Ausgabe 
11.1.1903
 
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Nr. 2.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

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lungen von damals der Gebauke das Juden tum zu bekämpfen, in alle Kulturnationen übergegangen. Wenn die christlich-soziale Partei ihren Kampf für Vaterland, Monarchie und Christenheit weiter fortsetzt, muß ihr auch end⸗ lich der Sieg werden. Der wäre, so fügte ein späterer Redner hinzu, schon vor fünf Jahren erfochten worden, wenn es nur nicht an Geld gefehlt hätte und wenn, wie ein Anderer meinte, halt statt des einen 500 Grafen Pückler ätten.

Die frommen Christen reden da von sehr materiellen Dingen; ste scheinen den Mammon und die Knüppeltaktik höher einzuschätzen als das Vertrauen auf Gotteshilfe, von der kein Wort gesagt wird. Geld fehlt also! Die be⸗ mittelten Parteigenossen scheinen im Bezahlen auch nicht so eilig zu sein. Warum legen die Herren Stöcker, Burckhardt, Weber c. nicht bei Rothschild oder Bleichröder einen Pump an? Die würden gewiß sofort ihre Geldschränke öffnen, schon aus Angst vor den 500 Pücklern!

Die Wahlen zum französischen Senat,

die am Sonntag erfolgten, bedeuten einen starken Ruck nach links, eine schwere Niederlage der Monarchisten und der konservativen Repu⸗ blikaner. Die radikalen und mintisterlellen Republikaner gewinnen 10 Sitze.

Der Senat besteht aus dreihundert Mit⸗ gliedern, die auf neun Jahre gewählt werden; alle drei Jahre wird ein Drittel durch Neu⸗ wahlen erneuert. Die Wahl erfolgt im Haupt⸗ ort des Departements durch ein Kollegium, das aus den Abgeordneten, den Generalräten, den Bezirksräten und den von den Gemeinde räten unter den Einwohnern einer jeden Ge⸗ meinde bezeichneten Delegierten besteht; die 3905 dieser Delegierten schwankt je nach der

röße der Gemeinde zwischen 1 und 30. Die Senatoren erhalten wie die Abgeordneten 9000 Francs Gehalt das Jahr.

Der spanische Ministerpräsident Sagasta

ist am Montag plötzlich verstorben. Er ist unzähligemal Minister und fast ebenso oft liberaler Ministerpräsident, zuletzt noch bis vor wenigen Wochen gewesen. Seit drei bis vier Jahrzehnten ist er auf das engste mit der spanischen Geschichte verknüpft. Daß diese Ge⸗ schichte eine wenig erfreuliche und wenig glän⸗ zende war, ist demLiberalismus mit zu verdanken.

Chamberlain bei den Buren.

Einer der Haupturheber des südafrikanischen Krieges, der englische Kolontalminister Cham⸗ berlain, hat sich in die ehemaligen Buren republiken begeben und sich anhochen lassen. In Pietermaritzburg hielt er eine Ansprache, in der er betonte, welches Interesse das Mutter⸗ land an seinen Kolonien nehme und zugleich die Kolonien aufforderte, sich ihrer Pflichten gegenüber dem Reiche bewußt zu sein, das auf der Grundlage gegenseitiger Hilfeleistung er⸗ richtet sei.

Da in dem furchtbar verwüsteten Lande keinstandesgemäßes Obdach für den Minister zu finden sein dürfte, hat man in kluger Vor⸗ aussicht einen Salonzug von raffinirtem Luxus für den würdigen Joe zusammengestellt, damit er nicht unter dem Unheil, das er im Interesse der Goldhyänen angerichtet hat, leiden muß. Den in bitterster Not befindlichen Buren wird der Luxuszug ihres Verderbens gewiß Stoff zu Betrachtungen geben, die ihren Kinderglauben an die Gerechtigkeit der Vorsehung einigermaßen erschüttern dürfte.

Sozialistische Wahlerfolge in Amerika.

Kürzlich wiesen wir schon einmal auf die Fortschritte hin, welche die sozialistische Be⸗ wegung bei den letzten Wahlen in Amerika gezeigt hat. Weitere erfreuliche Ergebnisse werden von einigen e cen im Staate Massachussets mitgeteilt.

e ö, einer Arbeitervorstadt von Boston, wurde der Sozialist Coulter mit 4357 gegen 3267 Stimmen, die der republikanische

Kandidat erhielt, und gegen 553 Stimmen, die der demokratische Kandidat erhielt, zum Bürger⸗ meister gewählt. In der Stadt Hassehill er⸗ hielt der sozialistische Kandidat 2338 Stimmen, während der republikanische Kandidat 2352 Stimmen und der demokratische 1663 Stimmen erhielt. In Wirklichkeit sind die meisten Stim⸗ men für den sozialistischen Kandidaten abgegeben, und ist gegen die Wahl wegen der vorgekom⸗ menen Fälschungen Protest eingelegt.

