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Seite 6.
Mitteldentsche Sonutags⸗Zeitung.
Nr. 4.
druck, und bald darauf entstand ein furchtbares Getöse. Jemand schrie:„Jetzt ist der Abbruch eingegangen!“ Ich gab das Alarmstgnal nach beiden Seiten des Schachtes hin, drückte kräftig an den Apparat und suchte mich dann selbst zu retten. Hinter mir her stürzten in eiligem Laufe einige Genossen. Wir mußten ungeheuer schnell laufen, denn wir hörten hinter uns das Getöse des hereinbrechenden Wassers. Die Strecke von fast tausend Meter haben wir in kaum zwei Minuten zurückgelegt. Allerdings sind wir nicht Alle an's Ziel gekommen; denn Einige stürzten und konnten sich nicht wieder erheben. Ich habe schon wiederholt am Schacht auf Posten gestanden und bei Wassereinbrüchen alarmiert. Immer konnten sich noch alle Leute retten. Mit solcher Schnelligkeit wie diesmal, ist aber das Wasser noch nie hereingebrochen; hätten wir nur ungefähr uuf Minuten Zeit gehabt, es hätten sich ruhig Alle retten können. Viele Leute haben ihr Leben dem Ingenieur Binder zu verdanken. Er ist mit brennender Lampe in die Strecke hinausgetreten. Als durch den Luftdruck alle anderen Lampen er⸗ loschen waren und der ganze Schacht in tiefe Finsternis gehüllt war, da hielt er seine Lampe in die Höhe und rief die Leute an, so daß sie den Weg zu ihm finden konnten. Der Berg⸗ arbeiter Lumbe erzählt: Ich bin nicht ohne Sorge eingefahren. Man sprach davon, daß der Plan unruhig sei, ich konnte ein Gefühl der Angst nicht los werden und glaubte fort⸗ während das Brausen von strömendem Wasser zu hören. Ich schaute fortwährend die Strecke entlang, im Falle der Gefahr den Weg mir einzuprägen. Diese Vorsicht rettete mir mein Leben, denn im selben Augenblicke, als das Alarmsignal ertönte, verlöschte ein gewaltiger Luftdruck, der uns einige Schritte weit nach vorn schleuderte, unsere Lampen. Ich aber hatte mir den richtigen Weg fest eingeprägt, und in der Finsternis rannte ich mit seitwärts ausgestreckten Armen, so schnell mich meine Füße trugen, nach vorwärts, mehr springend als laufend. Unaufhörlich hörte ich das brau⸗ sende Wasser und glaubte, daß mir es schon auf den Fersen sei. Plötzlich sah ich von Weitem ein Flämmchen. Es war die Lampe des In⸗ genteurs Binder, der mitten in der Strecke mit hocherhobenen Händen stand und immerfort rief: „Hierher, hierher!“ So erreichte ich den Aus⸗ gang und warf mich mit einigen Kollegen, zu Tode erschöpft, auf die Förderschale. Gleich hinter mir sprang Binder auf die Schale, und auf dessen Signal wurden wir sofort in die Höhe gezogen. Bergmann Joseph Mayer sagt, daß auch er nur dem Ingenieur Binder sein Leben zu verdanken habe. Ein alter Arbeiter erzählte dem Berichterstatter der„Bohemia“: Es war eine wahnsinnige Flucht. Unsere Lichter verlöschten in Folge des Wetters, das durch den Einsturz entstanden war. Mancher rannte in der Dunkelheit einen Kameraden nieder, mancher stieß mit solcher Heftigkeit an einen Hunt an, daß er liegen blieb. Der Lärm, den die hereinbrechenden Gase und Wassermassen machten, waren ohreubetäubend. In der Strecke kam uns unser Betriebsleiter entgegen. Meine Lampe brannte noch. Er hob sie in die Höhe, damit sie von tieferliegenden schweren Gasen nicht auch ausgelöscht werde, und rief uns zu: „Jungens, rasch zur Schale! Schaut, daß Ihr hinauskommt. ich Alles herausbriuge. Es ist die höchste Zeit!“ Dies waren seine letzten Worte. Bei der Schale angelangt, sprang Jeder von uns wie wahnsinnig in dieselbe hinein. Wir hielten uns 10 bis 12 an der Schale fest, um hin⸗ aufzukommen. Drei Mal ging die Schale auf und nteder, beim vierten Mal blieb sie unten stecken. Sie steckt noch immer unten. Der brave Obersteiger, der auf seinem Platze aus⸗ geharrt hat, obwohl er früher als Jeder von uns flüchten konnte, dürfte Einer der Ersten gewesen sein, welche umgekommen sind. Daß wenigstens 73 Mann gerettet wurden, ist nur ihm zu danken. Die Zahl der Verunglück⸗ ten beträgt 43.— Die Verdämmungs⸗ und Bergungsarbeiten gehen langsam vor sich, da auch weiterhin größte Vorsicht geboten ist.
