Ausgabe 
14.6.1903
 
Einzelbild herunterladen

fegt

ige che. sche mit icht chte gab ant. uhr ere lehr

in unt

sen⸗ igen das sen ther ihm ohte der lun: eine hoch 'dat,

im tden are. ger ein⸗

ist. fund lät⸗ Dort die

Nr. 24.

Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung

Seite 5.

In gewerkschaftlichen Arbeiterfragen find die An⸗ sichten dieses Mannes so radikal, daß ein national⸗ liberales Flugblatt gegen ihn, von seinensozialdemo⸗ krat ischen Tendenzen spricht.

Das kann natürlich Gen osse Bartels nicht abhalten, die Gefahr dieser Kandidatur den Wählern damit zu schildern, daß sie vom Centrum protegirt und auch bei einem Siege als ihr Erfolg und Mandat in An⸗ spruch genommen werden wird. Die nur schwach und von Arbeitern garnicht besuchte Altenkirchener Ver⸗ sammlung brachte ihm wenig Beifall, aber achtungsvolle Aufmerksamkeit. Es genügt für dort wie in Kirchen, wo der Beifall ein lebhafter wor, daß von allen Seiten ein Wiedererscheinen gewünscht wurde und daß alle gegnerischen Zeitungen objektiver Weise den starken Eindruck unsrer Ausführungen hervorheben. Dasselbe ist von der nationalliberalen Versammlung in Leun vom 10. Mai zu berichten. Fassen nur alles dahin zusammen: Ein bedeutendes Wachsen unserer Stimmen⸗ zahl ist zu erwarten. Und wie selbst die Gegner wissen, ist die Stichwahlmöglichkeit noch niemals so wahr ge⸗ wesen als diesmal. Na, das wäre ein Fest nnd eine Freude für unseren alten Bebel.

% Langenaubach. Am Montag Abend sprach hier der christlich-soziale Kandidat Rentier Dr. Burk⸗ hardt in einer gut besuchten Versammlung. Er wehrte sich zuerst gegen die ihm von nationalliberaler Seite gemachten Vorwürfe, wobei sich ergab, daß er die meisten auf sich sitzen lassen mußte. In der Dis⸗ kussion verteidigte Seminarlehrer Weider den notional⸗ liberalen Standpunkt, während Lederfabrikant Weyel aus Haiger Burkhardi's Ansichten in der Quebrachozoll⸗ frage widerlegte Dann ergriff Genosse Trost das Wort, um eine wie auch die Nationalliberalen be⸗ stätigten geradezu vernichtende Kritik an den Aus⸗ führungen Burkhardts vorzunehmen. In ruhiger, sach⸗ licher Weise wies er die Beschuldigungen, welche der gute Christ Burkhardt gegen unsere Partei erhoben, zurück und legte unter lebhaften Beifall der Versamm⸗ lung, gestützt auf Citate aus dem Stöcker-OrganVolk dar, daß Burkhardt anders rede, als sein Parteiorgan schreibe, um auf den Stimmenfang ausgehe. Da eine Widerlegung Burkhardt nicht gelang, versuchte es einer seiner Adjutanten, dieser verunglückte aber ebenfalls jämmerlich. Er griff unsern Genossen dann persönlich

an, erregte aber dadurch nur den Unwillen der Ver⸗

sammlung.

Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain.

G. M. Die Junkerpartei auf der Wahl⸗ agitation. Mittwoch abend vor acht Tagen, am 3. Juni, hatte sich auch der hiesige konservativ⸗agrarische Kandidat, Kammerherr von Pappenheim, einmal da zu herbeigelassen, durch eine öffentliche Wählerversamm⸗ lung zu annehmbarer Zeit(das vorige Mal redete er bekanntlich mittags um 2 Uhr) in direkte Verbindung mit derMasse zu treten. Man merkte es dem hoch⸗ feudalen Herren an, wi⸗ fatal es ihm war, gar auch noch öffentlich mit seinenKollegen, denZeitungs⸗ schreibern Bader und Gerlach disputieren und solche krassen Ausdrücke wieBrotwucherer,Zolljunker ꝛc. über sich und seine Gesinnungsgenossen hören zu müssen! Denn die Herren Konservativen hatten zwar vorsich⸗ tiger Weise schon von vornherein ein kleineres Lokal, welches durch die anwesenden 250 280 Mann bereits überfüllt war, gewählt, aber sie hatten es dadurch doch nicht verhindern können, daß der rote Bader sowohl als auch der nationalsoziale Herr von Gerlach sich das Recht der Diskussion nicht nehmen ließen und, da die Redezeit von dem Herrn Vorsitzenden, Justizrat Handschuh, auf 15 Minuten festgelegt worden war, dafür drei Mal das Wort beanspruchten.