Venezuela.

Unsere glorreiche auswärtige Politik läßt Venezuela die gepanzerte Faust fühlen, sie geht dort mit derselbenSchneidigkeit vor, wie wir es vom neuesten Kurse gegenüber schwäch⸗ eren Staaten gewohnt sind. Obwohl ein Kriegs⸗ zustand zwischen Deutschland und Venezuela nicht vorhanden ist, blockierte Deutschland die venezolanischen Häfen und beschlagnahmte eine Anzahl Handelsfahrzeuge. Das ist eine Maß⸗ regel, die ganz außerhalb des Rahmens einer Blockade liegt, eine Handlung, die nur im Kriege zulässtg ist, die im Frieden einen Bruch des Völkerrechts darstellt. Deutschland glaubt sich das leisten zu können, England hält sich von solchen Gewalttätigkeiten schlauerweise fern.

Aufstand in Marokko.

Noch sind die Wirren in Venezuela nicht beigelegt, da rumort es schon wieder in einem anderen Erdenwinkel, in Marokko, ge⸗ wissermaßen dem afrikanuischen vis-A-vis Vene⸗ zuelas ganz bedenklich. Dort hat sich ein Tronprätendent erhoben und die Truppen des Sultans aufs Haupt geschlagen.

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Soziales.

Was eine Genossenschaft leistet.

Der Konsum⸗, Bau⸗ und SparvereinPro⸗ duktion in Hamburg errichtet auf seinem in der Wendenstraße gelegenen Terrain eine Bäckerei, die hinsichtlich der Größe, der Beschaffenheit der Räume und der maschiniellen Einrichtungen alle anderen Bäckereien Deutschlands, auch die des Breslauer Konsumvereins, weit zurücklassen wird. In dem im Parterre liegenden, fünf Meter hohen Backraum ist Raum für zehn Backöfen, die selbstverständlich mit Dampf ge⸗ heizt werden, doch sollen zunächst erst fünf aufgestellt werden. Wenn voll ausgenutzt, können in dieser Bäckerei für etwa zwei Mil- lionen Mark Waren hergestellt werden. Aber man hat noch mit einer weiteren Entwicklungs fähigkeit gerechnet, indem der Bau der Räume, die Lage der Träger so beschaffen ist, daß ohne viele Mühe eine Vergrößerung der Bäckerei erfolgen kann. Ueber dem Backraum befinden sich noch drei Stockwerke, in dessem erstem die Bade⸗ und Ankleideräume der Bäckereiarbeiter und ein Teil der Maschinen installiert werden. Daß in solch großen Bäckereibetrieben Schwei⸗ nereien, wie sie in vielen kleinen Bäckereien gang und gäbe sind, nicht vorkommen, ist selbst⸗ verständlich. Die Gesellen müssen sich hier vor Beginn der Arbeitsschicht einer Reinigungs prozedur vom Kopf bis zu den Füßen unter ziehen, wozu die projektirten sechs Wannen⸗ nebst Brausebäder hinreichend Gelegenheit bieten werden. Dann geht es in den Ankleideraum, wo täglich ein reiner Backanzug angelegt werden muß. Die Kosten der Bäckereianlage belaufen sich auf rund eine Viertel Million Mark. Der Bäckereibetrieb wird voraussichtlich im Mat eröffnet werden.

Hessisches.

Wie ein hessischer Agrarier die Land⸗ wirtschaft hebt.

Der nattonalliberale Agrarier von Heyl kauft nach derDeutschen Tagesztg. wieder lanbwirtschaftliche Aecker in der Lampertheimer Tabakgegend zu. Diese Beobachtung haben wir, so schreibt das Blatt, bisher bet jeder Getreidezollerhöhung gemacht. Amtlich wird bekannt gegeben, daß Freiherr Heyl zu Herrns⸗ heim seine beiden Familienfideikommisse Gun⸗

lershausen und Herrneheim abermals durch Einverleibung von Grundstücken in den Ge⸗ markungen Guntersblum, Gundershausen, Viern⸗ heim, Lorsch, Lampertheim, Seehof, Herrusheim, Nierstein, Gundersheim und Pfeddersheim ver⸗ größert hat. Freiherr v. Heyl hat eben eine eigene Art, sich dernotleidenden Landwirte anzunehmen: er kauft sie einfach aus. Freiherr v. Heyl ist aber ein guter Geschäftsmann und wenn er fortwährend seinen Grundbesitz ver⸗ mehrt, so geschieht es gewiß nicht, um Geld zu verlieren sagt dieFrkftr. Ztg.

