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Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
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dun enz die Arbeiter gegen die Soldaten kämpften. on, der General Zappino wurde beauftragt, zwischen
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sen Arbeitern und Unternehmern zu vermitteln und er scheint einigen Erfolg gehabt zu haben.
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fommenen Bedingungen lauten:
baren, läßt ein Telegramm der„Frkftr. Ztg.“ dom Montag erkennen. Darin heißt es:„Der Minenstreik in Bilbao ist trotz heftigem Wider⸗ tand der Unternehmer, besonders der Uẽusländer, aufgehoben. Der General⸗ sapitän ordnete die Zurückziehung der Truppen aus dem Minenbezirke an. Die Bedingungen her Arbeiter wurden angenommen. Die ange⸗ wöchentliche Cohnzahlung, Aufhebung des Kaufzwangs, des Wohnungszwangs der Arbeiter in den Etablisse⸗ ments der Unternehmer, staatliche Beaufsichtigung
der Handlungen mit Lebensmitteln und Arbeiter⸗
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wohnungen.“
Zu den Parteistreitigkeiteu.
Die auf dem Parteitage in Dresden aus⸗ gebrochenen, höchst unerquicklichen Streitigkeiten haben sich in der Presse bis auf die letzten Tage fortgesetzt und im Vorwärts nehmen die „Erklärungen“,„Entgegnungen“ und„Richtig⸗ ftellungen“ ganze Seiten ein, sodaß wir uns gewundert haben, daß die Berliner Partei⸗ geuossen nicht schon längst dagegen protestierten. Das ist aber nun in der Mittwochsnummer geschehen. In einer Zuschrift an das Zentral⸗ organ verlangen eine ganze Anzahl Partei⸗ genossen, daß es dem eklen Gezänk endlich seine Spalten verschließen solle.— In der Tat wirkt das Literatengezänk geradezu widerlich; wir finden es aber begreiflich, wenn die Redaktion des„Vorwärts“ sich außer Stande erklärt, die Auseinandersetzungen zu verhindern. Bewun⸗ dernswürdige Geduld legen die Leipziger Ge⸗ nossen an den Tag, die in ihrem Organ fast tagtäglich etliche Seiten derartiger Streitartikel über sich ergehen lassen müssen. Und der Ton, in dem diese gehalten sind, ist alles andere eher als parteigenössisch. Einzelne Genossen werden in einer Wetse angegriffen, als handelte es sich um hinterlistige, mit den schäbigsten Mitteln arbeitende Gegner.— Mehrings Rechtfertigungs⸗ broschüre ist kürzlich erschienen und hat natürlich noch Oel ins Feuer gegossen. Sie hat wieder eine Reihe von„Entgegnungen“ provoziert und Mehring hat schon eine Neuauflage angekündigt. Denjenigen Genossen, die sich in politischen und wirtschaftlichen Fragen unterrichten wollen und mit ihren Groschen haushalten müssen, würden wir zum Ankauf der Mehring'schen Broschüre nicht raten. Sie können daraus nichts lernen.
Wir bekennen uns nicht zum„Revisionis⸗ mus“, eher zum Gegenteil, wir müssen aber dem
zuum großen Teil zustimmen, was vor Kurzem Genosse Ehrhardt⸗Ludwigshafen auf der
Kreiskonferenz des ersten pfälzischen Wahlkreises
sagte. Ehrhardt, der schon seit langen Jahren
1 in der Bewegung steht und dem man noch
immer zu den„Radikalen“ zu zählen gewohnt war, sagte unter anderem:
„Schwere Vorwürfe wurden erhoben: Wir trieben Komödienspiel, wir hätten Eiterbeulen, der Süden sei ein Sumpf, in Capua(München) gingen die besten Ge⸗ nossen an Leib und Seele verloren usw. Der Geist der Zwietracht wurde unter die Genossen getragen, die sich plötzlich gegenseitig Fremde, ja Feinde wurden. Bebel hat den Parteitag nicht günstig beherrscht. Nahe⸗ zu 60 Seiten des Protokolls füllen seine Reden aus und infolge seiner langen Reden konnten die übrigen eingezeichneten Redner, die praktischen Arbeiter, keine Gelegenheit finden, sich zu äußern. Bebel sagte in einer Berliner Versammlung, wir wären Neurastheniker, wenn wir solches Gebahren nicht vertragen könnten.
Aber würde Bebel die Kleinarbeit, die wir zu verrichten haben, tun müssen, er würde anders reden!
Es ist tief bedauerlich, daß die Genossen im Lande diese Art der Parteiverhandlung gutheißen, ja zum Teil noch an⸗ feuern. Sehr viel hätte der Parteitag tun können und sollen; um die Maifaler läuft alles herum, wie die Katze um den heißen Brei; über unsere nächsten sozial⸗ politischen Aufgaben im Reichstage, uber all diese Dinge war dringend nötig zu sprechen.
