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Nr. 25.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung
Seite 3.
austrampeln. Unser Genosse wurde sogar tätlich bedroht und am Sprechen verhindert, man hatte sogar Arbeiter hinter ihm postiert, die ihn rauswerfen sollten. Er erklärte mit dem nationalliberalen Redner, daß er sich für viel zu gut hielte, vor solcher Rotte Korah zu sprechen.— In Donsbach wollte der nationalliberale Retter am Freitag abend reden, weil aber der böse Sr zialdemokrat von Haiger da war, der immer vom Invalidengesetz spricht, hielt man die Versammlung nicht ab. Unser Genosse gab dann den anwesenden Wählern noch Winke für die Wahl, die nach dem Resultat auf fruchtbaren Boden gefallen sind.— Am Samstag abend sprach Burkhardt in Herbornseelbach— anständig, weil er wußte, er war unter Sszial⸗ demokraten. In der Diskusston nahm der Fabrikant Döring ⸗Sinn ein Selbstlob seiner Arbeiterfreundlichkeit vor, fand aber keinen Anklang; dann sprach Lehrer Weider⸗ Dillenburg und brandmarkte Burkhardt als „Verleumder“, aber mit einer Italiener⸗Rettung klappte es nicht, er wurde ausgejohlt. Alsdann sprach Genosse Trott und beleuchtete scharf B. Doppelzüngig⸗ keit, widerlegte seine Verdächtigungen und riß Burkhardt, gestützt auf Tatsachen, den Mantel der Arbeiterfreund⸗ lichkeit ab. Daß seine Ausführungen richtig und för⸗ dernd waren, hat der Wahltag iu Herbornseelbach gezeigt, ein halbes Hundert weitere Genossen haben wir dort erhalten.
Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain. R. Zur Stichwahl! Diesen Sams-
tag, den 20. Junt, findet eine sozialdemo⸗ kratische Parteiversammlung im Lokale des Herrn D. Jesberg statt, in welcher über unsere Stellung zur Stichwahl beschlossen werden soll. Die Parteigenossen werden ersucht, voll⸗ zählig zu erscheinen.
— Wahlergebnis im Kreise Marburg ⸗ Kirchhain. Bei der diesmaligen Reichstags⸗ wahl erhielten in unserem Wahlkreise die auf⸗ gestellten Kandidaten folgende Stimmenzahlen: Pappenheim(Kons.) 4917, Gerlach (Nat. ⸗soz.) 3605, Zimmermann(Antis.) 2385, Baum(Zentr.) 1892, Bader(soziald.) 1469. Zersplittert waren 29. Es ist somit Stichwahl zwischen dem Konservativen v. Pappenheim und dem Nattonalsozialen v. Gerlach not⸗ wendig.— Im Jahre 1898 erhielten: Bader (Hess. Volksp.) 1556, Böckel(Antis.) 2866, b. Battenwerffer(Kons.) 2370, v. Gerlach 1841 Müller(Zentr.) 1905, Liebknecht 495.— Be⸗ zeichnend ist, daß auch hier in Marburg, das seit Jahrzehnten als antisemitische Hochburg galt, der Antisemit aus der Stichwahl gedrängt wurde, die gänzliche Vernichtung des Anti⸗ semitismus wurde hier vollendet.— Wie sich unsere Genossen zur Stichwahl stellen werden, darüber werden sie in der Parteiversammlung am Samstag beschließen. Aber selbst wenn
unsere Genossen, was wohl anzunehmen ist, beschließen für Gerlach einzutreten, ist die Wahl desselben mehr als fraglich,— Hoch er⸗ freulich ist die starke Zunahme der sozialdemo⸗ kratischen Stimmen, die von 495 auf 1469 an⸗ gewachsen sind, sich also verdreifacht haben. Damit können die Marburger Genossen schon zufrieden sein, sie sind bei dem allgemeinen Vormarsch nicht zurückgeblieben.
Kleine Mitteilungen.
„ Die Weißmühle bei Großen⸗Buseck ist am Sonntag früh total abgebrannt. Das Feuer griff so schnell um sich, daß die Bewohner sich nur mit Mühe retten konnten. Der ca. 25 000 Mk. betragende Schaden ist zum größen Teile durch Versicherung gedeckt.
** Schlimmer Erzieher. Der Lehrer Josef an der höheren Mädchenschule in Wörstadt hatte sich vor der Mainzer Strafkammer zu verantworten, weil er sich an mehreren seiner Schülerinnen uns ittlich ver⸗ gangen hatte. Der Staatsanwalt beantragte 6 Jahre Zuchthaus. Die Strafkammer erkannte auf 2½ Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust.
r Zum Tode verurteilt wurde von dem Schwurgericht in Mainz der Raubmörder Detrois, der im Frühjahr seine Tante in Sponsh eim bei Bingen ermordete.
