Nr 34. —.
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Nr. 84.
Mitteldeutsche Sonntags-⸗Zei/ ung ·
Seite 3.
hohen Lebensmiuelzöllen des Posadowskyschen Hungertarifs die agrarischen und industriellen Ueberzöllner in holdem Bunde vorgenommen haben. Für jeden Arbeiter ist es notwendig, sich diese Zahlen für die Wahlen ordentlich einzuprägen. Die Posttionen, die die Zoll⸗ kommission in der ersten Lesung erhöht hat, sind diese:
Jetziger Satz der Beschluß der Vertrags⸗ Regierung s⸗ Kommission zoll Vorlage Mk. Mk. Mk. Roggen!) 3,50 6,.— 7.— 0 6,50 7.80 F 4,.— 9,.— Buchweizen. 2, 6,.— 7,.— Getreidemehl. 7,50 19,50 18,75 » 4, 16,.— 18,75 Graupen und Grütze 7,30 16,.— 18,75 Stärke fre! 16.— 138.— inn frei! 20,.— 25,.— Margarine.. frei! 30,.— 380,.— Kartoffeln, frisch. frei! frei! 2,50 Bie frei! frei! 2,.— Obst, verpackt.. frei! 6,.— 10.— Erdbeeren. frei! 15,.— 20.— Schweinefleisch.. frei! 30,.— 45.— Schweinefleisch einf. zubereitet 15— 17 35,— 60,.— Schweinespeck.. frei! frei! 36,.— Wild frei! 45,.— 70.— Würste 17, 45,.— 70,.—
Bei ganzen vier Positionen dieser Gruppe hat die Mehrheit der Wucherpolitiker die Sätze der Regierung für ausreichend erachtet— sie stellten freilich schon außerordentliche Erhöhungen gegen die jetzigen Zölle dar. Es sind das die Positionen:
Jetziger Satz der Vertragszoll Regierungsvorlage Mk. Mk. nil; 0 12,50 Birr„„ 30,— e, 20,.—
% 6,.— Die Tabelle umfaßt die wichtigsten, auch für den Aermsten unentbeh rlichsten Nahrungs⸗ mittel! Auf alle sollen neue, hohe Auflagen gelegt werden— die bedeutenden Erhöhungen, die die Regierung vorschlug, genügten der Wucherermehrheit noch nicht, und Nahrungs⸗ mittel, die der Posadowskysche Entwurf frei ließ, hat sie mit hohem Zoll belegt, selbst Schweinespeck, Gemüse und Kartoffeln sollen nicht verzehrt werden, ohne daß den Junkern der Tribut entrichtet wird!
Solche Raffgier auf Kosten der Armen und Aermsten sucht ihresgleichen. Dieser Raubzug, den die Junker auf die Taschen des arbeitenden Volkes planen, imponiert fast durch seine Un⸗ geheuerlichkeit. Die Tabelle zeigt dem deutschen Arbeiter die ganze Schwere des Hungerzolls, den die herrschende Klasse ihm auferlegen will.
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Wie die agrarische Hungerpolitik schon heute wirkt, zeigt die infolge der Grenz⸗ sperren überall eingetretene
Fleischverteuerung. In einer ganzen Anzahl Städte haben die Metzger erhöhte Fleischpreise eintreten lassen und sie weisen zur Begründung dieser Maßnahmen auf die verringerte Vieheinfuhr hin. So ag die Metzgerinnung in Essen, daß die deutsche Landwirtschaft nicht im Stande sei, den Bedarf an Schlachtvieh für das deutsche Reich zu decken. Es sei an eine Aenderung des jetzigen Notstandes nicht eher zu denken, als bis die Grenzen wieder geöffnet würden. — Schärfer noch spricht sich die„Allgemeine Fleischerzeitung“ aus— das ist ein Blatt für den sogenannten Mittelstand, nicht etwa ein sozialdemokratisches— indem sie schreibt:„Es muß die Gemüter empören, daß das ganze Volk leiden und das alte ehr⸗ bare Fleischerhandwerk zu Grunde gehen fsoll lediglich aus Rücksicht auf die Taschen und den Eigennutz der Agrarter Das Vorschützen der Seu⸗ chengefahr ist Lug und Heuchelei.
