dub dablreche a b müssen en fu öögern, em die Wahl⸗ Wir mig“. „ müsse gaffen, N 1
bel Ge⸗ anisationen
en selbrändig en bekommen.
tig verfolgt, ammert jung a, Ihr die Prolelariat! Kampf! Auf
eine ziem⸗
Nr. 89.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeilung.
Seite 3.
näd,sten Jahre unsere Sache zum Siege zu führen. Das geloben wir, indem wir rufen: Die deutsche, die internationale Sozialdemo⸗ kratie, sie lebe hoch! Die Versammelten stimmten drei Mal in den Ruf ein und singen stehend den ersten Vers der Arbeitermarseillaise. Singer schließt hierauf den Parteitag.
Politische Nundschau.
Gießen, den 25. September.
Unsern Parteitag
bespricht die bürgerliche Presse in mehr oder minder unweisen Artikeln. Ihr geht eben die Fähigkeit ab, an großen Erscheinungen den rechten Maßstab zu legen. Beachtenswert ist allenfalls, was die„Berl. Volksztg.“, ein ent⸗ schieden liberales Organ, schreibt. Nachdem sie die Diskussionen über„Neue Zeit“ und „Monatshefte“ in ihrer Weise und für ihre Zwecke sich ausgelegt, was ihr gutes Recht, fährt sie fort:„Auf den Parteitagen schmähen die Krachianer mit den Entwickelungsgenossen, daß man glaubt, eine ganze elektrische 5 station entlade sich auf einmal und die ganze sozialdemokratische Partei gehe in einem einzigen Flammenmeer zu Grunde. Aber gemach: nach all dem bissigen Streit und Zank um die höchsten Güter der„Neuen Zeit“ und der„Sozialistisch en Monatshefte“ erhebt sich am fünften Tage des Tourniers August Bebel; schildert in glühenden Worten den Uebermut der Reaktion; zeigt mit bitterer Beredsamkeit, wie das junkerliche Agra⸗ riertum, verbündet mit dem klerikalen Zentrum, das deutsche Volk zu Frohnleistungen drückendster Art zwingt; weist auf die kontinuierliche Ver⸗ schärfung des Agrarsklaventums hin, dem das immer mehr der Verjunkerung anheimfallende deutsche Volk verschrieben ist und stärkt die ge⸗ samte Sozialdemokratie Deutschlands ohne Un⸗ terschied der„Richtung“ in dem einen festen, unverbrüchlichen Vorsatze: wie ein Mann auf⸗ zustehen und bei den nächsten Reichstagswahlen der Reaktion die Suppe zu versalzen. Und wenn es übers Jahr zum Aufmarsch kommt, wenn der Wahlzettel die Meinung des werk⸗ thätigen Volkes verkörpert, gegenstandslos sind dann die Streitereien um„Revolution“ oder „Evolution“, um„Revision“ oder irgend eine andere... ion. Und mit ihrer wuchtigen Geschlossenheit, mit ihrer imposanten Eiuheit⸗ lichkeit in der Bekämpfung des schlimmsten Feindes der deutschen Kultur, des junkerlich⸗ ultramontanen Agrariertums, beschämt die Sozialdemokratie alle die politisch⸗naiven Opti⸗ misten, die da glauben, weil auf einem öffent⸗ lichen Parteitage der Sozialdemokratie die freie Diskussion zu heftigen Explosionen führt, müsse die Partei das Zeitliche segnen. Daß das nicht geschieht, dafür laßt— abgesehen davon, daß noch immer einer Partei die vollste Freiheit der Meinungsäußerung genützt hat— die unver⸗ gleichliche preußisch⸗deutsche Reaktion unter dem 5 7 des Dreizacks, des Zickzacks und des eldsacks sorgen!“ * 15*
