Ausgabe 
8.2.1903
 
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N 1

Nr. 6

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeltung.

Seite 5.

Winter in Benutzung genommen. Das ganze Erdgeschoß des Gebäudes wird zu Geschäfts⸗ zwecken verwandt. Zur Verteilung gelangen 6% Rückvergütung, 4% Zinsvergütung und auf Inventar werden besonders 885 Mk. ab⸗ geschrieben. Mit der Großeinkaufs⸗Gesellschaft wurden für 60 272 Mk. Waren umgesetzt, das find 16½¼ 0, des Gesamtumsatzes. Durch die Beschränkung des Kredits sind die Außenstände von 35000 Mk. auf 14400 Mk. zurückgegangen. In anerkennenswerter Weise will die Verwal⸗ tung dahin streben, die Kreditwirtschaft ganz zu beseitigen.

Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.

St. Zur Reichstagswahl. Die einzelnen Parteien im hiesigen Wahlkreise haben mit den Vorarbeiten für die Reichstags⸗ wahl bereits begonnen. Seitens der Konser⸗ vativen wurde in einer am Montag nachmittag abgehaltenen Versammlung beschlossen, den Kammerherrn Freiherr von Pappenheim, Gutsbesitzer von Liebenau(Bez. Kassel) als Kandidaten aufzustellen. Ob es aber bei dieser Kandidatur bleibt, ist noch fraglich, da sie von der Zustimmung des Bundes der Landwirte abhängig gemacht werden soll. Was die bunten Landwirte betrifft, so ent⸗ falten diese eine rührige Agitation in unserm Wahlkreise, die aber hauptsächlich wohl auf den Mitgliederfang abgesehen ist. Sie haben auch jetzt wieder, wie früher schon einmal, einen gänzlich untauglichen Agitator hergeschickt, der in seinen Versammlungen das ungereimteste Zeug zusammenschwatzt, und, wo ihm Gegner entgegentreten, diesen die niederträchtigsten Verleumdungen an den Kopf wirft. Die Nationalsozialen sind ihm eifrig auf den Fersen und haben ihm schon manches Fiasko bereitet. Am Montag abend fand auch im nahgelegenen Orte Marbach eine Bündlerversammlung mit obigem Agitstor mit Namens Risse statt, wozu sich außer einem halben Dutzend Bündler auch der giesige nat.⸗soz. Reichstagskandidat v. Gerlach nebst einigen Parteifreunden und eine größere Anzahl unserer Parteigenossen eingefunden hatte. Nachdem der Bundesredner seine von den ungeheuerlichsten Anschuldigungen gegen die Sozialdemokraten und sonstigen Un⸗ wahrheiten und Entstellungen strotzende Rede in einem fürchterlichen Kauderwelsch vom Stapel gelassen hatte, meldete sich in der Dis⸗ kussion Herr v. Gerlach zum Wort. Der Herr

Bürgermeister, als Vorsitzender verweigerte ihm

aber dasselbe mit der Begründung, daß nur eingeschriebene Bundesmitglieder sprechen dürf⸗ ten(II). Selbst einem emer. Pfarrer, der schon 25 Jahre Mitglied eines landwirtschaft⸗ Vereins ist, wurde das Wort verweigert! Unser Vertrauensmann lud den tapferen Bundes⸗ reduer zu unserer, am 7. Februar bei Jesberg stattfindenden Versammlung ein, wo ihm die gebührende Antwort zu teil werden sollte, was jener aber mit den Worten ablehnte, daß er nicht kommen könne da er alsdann wieder bei seinen Bauern(I) sein müßte. Von den übrigen Parteien hört man noch nichts.

Der Konsum verein hielt am Samstag abend seine ordentliche Generalver⸗ sammlung bei Geisler ab, welche gut be⸗ icht war. Aus dem Geschäftsbericht der chstens im Druck erscheint, ging hervor, daß er Verein sich gut entwickelt, sowohl im Jarenkonsum wie in der Mitgliederzunahme.

er Vorsitzende konstatierte, daß der Aufsichts⸗ t bei seinen Revisionen die Geschäftsbücher und die Kasse in bester Ordnung befunden habe. Nach einer regen Debatte über die Ein⸗ führung einer Sparordnung, gegen welche sich mehrere Mitglieder mit der Begründung wendeten, daß die Einführung einer Spaxkasse bei den hohen Lebensmittelpreisen und teilweise geringen Löhnen nicht angängig sei, wurde dieselbe gegen 3 Stimmen mit großer Mehrheit augenommen. Schließlich wurden noch einige Abänderungen an den Anstellungsverträgen mit dem Vorstand und dem Lagerhalter vor genommen.