Nach der in den üblichen konservativen Phrasen gehaltenen Programmrede benützte Herr von Gerlach die Gelegenheit zu einem heftigen Ausfall gegen den nicht immer ganz unpersönlich kämpfendenOberhessen, auf den am Abend selbst einzugehen der anwesende Redakteur offenbar fürunter seiner Würde hielt. Dann wies Genosse Dr. Michels in gebührend scharfer Weise die uralte Verleumdung der Konservativen zurück, welche auch Herr von Pappenheim trotz seiner tönenden Ver⸗ sicherung, daß er im politischen Kampfe nie mit persön⸗ lichen Beleidigungen arbeiten würde, wieder aufwärmte: Daß nämlich die sozialdemokratischenFührer nur bestrebt seien, Unzufriedenheit im Volke zu erzeugen und zu erhalten, um dann desto besser im Trüben fischen zu können. Genosse Bader hob in seinen treffenden Entgegnungen vor allem das ethische Moment und die großen Ziele der Sozialdemokratie hervor, ebenso wie das, was sie sowohl von der konservativen Partei, als auch von den liberalen Herren vom Schlage des Herrn von Gerlach scheidet, nämlich ihren konsequenten Kampf gegen den Milliarden verschlingenden Militarismus und Marinismus. Und trotzdem nur wenig Parteigenossen in der Versammlung anwesend waren, erntete Bader dafür auch verhältnis mäßig auffallend reichlichen Beifall.

Interessant war der Umstand, und zeigte so recht, mit welch rührender Naivität Herr von Pappenheim auf die Dummheitseiner Wähler spekuliert, daß er alle noch so unzweideutig gestellten Fragen Baders und Gerlachs unbeantwortet ließ, wie er sich zu etwaigen neuen Gesetzen stellen würde, wie zum Beispiel zu einem neuen Sozialistengesetz, Abänderung des Wahlgesetzes, Branntwein- und Biersteuer ꝛc. Er erklärte, dazu könne er erst Stellung nehmen, wenn ihm ein fertiges Gesetz vorgelegt würde!

Im Ganzen machte die Versammlung keinen hoffnungs⸗ vollen Eindruck für die Sache der Konservativen, und so wurde denn auch die Erklärung des Vorsitzenden, daß Pappenheim auf ein Schlußwort verzichte, da er nicht glaube, daß aus der Fortführung der Debatte noch etwas Ersprießliches für die konservative Partei herauskommen würde, von einem großen Teil der An⸗ wesenden mit schallendem Gelächter aufgenommen.

R. Bekanntgabe der Wahlresultate. Auf den Abend des Wahltages, den 16. Juni, werden die Genossen zu einer Zusammenkunft in das Lokal von D. Jesberg eingeladen. Dort werden die Wahl⸗ ergebnisse aus Marburg und der Umgebung bekannt gemacht werden. Die Genossen wollen sich recht zahl⸗ reich einfinden.(Hoffentlich können wir den Marburger Genossen auch eine Siegesdepesche aus Gießen schicken. D. R.) Ferner werden die Genossen ersucht, welche gewillt sind, am Tage der Wahl sich der Partei zur Verfügung zu stellen, dies dem Wahlkomitee mitzuteilen.

Wahlgeheimnis! Mit der geheimen Reichstagswahl muß es im Jahre 1898 in unserem Wahlkreise recht windig ausgesehen haben, wenigstens in den Dörfern. So wurde einem Flugblattverbreiter in einem Dorfe bei Frankenberg gesag!, daß man dies⸗ mal mittels des Couverts zum ersten Mal geheim wählen können. Bis jetzt wäre das noch nie der Fall gewesen. In einem Dorfe bei Marburg hatte die Wahl⸗ urne 2 Böden. In einem anderen Dorfe hatte ein Arbeiter, wie er einem Genossen gegenüber beschwören wollte, bei der letzten Wahlrot gewählt, trotzdem wurde keine sozialdemokratische Stimme öffentlich bekannt gegeben. Wir bitten die Genossen, welche irgend etwas Verdächtiges bei der jetzigen Wahl merken, dies sofort dem Wahlkomitee mitzuteilen, damit ev. Protest dagegen eingelegt werden kann.

