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Nr. 47.
Mitteldeutsche Sonntgas⸗Zeitang.
Das wird noch ausführlicher geschehen in einer Volks⸗ versammlung, die unsererseits Sonntag, den 30. Dez. in Rabenscheid abgehalten wird.
Aus dem Nreise Marburg⸗Nirchhain. St. Rezitation. Der von unserer Ge⸗
werkschafts⸗Kommission am Freitag v. W. arrangierte Rezitations-Abend des Schauspielers Walkotte aus Berlin war, wie wir auch schon befürchtet hatten, nicht so gut besucht, wie er es eigentlich hätte sein sollen. Herr Walkotte rezitlerte das fünfaktige Drama von Otto Ernst:„Die größte Sünde“, in vorzüglicher Weise und erntete für seine interessante Dar⸗ bietung reichlichen Beifall.
— Konsumverein. Trotz aller Anstreng⸗ ungen gewisser Leute, die Konsumvereins.Be⸗ wegung in Marburg lahm zu legen, will ihnen das nicht gelingen. Im Gegenteil, der Verein nimmt an Mitgliedern stetig zu und der Waren⸗ umsatz steigt. So haben jüngst die hiesigen Innungs⸗Bäckermeister einen, wie sie wohl laubten, vernichtenden Schlag gegen den Kon⸗ umverein ausgeführt, indem sie den Preis für den Apfündigen Laib Brot um 4 Pfg. herab⸗ setzten(von 46 auf 42 Pfg.), für welchen Preis der Konsumverein seither schon das Brot lieferte. Auscheinend haben sich auch einige Mitglieder durch diesen Kniff irritieren lassen, denn der Brotkonsum des Vereins hat etwas nachgelassen. Lange werden indes die Herren Bäckermeister ihren billigen Brotpreis nicht aufrecht erhalten. Sobald die Mehlpreise etwas anziehen sollten, werden sie sofort mit Brotaufschlag kommen, oder— sie helfen sich auf andere Weise. Durch das Manöver will man doch nur die unbequeme Konkurrenz kalt stellen, um später mit Preis⸗ steigerungen vorzugehen.— Die vor Kurzem in Ockershausen eröffnete zweite Verkaufs⸗ stelle des hiesigen Konsumvereins erfreut sich eines regen Zuspruchs, ein Beweis dafür, daß die Waren desselben gut und preiswert sind. Herr Restaurateur Metzig, in dessen Hause sich die Verkar fsstelle befindet, hat hierfür einen schönen großen Laden eingerichtet und den Ver⸗ kauf gegen eine prozentuale Entschädigung selbst übernommen. Es liegt nun an den Mitgliedern im Nordviertel unserer Stadt, durch rege Agi⸗ tation zur Gewinnung neuer Mitglieder die nötige Anzahl zusammen zu bringen, um dann auch zur Errichtung einer dritten Verkaufsstelle im Nordviertel schreiten zu können.
— Verschiedenes. Der Kelluer Heinrich Freytag aus Bassum beschwindelte in raffi⸗ nierter Weise seinen Freund, den Wirt Jole in Biedenkopf, um mehrere teilweise hohe Geld⸗ beträge. Er wurde in der Strafkammersitzung am letzten Freitag zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt, unter Anrechnung eines Monats der erlittenen Untersuchungshaft.— Der Schweizer Felix Kuster aus St. Gallen, derselbe, welcher neulich seinem Transporteur auf dem Wege nach dem Krankenhaus ausgerissen war, erhielt wegen Schwindelei weitere 8 Monate Gefängnis. — Ein„fideles Gefängnis“ scheint das Arrest⸗ lokal in unserm Nachbarort Wehrda zu sein. Dort wurde am Samstag Nacht ein junger Mensch aus Marburg wegen großen Lärms und Beleidigung des dortigen Bürgermeisters eingesteckt. Der Arrestant schimpfte und fluchte zunächst fürchterlich, dann aber öffnete er das Fenster und sang mit lauter Stimme:„Ich weiß ein Herz, für das ich bete“ und bombar⸗ dierte die draußen stehenden, andächtig lauschen⸗ den Zuhörer mit Kohlraben, die in dem Raume aufbewahrt waren. Am nächsten Morgen aber,
als man den Arrestanten herausholen wollte,
war der lustige Bruder ausgeflogen. Er hatte die vor dem Fenster befindlichen Eisenstäbe aus⸗ einandergebogen und war entschlüpft.
Räpelei„gebildeter Urteutschen.
