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Per St. 7 Pfg., 6 St. 40 Pfg.
Nr. 34.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5
Kandidaten, Schneidermeister Fauth und Bäckermeister Kyrmse die Mehrheit. Die Zahlen sind uns noch nicht bekannt. Wir können mit dem Resultat zufrieden sein.
Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.
St. Lassallefeier. Unsere diesjährige Lassallefeier findet laut Beschluß der letzten Parteiversammlung am Sonntag, den 31. d. M., von Nachmittags 4 Uhr ab im Jes⸗ berg'schen Lokale statt. Die Festrede hält ver⸗ mutlich Gen. Stadtverordneter Krumm⸗Gießen. Auch hat der Arbeiter-Gesangverein„Eintracht“ seine Mitwirkung freundlichst zugesagt. Wir möchten wünschen, daß die Veranstaltung von den Parteigenossen aus Stadt und Land recht zahlreich besucht wird.
— Die Parteiversammlung am letzten Samstag abend, den 16. August, im Restauraut Jesberg war, trotzdem dieselbe auch noch in der„Hess. Landesztg.“ inseriert war, um einem in voriger Versammlung geäußerten Wunsche nachzukommen, nur mäßig besucht, trotzdem ein auswärtiger Referent, Redakteur Zielowsky aus Frankfurt anwesend war. Der Vorsitzende gedachte zunächst der verstorbenen Parteigenossen Manfred Wittich und Max Kegel, worauf zu Ehren derfelben die Versammelten sich von den Sitzen erhoben, mit Ausnahme eines der Ver⸗ sammlung beiwohnenden Nationalsozialen, der dies wahrscheinlich nicht für nötig fand. Redakteur Zielowsky sprach hierauf in ungefähr 1½ stündiger Rede über die nächstjährigen Reichstagswahlen und augenblickliche politische Lage, welche unter dem Zeichen des Brot— wuchertarifs stehe. Ein sog.„Kartell der Linken“ weise die Sozialdemokratie scharf zurück; denn mit Leuten, die, wie man erst kürzlich wieder bei verschiedenen Reichstags⸗Ersatzwahlen sehen konnte, für die Zolltariffreunde eiutraten, könnten wir kein Bündnis schließen. Der politische Kampf spitze sich immer mehr auf einen Kampf zwischen Konservativen, Centrum und Sozialdemokratie zu, alle andern sog. Mittelparteien kämen hierbei nicht in Betracht und würden voraussichtlich nach und nach von der politischen Bildfläche verschwinden. Sehr nachdrücklich ging Redner mit der Centrums⸗ partei in's Gericht, deren volksfeindliche Machina⸗ tionen er treffend schilderte und gebührend verurteilte. Aber auch den Freisinnigen und Nationalliberalen, sowie den Nationalsozialen wurde der Kopf gründlich gewaschen. Lebhafter Beifall lohnte die vortrefflichen Ausführungen des Referenten.— Nach einer kurzen Pause erfolgte dann die einstimmige Wahl des Schrift⸗ stellers Paul Bader⸗München als Delegierter für Marburg zum Parteitage in München. Weiter wurde die Abhaltung der Lassallefeier in oben beschriebener Weise beschlossen. Unter Verschiedenes erfolgte noch eine rege Aussprache über die Agitation usw., worauf die Versamm⸗ lung geschlossen wurde.
