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Nr. 17. N
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5.
beglücker und Freiheitsheld“ Mergler in Hachenburg für seine tiefdurchdachte, leider aber nicht gehaltene Verbrüderungsfestrede seine Hel⸗ denbrust dekoriert bekommt.
Aus dem Rreise Marburg ⸗Nirchhai n.
St. Parteiversammlung. Die am Samstag Abend im Jesbergschen Lokale dahier stattgefundene öffentliche Parteiversammlung war Anfangs schwach besucht; man beschloß deshalb, den Punkt 1 der T.⸗O.„Besprechung über die nächstjährige Reichstagswahl“ für eine spätere Versammlung zurückzustellen. Es er⸗ folgte dann die Abrechnung der Kolportage⸗ kommission für das 1. Vierteljahr 1902. Die Ein⸗ nahmen betrugen 248.15 Mk., die Ausgaben 199.64 Mk., mithin Ueberschuß 48.51 Mk. Bestand am 1. Januar 1902: 251.36 Mk. Zusammen 499.51 Mk. Einnahmen; Gesamt⸗ Ausgaben 233.89 Mk., Bestand am 1. April 1902 265.62 Mk. Der folgende Punkt „Maifeier“ wurde nach kurzer Debatte dahin erledigt, daß beschlossen wurde, am Abend des 1. Mai im Jesbergschen Lokale eine öffentliche Parteiversammlung mit Gen. Krumm«⸗Gießen als Referent zu veranstalten. Am folgenden Sonntag Nachmittag soll dann eine Familien⸗ feier mit Konzert, Kinderbelustigungen usw. im Freien bei günstigem Wetter stattfinden. Hierzu wurde als sehr geeigneter Platz die „Augustenruhe“ oder, wie dieser Punkt im Marburger Volkston genannt wird, die „Minne“ in Aussicht genommen. Abends soll dann eine gemütliche Zusammenkunft der Parteigenossen und ⸗Genossinnen, bei Musik und Gesang im Jesbergschen Lokale den Schluß der Maifeier bilden. Um den Vertrauensmann bei den Vorarbeiten für die Feier zu unter⸗ stützen, wurde eine dreigliedrige Kommission, bestehend aus den Gen. Faulstich, Pfaff und Schönhals gewählt.— Für den aus der Kolportage⸗Kommisston na h 5 ½ jähriger Thätig⸗ keit ausscheidenden Gen. Härtling wurde der Gen. Wedemeyer gewählt.— Unter Ver⸗ schiedenes wurden den streikenden Partei⸗ genossen in Belgien 30 Mk. bewilligt; wenn nötig, sollen demnächst weitere Unterstützungen abgesandt werden.— Da sich inzwischen noch eine größere Anzahl Parteigenossen eingefunden hatte, wurde der Wunsch geäußert, den zurück⸗ gestellten Punkt„Reichstagswahl“ doch zu ver⸗ handeln, welchem die Versammlung einstimmig beipflichtete. Sämtliche Redner äußerten si dahin, daß die Flugblattverbreitung in unserem Wahlkreise wenig Nutzen bringe und da uns selbst größere Versammlungslokale nicht zur Verfügung ständen, wir auf den Besuch der gegnerischen Versammlungen angewiesen seien. Um aber dort mit Erfolg zu agitieren, be⸗ dürften wir tüchtiger Redner, wir müßten uns deshalb an den Parteivorstand um Zuweisung eines solchen wenden. Der Kostenersparnis wegen könnte dieser Redner zugleich in einem benachbarten Wahlkreise agitieren. Vielleicht würde Gen. Pfaunkuch, welcher von früher her hier noch sehr bekannt und auch bei unseren Gegnern geachtet sei, als Reichstags kandidat, (allerdings komme für uns nur eine Zähl⸗ kandidatur in Betracht), zu gewinnen sein. Die Versammlung schloß sich diesen Aus⸗ führungen an und beauftragte den Vertraueus⸗ mann, in diesem Sinne zu wirken. Da sonst nichts weiter vorgebracht wurde, erfolgte Schluß der Versammlung.
— Brandstifter. Am Sonntag Nacht brannte in dem benachbarten Dorfe Nieder⸗ weimar eine Scheune ab. Dienstag stellte sich nun der Schmied Jung von dort der hie⸗ sigen Polizeibehörde mit der Angabe, daß er die betr. Scheune angezündet habe. Als Be⸗ weggrund zu dieser That gab er an, daß er arbeitslos sei und kein Unterkommen habe und sich dadurch ein solches verschaffen wolle. Eut⸗ spricht dies den Thatsachen, so ist das wieder ein sehr bezeichnendes Bild unserer heutigen Zustände.
Kommunalskandal in Offenbach.