ur Erheiterung unserer Leser sei noch 1 was das famose Offenbacher Antisemitenblatt über den Parteitag zu agen weiß: 5 1„Der bieslühnige sozialdemokratische Partei⸗ tag wurde in München abgehalten; die Ver⸗ handlungen standen auf einem derart niederen Niveau, das es sich nicht lohnt, was darüber zu schreiben. Gegenseitige Beschimpfungen und „talmudistische Wortklaubereien“, wie sich Herr Ulrich von Offenbach ausdrückte, füllten die Zeit aus. Ein Münchener Blatt urteilt über die gemischte Gefellschaft, die dort zusammen⸗ gekommen ist, also:„Die besitz und vermögens⸗ losen Bürger, die nach München entsandt waren, die Delegierten, machten einen nicht ganz pro⸗ letarischen Eindruck. Gut genährt, gut aneh die stattliche Uhrkette über dem runden, Bauch, da und dort eine noch verräterischere Busennadel oder ein Fingerring—(uicht etwa 11 Ehering), boten die durchweg intelligen aussehenden Delegierten einen sehr befriedigten
und friedlichen Anblick, der noch erhöht wurde, als der Typus des Proletariers, der gänzlich vermögens⸗ und besitzlose Jude Singer, mit Herrn v. Vollmar den Vorsitz einnahm.“
Aus diesem Gesudel spricht gar zu deutlich der Aer ger über den guten Verlauf des Partei⸗ tages. Keine bürgerliche Partet ist fähig, ihre Angelegenheiten so zu ordnen, über wichtige, schwierige politische und wirtschaftliche Fragen so sachlich zu verhandeln als die sozialdemo⸗ kratische. Diese tagt im vollsten Lichte der Oeffentlichkeit, jene hinter verschlossenen Thüren. — Von„niederem Niveau der Verhandlungen“ spricht ein Blatt, das eine Partei vertritt, die geistige Krüppel zu ihren Führern zählt! Daß Herrn Hirschels geistige Fähigkeitenallerdings nicht ausreichen, um die Bedeutung der in München verhandelten Fragen erfassen zu können, glauben wir gerne. Ritualmord⸗ geschichten sind für ihn vielleicht ein höheres Niveau. Wir wollten diese Sippe mal hören, wenn die Delegirten zum sozial— demokratischen Parteitage in abgetragenen, zerissenen Kleidern erschienen wären! Hirschel hätte da, wie er es immer Arbeitern gegenüber zu thun pflegt, von„Lumpenzeug“ ꝛc. in seinem Wische gesudelt.— Lachen wir den Burschen kräftig aus!
Die Zolltarif⸗Kommission
hat am Montag ihre Sitzungen wieder aufge⸗ nommen. Von den 28 Mitgliedern waren 27 anwesend. Zunächst wurde beschlossen, die Generaldebatte nach den Vorschlägen der Unter⸗ kommission abschnittsweise zu führen und nur über solche Einzeltarifnummern zu verhandeln, die im Voraus zur Erörterung ausgewählt sein werden. Weiter wurde beschlossen, über die
ersten 72 Positionen, welche die Erzeugnisse des
Acker⸗, Garten⸗ und Wiesenbaus be⸗ treffen, eine besondere Generaldebatte zu veran— stalten. Hierzu hat der Abg. Frhr. v. Wangen⸗ heim die Anträge des Bundes der Landwirte, die schon in erster Lesung abgelehnt worden sind, wieder eingebracht.
Unser Genosse Abg. Stadthagen erklärte sich in dreistündiger Rede gegen jeden Zoll auf landwirtschaftliche Produkte. Als der Vorsitzende den Redner zu unterbrechen suchte, kam es zu einer heftigen Auseinander— setzung. Stadthagen erklärte, die Getreidezölle stellen einen Diebstahl an der Masse des Volkes dar. Sie bezweckten nichts als die Einführung des Zuchthausstaates im Interesse der Groß⸗ grundbesitzer und die Wiedereinführung der Hörigkeit. Wer für den Brotzoll stimme, mache sich zum Mörder, da der Zoll die Sterblichkeit der Arbeiterklasse erhöhe. Wer für den Kornzoll stimme, wolle den Untergang der kleinen Landwirte. Auf die Bemerkung des Vorsitzenden, das dürfe der Redner nicht sagen, erwiderte Stadthagen, daß er Mitglieder der Kommisston damit nicht gemeint habe. Als sich der Vorsitzende jede Kritik seiner Geschäftsführung verbat, verbat sich Stadthagen das Verfahren des Vorsitzenden. Dafür bekam unser Genosse einen Ordnungsruf.