Die Kaisergeburtstags⸗Verlustliste

scheint in diesem Jahre größer als in früheren zu sein. Wir meinen damit die Verwundungen, welche sich die begeisterten Patrioten in der Feststimmung beibrachten. Von der in Haiger stattgefundenen Prügelei berichteten wir schon in letzter Nr. Aber auch in mehreren Ort⸗ schaften der Umgebung Marburgs gab es Kampfspiele und mancher Beteiligte trug sein königstreues Haupt voll Blut und Wunden heim. Ganz ungemütlich gings aber bei der Feier des Kriegervereins in Leeden (Westf.) zu. Dort wurde ein Festteilnehmer im Streit erstochen, ein anderer lebensgefährlich verletzt.

Zwei Urteile.

Die Schreinermeister Franz und August Schwarz in Augsburg hatten seit 3 Jahren den bei ihnen beschäftigten Arbeitern wohl den Betrag für die Invalidenversicherung abgezogen, jedoch keine Marken geklebt, wodurch die betreffenden Arbeiter ganz enorm geschädigt wurden. Trotzdem die beiden Meister wieder⸗ holt gewarnt wurden, fiel das Urteil des Landgerichts doch verhältnismäßig milde aus, denn die Angeklagten wurden nur zu einer Geldstrafe von 50 Mk. bzw. 30 Mk. verurteilt. Als Milderungsgrund wurde in Betracht gezogen, daß sie unverschuldet stets in Geld⸗ verlegenheit sich befanden. Einige Tage vor⸗ her wurde vom nämlichen Gericht ein unbe⸗ scholtener Arbeiter mit zahlreicher Familie und einem Tagelohn von 2,10 Mk. wegen Entwendung von Nahrungsmitteln zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt.

Kleine Mitteilungen.

n Zwei Krankenschwestern im Bockenheimer Krankenhause vergifteten sich in der Nacht vom Mitwoch zum Donnerstag. Die eine davon befand sich noch am Leben und wurde in ärztliche Behandlung genommen. Der Grund dieses Schrittes ist unbekannt.

: Eines plötzlichen Todes starb ein junger Mann in einem Dorfe bei Alsfeld. Kurz vor seiner standesamtlichen Trauung erlitt er einen Schlaganfall nnd war bald eine Leiche.

* Opfer der Arbeit. Bei einem Gerüsteinsturz in der Braunsteingrube Waldalgesheim bei Binger⸗ brück wurden drei Arbeiter getödtet.

* Entgleist ist am Sonntag in Kassel ein Wagen der elektrischen Bahn. An der Ecke der Marktstraße und des Grabens sprang er aus dem Geleise und sauste die Marktstraße hinunter. Ein 65 jährige, schwerhörige Frau wurde von dem Wagen erfaßt, eine Strecke weit mitgeschleift und gräßlich verstümmelt. Noch größeres Unglück wäre passiert, wenn der Wagen nicht glücklicherweise an den Rinnstein der ziemlich ab⸗ schüssigen Straße angefahren und so zum Stehen ge kommen wäre.

Partei- Nachrichten.

Genosse Agster, der Reichstagsabg, für den Wahlkreis Pforzheim, machte im Reichstage einen Selbstmordversuch. Agster ist schon seit einiger Zeit nervenkrank, man versuchte früher schon, ihn zum Verzicht auf das Mandat zu bewegen, aber vergeblich. Er wurde in die Berliner Charité überführt.

Bebels WerkDie Frau und der So⸗ zialismus erscheint soeben in 34. Auflage! Die ganze Sozialdemokratie hat Grund, auf dieses literarische Ereignis stolz zu sein. Das Werk umfaßt nunmehr über 500 Seiten Oktav und kostet nach wie vor broschirt 2 Mk., gebunden 2 50 Mk.

Unsre Ziele, ein Schriftchen Bebel s, ist soeben in 11. Auflage in der Buchhandlung Vorwärts erschienen. Im Jahre 1869 hatte Bebel in einer Versammlung in Stuttgart eine Polemik mit einem Mitgliede der Volkspartei. Ein Organ dieser Partei, die Demokratische Korrespondenz, zog in drei langen Artikeln gegen Bebels sozialistische Tendenzen zu Felde. Im Leipziger Volksstaat vertrat Bebel seine Anschauungen und so entstand die Broschüre, die seitdem in der Partei große Verbreitung gefunden hat und jetzt von der Partei⸗ buchhandlung neu herausgegeben wurde. Der Preis ist 30 Pfg.

