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Nr. 30.
Mitteldentsche Sountaas⸗Zeitung.
Seite 3.
lungen einzugehen, deren sich die Verurteilten schuldig gemacht haben, ist unmöglich. Es war auch für die Richter und Sachverständige nicht leicht, sich durch die Fülle kaufmännischer Schiebungen hindurchzuarbeiten, durch welche die nunmehr verurteilten„vornehmen“ Ver⸗ brecher die dreistesten Betrügereien verdeckten. Mit dem armen Kerl, der aus Not einen Thaler oder nur einen Bissen Brot entwendet, braucht nicht viel Federlesens gemacht zu werden, wenn nur ein Zeuge ihn beobachtet hat, aber wer kompliziert stiehlt,— wie Sanden und Genossen— wird nur mit Mühe überführt.
Die Verteidiger hatten sich redlich bemüht, die Verbrecher weiß zu waschen; einer der geschicktesten Anwälte, Herr Munckel, bekannt als freisinniger Reichstagsabgeordneter, war ja sehr geeignet, die Vertretung der Angeklagten zu übernehmen, da er als früherer Mitdirektor Eduard Sandens sicher die nötige Sachkenntnis besaß. Nach der Meinung der Rechtsanwälte waren die Angeklagten ehrliche—— Optimisten, zu deutsch: Leute, die alles von der heiteren Seite ansehen. Dieser„Optimismus“ ging so weit, daß die Herren sich bei der Führung der Bücher immer zu ihren Gunsten„irrten“. Nur die„optimistische“, fröhliche Gemütsart dieser Lebenslustigen war daran schuld!— Für Eduard Sanden führte dessen Verteidiger als strafmildernd an, daß ein frommer, geist⸗ licher Zug sein Haus durchweht habe!
Das Gericht folgte den seltsamen Belehrungen der Anwälte und den lyrischen Sanden⸗Hymnen des Rechtsanwalts Sello, der u. a. von Otto Sanden behauptete, daß diesem„bei seinem hohen Sonnenfluge das Wachs seiner Flügel geschmolzen sei,“ nicht. Der hohe Sonnenflug hat—— im Gefängnis geendet.
Kein Verständiger wird das Urteil zu scharf halten. Auffallend ist, daß gegen den Haupt⸗ schuldigen, Eduard Sanden, nicht auf Ehrverlust erkannt worden ist. Sofort nach Verbüßung seiner sechsjährigen Gefängnisstrafe wird der Herr„Kommerzienrat“ wieder mit ehrlichen Arbeitern als„gleichberechtigter“ Staatsbürger an die Wahlurne treten dürfen.— Das schlimmste an der Skandalaffatre ist, daß die durch den Sandenkrach ruinierten Firmen ihre Arbeiter entlassen haben und daß der Zusam⸗ menbruch der Banken durch Vermehrung der Arbeitslosigkeit die Wirtschaftskrise verschärft hat. Der Fall Sanden ist einst eilen erledigt; doch, so lange die bürgerliche Gesellschaft besteht, werden sich ähnliche Fälle immer wiederholen.
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* Auch der andere in diesen Tagen verhandelte
Riesenprozeß, der gegen die Direktoren und Aufsichtsräte der Leipziger Bank vor dem Schwurgericht in Leipzig in den letzten Wochen verhandelt wurde, ging am Mittwoch zu Eude. Die Leipziger Herren kamen zum Teil etwas schlechter weg, als ihre Berliner Kollegen. Der Hauptgauner Exner erhielt fünf Jahre Zuchthaus und ebensoviel Ehrverlust; Gentzsch 3 Jahre Gefängnis. Die übrigen steben Angeklagten kamen jedoch mit Geldstrafen in der Höhe von 500018 000 Mk. davon.— Diese Ehrenmänner waren Mitschuldige an der Kasseler Trebertrocknungsaffaire. Opfer des Nachezuges.