Gegen den Beigeordneten Wolf in Offen⸗ bach, der sich vor einiger Zeit dadurch bemerk⸗
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bar machte, daß er mit dem Oberbürgermeister und der„besseren“ Ordnungsklique heftige, aber sehr berechtigte Kämpfe führte, wurde durch einstimmigen Beschluß der Stadtverord⸗ neten⸗Versam mlung Disziplinaruntersuchung und Enthebung vom Amte beim Ministerium beantragt. Ursache zu diesem Vorgehen bildet ein Streitfall, den der Beigeordnete mit dem Verwalter des städtischen Versorgungshauses, Schiff, hatte. Dabei handelte es sich um die Thätigkeit einiger Schwestern im Versorgungs⸗ hause, die nach Ansicht des Verwalters nicht eine solche war, wie sie sein sollte, während der Beigeordnete bestrebt war, den Schwestern eiue noch größere Selbstständigkeit einzuräumen. Im Verlauf des Streites kam es sogar soweit, daß Wolf dem Verwalter Schiff in öffentlicher Stadtverordneten⸗Sitzung unerlaubte Bezie⸗ hungen mit Dienstmädchen der Anstalt vorwarf. Dafür konnte aber noch kein Beweis erbracht werden; doch wurde gegen den Verwalter ebenfalls das Disziplinarverfahren eingeleitet. Das Drama in der Kaserne.
Die im vorigen Jahre erfolgte Ermordung des Rittmeister v. Korsigk in Gumbinnen, hat in den letzten Tagen zum drittenmal das Militärgericht beschäftigt. Bekanntlich wurde der Rittmeister v. Korsigk, der wegen der bru⸗ talen Behandlung, die er seinen Untergebenen angedeihen ließ, bei diesen sehr verhaßt war, am Nachmittag des 21. Januar während einer Reitübung in der Reitbahn der Dragonerkaserne in Gumbinnen erschossen. Als der That ver⸗ dächtig wurden die Unterofftziere Marten und dessen Schwager Hickel verhaftet und vor das Kriegsgericht gestellt. Dieses sprach jedoch beide frei, nur Marten wurde wegen Fahnenflucht— er war während seiner Untersuchungshaft aus dem Gefäugnisse entwichen— zu einem Jahre Gefängnis und Degradation verurteilt. Gegen dieses Urteil legte der Gerichtsherr Berufung ein die erneute Verhandlung endete mit der Verurteitung Martens zum Tode, während Hickel wieder freigesprochen wurde. Auf die hingegen von bem Verurteilten und in Bezug auf Hickel wieder von der Militärjustizbehörde eingelegte Revision hob das Reichsmilitärgericht das Urteil auf und nun wurde die Sache in ihrem ganzen Umfänge noch einmal verhandelt.
Mit Spannung verfolgte die ganze zivrlisterte
Welt die Affaire, welche zweifellos in den scheuß⸗ lichen Quälereien Untergebener, die durch Miß⸗ brauch der milstärischen Disziplinargewalt er⸗ möglicht würden, ihren Ausgangspunkt hat. An diesem Prozesse offenbaren sich alle Schäden des Militarismus in offensichtlicher Weise.— Diesmal war ein riesiges Zeugenaufgebot auf⸗ gewendet. Vor Eintritt in die Verhandlung lehnten die Angeklagten zwei Mitglieder des Gerichts wegen Befangenheit ab, ihren diesbe⸗ züglichen Anträgen wurde aber nicht stattgegeben. Beide Angeklagte beteuern ihre Unschuld. Frei⸗ tag und Samstag werden Ortsbesichtigungen vorgenommen und die Zeugen verhört.
Bei der weiteren Zeugenvernehmung, die Montag, Dienstag und Mittwoch fortgesetzt wird, sagt u. a. der Zeuge Konditor Damecke aus, daß nach Bekauntwerden der Erschießung Krosigks die Dragoner auf der Straße vor Freude herumsprangen und riefen: „Hurrah, morgen wird Begräbnis ge⸗ feiert.“ Weiter wird noch festgestellt, daß eine Pforte in einem Bretterzaun an der Kaserne, obwohl sie vernagelt sein sollte, doch vielfach offen war und erst nach dem Mord mit eisernen Bändern zugenagelt wurde.— Am Dienstag treten als Zeuginnen die Wäscherin Sablowsky nebst Tochter auf, die bekunden, daß einige Tage vor dem Morde abends ein uabekannter Maun, der Militärmütze und ⸗Mantel und da⸗ rüber Civilkleider trug, in ihre, in der Nähe der Dragonerkaserne gelegene Wohnung trat und fragte, ob er Mantel und Mütze auf eine kurze Zeit dort lassen könne. Beide Zeuginnen erklären, daß keiner der beiden Angeklagten mit jenem Manne identisch sei. Die Zengin hat ihre Wahrnehmung erst nach der zweiten Ge⸗ richtsverhandlung der Polizei mitgeteilt.
Donnerstag dauern die Zeugenvernehmun⸗ gen noch an.
Kleine Mitteilungen.