Dr. Eduards David's Agrarwerk, welches schon längere Zeit angekündigt wurde, ist nun unter dem Titel:Sozialismus und Landwirtschaft, 1. Band: die Betriebsfrage erschienen. In einem Schlußwort, das dem Buch angefügt ist, entwickelt

David vie Grundlinien eines sozialdemokratischen Agrar⸗ programms; er stellt, im Gegensatz zu der bisher vorherrschenden Anschauung die Verwandlung der land⸗ wirtschaftlichen Großbetriebe in bäuerliche Kleinbetriebe

als erstrebenswertes Ziel auf und verlangt demgemäß in erster Linie einen wirksamen Bauernschutz. Das Werk dürfte eine lebhafte Diskussion innerhalb der Partei veranlassen.

Wahlkreis Gießen⸗Grünberg⸗Nidda. Sonntag, den 15. Februar 1902, Vormittags 10 Uhr

Kreiskon ferenz in Gießen, Lokal Orbig, Rittergasse 17. Tagesordnung:

1. Vorstandsbericht und Neuwahl des Vertrauens⸗ mannes; 2. Organisation und Agitation im Kreise (Ref. Gen. Orbig); 3. Die bevorstehende Reichstags⸗ wahl(Ref. Gen. Krumm); 4. Maifeler(Ref. Beck⸗ mann). Die Parteigenossen aller Parteiorte im Kreise werden ersucht, für ihre Vertretung zu sorgen. Jeder Ort hat das Recht, bis zu drei Delegierten zu ent⸗ senden. Etwaige Anträge sind baldmöglichst einzureichen. Ferner werden die Parteigenossen ersucht, ihre Vor⸗ schläge über den Ort, wo das geplante Kreisfest abgehalten werden soll, noch vor der Konferenz an uns

gelangen zu lassen. Der Vorstand des Kreiswahlvereins.

Versammlungskalender.

Geuossen! Besucht regelmäßig Eure Versammlungen! Samstag, den 7. Februar.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Lollar. Metallarbeiterverband. Abends 9 Uhr Abend⸗Unterhaltung bei Wirt Weinrich.

Marburg. Parteiversammlung. Abends 9 Uhr bei Jesberg. Vortrag des Genossen Vetter s⸗ Gießen:Die Reichstagswahlen.

Sonntag, den 8. Fed uar.

Alsfeld. Wahlverein. Nachmittags 4 Uhr Ver⸗ sammlung auf derPfefferhöhe. Vortrag von Genosse Wiegand.

Marburg. Buch druckerversammlung. Rach⸗ mittags 2 Uhr bei Jesberg. Holzarbeiter. Nachmittags 3 Uhr Versammlung bei Hilb erger, Hirschberg 12.

Montag, den 9. Februar.

Gießen. Glaser⸗Verband. Abend 9 Uhr Ver⸗

sammlung bei Or big.

Gießen. Jeden Dienstag, Abends punkt 9 Uhr, Diskussions⸗ und Unterrichtsstunde imWiener Hof bei b(oberes Zimmer).

Diese Woche ausnahmsweise am Montag.

Briefkasten.

Friedberg. Bedauern, mußten nochmals zurück⸗ stellen. Nächste Nummer. Marbg⸗ u. Wieseck. Ebenfalls zurückgestellt.

Quittung. Für die Parteikasse gingen ein: R. u. S. in H. Mk. 1.. Für den kranken Gen. in D. Mk. 0.50. von M. in K. Diese Sammlung ergab in Summa Mk. 24.20., was den Betreffenden ausgehändigt wurde.

Parteigenossen! Gedenket des Wahlfonds An die Parteigenossen!

Diejenigen Orte, welche Versammlungen wünschen, wollen sich an den Vorsitzenden des Wahlkomitees, Gg. Beckmann, Grün⸗ bergerstr. 44, oder an die Redaktion unseres Blattes wenden.

Marktberichte. Auf dem Wochenmarkte in Gießen kosteten am 3. Februar: Butter per Pfd. Mk. 0,80 1,00,

Hühnereier 1 St. 8 10 Pfg., Enteneier 1 St. 00 Pfg., Gänseeier per St. 00 00 Pfg., Käse 1 St. 58 Pfg., Käsematte 2 St. 56 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 6,00 0,00 Mk., Zwiebeln per Ztr. Mk. 4,505,50, Milch per Liter 18 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0,70 bis 1,00, Hühner per St. Mk. 1,00 1,40, Hahnen per St. Mk. 0,80 2,50, Enten per St. Mk. 2,00 bis 2,50, Gänse per Pfd. 55 64 Pfg. Fleischpreise. Ochsenfleisch per Pfd. 66 76 Pfg. Kuh⸗ und Rindfleisch 6064 Pfg., Schweinefleisch 70 bis 80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, 84 Pfg., Ka. fleisch 68 72 Pfg., Hammelfleisch 50 70 Pfg.