Ausgabe 
25.5.1902
 
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Nr. 21.

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Seite 3.

Minister von Plehwe bereits zum Tode ver urteilt sein soll.

Balmaschew ist kaum hingerichtet, so kommt schon die Nachricht von einem neuen Attentate. Auf den Gouverneur von Wilna, Gene⸗ ralleutnant Wahl, schaß dort am Sonntag ein Mann 2 Revolverschuͤsse ab. Der 1 95

er Attentäter, der sich Hirsch⸗Lekert nennt, wurde verhaftet.

Der Humbert⸗Schwindel.

Ganz Frankreich spricht jetzt von einem von einer Frau, der Madame Humbert, in Szene esetzten Riesen⸗ Schwindel. führt diese Frau Bankiers und Advokaten an der Nase herum und verstand es, sich viele Millionen Franks zu erschwindeln. Schon im Jahre 1897 bezeichnete Waldeck-Rousseau diese Affaire als dengrößten Schwindel des Jahr⸗ hunderts. Frau Humbert, die Gattin eines früheren Deputierten, dessen Vater sogar einmal Justizminister war, erzählte nämlich, daß ein in Amerika verstorbener Millionär, Namens Crawfort ihr die Riesensumme von 100 Millionen Franken testamentarisch vermacht habe. Unter Hinweis auf diese Erbschaft gelang es ihr, Millionen auf Millionen bei Banken auf⸗ zunehmen; ihre Schuldenlast beträgt heute etwa 40 Millionen Franks. Bereitwillig ge⸗ währten Geldleute und Banken der gewandt auftretendenreichen Erbin weitgehenden Kredit. Das Geld floß der unermüdlich regen Madame Humbert in wahren Strömen zu. Sie kaufte Schlösser und Herrschaften. Sie brachte Dia⸗ mantfelder an sich. Sie kaufte ein Fürstentum in Afrika. Sie hat eine Bank in Paris ge⸗ gründet, eine Faktorei in Madagaskar ins Leben gerufen. Sie schuf auch Wohlthätigkeitsanstalten, so ein Asyl für alte Priester in Gemeinschaft mit Freimaurern, dann eine Assekuranz⸗Gesell⸗ schast, dieRente Viagere(Lebensversicherung), für welche sie den Segen des Papstes erlangte.

Aber nun nahte dieser Tanz der Millionen seinem Ende. Die Behörden wurden aufmerk⸗ sam. Man wollte das Geld sehen. Ungestüme Gläubiger verlangten endlich die Pfändung des Geldschrankes, in dem sich nach An⸗ gabe der Humbert die 100 Millionen befinden sollten die sie nur vor Beendigung der Prozesse nicht anrühren durfte. Als man aber den Geldschrank öffnete, fand man nur Wert⸗ papiere in Höhe von 20000 Franks, wertlose Schmucksachen und alte Zeitungen! Das Ehepaar Humbert hat die Flucht ergriffen. Ein Rechtsanwalt Parmentier, der in die An⸗ gelegenheit verwickelt zu sein scheint, ist verhaftet worden.

Die Geprellten werden nicht bemitleidet; sie gehören ja zu den Leuten, die ihre Reichtümer auf leichte, manchmal sicher nicht einwandfreie Art erworben haben. 5

Die Nationalisten versuchten diese Affaire gegen die Republikaner auszuschlachten; ganz mit Unrecht; es steht im Gegenteil fest, daß gerade klerikale und nationalistische Kreise mit dem Schwindel in Verbindung stehen.

Das zeigt auch folgende Zuschrift, die der Frau Humbert, geborene D'Aurignac aus Paris, ist in der schwarzen Gesellschaft Roms gut bekannt. Die schlaue Dame gehört mit dem Groß⸗ industriellen L. Harmel zu dem Kreise der fanatischen Klerikalen, die mit fremdem Gelde die imposantenPilgerzüge ins Werk setzten, gemischte Gesellschaft! Stutzerhafte Abbes in flatternden Seidenmäntelchen, schöne Sünderinnen in eleganten Toiletten in der vierschrötige Dorfpfarrer mit freundlich leuchtenden Burgundernasen, den beschränkten Wachsziehern, Paramenten⸗ und Denottonglienhagrade 19 e 4

i nes els alter n . in der dritten Klasse, also ziehen diese modernen Kreuzfahrer in die

ige Stadt. 5 DeesPilger werden vomRomkomitee in der Probinz angeworben, erhalten in Trupps von 10 bis 20 Personen ihren 0 Zugführer, der sie in Paris oder Lyonu 115 nimmt, in den Exträzug setzt, in Rom in

Seit Jahren schon

Massenquartier bringt, Speisung, Fkirchgang und Gebetsübungen überwacht und nach acht oder zehn Tagen in Toulouse, Lyon und Paris wieder ausladet, nachdem sie im Thronsaal des Vatikansvive le Pape-Roi(es lebe der Papst⸗König) geschrien haben. Für Reisebillet und Verköstigung sorgen unbekannteWohl⸗ thäter; an gewandte und zuverlässige Personen, die sich zum Dienste eines Schäferhundes für die frommen Hirten eignen, wird sogar ein Handgeld bezahlt.