Wenn einst die Geschichte unserer Tage ge⸗ schrieben werden wird, so wird dies der
) Die Sätze verstehen sich pr. Doppelzentner.
schwärzeste Punkt darin sein, daß eine lediglich durch Tradition bei uns einflußreiche Klique von Großgrundbesitzern die Gesetzgebung und Verwaltung ausgenutzt hat, um durch Entstellung der Thatsachen sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern.“ So erkennen auch die Kreise, deren Interessen die Zollpolitiker zu schützen vorgeben, mehr und mehr die Gemeingefährlichkeit der agrarischen Wucherpolitik. Unsere Genossen haben aber die Aufgabe, ihre Klassengenossen, Mitarbeiter, Freunde über das volksfeindliche Treiben der Bündler, Konservativen, Autisemiten und Nattonalliberalen aufzuklären.
Kaiserdepeschen
sind heute gerade keine Seltenheit. Vergeht doch kaum ein Tag, ohne daß einige in den Blättern bekannt gegeben werden; kein Vor⸗ kommnis ohne nachfolgendes Telegramm! Be— sonderes und peinliches Aufsehen hat aber eine Depesche hervorgerufen, die an den Prinz⸗ Regenten von Bayern gerichtet war und in welcher der Kaiser seiner Entrüstung über die von der klerikalen Landtagsmehrheit vorge— nommene Streichung der für Kunstzwecke ge— forderten Summen Ausdruck gab. Es kommt vorläufig nicht darauf an, daß die Streichung jener Forderung aus Rache für die Entlassung des vom Zentrum unterstützten bayr. Kultus⸗ ministers erfolgte. Viel wichtiger ist die Frage, wer dieses Entrüstungstelegramm, das einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in die inneren Angelegenheiten eines Bundesstaates bedeutet, vor dem Reichstage verantworten will.— Auf Befehl des Kaisers soll auch die Veröffentlichung der Depesche erfolgt sein.— Dem Zentrum ist die Geschichte Wasser auf die Mühle.
Die Feldwebelstochter,
die ein Provinzialsteuerdirektor nicht heiraten darf, weil er sonst in der„Gesellschaft“ un⸗ möglich wird, spielt noch immer eine große Rolle in den Preß⸗Erörterungen. Die Ge⸗ schichte ist einfach eine schwere Blamage für die Leitung unserer inneren Politik. Sie bleibt es auch; trotzdem von halbamtlicher Seite erst jetzt erklärt wurde, daß der Steuerdirektor wegen seiner Stellung zur Polenpolitik entlassen sei.
Sozialistischer Sieg in Mülhausen.
An Stelle der zurückgetretenen liberalen Gemeinderäte in Mülhausen im Elsaß wurden am Sonntag sechs Sozialdemokraten und fünf Demokraten gewählt. Die Wahl⸗ beteiligung betrug 36 Prozent der Wahlberech⸗ tigten; die Gewählten erhielten rund 4800 Stimmen. Nunmehr besteht der Mülhauser Gemeinderat aus 18 Sozialdemokraten und 18 Demokraten. Dazu kann sich jedenfalls die Stadt Mülhausen Glück wünschen, eine bessere Stadtvertretung hat sie wohl noch nie gehabt.
Das Wahlergebnis Forchheim⸗Kulmbach.
Bei der am 13. August stattgefundenen Ersatzwahl erhielten nach der amtlichen Fest⸗ stellung Stimmen: Zöllner(Z.) 6099, Faber (natl. und fr. Vp.) 3946, Weilnböck(B. d. L.) 3520, Woelfel(B. d. L.) 306, Deinhardt(Soz.) 1706. Die Freisinnigen, die mit den National⸗ liberalen ein Kartell eingegangen waren und vereint in den Wahlkampf zogen, sind kläglich hereingefallen. Ihr Kandidat kommt mit knapper Not in die Stichwahl, wird natürlich durchfallen und das Zentrum wird den Kreis behaupten. Unsere Partei hat einen recht erfreulichen Zu⸗ wachs zu verzeichnen, 300 Stimmen. In der Stichwahl werden sich unsere Genossen der Stimmabgabe enthalten.
Die deutsch⸗oͤsterreichischen Sozialdemokraten hielten vergangene Woche in Aussig a. d. Elbe, einem kleinen Industriestädtchen Böhmens, ihren Parteitag ab. Anwesend waren zirka 130 De⸗ legierte; die deutsche Partei ließ sich durch die Abg. Kaden und Edmund Fischer vertreten.
