Ausgabe 
15.11.1903
 
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ferngehalten!

Wahlmänner als gewählt bezeichnet.

Nr. 46.

Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

bisher die Gelder etwas spärlich eingingen (außer den Buchdruckern), so bittet die Gewerk⸗ schaftskommisnon, das Versäumte nachzuholen und die Sammellisten gut zirkulieren zu lassen.

R. Eine öffentliche Mau rerver⸗ samm lung findet diesen Sonntag in Schröck bei Christian Nau statt.

Der GesangvereinEintracht hält am Sonntag, den 14. d. Mts. im Schloß⸗ garten ein kleines Tanzvergnügen ab.

Ueber eine Sträflings⸗Rebellion, die auf dem Gute Wolkersdorf bei Frankenberg unter den dort beschäftigten Gefangenen der Strafanstalt Wehlheiden ausbrach, wird berichtet: Sieben der Gefangenen stürzten sich mit Hacken und Messern auf ihre fünf Mitgefangenen und verletzten zwei von ihnen sehr schwer. Einer derselben erhielt sieben Stiche am Halse. Der Aufseher allein war nicht im Stande, die Kämpfenden auseinander zu bringen. Sämt⸗ liche auf dem Gute anwesenden Knechte mußten zu Hilfe kommen. Sofort wurde telephonisch die Gendarmerie in Frankenberg requiriert. Sieben der Gefangenen wurden in dem eigens dazu hergerichteten Kuhstall interniert, die Nacht über von zwei Gendarmen überwacht und am anderen Tage unter starker polizeilicher Bedeckung nach dem Zuchthaus zurückgebracht, woselbst die Untersuchung stattfinden wird. Man vermutet, daß der Streit in Szene gesetzt wurde, um bei dieser Gelegenheit einen Ausbruch bewerlstelligen zu können. g

Preußzische Landtagswahlen.

Ein großer Teil von Ergebnissen der am Donnerstag vorgenommenen Urwahlen liegt vor, doch ist es natürlich noch nicht möglich, zu⸗ treffende Angaben über die Stärke der einzelnen Parteien zu machen. Aus vielen Wahlkreisen liegen noch keine Nachrichten vor, in einem Teile ist das Ergebnis zweifelhaft. Obwohl unsere Partei in einzelnen Wahlkreisen zahlreiche Wahlmänner durchbrachte, errangen wir nirgends die Mehrheit und es ist sehr fraglich, ob wir einen Sitz im Dreiklassenhause erobern. Durch das erbärmliche Wahlrecht wird die weitaus stärkste Partei Preußens aus dem Landtage

Von einzelnen Resultaten seien folgende angeführt.

In Wetzlar ist das Ergebnis unsicher.

Es werden 94 konservat., 86 natl., 3 antisemi⸗

tische, 4 sozialdemokratische und 9 unbestimmte Launs⸗

bach, Krofdorf und Gleiberg wählten in der III. Klasse sozialdemokratische Wahlmänner, in Gleiberg auch in der II. Klasse.

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In Marburg sind von 187 Wahlmännern

75 konservat., 65 natl. und 44 bündlerische.

In Dillenburg ist die Wahl des natl. Amtsrichter Hoffmann gesichert. Für Burckhard(christl. soz.) sind nur wenige Wahl⸗

männer gewählt.

In Frankfurt siegte die freistunig⸗demo⸗ kratische Listemit 563 Wahlmännern. Nationall. wurden 342 und sozialdemokrat. 153 gewählt. In Berlin! wurden gewählt: 190 frei⸗ sinnige, 174 sozialdemokratische und 138 kon⸗ servative Wahlmänner; in Berlin II 853 frei⸗ sinnige, 460 sozialdemokratische, 9 konserbative Wahlmänner; in Berlin III: 1189 freisinnige, 919 sozialdemokratische, 222 konservative und 32 Wahlmänner zweifelhafter Parteistellung; in Berlin IV: 869 freisinnige, 507 sozial⸗ demokratische, 29 konservative Wahlmänner. In Altona, Magdeburg, Breslau Görlitz kamen zwar zahlreiche sozialdemokrattsche Wahlmännerwahlen zu Stande, doch blieben wir überall in der Minorität.

Arbeiter, Genossen!

Weber in Crimmitschau!

Unterstützt die kämpfenden

Kleine Mitteilungen.

* Fromme Christen. In Klein⸗Linden haben sich zwei junge Burschen in der Kirche ge⸗ prügelt, weshalb die Staatsanwaltschaft Untersuchung gegen sie eingeleitet hat.

* Schwer verletzt fand man am Sonntag abend den Flurschütz Volk aus Allendorf a. d. L. auf dem Bahngeseise in der Nähe des Gießener Bahn⸗ hofs. Jedenfalls ist er beim Ueberschreiten des Ge⸗ leises überfahren worden.

* Erstochen wurde in Grünberg ein dort bediensteter Knecht von seinem Kameraden, mit dem er wegen eines Mädchens in Streit geraten war.

** In Rohrbach bei Büdingen brachte ein acht⸗ jähriger Junge seinem jüngeren Brüderchen mit einem Beil aus Unvorsichtigkeit eine schwere Verletzung an der Hand bei. Das verletzte Kind mußte in die Gießener Klinik gebracht werden.