ß—ä—
An die Wähl Gießen⸗Grü
Die Wahl vom 16. Juni hat zu einer entgültigen Entscheidung nich Kommerzienrat Beyligenstädt und uns
„ Wänler! zwischen dem nationalliberalen stattzufinden.
Alandwerker! Arbeiter!
lastung droht dem Volke.
indirekten Steuern aufgehalst werden sollen. Für
Die Nulionulliberulen sind (Beweis: Der Wahlrechtsraub in Sachsen), Chikanen die Wahlreform verhindert; erklär abhängig ist, gebührt kein Wahlrecht! sie sind von jeher die offenen und geheimen Freunde von
wesen, wie sie überhaupt die unduldsamste Volkes gewesen, und wenn sie,
immer erst so gestaltet, daß man von„Arbeiterschutz“
tritt ein für:
Mehr Soldaten, neue Schiffe, neue, indirekte Steuern, Verfolgung und Chikanierung jed Arbeiter und Handwerker durch einen Zolltarif, d die nicht der ganzen Aation,
Der Wahlruf aller minderbemittelten Wähler muß aber sein: Brotverteuerung, der Arbeiterknebelung. Wer Freiheit und
Stadtverordneter in Gießen.
atischen Stimmzettel f f Das sozialdemokratische Wahlkomitee.
der Schulden,
für Handelsverträge, kommen, usw. usw.
samten Volkes erstrebt, der wähle
Edluard krumm, Auf zur Stichwahl! Geht alle zur Urne und gebt den sozialdemokr
Neue Heeresvermehrungen sind angekündigt, deren
er des Wahlkreises nberg Nidda!
t geführt, vielmehr hat eine St ieh wahl erem Kandidaten Edu ard Rrumm
Buuern! Viel steht bei der diesmaligen Wahl auf dem Spiele. Neue, schwere Be⸗
Gegnern ebenso stimmten
Ausnahme-, Partei in Deutschland sind.
um Arbeiterstimmen zu fangen, für Arbeiterschutz⸗Gesetze nur ironisch sprechen konnte.—
sie gegen Neueinteilung der Wahlkreise. te doch der nationalliberale Abgeordnete Jöckel: Die Liberalen siud Gegner Knebel⸗, Zuchthaus⸗ und Umsturzgesetzen ge⸗ Die Liberalen sind niemals Vertreter des arbeitenden
er unbequemen Meinung, e 5 u er nur 5 Prozent der Bevölkerung nützt, nämlich den Millionären, sondern nur den Lyndikaten und Börsen-Millionären zu gute
Nieder mit der Partei des Volksverrats, der Gerechtigkeit liebt, wer mit uns die Wohlfahrt des ge⸗
Kosten den Minderbemittelten wieder in Form von
solche Volksbelastungen treten die Liberalen ein. ges Reichstugs- WNWausilrechis.
In Hessen haben sie mit allen Dem Mann, der irgendwie des Houlilionsrechlis,
stimmten, dann haben sie dieselben vorher Wer einen Nationalliberalen wählt, der
neue Liebes gaben an Zunker und Großindustrie, Vermehrung
Berschlechterung der Lage der Bauern,
ab!
l 27 0%%%%% iw. Feuerwehr Heuchelheim. Marb 1 2 Turnverein Wiseck. 8 8 555 Aarburg! 4 2 2 Sountag, den 21. Juni 1903 4 68 1 8 N Feier des 25: jährigen Samstag, 20. Juni, 5 Feier des 8 2 abends 9 Uhr: 1* N Stiftungs- Festes. Gulet? Al. Sfiftungstfostes: Programm: 10— 11 Uhr Empfang der ausw. Wehren. P* 52 5 8 11—12 Uhr Uebung mit eb 1½ Uhr Auf⸗ artel 8 am 20., 21. und 22. Juni 1903.* e e, Versammlung? a e een, 8 turn. Aufführungen, Tanz. Abends großes Feuerwerk. bei Dauiel Jes berg, 9 Der Vorstand. 3 Montag, 22. Junl: Großes Volksfest. Wehrdgerweg 2. 2 Bezugnehmend auf obiges beehre ich mich, meine Morgens 9 Uhr: Konzert auf dem Festplatz. 2 Uhr: 8 Tages⸗Ordnung: 8 Wirtschaft in empfehlende Erinnerung zu bringen. 2 Festzug und später Tanz. 1. Stellungnahme zur Stich⸗ 5 1 Frisch geschlachtet. 8 Es ladet freundlichst ein der Festwirk Aug, Rinn. e 1 Aa rte Für gute Speisen und Geträrke wird bestens gesorgt. Der Festplas ist gegen jede Witterung geschüst. 835 Der Berlrauensmann 8 Karl Kreiling IV., Festwirt. 2 Eintritt frei! eee 5 2.—.——. 55 8 8 N 5 Sees
Voraussichtich erscheint am Mitwoch eit
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