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Nr. 13.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
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Die Verkündigung des Wahlresultats ge⸗ staltete sich zu einer großen Demonstration der Breslauer Arbeiterschaft für die Sozialdemo⸗ kratie. Der unerhebliche Rückgang der sozial⸗ demokratischen Stimmen erklärt sich, wie Ge⸗ nosse Bruhns dort ausführte, aus lokalen Ver⸗ hältnissen. So habe die Verlegung einer großen Waggonfabrik nach Mochbern den Umzug von Hunderten unserer besten Leute veranlaßt, die so aus dem Wahlkreis hinausgefallen seien. Angesichts dessen sei das Festhalten unserer Stimmenzahl ein sehr erfreuliches Resultat. Bernstein selbst dankte den Genossen für ihre unverdrossene Wahlarbeit und versprach, im Reichstag vom ersten Tage an immer auf dem Posten zu sein.
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In Gerdauen⸗Rastenburg haben im Vergleich zur 1898er Wahl ebenfalls die Brot⸗ wucher⸗Gegner um 2300 zugenommen. Die von uns in der letzten Nr. für unsere Partei angebene Stimmenzahl stimmt nach dem amt⸗ lichen Resultat nicht. Darnach fielen nur 3206 auf unsern Kandidaten, 100 weniger als bei den Hauptwahlen. Das will nichts bedeuten, ist bei der durch die Junker und Gutsbesitzer ausgeübten Wahlbeeinflussung gar kein Wunder. Das freisinnige Blatt in Rastenburg erinnert daran, wie vom Landrat bis zum Gemeinde⸗ vorsteher, Gensdarmen und Nachtwächter der ganze amtliche Apparat zu Gunsten des Herrn don Rautter in Thätigkeit gesetzt worden ist. Auf dem Lande sei es unmöglich, frei und unbe⸗ drückt gegen die Konservativen zu stimmen. Man kann sich denken, wie da erst gegen unsere Par⸗ tei vorgegangen wurde. Die Flugblätter der Konservativen strotzten von den elendesten Lügen und Verleumdungen und bei alledem schlugen ste nur 500 Stimmen mehr heraus!— Auge⸗ sichts der jüngsten Wahlergebnisie kann man es den Agrariern nicht verdenken, wenn sie vor Wahlen mit der Brotwucherparole zurückschrecken, so zuversichtlich sich ihre Organe auch stellen mögen.
Sozialisten⸗Debatte in der badischen Kammer.
Vorigen Freitag wurde in der badischen Kammer das Budget des Ministeriums des Innern beraten. Im Laufe der Verhandlung fühlte sich der Minister Schenkel bemüßigt die Sozialdemokratie wieder einmal mit dem alten Phrasen, wie: sie untergrabe die„religiös⸗ stttliche Ordnung“, zu„vernichten“, dann zog der Minister aus seinen Behauptungen den Schluß, daß Sozialdemokraten zu den staat⸗ lichen Selbstverwaltungskörpern, wie Bezirks⸗ räten ꝛc., nicht zugelassen werden dürften. Nachdem ihm hierauf bereits von unserem Ge⸗ nossen Eichhorn gedient worden war, ließ auch Drees bach dem Minister eine derbe Abfuhr zu teil werden. Minister Schenkel sah sich darauf veranlaßt, seine Aeußerung über die Sittlichkeit der Sozialdemokratie einiger⸗ maßen einzuschränken, er habe nicht sagen wollen, daß die Sozialdemokratie unsittliche Menschen seien, sondern nur, daß die sozialistische Propaganda die religiös⸗sittlichen Anschau⸗ Ungen untergrabe, was deutlich aus Bebels Buch über die Frau hervorgehe. Hierin trat dem Minister Genosse Fendrich mit Erfolg entgegen, zeigte die völlige Unbe⸗ gründetheit des Vorwurfs, und wies ihn mit aller Entschiedenheit zurück.
Gegen den Alkoholismus.
Wie es jetzt fast jedes zu irgend welchem Zwecke gegründete Vereinchen zu thun pflegt, latte auch der Verein für Gasthaus⸗Reform den kaiser antelegraphiert oder ⸗geschrieben. In zessen Namen teilte Herr v. Lukanus als Ant⸗ vort mit, daß der Kaiser„alle Bestrebungen, velche auf die Einschränkung des Alkoholge⸗ zusses und die Aufklärung des Publikums über sie sittlich und wintschaftlich schädlichen Folgen esselben gerichtet sind“, unterstütze.— Dazu emexkt der Vorwärts ironisch: Von Zeit u Zeit lesen wir in den gutgesinnten Klatsch⸗ lättern die endlosen„Speisefolgen“, die bei hoffesten und militärischen Ltebesmalen serviert
werden; zu jedem Gang wird dabei eine an⸗ dere Weinsorte dargereicht, die sämtlich keineswegs alkoholfrei sind. Wird das nun wohl anders werden?—
Wahlrechts Bewegung in Belgien.
