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Nr. 12.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
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ohne jeden Erfolg. Im Gegenteil. Plötzlich entstand ein wüstes Handgemenge unter betäu⸗ bendem Gejohle und Gepfeife, Bierfilze schwirr⸗
ten durch die Luft, und gleich darauf sauste
ein Maßkrug auf den Kopf eines älteren Herrn. Viele ältere Männer verkrochen sich unter die Tische. Aber auch da waren sie ihres Lebens nicht sicher, denn schließlich wurden die Tische aufgehoben und von mehreren handfesten Männern als Zuschlagswaffe den Gegnern zugeworfen. Gleichzeitig begannen auch die ritterlichen Kämpfer für Wahrheit, Freiheit und Recht, mit Stüh⸗ len zu werfen. Ungefähr vier bis fünf Stühle sausten durch die Luft. Es herrschte ein solches Durcheinander und ein solcher Lärm, daß es unmöglich war, den Kampf in seinen Einzelheiten zu verfolgen. Jedenfalls dauerte der blutige Exzeß kaum länger als zwei Minuten. An einer anderen Stelle des Blattes heißt es: (Einen abstoßenden Eindruck machte das Be⸗ nehmen von Herren im geistlichen Ge⸗ wande, die im Saal und auf den Gallerien ihre Leute hetzten und durch die Daumen pfiffen wie Viehtreiber. Ein junger geistlicher Herr, der ersucht worden war, mit einzutreten für Herstellung der Ruhe, meinte achselzuckend, man müsse die Leute machen lassen.
Am gleichen Abend tagte eine große sozial⸗ demokratische Versammlung in einem anderen Vokale Münchens. Landtagsabg. Müller prach dort über das Schulgesetz und die Ver⸗ sammlung verlief in musterhafter Ruhe.„Um⸗ stürzler“ wußten stets den Anstand besser zu wahren, als die patentierten Ordnungsstützen.
Gerdauen⸗Nastenburg.
Im Reichstags⸗Wahlkreise dieses Namens fern in Ostelbien, wo die Agrarier zollwütig⸗
sster Sorte tonangebend sind, hat am Dienstag
seine Nachwahl für den verstorbeneu Abg. Grafen Klinkowström stattgefunden, der im Jahre 1898 im ersten Wahlgange gewählt wurde. Leider hat diesmal wieder der konservative Agrarier gesiegt. Es erhielten Stimmen: v. Rautter [kons.) 9546, Dultz(freis.) 4805, Ebhardt(soz.) 83618. Bei den letzten Hauptwahlen erhielt unsere Partei 3318 Stimmen, erhielt also diesmal 300 mehr. Eine größere Stimmen⸗Zu⸗ nahme war bei den Verhältnisseu in jenen ge⸗
ssegneten Gefilden, wo uns fast jede Agitation unmöglich gemacht wird, kaum zu erwarten.
Gemeindewahlen.
Bei den Stadtverordneten⸗Wahlen in
Königsberg haben sich unsere Parteigenossen am Donnerstag tapfer geschlagen.
In Folge
Ungültigkeitserklärung waren zwei Nachwahlen
vorzunehmen.
Die Gegner standen geschlossen
gegen uns. Trotzdem wurde in dem einen Be⸗ zirk unser Kandidat mit über 100 Stimmen Majorität gewählt, in dem anderen Bezirk unter⸗ lagen wir; die Gegner hatten eine Stimme
mehr als unser Kandidat.
. 1 8 Unsere Partei ver⸗ fügt nun über fünf Sitze im Stadtverodneten⸗ Rollegium.
— Ferner wurden bei den Gemeindewahlen einer großen Anzahl Orte besonders der Vor⸗ orte von Berlin und in der Provinz Sachsen
bedeutende Erfolge von unsern Genossen erzielt. In Groß ⸗Ottersleben, Willmersdorf, Pankow, Friedrichshagen und vielen andern Orten siegten
Ansere Genoffen mit großer Mehrheit.
Beseitigung des sächsischen Klassen⸗ wahlrechts?
Nach Zeitungsnachrichten hätte das sächs.