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wußten es alle.
Ich muß weiter hinein, damit
Teil.
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5 Unterhaltungs⸗
Bankrott. Von F. Schwarz.
Nun war's heraus! Er reckte die Arme wie einer, dem eine schwere Last abgenommen worden, und seine Brust hob sich in einem tiefen Atemzug. Nun war's heraus! Um diese Zeit Fast regte sich etwas wie Neugier in ihm. Er hätte unsichtbar zugegen sein mögen, um zu sehen, welchen Eindruck die Kunde an der Börse hervorbrachte, daß das Haus Helfinger falliert habe. Haus Helfinger. Das alte solide Geschäft, das fest gestanden wie ein Fels im Meer nun schon vierzig Jahre.
Der Mann stöhnte und bedeckte die Augen mit der Hand.
Und sie wußten noch nicht alles. Aber das wird kommen. Leise, wie ein Windhauch, wird es aufspringen, da und dort... sie werden es sich in die Ohren flüstern und eines Tages wird es einer ausschreien, laut... auf offnem Markte, daß Karl Helfinger ein Betrüger und ein Dieb!
Der Mann fuhr herum. Wer hatte das gesagt, wer hatte gewagt, das zu sagen?! Karl Helfinger ein Betrüger und ein Dieb? Karl Helfinger? Fragt doch Land auf, Land ab, ob da eiuer ist, der Karl Helfinger nicht sein Ver⸗ mögen, mehr noch, der ihm nicht seine Ehre in die Hände gelegt hätte, unbedenklich und vertrauensvoll. Und der ein Betrüger und ein Dieb?
Es schüttelte den einsamen Mann. Dann aber raffte er sich auf. Mochten sie! Mochten sse kommen, alle— alle! Mochten sie mit Fingern auf ihn zeigen! Ja, er hatte ein Leben der Lüge geführt und der inneren Schmach. Nicht seit heute, seit gestern— seit vielen, vielen Jahren schleppte er die Last mit sich herum, und je mehr sich die äußeren Ehren häuften, je höher er stieg in der Achtung seiner Mit⸗ bürger, um so wuchtender hatte sie sich auf ihn gewale,.
Nun war er frei! Um welchen Preis Pah, was fragte er danach... Er war frei!
Und wieder hob ein schwerer Atemzug die Brust und es irrlichterte fast wie ein Lächeln über das verfallene Gestcht.
Frei! Sie mochten kommen!
Sie kamen! Sie kamen von allen Seiten, aus allen Ecken und Enden, es wurden ihrer mehr und mehr. Kleine Leute, die ihr letztes Scherflein gebracht hatten, große Bankiers, die mit großen Summen darin steckten und sich nun Vorwürfe machten über ihre unverzeihliche Vertrauensseligkeit, Freunde, Verwandte, die „aus Gefälligkeit“ Gelder hergeliehen, Wechsel unterschrieben hatten.
Das Wässerlein der Verschuldung wuchs und schwoll und wurde zum tosenden Meer, und aus den Vorwürfen wurden Verwünsch⸗ ungen und Flüche, und leise Vermutungen und Andeutungen verdichteten sich zu Anklagen, bis es plötzlich da war, riesengroß, das Gespenst der Schande und mit aufgehobenem Finger hin⸗ deutete und sagte:„Da ist er, der Dieb, der Fälscher!“
An Karl Helfinger prallte alles ab. Er schien völlig stumpf geworden und empfindungs⸗ los. Dem Jammern von Frau und Töchtern entzog er sich in barscher Weise oder ließ es teilnahmlos über sich ergehen. Auf die An⸗ klagen und Vorwürfe der Verwandten und Freunde hatte er nur ein müdes:„Ja, Ihr habt recht, ich bin ein schlechter Mensch, bin ein Betrüger und Dieb, bin des Vertrauens nicht wert, das Ihr mir geschenkt habt; aber nun bin ich's los... bin... es los mag kommen, was da will!“
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Und wenn von da und dort eine Hiobsbot⸗
schaft eintraf, die Kunde kam von dem Ruin
dieses guten Freundes, dem Untergang jenes
kleinen Mannes— o, es waren ihrer viele, die er nach sich gezogen hatte—, wenn er die Verachtung fühlte, die ihn traf, wo immer er sich blicken ließ, wenn die Fäuste sich ballten gegen ihn, bei dessen Anblick sonst die Mützen und Hüte geflogen, wenn er im blassen Antlitz seiner Schwiegersöhne und Töchter die Anklage las, die sich gegen ihn dort eingrub, denn er hatte auch sie um den letzten Heller ihres Ver⸗ mögens gebracht, dann hatte er für alles das nur ein müdes Achselzucken. Er hatte das kommen sehen, in langen, qualvollen Stunden hatte er, der Menschenkenner, sich das abspielen sehen,— nun es da war, was war es ihm?
