Ausgabe 
21.9.1902
 
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Nr. 38.

Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 3.

des Kompromisses mit gleichgestimmten Seelen 3. B. Stöcker samt Anhang) zu verteilen sei. Der Verleger der Staatsbürgerztg. forderte dagegenrücksichtsloses, selbständiges Vorgehen, dann werde man auch wesentliche Erfolge erringen und neue Mandate dazugewinnen. Der antisemitische Reichstagsabg. Gäbel erklärte noch zum Ueberfluß, daß die Mitglieder der sozialen Reformpartet beim Zolltarif im Allgemeinen imagrarischen Sinne stimmen würden. Ueber die Thätigkeit der antisemitischen Reichs⸗ tagsabgeordneren der Partei berichtete Abg. Werner. Er bezeichnete diese Thätigkeit als eine allgemein sehr befriedigende und hob zum Beweise hervor, daß von den Parteiver⸗ tretern 36 Reden gehalten worden seien. Auch bei den namentlichen Abstimmungen seien die Antisemitenmeist zugegen gewesen. Dem Delegierten Sommer Berlin, der verlangte, daß der Antisemitismus von den Parteiab⸗ geordneten auch im Reichstag mehr betont werde die Juden dürften nicht so mit Glacéhandschuhen angefaßt werden, anut⸗ wortete Werner: Man kann im Parlament die Judenfrage nicht gut an den Haaren herbei⸗ ziehen. Dieantisemitischen Eisenacher werden 1 855 Reichstagswahlen ihr blaues Wunder erleben.

Verkrachte antisemitische Gründung.

Die Hannoversche Landbank ist bank⸗ rott. Dieses Unternehmen war eine ausge⸗ sprochen antisemitische Gründung. Das Aktienkapital belief sich auf 1 Million Mark und wurde durch kleine Kaufleute, Grundbesitzer und antisemitisch gesinnte Männer gelehrten Berufs aufgebracht. An der Spitze der Bewe⸗ gung zu ihrer Gründung stand der Gewerbe⸗ kammersekretär Dr. Lindström, der die Kar⸗ riere eines Gymnasiallehrers aufgegeben hatte, um sich der antisemitischen Agitation und der Mittelstandsbewegung zu widmen. Die erst 1899 ins Leben getretene Bank hat in den drei Jahren ihrer Existenz 6, 5 und 4 Proz. Dividende bezahlt. Es ist unverstäydlich, wie plötzlich, wenige Mongte nach einer Dividendenzahlung von 4 Proz. ein so großer Verlust eingetreten sein kann, daß, wie berichtet wird, das ganze Aktien⸗ kapital verloren ist. Es liegt deshalb der Verdacht nahe, daß die Verwaltung sich auf Spekulationen eingelassen und deren Folgen in der letzten Bilanz nach Möglichkeit zu ver⸗ decken bemüht gewesen ist.

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Vom englischen Gewerkschaftskongreß

seien noch einige interessante und beachtenswerte Beschlüsse mitgeteilt. Von dem Delegierten der Bauhandlanger und allgemeinen Arbeiter, war eine Resolution über den Krieg eingebracht, die zwar von einer Seite Widerspruch fand, jedoch mit großer Mehrheit angenommen wurde: Dieser Kongreß betont aufs Neue, daß er Gegner aller Angriffskriege auf fremde Länder ist, da sie nur zur Bereicherung der widrigen Figur des kosmopolitischen Finanziers dienen, dessen Hauptzweck es ist, die Arbeiter aller Länder in allgemeiner, sozialer und ölonomischer Knechtschaft zu erhalten. Ward befürwortete im Anschlusse an seine Re⸗ solution einen Schiedsgerichtsvertrag zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Nordamerika, dem dann der nächste kontinentale Nachbar Englands beitreten werde. Von der Notwendigkeit der politischen Aktion der Gewerkschaften war man allgemein überzeugt, jedoch ist die Mehrzahl der Delegierten noch im Heervann der Liberalen und die Ver⸗ fechter einer unabhängigen Arbeiterpolitik sind noch dünn gesät. Um eine bestimmte Stellung⸗ nahme nach der einen oder anderen Seite aus dem Wege zu gehen, wurde eine Resolution angenommen, in der gesagt wird, daß das Komitee für parlamentarische Arbeitervertretung eine Konferenz derjenigen Körperschaften einbe⸗ rufen soll, die für die politische Aktion eintreten, um eine gemeinsame Grundlage zu schaffen für die politische Thätigkeit der Arbeiter. Es muß ja nun noch abgewartet werden, ob man grund⸗ sätzliche proletarische Politik verfolgen wird, aber, wie wir schon in der letzten Nummer