Alles schreit jetzt:„Kreuzigt die Sünder!“, die man als Beute opfern will. Sind denn diese absolut an dem Streit schuld? Schon längere Zeit betreiben Mehring und sein Adlatus Jäckh in der Leipziger
Volkszeitung eine recht häßliche systematische Hetze gegen verschiedene Parteigenossen, namentlich auch ist es die Art ihres Kampfes gegen unser Zentralorgan, den Vorwärts. Das ist nicht mehr parteigenössisch! Schon anfangs September hat Mehring in der Leip⸗ ziger Volkszeitung aus den gesamten Jahrgängen der Hardenschen Zukunft alles zusammengesucht, um zu be⸗ weisen, ein wie großer Bösewicht Harden sei, und daß sich an seinen„Bübereien“ die Parteigenossen Braun, Göhre, Bernhardt und Heine beteiligten.
Die seit Monaten Gequälten haben fich schließlich ihrer Haut gewehrt. Dem Parteitag lag eine Be⸗ schwerdeschrift der Genossen vor. Ich gebe zu, Braun hat seine Sache recht ungeschickt verteidigt, aber er war bis Dresden ein alter verdienter Genosse.
Die Art des Eingriffs von Bebel in dieser Frage ist im höchsten Maße bedauerlich. Gerade er, den wir alle so sehr schätzen, hätte statt hetzen das Gegen⸗ teil tun müssen. die stolze Millionenpartei auf ihrem erwartungsvollen Parteitag nicht anders zu tuu hatte, als einen bürger⸗ lichen Journalisten an den Haaren auf die Armsünder⸗ bank zu zerren, als wäre dieser unser größter Feind. Ein Lump ein Geldmacher, ein Charakter, der mit einer Prostituierten zu vergleichen sei, wurde er genannt. Die Genossen, die in seinem Blatte einige Artikel, die teils in unserer Presse beifällig abgedruckt wurden, ge⸗ schrieben hatten, hat man als Marodeure bezeichnet, die für Judaslohn arbeiten, sich verkaufen, und ein kräftiges„Pfui!“ über sie gerufen. Mehring dagegen war unserem Bebel nur ein pspchologisches Rätsel. Ueber eine solche Art der Stellungnahme fehlt mir jedes Verständnis, ich kann es nur als eine grobe Entgleisung bezeichnen.
Der Parteivorstand soll nun die vier Uebeltäter verurteilen. Ich reiche heute noch den vier Angeklagten, von denen mir keiner ans Herz gewachsen brüderlich dite Hand; ich halte mich dazu um so mehr verpflichtet, als ich empfinde, ihnen ist Unrecht geschehen. Ich habe heute noch gegen den vielgeschmähten Göhre die⸗ selbe Hochachtung wie zuvor.
Unter dem Sammelnamen Revision hat man auf dem Parteitag Reichstagswahl, Vizepräsidentenfrage und Taktik zusammengeworfen, um endlich abzurechnen und gründliche Arbeit zu machen. Ich mache nicht in Theorie; seit ich vor über 30 Jahren in die Bewegung kam, trage ich immer eine tüchtige Last der Kleinarbeit, die meine Zeit derart absorbiert, daß ich nur mit dem Nötigsten mich beschäftigen kann, um mir ein selbst⸗ ständiges Urteil zu bilden. Erst sei der Julihitze hat Bebel
Bis heute ist die Spezies noch nicht auf ihre wahre Beschaffenheit geprüft worden. Dem„talmudischen“ Bernstein lann man doch nicht mehr anziehen, er hat doch in Lubeck pater peccavi gesagt. Unsere Grund⸗ lehren sollen angezweifelt worden sein, unsere altbewährte, sieggekrönte Taktik über den Haufen geworfen werden. Wir haben uns, seit wir sozialistisch denken, darauf etwas eingebildet, daß wir keine Bibel und keine Päpste haben, daß wir keine Sekte irgend einer Lehre, sondern eine Parte sind, die ihr Programm stets mit der Wissenschaft in Einklang zu erhalten hat. Wer die Parteientwicklung verfolgt, muß erkennen, daß, so lange die Bewegung besteht, wir auch Meinungs⸗ differenzen haben, sie haben müssen. Den alten Lasalle⸗ anern war es sicherlich recht empfindlich, daß zwei Grundpfeiler der Forderungen, die der große Meister Lassalle aufstellte, eingerissen wurden; aber es mußte geschehen, die Partei hat keinen Schaden erlitten.
Wir stehen heute nicht mehr auf dem Standpunkt, daß alle politischen und wirtschaftlichen Kämpfe nur unsere Machtlosigkeit erkennen lassen. Vor 35 Jahren hatte ich eine Arbeitszeit vou 16 Stunden; man ver⸗ gleiche damit, wie die Dinge heute liegen. Es ist ein Fortschritt vorhanden, warum sollen wir ihn ableugnen? Wir haben ihn nicht dem guten Willen des Unter⸗ nehmertums, auch ntcht der väterlichen Fürsorge des Staates, sondern der Arbeiterbewegung, im besonderen der Gewerkschaftsbewegung zu verdanken. Wir haben früher Gewerkschaften gegründet als Mittel zum Zweck, sie sollten eine Vorschule für die Partei sein. Heute ist das anders geworden. Der Kampf derselben bezweckt eine beständige Hebung der Lebenshaltung der Arbeiter⸗ klasse.