1 Ministerium über die Abänderung des Drei⸗
kassenwahlrechts beraten. Allerdings hat die sächs. Regierung mit dem Geldsacks⸗ Wahlrecht nicht die beste Erfahrung gemacht und stcher hat man den Wahlrechtsraub, durch den man ich gegen den Umsturz schützen wollte, schon bereut. Ob aber die Regierenden dadurch schon ur Einsicht gelangt und entschlossen sind, ein zerechteres Wahleystem einzuführen, erscheint nicht besonders glaublich. Darauf werden sicher uuch unsere Genossen in Sachsen keine Hoff⸗ nungen setzen. Die Regierung wird so wie nisher weiter wursteln.— Neuere Berichte
bestätigen diese Ansicht. Weder die Regierung noch die Kammern denken an eine Aenderung des geltenden Wahlrechts. Es bleibt also bei der Entrechtung der großen Masse der Be⸗ völkerung.
Um das allgemeine Wahlrecht
führen unsere Genossen in Belgien sehr hef⸗ tige Kämpfe. Vorige Woche wurde die Stimm⸗ rechtsvorlage in der Kammer beraten, wobei die Abgeordneten der Linken den Ministerprä⸗ sidenten, der ihnen Weglagerertaktik vorgeworfen hatte, heftig angriffen. Der Lärm wurde am Donnerstag so stark, daß die Sitzung aufge⸗ hoben wurde.— Die Sozialisten haben ihre Vertreter beauftragt, auf die Forderung des Frauenwahlrechts vorläufig zu verzichten und bei der Bewegung zu Gunsten der Verfassungs⸗ reviston lediglich die Erreichung des allgemeinen leichen Wahlrechts für die Männer zu ver⸗ 1 5 7 Die Einführung des Frauenstimmrechts würde nämlich die Macht der Klerikalen unge⸗ heuer stärken.
Nette Arbeitervertreter.
Im englischen Parlament ist ein An⸗ trag auf Einführung des Achtstundentages für die in den Bergwerken beschäftigten jungen Leute unter 21 Jahren abgelehnt worden. Es waren die„Arbeitervertreter“ Fenwick und Wilson, welche die durch Pickard vertretene Reform zu Fall brachten. Der Antragsteller hatte, um die Stimmen der Vertreter der Berg⸗ leute von Northumberland und Durham zu gewinnen, seine Forderungen wesentlich einge⸗ schränkt, immerhin wäre die Reform noch Tausenden von jungen Leuten zu Gute gekommen. Der Antrag wurde mit 224 gegen 158 Stimmen abgelehnt.
Die Arbeitszeit der jugendlichen Arbeiter in den Bergwerken hat das Parlament schon mehr als fünfzigmal beschäftigt. Trotzdem herrscht noch heute in vielen englischen Berg⸗ werken der schauderhafte Zustand, daß Jungen von 13—16 Jahren 10 und mehr Stunden täglich beschäftigt werden.— Man sieht, daß in diesem Falle die englischen Nur⸗Gewerkschaft⸗ ler kein Verständnis für die dringendsten Arbei⸗ terforderungen zeigen. Die Arbeiterklasse darf sich eben nicht nur gewerkschaftlich, sondern muß sich auch politisch bethätigen, sonst gerät sie unrettbar in den Sumpf.
Vernüftige Worte eines Ministers über die Arbeiter⸗Bewegung.
Ein deutscher Minister war es allerdings nicht, der etwa Anerkennendes oder auch nur Objektives über die Arbeiter sagte. In Deutsch⸗ land macht man wohl Zuchthausgesetze, oder mau erläßt im Verwaltungswege Bestimmungen, die die Freiheit der Arbeiterbewegung in jeder Weise zu behindern geeignet sind; oder die ober⸗ sten Gerichtshöfe sprechen Urteile, die die Thätig⸗ keit der Organisationen immer weiter einzu⸗ schränken sich bemühen. Aber zu einer objek⸗ tiven Würdigung der größten Kulturbewegung der Gegenwart, des Aufwärtsstrebens der Ar⸗ beiterklasse, haben es die Minister und Staats⸗ sekretäre in Deutschland noch nicht gebracht.
