Ausgabe 
26.1.1902
 
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Gendarmen geschildert wurden.

Nr. 4.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

etwa 30 Millionen Mk. kosten. Für die Lex Heinze, die Renovierung der Hohkönigs⸗ burg, die Prügelstrafe war er nicht zu haben. Hierin stimmte ihm Gen. Vetters, der in der Diskussion das Wort ergriff, zu. In⸗ dessen andere Antisemiten hätten zu diesen Dingen eine gegenteilige Stellung eingenommen. Mit Recht habe Herr B. die Auflackierung der alten Ruine im Elsaß als die Liebhaberei einer hohen Person bezeichnet, dies treffe aber auch auf die Flotte zu, die dem Volke un⸗ eheure Opfer koste, während die Panzerplatten⸗ abrikanten riesige Profite einsackten. Dann wandte sich Vetters eingehend dem Zolltarif zu, gegen den er die zahlreichen, gewichtigen, in diesem Blatte schon mehrfach berührten Ar⸗ gumente vorbrachte. Wenn ohne die Erhöhung der Zölle die Landwirtschaft zu Grunde gehe, dann sei es unverantwortlich von gewissen Agrariern, die erklärten, auf die landwirtschaftl. Zölle verzichten zu wollen, wenn die Industrie⸗ zölle beseitigt würden. Solche Stellungnahme sei widerspruchsvoll. V. berührte dann noch die heutige Rechtsprechung. Arbeiter wären wegen geringfügiger Uebertretungen zu schweren Strafen verurteilt worden, Graf Pückler, der zu Gewaltthätigkeiten aufreize, ginge frei aus. Auch bei der 12000 Mk. Bettelei habe sich kein Protest aus der Reihen der Antisemiten vernehmen lassen, die übrigens nach Böckels Zeugnis in vier Parteien zer⸗ fielen. Die Interessen des Gesamtvolkes würden von ihnen nicht wahrgenommen. Auf den weiteren Verlauf der Versammlung kommen wir in nächster Nr. zurück.

Aus dem Rreise Wetzlar.

h. Zu den Lohndrückereien in dem Raab'schen Betriebe, von denen wir in letzter Nr. berichteten, wird uns noch mitgeteilt, daß diese in Wirklichkeit noch viel schlimmer seien, als von uns geschildert. Auch die sonstige Behandlung der Leute ist geradezu skandalös. Darin thut sich besonders Raab jun., hervor, der die Arbeiter mit allerhand Titulationen, wieKaffern ꝛc. belegt. Das versteht der Mann jedenfalls unterBildung. Einem Arbeiter, der sich wegen seines geringen Ver⸗ dienstes beklagte und der bereits 25 Jahre auf dem Werke arbeitet, wurde gesagt:Gehen Sie hin, wo Sie wollen! Der Lohn des Mannes betrug 1.08 täglich!

t. Ein Dynamit⸗ Attentat wurde am Dienstag Abend gegen den Direktor der Berg⸗ werks ⸗GesellschaftConstanze in Langen⸗ auba ch b. Haiger verübt. Doch wurde weiter kein Schaden angerichtet. Der Thäter ist noch nicht ermittelt. Der Direktor V. ist äußerst unbeliebt. Durch raffinierte Lohndrückereien dc. hat er sich die Willigkeit der Arbeiter gründlich berscherzt. Diese können allerdings mit der⸗ artigen Mitteln ihre Lage nicht verbessern, sondern nur durch die Organisation.

Aus dem Rreise Marburg-Rirchhain.

St. Das diesjährige Winterfest der Marburger Gewerkschaften, welches am vergangenen Sonntag Abend im Saale des Café Quentin stattfaud, erfreute sich eines außer⸗ ordentlich starken Besuches und nahm einen recht schönen, befriedigenden Verlauf. Nachdem das Fest durch einige Konzertstücke der Kapelle Paul eingeleitet war, hielt unser Gen. Krum m⸗ Gießen die Festrede, in welcher er auf die Berechtigung und Wichtigkeit der Arbeiter⸗ bewegung, sowie auf die Bedeutung der gewerk⸗ schaftlichen Organisation für die Arbeiterfamilie inwies; er erntete für seine trefflichen Aus⸗ 1 stürmischen Beifall. Nach einer lurzen Pause begann die Aufführung eines Theaterstückes, in 125 in alben 5 i i es allzu eifrigenschn die Schicksale ein 3 9 910 Balele spielten ihre Rollen recht gut und wurden lebhaft applandift, Auch die Gesangsvorträge des GesangvereinsEintracht zeugten von fleißigem Einstudieren und wurden sehr beifällig aufgenommen, ebenso die gediegenen Musikvor⸗

träge der hiesigen Kapelle Pauli, welch'

letztere wir auch unseren auswärtigen Genossen aufs beste empfehlen können. Ein gemütliches Tänzchen, welches die Festteilnehmer noch längere Zeit beisammen hielt, beschloß die Feier.

