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Seite 4. Mitteldentsche Sountvgs⸗Zeitung. Nr. 52. 8 2 Magnus aus Großen⸗Linden im hiesigen[Verhöhnung des Christentums. Grade wirklich religtöse Arbe iter, Pa rteigeno ssen, Bahnhofe unter die Räder eines Zuges. Dem Leute müßten dagegen protestieren, daß die Religion als
Freunde!
Neue schwere Lasten sind dem arbeiten⸗ den Volke durch die Annahme des Zoll⸗ tarifs auferlegt. Arbeitslosigkeit, Lohn⸗ drückerei verschärft die Notlage, zwingt tausende Arbeiterfamilien zu Entbehrung. Dabei wird in schamloser Weise gegen unsere Partei, die einzige Vertreterin der Besitzlosen, gehetzt. Arbeiter, Klein- bauern, Handwerker wehrt Euch! Schließt Euch der Sozialdemokratie an! Tretet in ihre Vereine ein! Vor allem aber sorgt für die weiteste Verbreitung der sozialisti⸗ schen Presse! Werbt fleißig Abonnenten für die Mitteldeutsche Sonntags⸗ Zeitung!
Gießener Angelegenheiten. Fröhliche Weihnachten!
Diesen Wunsch und Gruß allen unsern Lesern, allen Freunden und Parteigenossen zum bevorstehenden Feste der Wintersonnenwende! Wir wissen wohl, daß ein derartiger Wunsch vielen wie Hohn klingen wird. Leider entbehren Tausende fast alles, was das Leben lebenswert macht; bei ihnen kann keine Festesfreude auf⸗ kommen, auf ihnen lastet die stete Sorge um
den notwendigsten Lebensunterhalt für die Ihren.
Und die christliche Botschaft:„Den Menschen ein Wohlgefallen“ kann ihnen nur ein bitteres Lächeln abgewinnen, denn sie steht mit den Tatsachen zu sehr im Widerspruch, wie noch vieles Andere, was christliche und andere Priester den Gläubigen verkündeten.
Beinahe zweitausend Jahre herrscht das Christentum; es hat aber nicht vermocht, einigermaßen menschenwürdige Zustände zu schaffen. Es begnügt sich damit, die Armen auf das bessere Jenseits zu vertrösten, im Uebrigen erklärt es die Ausbeutung des Men⸗ schen durch den Menschen für eine gottgewollte Ordnung.
Aber töricht wäre es, an allem Schlimmen nur den Gegnern die Schuld zu geben; wir alle sind schuld dadurch, daß wir es an ernster Arbeit im Befreiungskampfe fehleu ließen. Millionen von uns haben die Hände in den Schoos gelegt und auf die gebratenen Tauben mit offenem Munde gewartet. Ein großer Fehler. Ohne Opfer kein Erfolg, ohne Kampf kein Fortschritt!
Deshalb in gemeinsamer Arbeit eingetreten für den Sieg des sozialistischen Gedankens, der die Wohlfahrt der Gesammtheit bedeutet. Feiern wir in der Hoffnung auf diesen Sieg in Fröh⸗ lichkeit das Fest der Wintersonnenwende!
— Weihnachtsveranstaltungen. Der Schneiderverband hält am ersten Feier⸗ tage von Abends 8 Uhr ab im„Gambrinus“ seine Weihnachtsfeier ab. Es findet dabei Ge⸗ schenkverlosung statt, außerdem gesellige Unter⸗ haltung durch Vorträge ꝛc. Eintritt ist frei.— Zum zweiten Feiertage ladet der Gesang⸗ verein„Eintracht“ seine Mitglieder und alle Freunde und Genossen zu einem Familienabend in das Lokal Orbig ein.— Im gleichen Lokale findet am sersten Feiertage die Christ⸗ baumfeier des Glaserverbandes statt. Eine neue Begräbnisordunng hat die Stadtverordneten⸗Versammlung für den neuen Friedhof am Rodberge beschlossen. Im Allgemeinen bedeutet diese einen Fortschritt gegen den bisherigen Zustand. Unter anderem ist vorgeschrieben, daß alle Leichen von der Leichenhalle aus beerdigt werden müssen, in die sie innerhalb 24 Stunden nach Eintritt des Todes gebracht werden müssen. Später wird die Stadt vielleicht auch das ganze Leichen⸗ bestattungswesen übernehmen, was ganz in der Ordnung wäre. Für Einsargen und Aufbahren dder Leichen sind bestimmte Tapen festgesetzt. besiyez Wieder ein Rangierer verun⸗ damit auf. Am Freitag geriet der Rangierer Den Ha,
Unglücklichen wurden beide Beine abgefahren. Unfälle dieser Art mehren sich in der letzten Zeit in erschreckender Weise. Diese Opfer der Arbeit sind um so Bedauernswerter, als sie nicht nur zum Krüppel geworden, sondern auch noch materieller Not ausgesetzt sind. Denn die Unfallrente beträgt noch nicht soviel als der Tagelohn und dieser wieder stellt nur einen Bruchteil dessen dar, was zum menschenwürdigen Leben notwendig wäre. Mit der„gesicherten Existenz“ sieht's also auch für die Staatsarbeiter höchst windig aus.