Madame Humbert kam öfters nach Rom um sich den Schutz und Kredit der geistlichen Oberen zu gewinnen. Das gelang vollkommen, weil sie als schlaue Spekulantin im Kreise der Monsignori die Goldfüchse hochspringen ließ. Die SchwindelbankRente Viagere ist mit Segen des Papstes gegründet worden.

Die Aufmerksamkeit des Statthalters Christi auf das betrügerische Unternehmen wurde durch ein Geschenk von 50 000 Frankenerweckt. Dank der unermüdlichen Zutreiberschaft des Klerus, der Jesuiten, Assumpttonisten und der übrigen Orden stieg in den letzten fünf Jahren die Monatseinnahme derRente Viagere auf 180 000 bis 250 000 Franken.

Das Ehepaar Humbert benutzte diese Riesen⸗ summe um die ungeduldigsten Gläubiger sich durch Abschlagszahlungen vom Halse zu halten und einenSparpfennig bei Zeiten im Aus- land anzusammeln. Als letzter Zufluchtsort der frommen Millionendiebe wird neben Banken in London und Brüssel die Filiale der kleri⸗ kalen Banque de Rome genannt.

Krieg in Südafrika.

Eine Konferenz der Burenführer hat in Vereeniging stattgefunden. Zweck derselben war, eine Verständigung über die Friedensbe⸗ dingungen herbeizuführen. Wie berichtet wird, sind die Hauptgegner der im April in Pretoria aufgestellten Friedensvorschläge Präsident Steijn und Wessels, die im Nordosten des Oranje⸗ staates kommandieren, und Müller, der in der Nähe von Middelburg steht, sowie Celliers, Befehlshaber im westlichen Trausvaal. Hertzog soll sich gleichfalls ablehnend verhalten. Dewet, der zuletzt zur Besprechung kam und in etwas grimmiger Stimmung war, scheint jetzt fried⸗ fertiger zu sein. Diese der Einstellung der Feindseligkeiten abgeneigten Elemente sind zwei⸗ fellos stark, und zwar so starky daß ste einen Friedensschluß zu den bereits besprochenen Be⸗ dingungen zweifelhaft erscheinen lassen. Es heißt, daß die Mehrheit der Transvaalburen einschließlich der Mitglieder der Regierung dem Frieden günstig sind, während die Freistaatburen mit wenigen einflußreichen Ausnahmen die » Unabhängigkeit als Grundlage für die Friedens⸗ bedingungen wünschen.

Am Sonntag sind sechs von der Konferenz gewählte Delegterte, darunter Delarey und Dewet in Pretoria angekommen, um die Frie⸗ densverhandlungen weiter zu führen. Anschei⸗ nend steht die Einstellung der Feindseligkeiten nahe bevor.

Ueber einen Kampf in der Kapkolo⸗ nie wird aus Middelburg vom 19. Mai ge⸗ meldet: Eine Abteilung von 120 Buren griff gestern Aber deen an, wurde jedoch zurückge⸗ schlagen. Der Kommandant Vanheerden wurde getötet, zwei verwundete Buren wurden gefangen genommen. Die Kapkolonie ist also noch immer nichtgesäubert.

Die Vulkan ⸗Katastrophe auf den kleinen Antillen.

Das Wüten der Vulkane auf Martinique hat noch nicht nachgelassen, sondern im Gegenteil kommen jetzt Nach richten, die wieder das Schlimmste befürchten lassen.

Die Mannschasten des amerikanischen Kriegsschiffes Potomac und des britischen KreuzersIndefatigable gerieten in große Gefahr, als sie in Pierre landeten, um Leichen zu bergen. Der Mont Pelée wurde plötzlich wieder thätig und warf gewaltige Lava⸗ massen aus, Gas und Asche. Die Lava erreichte die See und erzeugte große Dampfwolken. Am Mont Pelée

öffneten sich neue Krater und nur mit größter Mühe gelang es den Mannschaften, die Schiffe zu erreichen. In der Nähe von Fort de France erfolgte eine gewaltige vulkanische Eruption Dienstag früh 5 Uhr. Die Be⸗ wohner versuchten, auf die Schiffe im Hafen zu ent⸗ kommmen. Auch auf St. Vincent machten sich die Vulkane wieder in erhöhtem Maßstabe bemerkbar.