Eintracht. Am Sonntag, den 26. Januar d. J. nachmittags ½4 Uhr, findet in der Restauration D. Jesberg hier eine Generalversammlung des GesangvereinsEin⸗ tracht statt, zu welcher sowohl die aktiven wie die passiven Mitglieder dringend um ihr Er⸗ scheinen ersucht werden, da es sich um die Beratung äußerst wichtiger Vereinsangelegen⸗ heiten handelt.

Arbeiterfreundlichkeit. In der vorletzten Sitzung unserer Stadtverordneten, wurde auch darüber verhandelt, ob es nicht angebracht sei, die Löhne der städt. Holzhauer etwas zu erhöhen, da die fiskalischen Holzhauer ebenfalls eine Lohnerhöhung erhalten hätten. Der Stadtverordnete A. Schäfer meinte, da jetzt eine große Arbeitslosigkeit herrschte, wäre eine Lohnaufbesserung nicht nötig, man könne ja Arbeiter genug bekommen. Die Versammlung stimmte jedoch der Gleichstellung der städt. Arbeiter mit den fiskalischen zu und erhalten diese also in Zukunft die gleichen Löhne. Wie hoch sich dieselben eigentlich belaufen, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Es wird wohl so glänzend nicht damtt bestellt sein. Herrn Schäfer wünschen wir aber, daß er ein⸗ mal eine Zeit lang bei der anstrengenden körperlichen Thätigkeit jener Arbeiter mit dem Lohne derselben fürlieb nehmen müßte, dann würde er sich künftig wohl eines Besseren besinnen.

Kleine Mitteilungen.

Kein Weiberfeind ist der achtzig⸗ jährige Pastor Andel in Königsberg bei Gladenbach. Vor einiger Zeit verheiratete er sich zum zweiten Male, vier Monate nach dem Tode seiner ersten Frau. Die Braut stand im dreißigsten Lebensjahre.

* Sechs Personen getötet! Aus Obermoschel(Pfalz) wird berichtet: In dem Hause des Kaufmanns Kasimir Schmidt II. wurden dessen Frau, 4 Kinder und die Magd durch Kohlenoxydgas vergiftet tot aufgefunden. Schmidt wurde als der absichtlichen Vergiftung verdächtig in Haft genommen.

Theater⸗Brand. Das Hoftheater in Stuttgart ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag total ausgebrannt. Das Feuer brach auf dem Schnürboden aus und teilte sich in Kurzem dem ganzen Dachstuhl mit. Nur mit größter Anstrengung konnte die Feuer⸗ wehr des Brandes Herr werden, lange Zeit bestand die Gefahr, daß das in nächster Nähe des Theaters befindliche Schloß mit von den

Flammen ergriffen werden würde.

Vom In⸗ ventar konnte

nur wenig gerettet werden, Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen, doch erlitten einige Feuerwehrleute Verletzungen.

** Kämpfer für Religion, Sitte und Ordnung. Aus Neustettin berichten die Blätter: Wegen Notzucht, begangen an Mädchen von 12 bis 15 Jahren, sind hier 17 Personen verhaftet worden, alles Männer aus besseren Ständen. Eine Frau, welche ihre eigenen Kinder und andere dazu angehalten hat, ist ebenfalls verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen bevor.

Im Zeichen der Krise.

Die gegenwärtige schlechte Geschäftskonjunk⸗ tur macht sich auch in dem Industrie⸗Gebiet der Siegener Gegend außerordentlich fühl⸗ bar. Viele Arbeiter sind beschäftigungslos, viele mußten sich Lohnabzüge gefallen lassen. Während des besseren Geschäftsganges haben die Schlotbarone und Grubenbesitzer die Arbeiter nach Herzenslust ausgebeutet, mangels jeder gewerkschaftlichen Organisation war es letzteren aber nicht möglich, bessere Lohn- und Arbeits⸗ bedingungen sich zu erkämpfen. Die Löhne blieben niedrig, indessen die Kapitalisten Riesen⸗ profite einheimsten. Unter diesen Verhältnissen haben natürlich auch die kleinen Geschäftsleute zu leiden. Wie es aussieht, geht aus einem Briefe hervor, den ein Kaufmann von einem seiner Kunden in Mittelfisch bach bei Siegen erhielt und worin es heißt:

Herrn S.... Sie haben mir die Rechnung

geschrieben. Ich kann aber mit dem besten Willen nicht

bezahlen, denn ich habe seit dem Oktober gearbeitet und von 4 Monaten noch das Geld zu fordern, denn dies ist doch gewiß keine Kleinigkeit und jetzt sind die Leute abgeschickt worden und arbeitslos. Denn die Gesellschaft, welchen sämtliche Gruben gehören, haben Konkurs ge⸗ macht und voraussichtlich werden wir das Geld auch noch nicht bekommen. So wie ich kann, werde ich be⸗ zahlen, aber wenn man nichts hat, kann man nicht und wenn man noch so gern will. Bei uns ist es sehr traurig, denn allenthalben werden Einstellungen gemacht und gekündigt. Wir werden hoffentlich bald wieder bessere Zeiten bekommen, sonst giebt's Hungersnot. Möge die Hoffnung des Mannes hald in Erfüllung gehen! Der Empfänger des Briefes teilt uns übrigens noch mit, daß der Schreiber des Briefes bis vor einigen Monaten stets pünktlich bezahlt habe. Ueber das schreckliche Grubenunglück im Jupiter⸗Schacht bei Brüx(Böhmen) erzählt der gerettete Wächter Trunschka, der am Schachte das Alarmsignal gab: Ich stand auf meinem Posten. Früher schon hörte ich, daß der Plan unruhig sei, aber er beruhigte sich wieder. Kurz vor Mittag begann es plötzlich zu brausen und

zu pfeifen. Es entwickelte sich ein starker Luft⸗

Versammlungskalender. Samstag, den 25. Januar.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 1/9 Uhr Versammlung bei R. Steinmüller.

Marburg. Konsumverein. Abends 9 Uhr bei D. Jesberg. Steinberg. Arbeiter⸗Verein. Abends 8 Uhr

Versammlung auf der Wilhelmshöhe. Tages⸗ Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Rechnungs⸗ ablage; 2. Neuwahl des Vorstandes, 3. Kreis⸗ konferenz und Wahl eines Delegierten. Montag, den 27. Januar. Alten⸗Buseck. Volks verein. Abends 8 Uhr Versammlung bei Wirt Wilh. Becker. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen unbedingt erforderlich. Gießen. Schneiderverband. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Orbig. Mittwoch, den 29. Januar. Gießen. Metallarbeiter versam mlung auf Lony's Bierkeller. Siehe Inserat. Freitag, den 31. Januar.

Gießen. Fabrik⸗ und Hilfsarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Samstag, den 1. Februar. Gießen. Sozialdem. Wahl verein. Abends

½9 Uhr Generalversammlung im Lokale Orbig. Tagesordnung: Kassenbericht, Vorstandswahl, An⸗ träge zur Kreiskonferenz und Delegiertenwahl.

Partei-Uachrichten.

Th. Bömelburg, der Vorsitzende des Maurer⸗ verbandes, wurde als Reichstagskandidat für den Kreis Dortmund⸗Hörde aufgestellt.

Wahlkreis Gießen⸗Grünberg⸗Nidda.

Kreiskonferenz

in Gießen. Sonntag, den 2. Februar 1902, Vormittags 10 Uhr im Lokale Orbig, Rittergasse. Tagesordnung:

1. Kassenbericht vom zweiten Halbjahr 1901 und Neu⸗

wahl des Vertrauensmannes. 2. Organisation und Agitation im Kreise. 3. Allgemeine Anträge.

Nach den Organisationsbestimmungen kann jeder Ort bis zu drei Delegierten entsenden. Auch in solchen Orten, in denen ein Verein nicht besteht, können Delegierte ge⸗ wählt werden. Zu diesem Zwecke sollen die Vertrauens⸗ leute am Orte die Genossen zusammenberufen und die Wahl vornehmen lassen. Mehrere Orte können sich auf einen Delegierten einigen. Mandats formulare sind bei dem Vorstandsmitgliede Orbig in Gießen erhältlich.

Der Vorstand des Kreiswahlvereins.

Brieftasten. Mußte leider mit noch anderen Ein⸗ Besten Dank!

Haiger. sendungen zurückgestellt werden.