(Nach dem Bericht der„Hessischen Landeszeitung“ hat Genosse Zielowski bei Erörterung der Frage des „Kartell der Linken“ behauptet, der damalige Artikel in der„Mitteld. S.⸗Ztg.“, worin ein Zusammengehen der linksstehenden Parteien als empfehlenswert hingestellt wurde, stamme von einem Nationalsozialen. Zielowski
befindet sich da im Irrtum. Der Verfasser des Artikels ist Parteigenosse und war in der redaktionellen Nachschrift ausdrücklich als solcher bezeichnet. Wir denken, das genügt. Uebrigens würde kein Parteiblatt den Artikel eines Gegners aufnehmen, ohne ihn als solchen kenntlich zu machen.— Weiter soll Genosse Zielowski den nationalsozialen Kandidaten, Herrn v. Gerlach als„Filou“ bezeichnet haben Filou heißt soviel wie Spitzbube. Sollte Zielowski diesen Ausdruck wirklich gebraucht haben, so ist er doch im politischen Kampfe nicht in seiner wörtlichen Bedeutung zu nehmen. Im Frankfurter und süddeutschen Sprachgebrauche bezeichnet man damit einen Menschen, der sich überall durchzu⸗ schlängeln weiß, in allen Verdrehungskünsten geübt ist. Daß unser Genosse Herrn v. Gerlach damit nicht als persönlich unehrenhaft hinstellen wollte, versteht sich doch ganz von selbst. Die„Hess. Landeszeitung“ brauchte sich also da nicht so sehr zu entrüsten. Red. d. M. S.⸗Z.)
— Mit dem Rathaus⸗Umbau ist jetzt begonnen worden. Das Parterre ist geräumt. Es haben sich hierbei merkwürdige Dinge ab⸗ gespielt. Die Feuerlösch-Geräte der ersten 6 Züge der freiwilligen Feuerwehr waren seither auch im Rathause untergebracht. Dieselben wurden nun stillschweigend, ohne daß das Kom⸗ mando etwas davon wußte, durch städtische Arbeiter anderswo(in zwei verschiedenen Lo⸗ kalen) untergebracht. Im Falle eines Brandes wäre also die größte Verwirrung unter den Feuerwehrleuten entstanden, da keiner gewußt hätte wo erhingehörte. Erst nachdem durch einige „Eingesandts“ in der hiesigen Presse auf diese ungeheuerlichen Zustände und die daraus ent⸗ stehenden Gefahren aufmerksam gemacht worden war, erschien eine polizeiliche Bekanntmachung in den Blättern, worin die Ueberführung der Geräte angezeigt wurde. Das sind ja sehr nette Zustände, die einer Universitätsstadt wenig zur Ehre gereichen.
Kleine Mitteilungen.
n Tod bei der Arbeit. In Büdingen wurde bei dem Neubau der Glashütte der Zimmerer Schäfer aus Rohrbach derartig veletzt, daß er in der Gießener Klinik starb. Auch der Zimmermeister Link wurde verletzt, wenn auch weniger schwer. Dies ist nun schon der zweite Unglücksfall, der bei dem Erweiterungsbau der hiesigen Glashütte passiert ist. Ob die Unfallver⸗ hütungsvorschriften befolgt worden sind, wird die Ver⸗ handlung ergeben.
Plötzlicher Tod. Am Dienstag Vormittag starb der Wachtmeister L. in Büdingen plötzlich, als er sich auf seiner Diensttour befand. Die Leiche wurde in seine Wohnung nach Büdingen verbracht.
* Schiffsunglück. Auf dem Rhein in der Nähe von Uerdingen stießen am Freitag Abend zwei Dampfer, die rheinabwärts fahrende„Prinzeß Viktoria“ mit dem Dampfer„Köln“ zusammen. Ersteres Schiff sank sofort. Drei Mädchen ertranken, außerdem wurde ein Techniker schwer verletzt.
— 5 Partei Machrichten. Totenliste der Partei. Den Verlust eines braven und pflichteifrigen Genossen hat unsere Partei wiederum in Dresden zu beklagen. Dort starb der
Kolporteur Emil Weichelt, der älteste Kolporteur der Dresdener Arbeiterpresse. Er hat dort schon im Jahre
1871 das erste Dresdener sozialdemokratische Blatt, den
„Volksbote“ ausgetragen und war jetzt noch Austräger der Arbeiterzeitung. Stets war er unermüdlich und doch still und bescheiden für die Arbeitersache thätig. Ehre seinem Andenken!