Viele Berichte und der Versammlungs⸗Kalen⸗ der mußten heute zurückgestellt werden.

Aufruf au die Wähler des Wahlkreises Marburg Kirchhain Frankenberg!

Nur noch 2 Tage trennen uns von dem Tage, an dem Ihr Eure Stimmen für den Kandidaten abzugeben habt, von dem Ihr denkt, das er Eure Interessen vertritt. Auf 5 lange Jahre wählt das deutsche Volk seine Vertretung,

legt gewissermaßen auf das halbe Jahrzehnt

die Gesetzgebung fest. An diesem Tage hat das Volk sein Schicksal selbst in der Hand. Und das müssen sich die Wähler unseres Wahl⸗ kreises, namentlich das werktätige Volk merken. Oft genug habt Ihr jetzt in Versammlungen. durch Flugblätter und der Presse Gelegenheit gehabt, die verschiedenen Kandidaten kennen zu lernen. Oft genug werdet Ihr jetzt in der Wahlbewegung gemerkt he ben, das sowohl die Konservativen wie Antisemiten, Zentrum und die sogenannte Nationalsozialen sich als Arbeiter⸗ Partei aufspielen, nur um die wertvolle Stimme der Arbeiter zu ergattern. Wohl ist jetzt manchem von Euch von den soeben genannten Kandidaten die Hand gedrückt worden aus purer Freundlichkeit, damit Ihr sehen sollt, das auch sie die Vertreter der Arbeiter sind. Wohl hat man Euch durch allerhand schöne und unschöne Redensarten abzuschrecken versucht für den Kandidaten der sozialdemokratischen Partei zu stimmen, während man die Partei selbst durch allerhand heuchlerische Lügen und Verläumdungen beschimpfte.

Wähler! Geht Ihr am 16. Juni zur Wahl, dann überlegt ganz genau, wem Ihr Eure Stimme gebt. Von allen oben angeführten Parteien ist keine imstande, die Interessen des werktätigen Volkes im Reichstage zu vertreten. Nur die sozialdemokratische Partei ist es, welche die Befreiung des Volkes von der Knechtschaft des Kapitals auf ihre Fahne ge⸗ schrieben hat. Darum auf zur Wahl! Mache ein jeder von seinem Wahlrecht Ge⸗ brauch, indem er den Kandidat der sozialdemo⸗ kratischen Partei Paul Bader wählt, dann wird auch der Erfolg in unserem Wahl⸗ kreise nicht ausbleiben.

Das sozialdemokratische Wahlkomitee.

Revolutionäre Patrioten.

Wie ein Telegramm der Frkftr Zig. meldete, ist König Alexander von Serbien mitsamt der Königin in der Nacht vom Mittwoch zum Donners⸗ tag mit drei Ministern ermordet worden. Um 1 Uéhr drangen die Verschwörer an der Spitze ihrer Truppen in den Kouak ein. Die Leibgarde leistete nur schwachen Widerstaud. König Alexander und die Königin Draga wurden nackt im Bette tot vorgefunden.

Die heutige Nummer wird in einer Auflage von 9000 Exemplaren gedruckt und verbreitet.

Wieseck Samstag Abend:

5 Wähler versammlung bei Wirt Kreiling IV. Ref.: L. Opifictus⸗ Frankfurt.

Allgem. Fefdessasse dsesscn.

Diener- Stelle

zu besetzen. Schriftliche Anmeldungen beim Vorsitzen⸗ den, Schneidermeister Pfaff, bis 30. Juni 1903.

An die Wähler des Wahlkreises Gieszen⸗Grünberg⸗ Nidda!

Zu der am Dienstag, den 16. Juni stattfindenden

Reichstags⸗Wahl

ist, wie bekannt, von Seiten der sozialdemokratischen Partei Herr Kaufmann und Stadtverordneter

Eduard Krumm in Giessen

aufgestellt.

Beßzüglich seiner politischen Stellungnahme verweisen wir a

Flugblätter.

Wir fordern unsere Parteigenossen sowie alle wirklich freigesi

zu vereinigen.

Wähler! Unser Kandidat ist Euch allen bekannt, es bedarf zu seiner Empfehlung keiner weiteren Worte. uf das sozialdemokratische Programm und die von uns ausgegebenen

unten Wähler auf, ihre Stimmen auf unseren Kandidaten

Das sozialdemokratische Wahlkomitee.

n

222

. .. 8

7

2

4 N

4

ů ¾3uãaw 2 28.

r

2 5 ä