Nur einmal schien sein stumpfer Gleichmut ihn verlassen wollen.
Klaus Grolemann, der einzige Sohn seiner verstorbenen Schwester, kam, um Rechenschaft von ihm zu fordern. Er war dem Onkel näher gewesen, als dessen eigene Kinder, seine Ent⸗ wicklung, seine ganze Lebensrichtung hatte er aus seiner Haud empfangen. Ihm auch dankte er die Kassiererstellung an der M.'schen Bank, und als er vor einigen Jahren eine vermögende Waise heimgeführt, hatte er, dem sehr ein⸗ leuchtenden Rate des Onkels folgend, das Ver⸗ mögen seiner Frau nicht in niedrig verzinsten Staatspapieren oder gar in unsicheren Speku⸗ lationswerten angelegt,— sondern es in das Geschäft des Onkels gesteckt. Das war sicherer als das sicherste Papier und brachte ihm sechs Prozent Zinsen.
„Du sollst nicht glauben, daß ich's in meinem Juteresse thue, wenn ich Dir rate, Dein Geld in meine Hand zu legen, besonders da Du mit solcher Hartnäckigkeit jede Sicherstellung Deines Kapitals abweist!“ Onkel den hohen Zinssatz.„Pah, Sicherstellung, Onkel“ hatte er damals übermütig geantwortet, „das wäre gerade, als ob ich eine Sicherstellung dafür verlangen wollte, daß morgen die Sonne aufgeht. Du erweisest mir eine Gefälligkeit und verhilfst mir außerdem geradezu zu Wucher⸗ zinsen. Wird sich mein Frauchen freuen!“
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„Warum hast Du mir das gethan? Waun f
Es glühte wie verzehrendes Feuer aus den dunkeln Augen des jungen Mannes, der mit verwildertem Haar und Bart, in den die letzten Wochen silbergraue Fäden eingestreut hatten, vor der im Lehnstuhl zusammengesunkenen Gestalt des Onkels stand.
„Was hab' ich Dir mehr gethan als den Andern, was mehr als meinen eignen Kindern?“ kam es mit einer Art versagenden Trotzes aus dem Mund Helfingers.
Der junge Mann lachte auf. mißtönendes Gelächter, Schluchzen endigte.
„Was Du mir gethan hast... was mehr wie den andern? Wart, Onkelchen, ich will Dir's aufzählen, hübsch der Reihe nach und das kleinste zuerst. Also Du hast mich um mein Vermögen bestohlen, hast mich zum Bettler gemacht, und hast es gewußt... gewußt, daß
Ein lautes, das wie in einem
es so kommen würde, in demselben Augenblick,
in dem Du vor fünf Jahren den Vertrauenden So, das hast Jetzt
in Deinen Schlingen fingst... Du gethan und das ist das kleinste. merk weiter auf: Gestern früh habe ich meine
das ist Nr. 2. Und als Martha nun auch noch das erfährt...“ Die Stimme des Mannes schwankt, und er tastet wie hilfesuchend durch die Luft,„da fängt sie an zu lachen... und zu lachen und zu lachen lachen Ha haha.
Und er lachte wieder auf, schrill und schneidend, daß der Mann im Sessel sich wand wie in körperlicher Pein.
(Fortsetzung folgt.)
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Damit begründete der
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eich meine ahnhet, Entlassung bekommen. Man wolle mir persönlich 190 nicht nahe treten, gewiß nicht, aber ich müsse einsehen... begreifen... von ihrem Kassierer müßten sie auch Kautton verlangen; man habe
bei mir davon abgesehen, aber nun. So,
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