Für das allgemeine Stimmrecht fand am Sonntag in Brüssel eine großartige Kundgebung statt. An dem Demonstrations⸗ zuge waren etwa 300 sozialtstische, liberale und christlich⸗demokratische Vereine, sowie viele liberale und sozialistische Deputierte beteiligt. Er umfaßte mindestens 30,000 Teilnehmer, durchzog die Hauptstraßen und hielt vor dem Stadthaus, wo eine. Abordnung dem Bürger⸗ meister de Mot eine Petition überreichte und bat, sie dem Parlament zu übergeben. Der Bürgermeister erklärte, er würde um so lieber die Petition überreichen, als die heutige Kund⸗ gebung ruhig und würdevoll verlaufen sei.
Verschlechterung des Wahlrechts in Frankreich.
Kurz vor ihrem Ende hat die Deputierten⸗ kammer der französischen Republik einen reaktionären Streich ausgeführt. Sie nahm einen Antrag an, nach welchem die Legislatur⸗ periode von 4 auf 6 Jahre verlängert wird. Es war das eigentlich eine Ueberumpel⸗ ung der Kammer; der Antragsteller, eine politische Windfahne, war von den Ministern vorgeschickt.— Vergeblich bemühte sich der Sozialist Vaillant, die bestehende Legislatur⸗ periode aufrecht zu erhalten; vergeblich waren auch die glänzenden Reden Vivianis und Pelle⸗ tans. Der Sozialist Allemane versuchte durch einen präjudiziellen Antrag durchzusetzen, daß sich die Wahlkommisston nochmals mit dem Amendement befasse. Doch wurden alle Gegenanträge abgelehnt. Skandalöserweise stimmte auch Millerand für das„Attentat auf das allgemeine Wahlrecht“, wie der Melinist Ferry den Antrag nannte.— Fraglich ist, ob der Beschluß Gesetz wird; die Kommission des Senats hat den Antrag einstimmig a b⸗ gelehnt und beschämt damit die Kammer.
Italien.
Genosse Filippo Turati, welcher bereits vor einigen Monaten sein Mandat niedergelegt hatte und im 5. Mailänder Wahlkreis einstimmig wiedergewählt wurde, hat, nachdem das Man⸗ dat für gültig erklärt worden, an den Kammer⸗ präsidenten ein Schreiben gerichtet, worin er erklärt, daß er die Annahme des Mandats ab⸗ lehnen zu müssen glaubt.— Die Entschließung Turatis ist sicher bedauerlich. Es sind die Diffe⸗ renzen zwischen ihm und der Mehrheit der soz.⸗vem. Abgeordneten mit Ferri an der Spitze, die ihn zur Niederlegung des Mandats veranlaßten, noch nicht beigelegt. Turat! trat für eine Poli⸗ tik der Mäßigung und gemeinsames Vorgehen mit den bürgerlichen Radikalen ein.
Krieg in Südafrika.
Ueber den Burengeneral Delarey erzählt, wie die Frkftr. Ztg. mitteilt, ein früherer angeblicher Sanitätsoffizier Delareys in einem engl. Blatte Folgendes:
Delarey war ein Gegner Krüger's und er war auch gegen den Krieg. Seine Familie kann man als englandfreundlich bezeichnen. Obgleich seine Kenntnis der englischen Sprache begrenzt ist, hat er doch Sorge dafür getragen, daß seine Kinder nicht unter demselben Fehler leiden. Cs trinkt fast gar nichts, raucht aber sehr stark. Als er vor dem Ausbruch des Krieges gefragt wurde, ob er glaube, daß die Buren mit Er⸗ folg England bekämpfen könnten, antwortete er: „Nein, das glaube ich nicht. Andererseits bezweifle ich, daß England uns erfolgreich bekämpfen kann, denn wir können uns 5 Jahre lang halten. Der Krieg wird England 100,000 Mann und 500 Millionen Pfd. St. kosten.“ Delarey ist niemals glücklicher, als wenn er mit seiner Frau und den Kindern zusammen sein kann. Als der Krieg aus⸗ brach, hatte er 9 Söhne und Töchter. Von den Söhnen ist wenigstens einer, wie man mit Be⸗ stimmtheit weiß, gefallen.