Aus dem Rreise friedherg⸗Büdingen.
»Ein üñʒʒraver Genosse, der Glas⸗ macher Georg Valentin in Büdingen starb vorige Woche nach kurzer Krankheit, in dem jugendlichen Alter von noch nicht 30 Jahren. V. erfreute sich in den Kollegen⸗ und Genossen⸗ kreisen allgemeiner Beliebtheit. Er hinterläßt Frau nebst zwei noch kleinen Kindern.
Aus dem Rreise Wetzlar.
h. Zur Verteilung von Agitationskalendern wollen sich die Genossen so fort bei Fauth, Sophienstr. 26 melden. Wünschenswert ist, daß möglichst viele Marschtruppen antreten, je mehr, desto geringer ist die von dem Einzelnen zu leistende Arbeit. Also alle Mann an Bord!
X. Reptilienblätter. Trotzdem das Strafver⸗ fahren gegen den„Vorwärts“ wegen des Kruppartikels eingestellt ist, was sicher nicht geschehen wäre, wenn seine Angaben nicht der Wahrheit entsprochen hätten, schimpft und verdächtigt die„Ordnungs“presse den Vor⸗ wärts und die Sozialdemokratie weiter und beschuldigt unsere Partei der Verleumdung. Selbstverständlich kläfft auch das Wetzlarer Kreisblatt mit, beziehungsweise druckt die Schmutzartikel Schweinburgs nach. Da ist interessant, was das Vereinsorgan der gutgesinnten Redakteure über den Fall Krupp schrieb. Es sagte:
„Unseres Erachtens hat der Vorwärts durchaus korrekt gehandelt, wenn er jene mit aller Be⸗ stimmtheit und in Einzelheiten anschaulichen„Gerüchte“, und nicht nur Gerüchte, veröffentlichte. Es wäre ein Verrat an der Wahrheit gewesen, zu schweigen, wo man reden mußte. Es ist nicht das erste Mal, daß der Tod den Angegriffenen auf eine versöhnende Art aus dem Kampfe abberief, das rechtfertigt aber nicht, den Angreifer einen Mörder zu neunen. Daß Herr Krupp so plötzlich gestorben, ist auf keinen Fall dem Vorwärts als Schuld beizu⸗ messen, das müssen wir aus prinzipiellen Grün⸗ den betonen.“
Das lesen die gutgesinnten Kreisblatt⸗Redakteure in ihrem Organ, sie wissen, daß es Recht hat, aber trotzdem schlachten sie in ihren Reptilien den Fall Krupp in der schändlichsten Weise gegen den Vorwärts und die Sozialdemokratie aus! Sie werden dafür bezahlt.
Der„Wetzl. Anzeiger“ scheint seine geistige Kost, die er seinen Lesern bieten darf, direkt aus der Zentrale des Galiziers Vitor Schweinburg zu beziehen, der bekanntlich für 15000 Mk. Jahresgehalt, die ihm vom Verbande der Industriellen gezahlt werden, jede Woche mindestens einen Schimpf⸗ artikel gegen die Sozialdemokratie liefern muß. Geradezu wütend schimpft das amtliche Organ über unsere Partei und lügt dabei, daß sich die Balken biegen. Wird ihm kaum viel nützen! Heute weiß daß arbeitende Volk, daß seine Interessen nur von der Sozial⸗ demokratie vertreten werden. Bedauerlich ist nur, daß es noch so viele Arbeiter giebt, die ein Blatt durch ihr Abonnement unterstützen, daß sie und ihre Vertretung täglich beschimpft.