Theodor Metzner f. Wieder ein alter bewährter Kämpfer gefallen! In Berlin verstarb am Mittwoch plötzlich und unerwartet der Veteran der Berliner Ge⸗ nossen, Th. Metzner. Er erfreute sich, obwohl bereits 72 Jahre alt, noch bis zuletzt voller geistigen und körper⸗ lichen Rüstigkeit. Der Partei gehörte er schon seit Ende der sechziger Jahre an.
Reichstagskandidaturen. Die Nürnberger Parteigenossen stellten ihren jetzigen Vertreter im Reichs⸗ tage, den Genossen Dr. Südekum wieder als Kandi⸗ daten auf.
Die Kreiskonferenz für den Wahlkreis Offen⸗ bach fand am Sonntag in Bürgel bei Anwesenheit von 64 Delegierten statt, die 38 Orte vertraten. Als erster Punkt stand eine Beschwerde des Vorstandes der Offenbacher Mitgliedschaft wegen Ausschluß eines Mit⸗ gliedes zur Verhandlung, der in ruhiger und fachlicher Beratung erledigt wurde. Dann sprach Genosse Ulrich über die bevorstehende Landeskonferenz, deren wichtigster Tagesordnungspunkt die Landtagswahl darstelle. Dab ei müsse man sich klar werden, ob unter Umständen bürger⸗ liche Parteien, die ebenfalls gegen die Abschaffung des indirekten Wahlrechts eintreten, unsererseits Unterstützung finden sollen. Der Schlachtruf müsse in diesem Land⸗ tagswahl⸗Kampfe sein: Nieder mit den Anhängern des indirekten Wahlrechts! wie auch der bevorstehende Reichstagswahlkampf unter Parole gegen die Brotwucherer ausgefochten werden müsse. Redner tritt noch dafür ein, die Landeskonferenz aus dem Kreise Offenbach⸗ Dieburg so zahlreich wie möglich zu beschicken, was auch die Konferenz zum Beschluß erhebt. So mmer⸗ Offenbach spricht für Unterstützung bürgerlicher Wahl⸗ männer, die sich als Gegner des indirekten Wahlrechts erweisen, in den Kreisen, wo die Sozialdemokratie keine Aus sicht anf eigenen Sieg habe. Genosse Heilmann
sprach dann über den Punkt:„Parteitag“, wobei er sich
für den Vorschlag des„Vorwärts“ bezüglich der Be⸗
handlung der Centrumsfrage auf dem Parteitage aus⸗
sprach. Nach Erledigung einiger weniger wichtigen Anträge wird beschlossen, die nächste Konferenz in Hausen abzuhalten.
Anträge zum Parteitag. Im Sozialdemo⸗ kratischen Verein für den zweiten Hamburger Wahlkreis wurden folgende Anträge zum Par eitag angenommen: 1. daß auf dem Parteitag nue die von den Partei⸗ genossen gewählten und mit Mandat versehenen Dele⸗ gierten stimmberechtigt sind; 2. der Parteitag möge be⸗ schließen, daß die Fraktion bei Beratung der Arbeiter⸗ versicherungsgesetze dafür eintritt, daß alle Personen, welche gegen Gehalt oder Lohn beschäftigt sind, der Versicherungspflicht unterliegen, wenn der Verdienst 2000 Mk. pro Jahr nicht übersteigt.—
Versammlungskalender.
Samstag, den 23. August. Friedberg. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung in Stadt New⸗York. Dele⸗ giertenwahl zur Kreis- und Landeskonferenz. Gießen. Gewerkschaftsversammlung. Abends ½9 Uhr bei Orbig. Sonntag, den 24. August. Marburg. Gewerkschaftsversammlung. Nachmittags 4 Uhr bei Jesberg. Sonntag, den 31. August. Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr Versammlung bei Orbig
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