Neue Friedensverhandlungen? Aus Pretoria wurde am Sonntag berichtet: Die Mitglieder der Regierung von Transvaal Schalk⸗ Burger, Reiß, Lukas Meyer, Krogh und Van⸗ derveld sind mit Sonderzug unter der Parla⸗ mentärfahne aus Middelburg hier eingetroffen. Der Nachricht wird noch hinzugefügt: Schalk Burger und die übrigen Burenvertreter wurden einen Teil der Woche beim Rhenosterkop von den Engländern hart bedrängt und einmal beinahe gefangen genommen. Am Freitag sandten sie Staffettenreiter nach Balmoral, die ihr Eintreffen dort ankündigten. Sie trafen am Sonnabend ein und reisten sofort nach Pretoria weiter; sie fuhren hier in Kitcheners Wagen nach dem Hauptquartier und hatten eine Unterredung mit Kitchener. Sie reisten alsdann nach dem Oranjefreistaat weiter. Der Daily Chronicle meldet, sie reisten nach Kroon⸗ stad weiter.
Hoffen wir, daß dieser Schritt zur Beendigung des grausamen Blutvergießens und der Leiden der Frauen und Kinder in den Konzentrations⸗ lagern führt— durch einen ehrenvollen Frieden!
In der Umgebung Krügers läßt man sich, wie die Frkftr. Ztg. berichtet, über die neuesten Vorkommnisse nicht viel merken, aber durchblicken, daß man sehr wohl orientiert sei. Der Ansicht, daß die Unterhandlungen auf eine günstige Lage der Buren schließen lassen, wird zugestimmt.— In London geht das Gerücht, die Burenxelegierten seien für allgemeine Uebergabe, um dem Kriege ein Ende zu machen.
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Von Nah und Fern.
Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗
kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste
Sewissenhaftigkett bei Uebermittelung von Nachrichten.— Wir
bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben.
Hessisches. Preußische Kniffe!
Die nächstjährige Reichstagswahl verursacht allen Reaktionären starkes Unbehagen. So sehr sich die kapitalistischen Verbände schon jahrelang mit der Sozialistentöterei beschäftigen, so wenig vertrauen haben sie selbst zu einem Erfolg ihrer Wirksamkeit. Es muß etwas Neues noch nicht dagewesenes sein und flugs wird nun ein Zahlentausendkünstler en⸗ gagiert, der klipp und klar, ziffernmäßig, be⸗ weisen muß, daß die Notlage der„kleinen Leute! in ihrer Einbildung besteht, daß es ihnen allen so vortrefflich geht, daß sie von Jahr zu Jahr sich mehr dem Beruf des Rentiers und Couponabschneiders nähern, kurz und gut, daß die arbeitende Klasse im jetzigen Staat ein recht nettes Leben führt.
H. Bürger heißt der wackere Zahlen⸗ Schlangenmensch, der das kühne Werk⸗ chen geschrieben hat und der Verleger ist Herr Stadtverordneter Münch in Charlotten⸗ burg. Man kann es den Leuten nicht ver⸗ denken, daß sie ihre„Ware“ an den Mann bringen wollen, aber die Wege, die sie ein⸗ schlagen, sind so merkwürdige, daß wir sie als preußische Kniffe bezeichnen. Den Bürgermeistern der Städte wird das Mach⸗ werk zugesandt; sie sollen dem Herrn Münch die Herrn Großindustriellen und Groß⸗ händler namhaft machen, bei denen die Hoff⸗ nung besteht, daß sie sich die Volks ver⸗ dum mmung etwas kosten lassen. Wir zweifeln gar nicht daran, daß es in Preußen Bürgermeister gibt, die, um den Ministern und anderen Junkern einen Gesellen zu thun derartige Handlangerdienste leisten, in Hessen davon sind wir überzeugt, sind die Bürger⸗ meister viel zu klug, um derartige Schaum⸗ schlägereien zu fördern.— Da aber Herr Münch doch nun ein Mal ein Geschäftchen mit dem Schriftchen machen will, wollen wir ihm, den sonst von den Bürgermeistern be⸗ gehrten Dienst erweisen. Möge er sich ver⸗ trauensvoll an den Gießener Stadt⸗ verordneten und Fabrikanten Herrn Emil Schuall wenden, er ist derjenige zu dem wi, das Vertrauen haben, daß er


