Nr. 29.
dunn wäre ez
irbeiter am Sten in Spreng, hurden schr m mit dem andere sein wurden in lte es denn dere Vur⸗ glücsfälle orsicht kann gehen.
chain.
diesjährige werkschaften Sonntag, 8 310 Uhr melsberg Pauli und gungen für für Speise te gesorgt. zuentin das der hiestgen ranstalteten stets außer⸗ n sich einer en Atheiter⸗ für dieses er mit ihren finden und in Betracht
am Montag F Stadtber⸗ des Vereins tsgefahr in Walbeck he⸗ e jährlichen Us wurde gerade die hentwicklung cen hiesger be, gefördert 10 gewinscht, von 1400 4 omobile bon e Waserperk 1 dem Hin⸗ solche fertig den nächtt⸗ lehnt wurde, ter über die 1 Stadtbel⸗ Vesprengung ite ober tung eil 5 und nacht berantwolt⸗ uuglicde au fater 11 Isston 15 pellen er Nail
Nr. 29.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5.
soule ein Fest gefeiert werden, auf welches sich Jung und Alt schon seit Monden freute. Es war dies auch der Fall in der Familie eines Ackerbürgers, welcher mehrere tanzlustige Töchter, aber auch einen sterbenskranken Großvater besaß, welcher die große Rücksichtslosigkeit beging, grade am Vorabend des Festes das Zeitliche zu segnen. Was thun? Wurde der Tod bekannt, so konnte man sich doch unmöglich bei dem Feste zeigen. Was würden die Leute dazu sagen! Man verschwieg also den Tod des Alten und brachte die Leiche zur Nachtzeit hinab in den Keller. Am nächsten und an den folgenden vier oder fünf Tagen genossen die Familien⸗ mitglieder die festlichen Vergnügungen dann in vollen Zügen. Erst als der letzte festliche Tag auch vorüber, holte man die Leiche wieder aus dem Keller heraus, um sie droben in das Bett des alten Auszüglers zurückzubringen und mit gut geheucheltem Schmerz den Nachbarn zu erzählen, daß der Großvater„soeben“ verschieden sei. Die Nachbarn glaubten das auch, allein der die Totenschau übende Arzt erkannte aus gewissen untrüglichen Merkmalen, daß der Tod schon vor mehreren Tagen eingetreten sein müsse. Er nahm die„trauernden Hinterbliebenen“ in's Verhör und erfuhr so den Sachverhalt..
Kreisblati⸗Gedicht.
Das amtliche Kreisblatt für den Kreis Montabaur vom 12. Juli druckt ein ihm eingesandtes„Gedicht“ zum Lobe des Bauern ab, worin folgende Verse vorkommen:
Nun lob den braven Bauersmann, Der treu sein Feld bestellt; Der Schmuck und Pracht entbehren kann Und Gott vor Augen hält! Er ist des Reichen Fundament, Im Frieden schafft er Brot; Und wird einmal der Krieg erklärt, Dann ist er Helfer in der Not! Ferner: Und rinnt der Schweiß ihm von der Stirn, Und ist die Arbeit schwer, Und scheint die Sonne noch so heiß; Er klagt doch nimmermehr.( Und weiter: Das ist der Mann, der fest noch steht, Des Reichen Kraft und Mark; So lang er— gute Wege geht, Sind sicher wir und stark.
Der gottbegnadete Poet, der mit seiner Reimerei etwas Abwechselung in den öden Text des Kreisblattes bringen wollte, hat sich gewiß mit diesem einen schlechten Witz erlaubt. Er läßt das Amtsblatt die staatsfeindliche Wahrheit aussprechen, daß der Bauer des Reichen Fundament und Kraft und Mark ist, also, daß die besitzende Klasse den Bauern ausbeutet. Stimmt! Nur, daß es dem Ar⸗ beiter gerade so geht!
Wieder einer.
Nach Unterschlagung von Kirche n⸗ gel dern flüchtig geworden ist der Pfarrer Ziemer aus dem Dorfe Wollin im Kreise Prenzlau. Vor einigen Wochen verließ der 44 Jahre alte Geistliche seine Gemeinde, in der er eine lange Reihe von Jahren thätig war, mit dem Bemerken, daß er sich nach Berlin begebe, um sich hier in einer Augenklinik einer Operation zu unterziehen. Bald nach seinem Weggange wurde von mehreren Kirchengemeinde⸗ mitgliedern der Verdacht ausgesprochen, daß in der Verwaltuag der Kirchengelder etwas nicht in Ordnung sein könne, da Ziemer eine Revision der Kasse und der Bücher kürzlich mit einer gewissen Aengstlichkeit vertagt wissen wollte. Als seine plötzliche Abreise jenen Ver⸗ dacht noch reger machte, ging man an die Revision heran und entdeckte zahlreiche Fehl⸗ beträge, die Ziemer längere Zeit geschickt zu verschleiern gewußt hatte. Die Höhe seiner Veruntreuungen ließ sich noch nicht feststellen, da die Geschäfte der Kirchenverwaltung ziem⸗ lich verwickelter Natur waren.— Bald nach seiner Flucht wurde er in einem norddeutschen Kleinstädtchen erkannt und verhaftet.