Die Darmstädter Strafkammer verhan⸗ delte am Dienstag gegen vier„gebildete“ Anti⸗ semiten wegen Beleidigung. Zwei der Ange⸗ klagten sind Juristen, der eine sogar Amts⸗ richter. Dr. Mahr— so heißt dieser—, Rechtsanwalt Geßner fuhren mit den Brüdern Reitzel, deren einer Hofbuchhändler in Cann⸗ stadt, der andere Rechnungsrevisor in Darm⸗
stadt ist, am Abend des 7. August von Mainz nach Darmstadt. In dem Eisenbahnkoupee be⸗ fand sich ein jüdischer Kaufmann aus Groß⸗ gerau, den die biederen Teutonen, die in Mainz dem deutschen Weine gehörig zugesprochen hatten, sofort anpöbelten und auf der Fahrt bis Groß⸗ gerau mit Beleidigungen überhäuften, durch die sie ihre antisemitische Gesinnung zu erkennen gaben. Der Gerichtshof verurteilte den famosen Amtsrichter zu 150 M., zwei seiner Zechgenossen zu 70 M. und den dritten zu 50 M. Geld⸗ strafe. Wir fürchten, daß wenn ein Arbeiter etwa den Amtsrichter in ähnlicher Weise be⸗ 10 0 hätte, er nicht so billig davon gekommen wäre.
Ländliche Wahlschlacht.
Aus Raunheim schrieb man jüngst unserem Mainzer Parteiblatt:„Bei der Beigeordne⸗ tenwahl siegte mit 88 Stimmen Herr Ad. Preß 2. Sein Gegenkandidat, der seitherige Beigeordnete Gerlach erhielt nur 14 Stimmen. Der neugewählte Vize-Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, seine Wähler mit Freibier zu regalieren und es soll in Vertilgung des Gersten⸗ saftes ganz Bedeutendes geleistet worden sein. Als die„Gemütlichkeit“ um Mitternacht den Höhepunkt erreichte, wurde aus der Wahl⸗ Kneiperei eine Wahl-⸗Keilerei und die holde Einigkeit mußte der Zwietracht weichen. Aerztliche Hülfe wurde requiriert, denn der Sohn des Forstwartes Heß erhielt zwei Messer⸗ stiche. Heute sieht man verschiedene lebendige Zeugen des Kampfes mit geschwollenen Köpfen, blauen Augen ꝛc. umherwandeln.“
Aus dem Lande der Gottesfurcht und frommen Sitte.
Das Schwurgericht in Bonn hat am Samstag(8. Nov.) einen Doppelmörder freige⸗ sprochen. Der 42 Jahre alte Gutspächter Courth hatte sich wegen Tötung seiner Ehe— frau und seines Verwalters zu verantworten. Er hatte am 20. September auf seinem Gute bei Siegburg seins Ehefrau mit dem Ver⸗ walter beim Ehebruch überrascht, und er schoß noch am selben Tage beide nieder. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß die Frau fast mit dem gesamten männlichen Dienstpersonal seit Jahren geschlechtliche Beziehungen gepflogen hatte. Der Angeklagte gab an, er sei durch die Entdeckung so über⸗ rascht und erregt worden, daß er die Tat in unzurechnungfähigem Zustand begangen habe. Die Sachverständigen gaben die Möglichkeit zu, daß der Angeklagte sich in einer krank⸗ haften Gemütszerrütterung befunden habe, die den Ausschluß der freien Willensbestimmung bewirkte. Deshalb verneinten die Geschworenen die Schuldfrage und der Angeklagte wurde freigesprochen.— Daß so etwas in dieser Muckergegend passiert, zeigt, daß die Herren Stöcker, Burckhardt ꝛc. ihre Kapuzinerpredigten andern Leuten, als den Sozialdemokraten zu halten notwendig hätten.
Bankier als Mörder verurteilt.
Vor dem Oldenburger Schwurgericht spielte sich kürzlich ein aufsehenerregender Prozeß ab. Der Bankier Bade n⸗Bruns war der Ermordung des Oberamtsrichters Becker angeklagt. Baden⸗Bruns war Leiter der Olden⸗ burger Volksbank, die allerlei unsaubere Geschäfte machte, sich Wucherzinsen dafür zahlen ließ und viele Geschäfte dadurch schließlich zum Zusam⸗ menbruch brachte. Unter letzteren befand sich auch eine Delmenhorster Ziegelei, die in Konkurs geriet. Oberamtsrichter Becker wurde mit der Regelung dieses Konkurses beauftragt und erhielt so einen genauen Einblick in die Machenschaften und Geschäfte der Oldenburger Volksbank; er unterzog das Gebahren des Direktors Baden⸗ Bruns bei verschiedenen Gelegenheiten einer abfälligen Kritik. In seiner Wut darüber begab sich Baden⸗Bruns in die Wohnung des Ober⸗ amtsrichters Becker und ließ diesen, der gerade mit seiner Familie beim Frühstück saß, heraus⸗ rufen. Er streckte ihn mit drei Schüssen nieder und zertrümmerte darauf noch die ganze Zim⸗ mereinrichtung. Man nahm zunächst an, daß
er geistesgestöct sei; seine JIntermerung ul einer Irrenanstalt ergab jedoch, daß er durchaus mit Vorbedacht gehandelt hatte. Die Geschworenen erkannten nue auf schuldig des Totschlags, nicht des Mordes, wie der Staatsanwalt wollte. Baden⸗Bruns wurde zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Wegen Betrug erhielt er später noch ein Jahr dazu.