Vom Westerwald schreibt man uns: Das sozialdemokratische Flugblatt, welches die letzten Tage auf dem Westerwalde verteilt wurde, hat eine überraschend gute und freundliche Aufnahme gefunden. Eine Anzahl Zuschriften und Abonnements auf unsere Zeitung bestätigen dies. Und auch unsere Gegner beeilen sich, durch ihren Aerger uns den Erfolg unserer Propaganda zu attestieren. Zuerst fing das Stöcker'sche„Volk“ in Siegen seine Lamentos an; es ist diesen brotwucherischen Frommen ein Dorn im Auge, daß wir Herrn Burkhardts famose„Arbeiterfreund⸗ lichkeit“ gehörig unter die Lupe nahmen. Die von dieser Seite betriebene Verquickung von Religion und Ausbeutung ist tatsächlich die krasseste Heuchelei und
Vorspann für die Ausbeutersippen benutzt wird.— Ferner fangen sich nun auch die nationalliberalen Hoffmänner an zu rühren. In der„Westerwälder Zeitung“ schreibt seit einiger Zeit ein Volksschüler im vierten Schuljahr ein Zeug über die Sozialdemokraten zusammen, daß die Leser dieses Blattes sich über die Dummheit der nationalmiserablen Schreiberseele halb tot lachen. Es lohnt sich natürlich nicht, sich ernsthaft mit dem Unsinn zu befassen. Als dritter im Bunde kommt noch die Zentrum Spresse in Limburg, Coblenz ec. Daß diese schwarze, verlogene Schaar den Stöckerianern lebhafte Konkurrenz im Schimpfen macht, ist selbst⸗ verständlich. Wir aber verzeichnen mit Befriedigung das Bellen aller dieser kleinen Preßköter: ist es doch für uns die Quittung, daß unsere Hiebe gesessen haben. Mögen die Handvoll reicher Leute auf dem Westerwalde den bürgerlichen Parteien nachlaufen, die Arbeiter aber und Kleinbauern gehören zur Sozialdemokratie und sie werden zu ihr kommen,
Aus dem Nreise Marburg⸗Nirchhain.
* Eine neuliche Notiz der„Hess. Landesztg.“— wir hatten ste bei ihrem Er⸗ scheinen übersehen— sagt uns eine Anzahl schlimmer Dinge nach. Und zwar deshalb, weil wir ihr nicht Beifall klatschten, als sie sich kürzlich im Anschluß an eine Polemik zwi⸗ schen dem Vorwärts und der Leipz. Volkztg. erdreistete zu sagen, daß man sich über den Unflat nicht wundern dürfe, mit dem die sozial⸗ demokratische Presse die bürgerliche überschütte. Das nationalsoziale Blatt bezichtigte damit unsere Parteipresse des stetigen Schimpfens, während die gegnerischen Zeitungen die So⸗ zialdemokratie höchst anständig behandelten. Wir erlaubten uns zu erwidern, daß etwa das Gegenteil richtig ist. In der neulichen Notiz weist die Hess. Landesztg. den Vorwurf zurück, als hielte sie es in der Ordnung, wenn Junker und Pfaffenblätter die Sozialdemokratie be⸗ schimpften. Das freut uns. Hoffentlich läßt das der Herr Redakteur— Pastor sollen wir nicht sagen— auch für die national soziale Presse gelteu.
St. Die Parteiversammlung am ver⸗ gangenen Sonntag Abend bei Jesberg gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung gegen den Zolltarif und die von den Mehrheitsparteien im Reichstage verübten Gewalttaten. Aeußerst zahlreich waren die Parteigenossen, teilweise mit ihren Frauen, erschienen, um den Aus⸗ führungen Gen. Krum m⸗Gießen zu lauschen, der in fesselnder und sachlicher Weise die Vor⸗ gänge im Reichstage und die gegenwärtige Hetze gegen die soz.⸗dem. Partei in längerer Rede schilderte und reichen Beifall erntete. In der Diskussion suchte ein Nationalsozialer die vom Referenten erwähnte Stellungnahme der Nationalsozialen zu Gunsten Bassermanns bei der Jenaer Stichwahl zu rechtfertigen und be⸗ tonte dann die nachdrückliche Kampfesweise der Nationalsozialen gegen den Zolltarif und die Gewaltpolitik der Mehrheitsparteien im Reichs⸗ tage. In diesem Kampfe würden die National⸗ soziaien Schulter an Schulter mit der Sozial⸗ demokratie kämpfen. Ein Parteigenosse beleuch⸗ tete noch die Begeisterung der Nationalsozialen für Heer und Flotte, welche sich mit ihrer Arbeiterfreundlichkeit nicht in Einklang bringen ließe. Gen. Krumm ging in seinem Schlußwort auf die Ausführungen der Vorredner näher ein und führte dieselben, speziell diejenigen des Nationalsozialen, auf ihren wahren Wert zurück. Folgende Resolution wurde dann einstimmig (bei zwei Enthaltungen) angenommen:„Die heute im Jesbergschen Lokale abgehaltene öffent⸗ liche Parteiversamulung spricht der sozdem. Reichstagsfraktion volles Vertrauen und Dank für ihre mannhafte Bekämpfung des Zolltarifs aus. Sie verpflichtet sich, mit allem Eifer für die Ausbreitung der Sozialdemokratie zu ar⸗ beiten und lehnt es entschieden ab, einer Partei den Rücken zu kehren, die seit ihrem Bestehen den Kampf für Wahrheit, Freiheit und Recht unerschrocken und mannhaft geführt hat. Die Versammlung protestirt gegen die Hetze der bürgerlichen Presse und verpflichtet sich, aus ihren Familien die Verleumder⸗ presse zu entfernen und durch Arbeiterzeitungen zu ersetzen.“ schön verlaufene Versammlung geschlossen.
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