Wegen Veröffentlichung eines Hunnenbriefes wurde am Mittwoch der Redakteur des„Vor⸗ wärts“, Genosse Schröder, zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Es handelte sich um
einen vom Vorwärts dem Stuttgarter Partei⸗
organ entnommenen Soldatenbrief, in dem be⸗ richtet wurde, daß von einem Transport chine⸗ sischer Gefangener eine Anzahl von deutschen Soldaten niedergestochen wurde. Durch die Voruntersuchung war die Richtigkeit der in dem Briefe angegebenen Thatsachen bestätigt worden, trotzdem diese hohe Strafe! Gegen die „Tagwacht“, die den Brief zuerst abgedruckt hatte, war keine Strafverfolgung eingeleitet worden. Dafür, daß der Vorwärts die Wahr⸗ heit über den Hunnenzug schrieb, erhielten seine Redakteure im Ganzen siebzehn Monate Gefängnis.— Zahllose Hunnenbriese mit grauen⸗ erregendem Inhalte sind in bürgerlichen Preß⸗
organen abgedruckt worden, ohne daß Straf⸗ verfolgung eingetreten wäre. Ja, einzelne Zeitungen jubelten den gemeldeten Scheußlich⸗ keiten der Hunnenkrieger zu. Damals, bei Beginn des Kreuzzuges, schrien die staats⸗ erhaltenden Organe, die gelbe Bestie müsse schonungslos ausgerottet, Pardon dürfe den Chinesen nicht gegeben werden— zwei Jahre darauf wird ein Redakteur zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, weil er es für keine milde Kriegsführung hielt, daß chinesische Zivilisten, die gefangen mitgeschleppt wurden, wegen an⸗ geblichen Fluchtversuchs einfach niedergestochen wurden. Ein„Ordnungs“blatt erklärte es vor Kurzem für heiligste Patriotenpflicht der A me⸗ rikaner, Mißbräuche und Grausamkeit in der Kriegsführung unerschrocken aufzudecken. In Deutschland gilt feiges Vertuschen und Beschö⸗ nigen für höchste Tugend, der Wahrheitsmut für verbrecherische Vaterlandslosigkeit!
Spitzel⸗Oberst Krüger tot.
Der Polizeirat Krüger ist in Berlin am Samstag gestorben. Sein Name ist mit den schmutzigsten Machenschaften verknüpft, die in sozialistengesetzlicher Zeit gegen unsere Partei ausgeheckt wurden. Er war es, der das schmach⸗ volle Spitzelwesen organisierte. Nach dem Fall des Soztalistengesetzes war für ihn nichts mehr zu thun; er wurde unter Caprivi zur Verfügung gestellt und erst jetzt bei seinem Tode wird sein Name wieder genannt.
Fabrikinspektor Wörrishofer
ist vorige Woche gestorben. Wenige Tage vor⸗ her berichteten die Zeitungen, daß er aus Ge⸗ sundheitsrücksichten seine aufopferungsvolle Amts⸗ thätigkeit als Leiter der badischen Gewerbe⸗ inspektion aufgegeben habe. Daß es nicht die bekannten Gesundheitsrücksichten waren, die Minister zum Abgange zwingen, beweist die Thatsache seines so bald dem Rücktritte folgenden Todes. Wörrishofer hat gearbeitet, bis ihm der herannahende Tod die Feder aus der Hand nahm. Das Schöne und Große ist an diesem Manne, daß seine unermübliche Thätigkeit in erster Linie den Arbeitern zu gute kam. Der deutschen Fabrikinspektton hat Wörrishofer neue Wege gewiesen. Er hatte den Mut und die Energie, seine Thätigkeit in den Dienst der schwer geplagten Arbeiter zu stellen und damit der Gewerbeinspektion die wichtige soziale Funk⸗ tion zuzuweisen, die sie ausfüllen muß. So gehört denn Wörrishofer zu den wenigen Staats⸗ beamten der Gegenwart, denen gerade die sozial⸗ demokratische Presse die ehrendsten Worte nach⸗ sendet. So schreibt unser Mannheimer Partei⸗ organ:„Er hat in schwerer Zeit, als alles auf die Arbeiter einschlug und Stummscher Geist sich allenthalben breit machte, unerschrocken die Arbeiter in Schutz genommen, er hat die Fabrik⸗ inspektion mustergiltig gestaltet und rücksichtslos Schäden aufgedeckt, wo sie sich zeigten. Dazu gehörte seiner Zeit viel Mut!“ Und der„Vor⸗ wärts“ schreibt in wärmster Anerkennung seiner Verdienste:„Er ist so gewissermaßen im Dienste des Arbeiterschutzes 11 8 5 Er ist als Fa⸗ brikinspektor vorbildlich gewesen. Möge er recht viele Nachahmer finden.“
Die Sozialdemokratie ist die Partei der Bildung.