* Wegen Kurpfuscherei wurden vor einigen Wochen in Darmstadt der frühere Befitzer einer„Heil⸗ anstalt“, der er den schönen Namen„Isis“ gegeben hatte, zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Prozeß lieferte nebenbei den Beweis, daß die Dummen nicht alle werden und daß es jedem Schwindler leicht mög⸗ lich ist, mit irgend einer Heilmethode ein gutes Geschäft zu machen und den Leuten die Taschen zu plündern. Am Freitag hat sich nun der Schwindler im Zellen⸗ gefängnis Butzbach, wohin er zur Verbüßung seiner Strafe gebracht worden war, erhängt.
n Durchbrenner. Der im Bahnhofe Griesheim a. M. als Fahrkarten ⸗Ausg eber beschäftigte Hilfsbeamte Blum ist seit letzten Sonntag verschwunden. In der Kasse war ein Defizit von 900 Mk. vorhanden.
Agitation in der Kirche. Stöcker hat neulich in Weilburg zwei Versammlun⸗ gen abgehalten, die, wie das„Weilburger Tage⸗ blatt“ berichtet, vom Pfarer Scherer beim Got⸗ tesdienst angekündigt wurde. Vielleicht zeigt der Pastor nächstens auch noch Holzversteige⸗ rungen, Metzelsuppen etc. von der Kanzel aus an.
Arbeiterbewegung.
Die Glasarbeiter in Wirges(Westerwald) befinden sich in bitterer Notlage und erlassen einen Hilferuf an die organisierte Arbeiterschaft. Früher waren die Arbeitsverhältnisse dort ganz annehmbare, Betriebsleitung und Arbeiter waren mit einander zu⸗ frieden Seit aber die Firma Siemens in Dresden die Fabrik übernommen hat, ertönen ständig Klagen, die Arbeiter werden gemaßregelt, ausgesperrt und auf alle Art drangsaliert. Die Wirgeser Glasarbeiter haben stets die größte Opferwilligkeit gezeigt, desto mehr haben sie jetzt Anspruch auf Unterstützung von seiten der Ge⸗ samtarbeiterschaft. Sendungen an Th. Moser, Wirges (Westerwald). 5
Partei-Uachrichten.
Unsere Totenliste. Heinrich Möller, der Vorsitzende des Deutschen Bergarbeiter-Verbandes, ist in Ober⸗Langenbielau gestorben. Möller, der ein Alter von 51 Jahren erreichte, gehörte dem Reichstage von 1893 bis 1898 an und hat der Bergarbeiter⸗Be wegung große Dienste geleistet durch seine unerschrockene und sachgemäße Kritik in allen Grubenangelegenheiten.
Wieder ein unermüdlicher Kämpfer ge⸗ fallen! Von einem jähen Tode wurde am Montag vor acht Tagen der Genosse Maurer Karl Schoch in Magdeburg ereilt. Er war an diesem Tage als Ver⸗ trauensmann der Maurer per Rad in Magdeburg und Umgegend umhergefahren, um die zur Lohnkommission der Maurer gehörenden Kollegen zu einer Sitzung ein⸗ zuladen. Auf der Heimfahrt wurde er von einem in schärfster Fahrt befindlichen Motorwagen erfaßt und mit so furchtbarer Gewalt auf das Straßenpflaster geschleudert,
daß er einen Genickb ruch davon trug, der den so⸗
fortigen Tod zur Folge hatte. Schoch hat sich be⸗ sonders um die Bauarbeiterbewegung in Magdeburg große Verdienste erworben. Er hinterläßt eine seit 16 Jahren kranke Frau und fünf Kinder.
Die Reichstagskandidatur im Wahlkreise Wiesbaden hat Genosse Dr. Quarck, der sie seit 1893 bis jetzt inne hatte, auf der jüngst stattgefundenen Wahlkreiskonferenz abgelehnt. Quarck begründete seinen Rücktritt, der allgemein bedauert wurde, mit der Arbeitslast, die ihm das Stadtverordneten-Mandat in Frankfurt auferlegt. Es wird den Wiesbadener Genossen nicht leicht sein, einen geeigneten Ersatz zu finden.
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Versammlungskalender. Samstag, den 26. April. Gießen. Soz.⸗dem. Wahl verein. Uhr Versammlung bei Orbrig. Sonntag, den 27. April. Trohe u. Rödgen Lokal Schwarz Wit w. Ref Vetters. Maiversammlungen. Donnerstag, den 1. Mai, abends ½ 9 Uhr. Gleßen. Lokal Orbig, Referent: Repp⸗Friedberg. Alten⸗Buseck. Lokal Becker, Referent: C. Orbig. Friedberg. Neferent: Busold. Lollar. Lokal Weinrich, Referent: G. Beckmann. Marburg. Lokal Jesberg, Referent: Kruum. Vilbel. Lokal Taunus, Referent: Vetters. Samstag, den 3. Mai. Heuchelheim. Lokal Kröck, Referent: Keum m. Sonntag, den 4. Mai, nachmittags 3 Uhr. 5 Watzenborn⸗Steinberg. Lokal zum„grünen Baum“, Referent: Krumm.
Abends 8 Uhr: Wieseck. Lokal B. Wacker, Referent: Beckmann.
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