* An einer Blutvergiftung, die es sich durch eine Schnittwunde zugezogen hatte, ist ein 12 jähriges Mädchen in Eberstadt gestorben.

** Opfer der Arbeit. Der in Limburg stationierte Schaffner Herborn geriet am Montag Abend zwischen die Puffer zweier Wagen, wobei der Kopf derart gequetscht wurde, daß der Tod sofort eingetreten ist. Zwei Bergleute wurden am Dienstag auf der ZechePrinz Preußen bei Bochum verschüttet, Einer war sofort tot, der andere lebensgefährlich verletzt.

* Selbstmord beginn am Sonntag früh der Ingenieur Pfeiffer in Frankfurt dadurch, daß er sich vom Balkon seiner im dritten Stock Hermannstr. 1 belegenen Wohnung in den Hof hinabstürzte. Er blieb mit zerschmetternden Schädel todt liegen. Pf. war un⸗ verheiratet und bei dem städtischen Hochbauamt be⸗ schäftigt.

* Wegen Veruntreuung von 260 0 Mk. wurde der Stadtrentmeister Schulz in Krefeld, der seit 16 Jahren in städtischen Diensten steht, verhaftet.

* Durchgebrannt ist der zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilte frühere Vorsitzende des rheinisch⸗ westfäl. Thonröhrensyndikats und Stadtverordneter Bauer Köln. Der Schutzmann Schnitzler, der ihn nach dem Gefängnis zu transportieren hatte, gab ihm

Partei- Nachrichten.

Ein alter Parteigenosse, Samuel Spier in Frankfurt, ist dort am Montag Abend im Alter von 65 Jahren gestorben. Seine Partei⸗ angehörigkeit reicht bis in die Lassallesche Zeit zurückt; er war einer derjenigen, welche im Jahre 1870 mit Bracke und anderen vom General Vogel von Falken⸗ stein verhaftet und in Ketten nach der Festung Lötzen in Ostpreußen gebracht wurden, weil sie gegen die Annexion Elsatz⸗Lothringen protestierten. Spier war 1838 in Alsfeld geboren. In der letzten Zeit widmete er sich besonders der Genossenschaftsbewegung und war Vorsitzender des Konsumvereins und der Ge⸗ nossenschaftsbäckerei. Seine Leiche wurde in Offen⸗ bach verbrannt.

Fr. Nauert, einer der älteren Münchener Parteigenossen ist dort kürzlich gestorben. Im Anfang der siebziger Jahre war Nauert hervorragend in Leip⸗ zig tätig, hat mehrfach für den Reichstag kandidiert, so 1877 und 1878 für den 7. sächs. Kreis(Meisen⸗ Großenhain), sowie im 23 Kreise(Plauen). In München hat er sich dann nach Aufhebung des Sozialistengesetzes von der Agitationsarbeit zurückgezogen, ist aber trotz⸗ dem der Partei treu geblieben.

Franz Hoffmanns Begräbnis hat am Sonntag in Chemnitz unter riesiger Beteiligung der dortigen Arbeiter stattgefunden. Etwa 20000 Personen waren auf dem Friedhofe anwesend, wo Redakteur Riemann und Abg. Stolle dem toten Kampfgenossen tiefempfundene Nachrufe widmeten.

Die Mainzer Genossen stellen als Kandidaten zum Landtage für den verstorbenen Abg. Haas den Redakteur Adel ung auf. Eine Neuwahl der Wahl⸗ männer findet nicht statt, deshalb ist die Wahl Ade⸗ lungs sicher.

Eine Parteikonferenz für die Odenwald⸗ Orte des Kreises Dieburg fand am Sonntag in Spachbrücken statt. Sie war aus 14 Orten des Bezirkes zahlreich besucht und nahm Referate der Genossen Rink⸗Urberach, Wiehle und Wol ff⸗ Offenbach über Organisation und Parteipresse entgegen. Beschlossen wurde, in allen Orten, wo dies möglich ist, Parteiorganisationen zu gründen.

Wahlkreis Alsfeld⸗Sauterbach.

Sonntag, den 29. November, nachmittags, findet auf der Pfefferhöhe in Alsfeld die

Kreiskonferenz

statt. Tagesordnung wird noch bekannt gegeben.

Versammlungskalender.

Samstag, den 14. November. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 UhrVersammlung bei Orbig. Lauterbach. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends Uhr Versammlung bei Gastwirt Keutzer. Sonntag, den 15. November.

Steinberg. Arbeiterbildungs verein. Nach⸗

mittags Uhr Versammlung bei Schmandt Wittwe. a

Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt

jedenfalls Gelegenheit zur Flucht und ist wegen Ge⸗ fangenentführung verhaftet worden.

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Abends 8 Uhr: Dienstag, 17. Nov.: Mittwoch, 18. Nov., 3 Uhr:

Geschwister undWallensteins Lager. Freitag, 20. Nov.: Volksv.,Hasemanns Töchter.

Stud lebunu- Teuer.

Spielplan für Giessen.

Sonntag, 15. Nov.: Nachm. Uhr, Fremdenvorst.

Versunkene Glocke. Alt Heidelberg. Maria von Magdala.

Spielplan für Marburg.

Donnerstag, 19. Nov.:Bluthochzeit.