Der italten ische Minister des Inneru, Giolitti war es, der Freitag voriger Woche in einer Rede in der Kammer den Arbeitern Gerechtigkeit widerfahren ließ. Bei Vertei⸗ digung seiner Amtsführung kam er auf die Aus stä nde der ländlichen Arbeiter im vorigen Sommer zu sprechen, wobei er erklärte, daß man damals ebenso wie jetzt Ruhestör ungen befürchtet habe, ohne daß die Befürchtungen eingetroffen seien. Richtig sei, daß die Aus⸗ stände wieder begonnen hätten, aber das komme daher, daß man vor einer großen sozialen Be⸗ wegung aller Klassen des Proletariats stehe. Dieselben verlangten einfach bessere Lebensbe⸗ dingungen und sie hätten recht, keine ihrer Forderungen hätte einen politischen Charakter. Eine solche Bewegung werde nur dann ge⸗ fährlich und drohend werden, wenn die Re⸗
gierung glaube, sie mit Gewalt unter⸗ drücken zu sollen. Die Pflicht der Regierung sei, unparteiisch zu bleiben und die Rechte aller zu achten. Daher müsse die Regierung das Recht, in den Ausstand zu treten und die Berechtigung, für dieses Recht Propaganda zu machen, so lange achten, als keine Gewalt⸗ thätigkeiten damit verbunden seien, und ebenso müsse sie die Freiheit der Arbeit gewährleisten. Auch glaube er, daß, so weit nicht obligatorische Schiedsgerichte gesetzlich eingeführt seien, die Regierung das Recht und die Pflicht habe, ihre von beiden Parteien aufgerufenen Vertreter ein- greifen zu lassen, um eine friedliche Lös ung von Streitigkeiten herbeizuführen. Man dürfe sich nicht verhehlen, daß auch andere berech— tigte Ansprüche der arbeitenden Klassen Befriedigung erheischen, da die Löhne vieler zu gering seien. Es sei das große Ergebnis des Friedenswerkes der Regierung, daß sie vom Proletariat nicht als Feind betrachtet werde. Das sind zwar keineswegs sozialistische Aus⸗ führungen, wie denn Giolitti selbst ein Gegner der Sozialdemokratie ist. Aber Giolitti be⸗ trachtet die moderne Arbeiterbewegung wenig⸗ stens nicht mit Scheuklappen, wie seine deut⸗ schen Kollegen.
Nussisches.
Der Massenmörder von Blagowestschensk, General Gribsky der ehemalische Militär⸗ gouverneur des Amur⸗Gebietes, hat seinen Abschied erhalten. Gribskhy war es bekanntlich, der beim Ausbruch der chinesischen Wirren, angeblich zur Sicherung der ihm anvertrauten Prob inz mehr als 20000 Chinesen, Männer, Frauen und Kinder in den Amur treiben ließ, wo der größte Teil den Tod in den Wellen fand. Darüber wurde vor Kurzem in unserm Blatte eingehender berichtet. Die russ. Regierung scheint über diesen Menschen doch eine Art Scham empfunden zu haben.
Eine sonderbare Nachricht ging der Leipz. Volksztg. aus Moskau zu. Dort sind 21 Offiziere verhaftet worden, weil ste sich gewei⸗ gert haben, den Soldaten die Order mitzuteilen, daß ste bei der ersten nächsten Gelegenheit auf die demonstrierenden Arbeiter und Studenten werden schießen müssen. Das tapfere Verhalten der Offiziere soll durch Aufrufe veranlaßt worden sein, welche das russtsche revolutionäre Komitee, dem viele Studenten angehören erließ. Es ist gelungen, einen Kongreß der studentischen Organisationen von ganz Rußland abzuhalten, der weitausgreifende, die Bewegung betreffende Beschlüsse gefaßt hat.
Krieg in Südafrika.
Lord Methuen ist in Freiheit gesetzt worden, nachdem er sein Ehrenwort gegeben hat, nicht mehr gegen die Buren zu kämpfen. Man glaubt, daß er, sobald es sein Zustand gestattet, nach England zurückkehrt. Die Lon⸗ doner Blätter erklären fast einstimmig, daß Delarey sich durch diese Freilassung als Edelmann gezeigt habe. Mehrere Blätter fragen, welche Haltung nun die englische Re⸗ gierung angesicht dieser großmütigen Handlung Delareys einschlagen wolle. In Regtkerungs⸗ kreisen wird versichert, man werde als Revanche entweder Cronje oder Kruitzinger freigeben.
Großes Aufsehen erregt in England die Nachricht, daß der greise Feldmarschall Lord Wolseley plötzlich nach Südafrika abreist. Die englische Regierung läßt verbreiten, daß die Reise einen privaten Charakter trage, aber in dem Hofe nahestehenden Krelsen will man wissen, daß Lord Wolseley im Auftrage König Eduards, der wegen der Lage in Sud⸗ afrika sehr besorgt ist, nach dem Kap geht, um dem Monarchen persönlich über die wahren Zustände auf dem Kriegsschauplatz Bericht zu erstatten. Eduard der Dicke möchte sich bald krönen la ssen und es würde ihm unangenehm sein, wenn in die Feierlichkeiten Klagen über englische Niederlagen in Afrika ertönten.