Ob sich die bisher bündlersschen und anti⸗ semitischen Kleinbauern bald über dieBauern⸗ freundschaft der Junker und Großgrundbesitzer klar werden?

Die staatliche Unterstützung der Land⸗ wirtschaft in Hessen

kann sich immerhin sehen lassen. Im Staats⸗ budget für 1903/04 sind dafür wieder 986 434 Mk. in Aussicht gestellt.

Von den Posten aus denen sich dieser Be trag zusammensetzt, wollen wir nur die haupt⸗ sächlichsten anführen. Für die landwirtschaft⸗ liche Versuchsstation 70,770 Mk., Wein⸗ und Obstbaumschule zu Oppenheim 53,540 Mk., Obstbaumschule und landwirtschaftliche Winter- schule zu Friedberg 25,090 Mk., landwirtschaft⸗ liche Winterschulen 61,500 Mk., Verwaltungs⸗ kosten der landwirtschaftlichen Provinzialvereine 52,050 Mk, Kulturinspektionen 129,650 Mk., Feldbereinigungswesen 128,500 Mk., Förderung und Schutz des Weinbaues 27,500 Mk., Land⸗ gestüt 169,070 Mk., Förderung der Rindvieh⸗ zucht 98,550 Mk., Förderung der Schweinezucht 12,520 Mk. Da die Einnahmen mit 166,790 Mk. eingestellt sind, so muß der Staat einen Zuschuß von 819,644 Mk. leisten. Unter Ab⸗ wehr und Unterdrückung von Viehseuchen werden auch noch 30,800 Mk. gefordert, so daß der Gesammtaufwand für die Landwirtschaft 850,444 Mk. beträgt. Im Vermögensbudget werden außerdem noch 75,000 Mk. für einen Erweiter⸗ ungsbau bei der landwirtschaftlichen Versuchs⸗ station zu Darmstadt gefordert. Diese Zahlen beweisen, daß es sich der hessische Staat ange⸗ legen sein läßt, für die Interessen der Land wirtschaft respektable Summen zu opfern.

Was für ein Geschrei würden die Agrarier erheben, wenn der Industrie, dem Handel anderer Erwerbsgruppen, oder auch der Ar beiterschaft, derartige staatliche Unterstützungen gezahlt würden! Wir verlieren kein Wort über diese für unsern Kleinstaat ziemlich großen Summen, wir wünschten nur, daß sie den Kleinbauern zu Gute kämen. Aber auch hier fließt der Löwenanteil den Großen zu.

Gewerkschaftl. u. Arbeiterbewegung.

Mehrere Zentral-Ver bände halten in diesem Frühjahre ihre regelmäßigen General⸗ versammlungen ab. Diejenige des Zimmerer⸗ verbandes findet in Berlin am 31. März statt. Der Verband der Transport- und Verkehrsarbeiter tagen am 11. April und folgende Tage in Hamburg. Der Verband der Seeleute hält seinen Verbauds⸗ Kongreß vom 20. bis zum 23. April in Ha m⸗ burg ab.

Erhöhung der Unterstützungsleist⸗ ungen plaut der deutsche Metallarbeiter⸗ verband. Es soll Krankenunterstützung nebst Gewährung eines Sterbegelbes, ferner die teilweise Vergütung der Umzugskosten zur Ein⸗ führung gelangen. Die e bei Maß⸗ regelung und Streiks soll nach 26 wöchiger Mitglieoschaft für verheiratete männliche Mit glieder Mk. 14, weibliche Mk. 7 betragen, für die ledigen Mitglieder sind für männliche Mk. 12, für weibliche Mk. 6 in Aussicht genommen. Außerdem sollen männliche wie weibliche Mit- glieder für jedes ihrer Fürsorge uuterstehende Kind pro Woche Mk. 1 erhalten. Kranken- unterstützung soll an männliche Mitglieder Mk. 6 an weibliche Mk. 3 wöchentlich bezahlt werden. Das Sterbegeld ist mit Mk. 30 festgesetzt und soll von Jahr zu Jahr um Mk. 5 bis zum Höchstbetrage von Mk. 100 steigen. Die Um⸗

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