sagten, sehen auch die englischen Gewerkschaften ein, daß durch nur gewerkschaftliche Thätigkeit die Interessen der Arbeiter nicht genügend ge⸗ wahrt werden können. Ferner wurde eine Resolution angenommen, die eine Erleichterung der Erwerbung des englischen Bürgerrechts für Ausländer verlangt. Dagegen lehnte man eine Resolution, welche das Stimmrecht für die Frauen verlangt, mit 110 gegen 103 Stimmen ab. Die Mehrheit war der Ansicht, daß dann wohl die Frauen und Töchter der Aristokraten das Stimmrecht erhielten, den Arbeiterfrauen dasselbe aber verweigert würde. Welch rück⸗ ständige Elemente auf dem Kongreß noch an wesend waren, ist daraus zu ersehen, daß gegen einen Antrag auf Verbot der Arbeit von Kindern unter 15 Jahren noch 514000 Stimmen abge⸗ geben wurden. Angenommen wurde dieser An⸗ trag dagegen von 535000 Stimmen.

Für den Frieden.

So betitelt unser französische Genosse Jaures einen in derPetite Republique erschienenen Artikel. Er knüpft darin an eine Ansprache an, die der Literaturprofessor Droz aus Anlaß der Victor Hugo⸗Feste in Besancon an die erschienenen fremden Studenten richtete. Pro fessor Droz erinnerte an die bekannte Idee Victor Hugos von der Gründung der Vereinigten Staaten Europas, welche die Gelehrten, die Universitäten hätten verwirklichen sollen, die sie aber den arbeitenden Klassen zur Durchführung überließen. Droz wandte sich dann an die deutschen Studenten und rief: a

Brüder Deutschlands, seid willkommen! Wir dürfen nicht vergessen, wir vergessen nicht, was zwischen unseren beiden Ländern vor 30 Jahren vorgefallen ist und was sich daraus ergeben hat. Ihr selbst würdet uns verachten, wenn wir das vergäßen, und wir halten auf Eure Achtung, weil wir auf Eure Freundschaft halten. Victor Hugo träumte von einem letzten Kriege, nach dem die beiden Völker einander umarmen und ineinander aufgehen würden. Das war unter der Wucht unserer Niederlagen. Wir, seine Schüler, stoßen energisch nach 30 Jahren die Idee einer kriegerischen Revanche zurück und hegen die Hoffnung auf eine rück⸗ haltslose Aussöhnung, sobald diese möglich ge⸗ worden sein wird. Wir gefallen uns in dem Glauben, daß in einer schwer zu bestimmenden, aber hoffentlich nahen Zeit die Völker, wenn ste Herren ihrer Regierungen geworden sein werden, unter dem Weltreiche der Gerechtigkeit die Notwendigkeit fühlen werden, untereinander eine neue heilige Allianz, diesmal mit Recht so genannt, bilden werden und daß das Land, das uns entzweit, eine neue Stellung erhalten wird, in der diese Tochter Frankreichs und Deutschlands eine freie Stimme wird erheben können, um ihre beiden Mütter zur Einigung aufzufordern.

Die wahre Revanche, führt nun Jaurés in seinem Artikel aus, werde für die beiden Völker darin bestehen, die Freiheit zu entwickeln, die Demokratie zu verwirklichen, den Frieden zu organisieren. Die wahre Revanche werde die sein, das Schreckensgespenst der Revanche zu verjagen, das dem Militarismus, allen Kräften der Bedrückung, der Routine und der Reaktion den notwendigen Vorwand liefere. In dieser europäischen Strömung von Demokratie und Freiheit, in diesem französisch⸗deutschen Einver⸗ nehmen von Demokratie und Freiheit würden die Elsaß⸗Lothringer die notwendigen Bürg⸗ schaften des Rechts finden. Auch sie wollen den Frieden. Und wenn sie frei ihre Sympa thien für das Frankreich der Revolution aus⸗ drücken, wenn sie einmal sicher seien, daß sie nie mehr gegen dieses die Waffen zu tragen brauchen, wenn sie frei ihren Kindern all' die Ruhmesthaten und das Genie Frankreichs mit⸗ teilen können, dann werden sie an der edlen Aussöhnung zwischen dem deutschen und dem französischen Genie mitarbeiten. Das werde die wahre Rückkehr zum Vaterlande sein, die einzige, die die Menschheit nicht Blut und Thränen kosten und die endlose Reihe gegen

seitiger Revanchen unterhalten werde. fährt Jaurès fort:

Wir allein denken wirklich und tief an die Elsaß⸗Lothringer. Alles Uebrige ist nur Parade, und die leeren Revancheworte, die heute noch von einem Volte gesprochen werden, das die Revanche nicht will, dienen nur dazu, die rohe Herrschaft des Militärsystems zu perlängern und jene Schwenkung der europäischen Demo⸗ kratie zu verzögern, die Elsaß⸗Lothringen die große Rolle geben wird, die es spielen kann. Man braucht nur zu sehen, wie die chauvinisti⸗ schen Blätter Deutschlands die jüngste abscheu⸗ liche Revancherede des Generals André aufge⸗ nommen haben. Im Grunde freuen sie sich darüber. Sie wissen zwar, daß das nur leere Worte sind, daß Frankreich den Frieden will und kein blutiges Ideal hat, aber sie bedienen sich seiner Erklärungen.Europa sieht, sagen sie, daß das Deutsche Reich die Bürgschaft des europäischen Friedens ist. Nur weil das Reich militärisch stark ist, ist der Friede gesichert. Falls es einen Augenblick seine militärischen Einrichtungen vernachlässigte, würde es von Frankreich überfallen werden, dgs alle Kriegs⸗ minister, General André, wie General Boulanger, zum Kampfe gegen Deutschland aufreizen. Seien wir daher wachsam und stark. Die veraltete Rhetorik des Generals André hat also nur die Wirkung, dem deutschen Chaupi⸗ nismus Argumente zu liefern, die Macht des preußischen Militarismus zu erhöhen, das deutsche Kriegsbudget, somit auch das unserige, anzu⸗ schwellen und die Völker unter dem wachsenden Gewichte einer falschen Revanchepolitik und einer kriegerischen Lüge zu bedrücken. Mit diesem ruinierenden und tötlichen Schwindel muß end lich aufgeräumt und auf die verhängnisvolle Routine jener wahnwitzigen Deklamationen mit dem Rufe:Nieder mit dem Kriege! geant⸗ wortet werden. Trotz Allem schreitet die Idee des Friedens und der Abrüstung vorwärts. Man versucht es noch, sie mit Zornausbrüchen zu behandeln; man kann sie nicht mehr mit Verachtung behandeln. Und in der Eutrüstung, die man zur Schau trägt, ist nichts Aufrichtiges. Eine Trommel klingt immer hohl, selbst in Kriegszeiten. Wenn das Trommeln aber endlos über die Schlacht hinaus anhält, wenn es nur scheinbare Angriffe von Gaffern belebt, die sich nicht schlagen wollen, sondern nur den Stolz kriegerischen Schauers mit der Sicherheit des Friedens verquicken möchten, wenn es nur unnütz überlastete Völker wach erhält, dann ist es eine unerträgliche Musik. Und Europa wird bald sagen:Jetzt ist's genug!

Dann

Ein Pfarrer über den Sozialismus.

Pfarrer Mac Grady von Bellevue sprach unlängst in Philadelphia vor einer etwa 2000 Köpfe starken Versammlung über den Sozialismus als Mittel zur Zivilisation und verteidigte ihn gegenüber den Angriffen der frommen Augenverdreher und sonstigenStreng gläubigen. Er sagte unter Anderem Folgendes:

Der Zweck der Zivilisation liegt darin, die Menschen von dem Zwange unausgesetzter Arbeit zu befreien. Wir haben alle früheren Generationen weit übertroffen in der Ansamm⸗ lung von Reichtümern. Der Genius der Er findungen ist in alle Kanäle der menschlichen Thätigkeit eingedrungen. Lesen Sie den Bericht des Arbeitskommissärs der Regierung und Sie werden finden, daß unsere Produktivkräfte zwanzig Mal größer sind, als vor zehn Jahren.

Wir sollen zwanzig Mal so diel Annehm⸗ lichkeiten genießen; aber dies ist nicht der Fall. Armut herrscht überall und hält gleichen Schritt mit dem Fortschritt in allen Dingen. Man sagt, die Sozialisten sind Atheisten, Gottes- lästerer; ich frage, ist es Gottes lästerung, eine Besserung unserer Lage anzu⸗ streben? Sozialismus ist in erster Linie ein ökonomischer Kampf, ein Kampf zur Befreiung der Arbeiter aus der Lohnsklaverei, und darum auch eine Befreiung aller Menschen. Meine Freunde, Arbeit ist der Segen der Zivili sation. Arbeit baute die Städte, Dörfer. Ar⸗

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