Kleine Mitteilungen.
* Bubenstreich. In Sprendlingen hetzte ein 13 jähriger Junge seinen ihn begleitenden Hund auf ein 9 jähriges Mädchen, das eine Ziege führte. Der Hund sprang auf die Ziege los, diese riß das Kind derart um, daß es mit dem Unterleib gegen einen Treppenstein fiel und sich so schwer verletzte, daß es bald darauf starb.
* Einen gräßlichen Tod fand in Offen bach am Sonntag der elfjährige Sohn des Portefeuillers Reitz. Er spielte mit Feuerwerkskörpern. Eine Rakete ging los und fuhr dem Knaben in den Mund, wodurch ihm der Kopf auseinandergerissen und er sofort getötet wurde.
* Ein Träger des vornehmsten Rockes. Am Samstag verhandelte das Kriegs gericht in Halle gegen den Leutnant Hinz v. Oertzen vom Halberstädter Kürassierregiment wegen versuchter Notzucht. Das Urteil lautete auf 4 Monate Gefängnis und Dienst⸗ entlassung.
* Geborstene Ordnungsstütze. Der ange⸗ sehene Großindustrielle Robert Martin in Hohensteir⸗ Ernstthal Sachsen), ist nach Hinterlassung von Wechselschulden in Höhe von 80000 bis 100 000 Mt. flüchtig geworden.
* Ein schweres Grubenunglück ereignete sich Freitag Abend auf der Zeche„Zentrum“ bei Watten⸗ scheid(Westphalen). Sieben Bergleute waren beim Ausfahren verbotswidrig in einem unter dem Haupt⸗ förderkorbe angebrachten und für Kohlenförderung von der unteren nach einer oberen Sohle bestimmten kleinen Förderkorbe gefahren; die Verbindung hatte sich auf bisher ungeklärte Weise gelöst und der Korb stürzte aus der Höhe der fünften Sohle in die Tiefe. Sämtliche Insassen waren sofort tot.
Partei-Nachrichten.
Wegen Beleidigung des dem Zentrum ange⸗ hörigen hess. Landtagsabg. Horn wurde Gen. Wiehle, Redakteur des„Offenbacher Abendblatt“, zu 200 Mt. Strafe verurteilt. Ein Pfaffenblatt hatte unseren Ge⸗ nossen Rau, der sechs Jahre den Lanbtagswahlbezirk Offenbach⸗Land in der Zweiten Kammer vertrat, auge⸗ rempelt und gesagt, Rau sei nicht im Stande einen fehlerfreien Brief zu schreiben. Darauf hatte Wiehle in seinem Blatt geantwortet, daß Rau dazu sehr wohl in der Lage wäre, aber es wäre zweifelhaft, ob der dem ultramontanen Blatt nahestehende Landtagsabg Horn es könnte. Dadurch fühlte Herr Horn sich beleidigt und klagte, worauf die erwähnte Strafe gegen Wiehle ver⸗ hängt wurde und der Herr Abg Horn nunmehr von dem häßlichen Verdacht, nicht fehlerfrei schreiben zu können, befreit dasteht.
Versammlungskalender.
Samstag, den 22. November.
Gießen. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Gießen. Glaserverband. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig.
Lollar. Wahl verein. Adends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Wirt Schupp.
Marburg. Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein„Ein⸗ tracht“. Abends 9 Uhr Versammlung bei K. Müller Nachf., Hirschberg 12.
Sonntag, den 23. November.
Gießen. Freie Turnerschaft. Von Vormittags
10 Uhr ab Turnen im„Pfau“. Montag, den 24. November.
Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Ugr Versammlung bei Orbig.
Dienstag, den 25. November.
Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb„Wiener Hof“.
Mittwoch, den 26. November
Gießen. Oeffentl. Gewerkschaftsversammlung. Abends
9 Uhr bei Orbig.
Briefkasten.
E.⸗Alsfeld. August Bock, Dammstr. 22.— Die Einrichtung der Sterbekasse im Wahlverein hat sich ganz gut bewährt.
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