Kaden überbrachte Grüße von den Genossen Deutschlands, die gleich den österreichischen einen 10 5 Kampf führen. Fischer verwies auf te in Deutschland bevorstehenden Reichstags⸗ wahlen, die einen Entscheidungskampf für die künftige Gestaltung der politischen Verhältnisse im Deutschen Reiche bedeuten.— Bei Eröffnung der Verhandlungen bezeichnete Genosse Popp den mehrfach erhobenen Vorwurf, daß die Thätigkeit der Parteileitung im letzten Jahre zu ruhig gewesen sei, als unrecht. Die Partei könne nicht fortwährend von Demonstrattonen leben, sondern müsse auch eine intensive Thätig⸗ keit nach Innen entfalten. Bei der weiteren Debatte über die parlamentarische Thätigkeit der sozialdemokratis chen Abgeordneten im Parla— ment und über die Parteitaktik im allgemeinen trat mannigfaltige Unzufriedenheit über die Thätigkeit einzelner leitender Personen zu Tage. Als Wortführer der Opposition trat Brod aus Wien auf, der den sozialdemokratischen Parteiverbänden Mangel an Einheitlichkeit und Disziplin vorwarf. Speziell der Abg. Perner⸗ storffer set von einer grenzenlosen nationalen Ueberempfindlichkeit und Dr. Ellenbogen arbeite in Kompromißlerei. Schließlich stellte Brod einen Antrag, welcher den Abschluß von Wahl⸗ kompromissen mit den bürgerlichen Parteien entschieden vermieden wissen will. Nachdem Schuwacher und Polko die Haltung der Par⸗ teileitung mit der Motivierung verteidigt hatten, daß alles aufgeboten werden müsse, um die Herrschaft der Christlich⸗Sozialen zu brechen, wurde der Parteilettung Dank und Anerkennung ausgesprochen.
Wird ihnen nichts helfen.
Der Züricher Kantonsrat erklärte die vor einiger Zeit in Außersihl⸗Zürich stattgefundenen Kantonsratswahlen, bei denen 27 Sozial- demokraten gewählt wurden, mit 174 gegen 13 für ungültig. Dieser Beschluß kommt auf einen Gewaltakt der gegnerischen Mehr⸗ heit des Kantonsrats gegen unsere Parteigenossen hinaus. Oberrichter Lang, das einzige sozia⸗ listische Mitglied der Wahlprüfungskommission hatte in einem eingehenden Berichte nachgewiesen, daß zur Ungültigkeitserklärung nicht der ge⸗ ringste Grund vorliege. Hoffentlich lassen sich unsere Genossen bei den Neuwahlen das eroberte Terrain nicht wieder entreißen.
Pfaffenkrieg in Frankreich.
In verschiedenen Provinzen stößt die Schließung der nicht genehmigten Nonnenschulen auf fortgesetztem Widerstand. Die von den Pfaffen und Klosterleuten verhetzten Bauern verlangen„im Namen der Freiheit“, daß die religkösen Verdummungsanstalten bestehen bleiben. An verschiedenen Orten kam es zu Blutvergießen, weil den mit der Schließung der Schulen beauftragten Beamten bewaffneter Widerstand entgegengesetzt wurde. Mehrfach wurde Militär requtriert, um die Durchführung der Dekrete zu erzwingen. Dabei verweigerten mehrere Offiziere den Gehorsam; sie wurden auf die Festung geschickt.
Zahlreiche Bürgermeister sind ihres Amtes enthoben, weil sie ihre Mitwirkung bei der Ausführung der Gesetze verweigert haben.
An die Staatsanwaltschaften ist eine Ver— fügung des Ministeriums erlassen, mit großer Strenge gegen alle diejenigen Personen vorzu⸗ gehen, welche Siegel von den Schulen beseitigen. Der Generalrat der Rhonemündung hat in einer außerordentlichen Sitzung folgende Be— schlüsse angenommen: er fordert die Aufhebung der Gesandtschaft beim Papst, die Abschaffung des Kultusbudgets und vollständige Beseitigung aller Kongregationen. Ferner wird verlangt die Trennung der Kirche vom Staat, die Kon⸗ fiskation der Güter der„Toten Hand“ durch den Staat. Der Generalrat drückt dem Mini⸗ sterium sein Vertrauen aus und fordert es auf, dem Gesetz in allen Provinzen, wo dies noch nicht geschehen, Achtung zu verschaffen.
Russisches.
Daß die russischen Revolutionäre nicht daran denken, den Kampf gegen das Schergensystem Väterchens aufzugeben, zeigt ein Attentat
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