine Anerkennung.
Mit Haas ist aber auch ein prächtiger Mensch dahin gegangen, der es verdiente, geliebt zu werden, zu dem darum auch Tausende in Liebe und Verehrung auf⸗ blickten. Er war ein grundbescheidener Mensch, ein Charakter, treu wie Gold! Wer sich einmal seine Freundschaft errungen, der konnte auf ihn zählen in Freud' und Leid! Hätte nur nicht die Proletarter⸗ krankheit, die Lungenschwindsucht, seit Jah⸗ ren so grausam an seiner Gesundheit gerüttelt und ihn in den letzten Jahren so oft aufs Krankenlager geworfen, das er seit dem letzten Frühjahr nicht mehr verlassen konnte. In diesem Sommer suchte er noch ein Gene⸗ sungsheim im Odenwald auf Besserung
*
Im Jahre 1898 wurde er zu dem Re⸗
hoffend. Doch ach, zu spät!—— Die hessische und deutsche Sozialdemo, kratie wird sein Andenken in Ehren halten!
wurde ein Finger abgeschlagen, ein dritter trug
sogar einen doppelten Beinbruch davon.
3—
Bei den sächsischen Landtagswahlen hat die Sozialdemokratie auch diesmal kein Mandat erhalten. Im Kreise Zwickau⸗Land hatte unsere Partei die Mehrheit, es wurde aber die Wahl eines unserer Wahlmänner für ungültig erklärt, weil er noch
nicht 6 Monate in seinem Wohnorte an sässig war und dafür der Konservative als gewählt proklamiert, obwohl er viel weniger Stimmen erhalten hatte. Die Abge⸗ ordnetenwahl ergab für den Konservativen 51 Stimmen, während unser Genosse Stolle nur 50 erhielt.
Versammlungskalender.
Samstag, den 24. Oktober.
Gießen. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Heuchelheim. Arb. ⸗Bild.⸗Verein. Abends ½9 Uhr Versammiung bei Wirt Ferd. Kröck. Sonntag, den 25. Oktober.
Alsfeld. Parteiversammlung. Nachmittags 4 Uhr ouf der Pfeffer höhe. T.⸗Ord.: Bericht von der Landeskonferenz.
Montag, den 26. Oktober.
Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Sonntag, den 31. Oktober.
Marburg. Wahlverein. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Jesberg.
Marktberichte. Auf dem Wochenmarkte in Gießen kosteten am 20. Oktober: Butter per Pfd. Mk. 1,10— 1,15,
Hühnereier 2 St. 15 Pfg., Enteneier 1 St. 8—0 Pfg., Gänseeier 1 St. 00—00 Pfg., Käse pr St. 5—8 Pfg., Käsematte 2 St. 5—6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 5,00— 5,50 Mk., Zwiebeln per Ztr. Mk. 4,50— 5,00, Zwetschen pr. Ztr. 0—0 Mk., Birnen pr. Pfd. 12—15 Pfg., Milch per Liter 18 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0,70 bis 0,90, Hühner per St. Mk. 1,30—1,80, Hahnen per St. Mk. 0,70— 1,50, Enten per St. Mk. 1,80 bis 2,40, Gänse per Pfd. 00—00 Pfg.
Getreide und Futtermittel. In Frankfurt notierten am 19. Oktober pr. Doppelzentner: Weizen (Wetterauer) Mk. 16.25— 16.35, russischer Mk. 16.75 bis 17.75, La Plata Mk. 16.75 00.00, Roggen, hiesiger neuer Mk. 13.10— 13.25, russischer Mk. 14.25 bis 14.50, Gerste, hiesige Mk. 15.25— 15.50, fränkische Mk. 15.70— 80, Riedgerste Mk. 15.75 16.25, Hafer, hiesiger neuer Mk. 13.00— 13.75.
Futterartikel pr. Zentner: Weizenschalen Mk. 4.30 bis 4.50, Weizenkleie 4.30— 4.50, Roggenkleie Mk. 4.90 bis 5.10, Futtermehl Mk. 6.50— 7.25. Biertreber, getrocknet Mk. 5.40— 5.50.
Obstpreise in Frankfurt. Tafeläpfel Mk. 16 bis 24, Wirtschaftsäpfel Mk. 10 bis 12, Tafelbirnen Mk. 18 bis 25, Kochbirnen Mk. 12 bis 15, Zwetschen Mk. 7. (Durchschnittspreise für 50 Kilo.)
Auf dem Fruchtmarkt in Limburg am 21. Oktbr. kostete durchschnittlich pr. Malter: Roter Weizen 13.50 bis 00.00 Mk., Weißer Weizen 00.00 00.00 Mk., Korn 10.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 7.40 Mk.
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Sonntag, den 25. Oktober, nachm. 4 Uhr in Saale„Lonys Bierkeller“, Schanzenstraße:
Erinnerungs⸗Feier an den Erlaß des Sozlalistengesetzes. Tagesordnung:„Vor 25 Jahren“. Redner: C. Ulrich u. Ph. Scheidemann⸗-⸗ Offenbach.
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Spielplan für Giessen. Sonntag, 25. Okt.:„Bluthochzeit“. Dienstag, 27. Okt.:„Ueber den Wassern““ Mittwoch, 28. Okt.(Volksvorstellung): „Der zerbrochene Krug“. „Geschwister““. 5„Walleusteius Lager“ Freitag, 30. Okt.:„Sokrates, der Sturmgeselle“.
Spielplan für Marburg. Montag, 26. Oktober:„Heimat“.
Donnerstag, 29. Okt.:„Bluthochzeit“.
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