Auffallen mußte, daß die gesamte Einwohner- schaft von St. Pierre zu Grunde gegangen ist, obwohl sich die Katastrophe Tage vorher eindringlich genug an⸗ kündigte. Daran soll des Gouverneur schuld sein, der, wie jetzt berichtet wird, den Leuten erklärt habe, es sei keine Gefahr vorhanden, ja er habe sogar, um die Flucht der Ein wohner zu verhindern, durch Soldaten die Stadt absperren lassen. So berichtet wenigstens der Arzt Dr. Artier, der auf wunderbare Weise entkommen ist. Entspricht die Mit⸗ teilung des Arztes den Thatsachen, so hätte der Gouver⸗ neur, der selbst mit umgekommen ist, eine geradezu ver⸗ brecherische Thorheit begangen.

Dr. Artier begab sich an dem verhängnisvollen Morgen nach der Vorstadt Morne Rouge. Als er grade im Begriff war, in die Stadt hinein zu reiten, sah er von Berge her die Feuerwoge gegen die Stadt heran⸗ stürmen. Er floh sofort, und es gelang ihm, sich über die Berge nach Fort de France zu retten. Artier und ein Gefangener, der in einem Kellergewölbe des Gefängnisses saß, sind die Einzigen, die aus der Stadt entkommen sind.

Gewerkschastliches.

Der Buchdrucker⸗ Verband verzeichnet im Jahre 1901 eine Gesamteinnahme von 1722 171 Mk., der eine Gesamtausgabe von 1651 200 Mk. gegenübersteht; es verbleibt so⸗ mit ein Ueberschuß von Mk. 70 971.39. Die hauptsächlichsten Ausgaben sind folgende: Reise⸗ unterstützung 245 939 Mk., Arbeitslosenunter⸗ stützung 513 943 Mk., Maßregelungs- und Um⸗ zugskosten 95 656 Mk., Krankenunterstützung 573 732 Mk., Invalidenunterstützung 122 109 Mk. Der Kassenbestand betrug am 31. März 1902 3 092155 Mk. Im ganzen hat der Verband von 1896 bis 1901 an Unterstützungen 5 702 503 Mk. ausbezahlt. Die Mitglieder- zahl stieg in diesen sechs Jahren um 10 782. Die Summe, welche die Mitglieder des Buch⸗ druckerverbandes zur Unterstützung anderer Ge⸗ werkschaften bei Lohnkäampfen etc. aufbrachten, geht in die Hunderttausende.

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Hessisches.

Die zweite hessische Kammer wird am 3. Juni wieder zu einer längeren Tagung zusammentreten. Der Finanzausschuß hielt schon im Laufe der vergangenen Woche Sitzungen ab.

Gießener Angelegenheiten.

Maurer und Zimmerleute, Vor⸗ sicht! Durch ein imGieß. Anz. erschienenes Inserat werden arbeitswillige Maurer und Zimmerleute für einen Stundenlohn von 55 Pfg. nach Ktel gesucht. Wir warnen die in Betracht kommenden Arbeiter dringend, diesen Lockrufen Folge zu geben. Denn erstens ist es schon eine Ehrlosigkeit, sich als Streikbrecher herzugeben und seinen kämpfenden Brüdern in den Rücken zu fallen; zweitens werden aber auch in der Regel die Arbeitswilligen wieder entlassen, wenn der Streik beigelegt ist. Außer⸗ dem muß darauf hingewiesen werden, daß die hiesigen Maurer die dortige Arbeitsweise nicht gewohnt sind und daher kaum den in Aussicht gestellten Lohn verdienen würden. Pflicht jedes ordentlichen Arbeiters ist's vielmehr, den Zu⸗ zug nach Kiel fernzuhalten; besonders die der Organisation Angehörigen müssen dafür sorgen.

Die Affaire Söhen In de letzten Stadtverordneten⸗Versammlung gab Herr Stadtverordn. Löber eine Erzlärung ab, in der er die von ihm vor einiger Zeit in öffentlicher Sitzung gegen den Bürgermeister gebrauchten beleidigenden Worte mit Bedauern zurück- nimmt und die Versammlung und den Bürger⸗ meister um Verzeihung bat. Der Bürgermeister gab sich mit der Erklärung Löbers zufrieden; er betonte, daß er gezwungen gewesen sei, im

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