Graf Posadowsky ergriff im Laufe der Debatte ebenfalls das Wort. Er wandte sich mit Entschiedenheit gegen die Wangenheim⸗ schen Zollforderungen, denen keine Re⸗— gierung zustimmen werde, und erklärte im Uebrigen, daß die Regierung an ihren bisherigen Erklärungen nichts zu ändern und er zu wiederholen keinen Anlaß habe. Er führte aus, daß die Herren, die solch' hohe Forderungen stellten wie Herr von Wangenheim, übersehen, wie die Bevölkerungsziffer sich zu Ungunsten der Landbevölkerung verschiebt. Politisch läßt sich ein so hoher Schutz für die Landwirtschaft nicht vertreten. Selbst wenn solch' hohe Zölle sachlich berechtigt wären, könnte man sie nicht bewilligen, man schaffte dadurch eine politisch und sozialpolitisch unmögliche Situation. Der Industrie würde dadurch ein Schlag versetzt. Zölle dürften nicht höher bemessen werden, als in dem Maße, daß ste die Produktionskosten ausgleichen. Handelsverträge inten auf Grund eines so erhöhten Tarif
kaum abge⸗ schlossen werden. Das sei polttisch und zoll⸗
technisch undenkbar. Es gebe nur zwei Wege, entweder man akzeptiere den Entwurf wie er jetzt vorliege, oder aber es gelte im Gegenfalle der alte Tarif weiter. Er bestreite auf das entschiedentste, daß die Industriezölle so erhöht worden seien, wie von Wangenheim behauptet habe; nur zum Zweck haudelspoliti⸗ scher Verhandlungen seien einige Zölle erhöht. Die Regierung habe der Notwendigkeit zu folgen, die Zölle so zu bemessen, daß sie anderen Staaten noch annehmbar erscheinen. Kommen wir auf Grund des neuen Tarifs zu keinen Handels⸗ verträgen, dann bleibt der alte Tarif bestehen. Verblöfft und schweigend hörte der Bündler die scharfen Augriffe des Staatssekretärs an, der sehr zuversichtlich auftrat; wahrscheinlich ist er des Rückzuges der Kommissionsmehrheit auf die Regierungsvorlage sicher! Der Antrag Spahn, die Regierungs vorlage wieder herzustellen, ward angenommen. Ab⸗ gelehnt wurde aber ein Antrag des Genossen Molkenbuhr, der für Kartoffeln Zoll⸗ freiheit verlangte. Daß sich schließlich alle Zöllner auf den Regierungsentwurf einigen werden, ist von unserer Seite schon längst ge⸗ sagt worden. Diesen sieht unsere Partei des⸗ halb auch als das Grundübel an und richtet ihre Aufgabe auf seine Beseitigung. Davon wird sie durch die tollen Forderungen der Bündler nicht abgelenkt werden.
Paradies der Landarbeiter.
Wie es auf den Gütern eines deutschen Oberagrariers aussteht, zeigen die Güter des Rittergutsbesitzers Kammerherrn v. Olden— burg auf Januschau, der vor einigen Monaten mit einer Majoritat von ganzen fünf Stimmen gegen unsern Genossen König das Reichstagsmandat für Elbing-Marienburg er⸗ oberte. Der Herr Baron nennt fünf Güter und eine Försterei sein eigen. Drei große Schafheerden und der stolze Herrensitz legen Zeugnis für den Wohlstand des Herrn von Januschau ab. Aber ein Instmann dieses stolzen Rittergutes erhält neben„freier Wohnung“ und„Deputat“ einen Taglohn von 50 Pfg., d. h. nur im Sommer, im Winter erhält er gar nur 40 Pfg. Ein berheirateter Knecht erhält einen Jahreslohn von 90 Mk. Das „Deputat“ besteht in einem Stück Kartoffelland, das der Arbeiter am Sonntag für sich selbst bearbeiten kann, da er die Woche über keine Zeit hat, ferner in einigen Fuhren Strauch und Torf und in einer bestimmten Quantität Korn, Erbsen und Gerste. Die„freie Wohnung“ besteht in einer einfensterigen Stube, einer Kammer, einem Keller, etwas Bodenraum und einem Stall. Die Wände der Stube sind— der größeren Einfachheit halber— mit Kalk getüncht, die Decke besteht aus Brettern, deren Tünche sich sehr wirkungsvoll von Schimmel- flecken abhebt, der Fußboden verleiht der„Woh⸗ nung“ einen besonders ländlich-idyllischen Carak⸗ ter, er besteht aus gestampftem Lehm! Die Kammer ist unbewohnbar. Die Stube wird von der Familie und dem Scharwerker gemein⸗ sam bewohnt, was sehr wesentlich zur Hebung der ländlichen Sittlichkeit beitragen soll. Das Grunzen eines Schweines erinnert daran, daß der Schweinestall sich unter demselben Dache befindet. Der Keller soll zu Zeiten voller Jauche stehen und wird darum nicht benutzt. Für alle diese Herrlichkeiten haben aber die Gutsarbeiter noch folgende Verpflichtungen gegen den„Herrn“: 1. ihre Frauen müssen in der Sommerzeit täglich einen halben Tag für den fürstlichen Lohn von 30 Pfg. gleichfalls in die Arbeit gehen; 2. jeder Jastmann und jeder Knecht muß mindestens noch einen„Scharwerker“ für das Gut stellen, der von dem Gutsarbeiter in der Regel mit 90 Mk. pro Jahr bezahlt wird, während derselbe dafür das magere „Deputat“ des Scharwerkers und den wahr— haft königlichen Lohn von 40 Pfg. pro Tag, in baar vom Gute erhält! Die verheirateten Gutsarbeiter sehen darum zu, so bald als möglich ihre anwachsenden Kinder in das „Scharwerk“ zu schicken, um so den„teueren“
fremden Arbeiter zu ersparen.
Vieh leben will,
Wer also nicht gerade ale l . Gefilden ent—
der wird bald diesem lieblichen
—
eee
8 l 1——