Ein Hunne!
an den Folgen eines Fußtritts, den ihm im Verlauf eines Streites sein eigener Sohn beigebracht hatte. Wie die Familienangehörigen des Verstorbenen unserm Dresdener Parteiblatt schrieben, hat der Sohn unseres Parteigenossen als Soldat des Eisenbahn⸗Regiments den Feld⸗ zug in China mitgemacht. Als er in so brutaler Weise nach seinem Vater stieß, daß diesem der Mastdarm gerissen, mehrere Rippen gebrochen und andere schwere Verletzungen zugefügt wur⸗ den, gebrauchte er die Worte:„Warte, ich will Dir beweisen, wie wir's in China gemacht haben!“ Der rohe Patron ist verhaftet. Vor die Leiche des Vaters geführt, zeigte er keinerlei Reue. Wie muß dieser rohe Mensch nach seiner eigenen Aussage in China gehaust haben, den das graue Haupt des Vaters nicht vor einem Totschlag abschreckte.— Wieder ein Beweis, wie verrohend der Rachezug auf seine Teilnehmer wirkte.
Einsturz des Glockenturms in Venedig.
Der Glockenturm von San Marco in Venedig ist Montag früh eingestürzt, nachdem er schon vorher verdächtige Risse gezeigt hatte; auch die ihm vorgebaute Loggetta des San Sovino und die anstoßende Ecke des königlichen Palastes sind zerstört. Ein etwa 30 Meter hoher Trüm⸗ merhaufen bedeckt die Stätte, wo sich bisher der herrliche Bau erhoben hat; der Markusplatz und die ganze Umgebung sind mit Steintrüm⸗ mern und Staub bedeckt. Menschen sind dabei nicht ums Leben gekommen. Die Aufräumungs⸗ arbeiten sind sofort in Angriff genommen worden.
Fürchterliche Grubenkatastrophe.
Eine Explosion schlagender Wetter ereignete sich am 10. Juli in den Kohlengruben der Gesellschaft Cambria in Pittsburg(Amerika). 600 Grubenarbeiter wurden verschüt⸗ tet, die in einer Entfernung von zwei Meilen von der Oeffnung des Schachtes sich befanden. Die Zahl der Toten beträgt annähernd 250.
Kleine Mitteilungen.
„ Die Bahnstrecke Stockheim-Vilbel dürfte nunmehr bald zur Ausführung gelangen. Die Vorarbeiten sind erledigt, die Linien endgültig genehmigt und der Bahnbau wird demnächst in Angriff genommen werden.
e Böser Hahn. In Vilbel wurde ein zwei⸗ jähriges Kind von einem wütenden Hahne angegriffen und ihm durch Schnabelhiebe ein Auge so schwer verletzt, daß es auslief.
zer Schrecklich verbrüht. Im Hotel„Englischer Hof“ in Frankfurt stürzte am Montag ein dort im Dienste befindliches 20 jähriges Mädchen in einen großen Kessel kochender Bouillon, wobei es natürlich schwere Brandwunden erlitt. Es ist zweifelhaft, ob es mit dem Leben davonkommt.
z Die Land arbeiter verhältnisse beleuchtet folgendes von den Zeitungen gemeldetes Vorkommnis: Auf der Domäne Tren delnburg, Kreis Hofgeismar, stürmten infolge Lohnstreitigkeiten die Arbeiter mit Sensen und anderen Werkzeugen bewaffnet das Wohnhaus des Besitzers, des Freiherrn v. Grothe. Eine herbeigerufene Dragoner abteilung aus Hof⸗ geismar stiftete Ruhe.— Wenn sogar die anspruchslosen Polacken zu solchen Mitteln greifen, dann müssen es doch schon ganz erbärmliche Arbeitsbedingungen gewesen sein, die ihnen der freiherrliche Agrarier geboten hat.
ze Wieder zwei. Aus Köln wird berichtet: Der hochbetagte Dechant Ropperts aus dem benach⸗ barten Ehrenfeld wurde von der Kriminalpolizei verhaftet unter der Anschuldigung schwerer Sittlichkeitsverbrechen, begangen an den den Religionsunterricht des Pfarrers besuchenden Knaben.— Der fürstliche Seminaroberlehrer und Theologe Collm ann, ein Mitglied der ersten Gesellschaftskreise in Greiz, ist, wie von dort gemeldet wird, wegen schwerer Sittlichkeitsverbrechen, die er seit fünf Jahren mit Schülern und Schülerinnen verübte, verhaftet worden. Die Verhaftung erregt großes Aufsehen.