Dies Anerkenntnis wurde auf der Haupt⸗ versammlung des deutschen Vereins für Knaben⸗ handarbeit, die kürzlich in Augsburg tagte, ausgesprochen. Aus allen Teilen Deutschlands waren Pädagogen und Freunde eines fortge⸗ schrittenen praktischen Volksunterrichts herbei⸗ geeilt. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Vortrag des Herrn Schul⸗Inspektors Scherer⸗Worms über: Der Werkunterricht und die gewerbliche Bildung der Jugend. Er führte u. A. aus:„Es ist ein bedenklicher Irrtum, zu glauben, wir stünden noch wie vor 30 Jahren an der Spitze des Schulwesens. Frankreich, England und Nordamerika haben anz erstaunliche Fortschritte gemacht. Leider lien die nationalgesinnten Parteien die Wich⸗ tigkeit der Schulbildung noch nicht erkannt, nur die sozialdemokratische Partei
hat diese begriffen. Wissen und Können macht Euch frei, hat Liebknecht seinen Parteigenossen immer zugerufen! Schärfung der Sinne, praktisches Denken und zielbewußtes Schaffen solle eine Hauptsache sein. Der Anschauungsunterricht in der Schule sei jetzt meist nichts Anderes als Sprachunterricht. Das Wort werde stets zu sehr betont, das praktische Denken bleibe zurück. Nicht für einen Beruf, nicht für eine Konfession, nein, Menschen solle man erziehen, der Unterricht muß mehr in Beziehung zum Leben gebracht werden.“— Wie erhebend nimmt sich doch das Urteil dieses Mannes, dem man wohl„geistige Verirrung“ nicht nachsagen kann, aus gegen die schmutzigen Anwürfe so vieler professioneller Sozialistentöter!
von nah und Fern. Hessisches.
Das hessische Regentschaftsgesetz wurde im Regierungsblatt veröffentlicht. Es bestimmt, da der dem Großherzoglichen Hause am nächsten stehende Agnat des Gesamthauses Hessen dauernd verhindert sei, die Regierung des Großherzogtums persönlich zu führen, so findet, im Falle sie auf ihn übergehen sollte, eine Regentschaft statt. Damit ist die even⸗ tuelle Thronfolge des Landgrafen Alexander Friedrich von Hessen und seiner Agnaten fest⸗ gestellt. Vor dem Allerschlimmsten sind wir Hessen nun wenigstens bewahrt und brauchen nicht zu befürchten, daß wir eines schönen Tages keinen Herzog mehr haben.
Gießener Angelegenheiten.
— Das Jugendfest war noch in der letzten Stadtverordneten⸗ Sitzung Gegenstand lebhafter Erörterung. Das Lehrer⸗Kolle⸗ gium der höheren Töchterschule wendet sich in einem langen Schreiben an die Versammlung. Die schon seit einigen Jahren von dieser Seite dem Jugendfest bereiteten Schwierigkeiten haben sowohl in der Bürgerschaft wie auch im Stadt⸗ verordneten⸗Kollegium zu Kundgebungen geführt, die für die Herren Lehrer gerade kein Ohren⸗ schmaus waren. Vor allen Dingen bestreiten die Herren, daß sie sich und ihre Schülerinnen für zu gut zur gemeinsamen Feier mit dem übrigen„Volk“ halten; nur Bedenken erziehe⸗ rischer Art(Belästigun gen ꝛc. der Kinder) seien maßgebend. gestatten wir uns diese Angaben für nicht der Sachlage entsprechend zu halten. Es ist weithin bekannt, daß nirgends mehr der heimische Kastengeist Triumphe feiert wie in der Töchterschule; es ist dies nicht allein Schuld der Lehrer, auch das Mandarinentum in Bürgerkreisen trägt die Schuld, daß kleine Kinder, die die Hosen noch nicht allein zuknöpfen können, bereits mit einem Klassendünkel gestraft sind, der geradezu anwidert. Ist es keine Ueberhebung, wenn die Herren Lehrer erklären: Ja ein Jugendfest für die höhere Töchter⸗ schule sind wir bereit zu feiern.“ Wer für sich solch ein Extrawürstchen verlangt, der scheint uns allerdings mehr wie genügend an dem Gegenteil von Bescheidenheit zu kränkeln. Gelten für ein solches separates Fest nicht die sittlichen Bedenken? Beteiligt sich an ihm nicht die studierende Jugend(und von Studenten haben die Herrn in ihrer Eingabe an die Stadt geredet)? Sind dabei die„Damen“ nicht eben so schlecht aufgehoben, wie beim all⸗ gemeinen Jugendfest? Wie wir hören ist die Staatsanwaltschaft durch Erhebung der Klage gegen ein hiesiges Blatt der philologischen Fakultät zu Hülfe gekommen. Das kann aber nichts daran ändern, daß in den weitesten Bürgerkreisen die Auffassung besteht, daß einige einflußreiche Leute in ihrem Klassendü nkel einen Einfluß auf Lehrerkreise ausüben, den wir im Interesse des sozialen Friedens lebhaft bedauern müssen und bekämpfen werden.
— Im sozialdemokrattschen a
verein legte in der Versammlung am Samstag der Kassierer zunächst die Abrechnung vor Danach betrugen die Einnahmen im letzten Halbjahr an Beiträgen und Eintrittsgeledru
Auf Grund unserer Erfahrungen
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