Bebel sagte:„Wir waren noch nie so uneinig als jetzt.“ Diese Behauptung hat er durch nichts be⸗ wiesen. Wie schon bemerkt, hatten wir in der Partei stets Meinungs differenzen...“
Die Konferenz erteilte Ehrhardt ein Ver⸗ trauensvotum.
Soziales, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung. In Crimmitschau ist die Lage noch un⸗
verändert. Mit heißem Bemühen suchen die
Es ist geradezu jämmerlich, daß
entdeckt, daß es unter uns von Revisionisten wimmle. dergiftung gestorben war, die Rente an die
Fabrikanten Arbeitswillige zu erhalten, doch haben sie nur geringen Erfolg. Vor einigen Tagen erklärten sie, daß sie ihrem Vorsitzenden verboten haben, sich auf Verhandlungen mit den Arbeitern einzulassen. Der Bürgermeister hat den Führern der Bewegung aufgegeben, sie möchten ihre Leute warnen, es käme eine neue Polizeiordnung heraus zum Schutze der Arbeitswilligen. Das Polizeiaufgebot ist wiederum verstärkt worden. Die Fabrikanten liefen am Montag bei Arbeitsbeginn durch die Straßen, um die Arbeits willigen zu schützen. Eine Anzahl Arbeitswilliger sind gleichwohl wieder von der Arbeit ferngeblieben.— Uater⸗ stützung ist dringend notwendig!
Eine Einigungskommission zur Beilegung von Lohnstreitigkeiten ist von den Arbeitern und Arbeitgebern der Ber⸗ liner Holzindustrie geschaffen worden. Man perständigte sich auf die Schaffung einer solchen Einrichtung, um die fortwährenden Differenzen rascher schlichten zu können. Die Organisationen der Arbeitgeber sowohl wie der Arbeitnehmer haben sich bereit erklärt, die Entscheidungen der Einigungskommission als für ihre Mitglieder verbindlich anzuerkennen. Die Parteien wählen in diese Kommission je 7 Vertreter. Diese Kommission soll bei allen Differenzen ihre Ent⸗ scheidung treffen. Wegen unbedeutender Streitig⸗ keiten in den Werkstätten soll sie nicht angerufen werden, sie wird vielmehr nur dann in Wirk⸗ samkeit treten, wenn der größere Teil der Arbeitnehmer die Verhandlungen Entstehen in diesen Betrieben Differenzen, so soll die Arbeit nicht früher niedergelegt werden, bis die Kommission einen Versuch zur Schlich⸗ tung unternommen hat. Zur Prüfung muß ihr eine angemessene Zeit, mindestens eine Woche, gegeben werden. N
Rechtssprechung.
Das Reichsversicherungsamt hat in einem Falle entschieden, daß für einen Arbeiter, der während der Betriebsarbeit von einem Insekt gestochen wurde und dann an Blut⸗
Hinterbliebenen zu zahlen sei, weil es sich um einen Unfall handelte, der mit dem Betrieb ursächlich zusammenhing. Der Betrieb war ein Steinbruch: in dessen Nachbarschaft befand sich ein Tümpel, der verwesende Stoffe enthielt, die schädliche Insekten herbeilockten.
Um das Koalitionsrecht suchen manche Unternehmer die Arbeiter dadurch zu bringen, daß ste einen Passus in die Arbeitsordnung aufnehmen, wonach die Arbeiter, wenn sie ihrer Gewerkschaft beitreten, entlassen werden. Da ist eine Entscheidung von Interesse, welche das Gewerbe-Gericht in Katserslautern kürzlich fällte. Eine dortige Buchdruckerei hat in ihrer Arbeitsordnung die Bedingung, daß Gehilfen, die dem Verband Deutscher Buch⸗ drucker angehören, nicht bei ihr aufgenommen werden und ihre sofortige Entlassung erfolgen könne, wenn sie dem Verbande insgeheim bei⸗ treten. Unter diesen Bedingungen wurde ein Gehilfe eingestellt, der am 28. August kündigte. An diesem Tage erfuhr auch der Prinzipal, daß jener dem Verband angehört, weswegen er ihn sofort ohne Zahlung einer Entschädigung entließ. Das angerufene Gewerbegericht ent⸗ schied, daß der Prinzipal zur Zahlung des Lohnes für 14 Tage verpflichtet sei. Jene Be⸗ stimmungen der Arbeitsordnung seien nach§ 138 des B. G.⸗B. ungültig, weil sie den guten Sitten widersprächen.
Von Nah und Lern. Hessisches.
Im Finanzausschuß der Zweiten Kammer brachte Genosse Ulrich zu dem Antrag unserer Fraktion betr. Beseitigung der Stempelsteuer und Deckung des Aus⸗ falles durch eine Erhöhung der Progres⸗ sion der Einkommensteuer, eine Berech⸗ nung, die im Gegensatz zu der von dem Finanz⸗ ministerium bereits veröffentlichten Berechnung,
wünscht.
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