Gewerkschaftl. u. Arbeiterbewegung.
In gemeiner Weise verhöhnt die Hamburger Junung„Bauhütte“ die wegen Verbesserung ihrer Verhältnisse ausständig ge⸗ wordenen Bauhandwerker, die übrigens zum roßen Teil die Sperren über die Bauplätze
Kürzlich starb in Königsbrück(Sachsen) alter Parteigenosse, der Töpfer Frenzel,
wieder aufgehoben haben, aber trotzdem vorläufig
zur Arbeit nicht wieder angenommen wurden. In einem an einen auswärtigen Zimmerer gerichteten Engagementsbrief dieser Innung findet sich u. A. folgender Passus:„Da die hiesigen Gesellen die Sommerfrische genießen, d. h. anstatt zu arbeiten, auf den Straßen herumlaufen, so werden fremde Gesellen, die ordentlich arbeiten können, bevorzugt.“ Als Sicherheitsmaßregel wird etwaigen Arbeitswilligen anempfohlen, nicht im Arbeitsanzug zuzureisen. Auch sei die Polizei zu jeder Auskunft bereit. Wenn diejenigen, an welche das betreffende Schreiben adressiert ist, nicht jedes Gefühl für Arbeiter⸗ würde verloren haben, dann werden sie denselben die gehörige Nichtbeachtung schenken.
Partei-Nachrichten.
Manfred Wittichs Beerdigung fand am Sonntag in Leipzig unter riesiger Beteiligung statt, Hunderte prachtvoller Blumenspenden wurden dem Sarge vorangetragen. Genosse Grenz sprach am Grabe im Namen der Leipziger Parteigenossen; für den Partei⸗ vorstand war Genosse Pfannkuch erschienen, der dem Verstorbenen tief empfundene Abschiedsworte widmete.
Sozialistische Presse Deutschlands. Nach der letzten Zusammenstellung des Parteivorstandes er⸗ scheinen gegenwärtig in Deutschland 79 sozialistische Parteizeitungen, worunter 55 tägliche. Außerdem giebt es 67 Gewerkschaftsblätter. Ferner die„Neue Zeit“; die Unterhaltungsblätter Neue Welt und Hütte, sowie die Witzblätter„Wahrer Jakob“ und„Süddeutscher Postillon“.
Wahlkreis Gießen ⸗Grünberg⸗Nidda.
Sonntag, den 10. August, Mittags punkt 1 Uhr, im Lokale Orbig in Gießen:
Kreiskonferenz.
Tagesordnung: Abrechnung. . Vorstandswahl. .Die Landeskonferenz. Ref. C. Orbig. Der Parteitag. Ref. G. Beckmann. „Die bevorstehende Reichstagswahl. Ref. F. Vetters. . Verschtedenes.
Die Parteigenossen der einzelnen Orte im Kreise werden ersucht, für zahlreiche Beteiligung an der Kon⸗ ferenz zu sorgen und die Wahlen der Delegierten baldigst vorzunehmen. Etwaige Anträge wolle man an G. B eck⸗ mann, Gießen, Grünbergerstr. 44, gelangen lassen.
Der Vorstand des Kreiswahlvereins.
FDD
Versammlungskalender.
Samstag, den 19, Juli.
Gießen. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr General⸗Versammlung bei Orbig. T.⸗O.: Rech⸗ nungsablage, Vorstandswahl, Parteiangelegenheiten.
Marburg. Parteiversammlung. Abends 9 Uhr bei Jesberg. T.⸗O.: 1. Abrechnung der Kolportage⸗ Kommission und Neuwahl derselben. 2. Nächstjährige Reichstagswahl.
Wieseck. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr außerordentliche Generalversammlung. T.⸗O.: Ab⸗ rechnung des Festkomitees; Vereinsangelegenheiten.
Montag, den 21. Juli.
Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr
Versammlung bei Orbig.
Briefkasten. Liste sehen wir uns erst genauer an.
Ueber die Cochemer Geschichte konnten Lassen aber
th.-Witzlr. R. ⸗Hachbg. wir noch keine Erkundigungen einziehen.
die Sache nicht aus dem Auge, Gruß!
Tuche und Buxkin 2 Anfertigung nach Mass a
Markus Bauer, Giessen
f f f


