8
Hesezent⸗ ende Bz. emjenigen de straf. Ard der 0 dur
en peri⸗ als dag mur das⸗ Voit die ist in den ersolgung doit, auch mucschrst wenn in on ihren galt hat.“ Maßregel. ir sorgen, ei Pribat⸗
cutschland, Lieber als wird sich ende seine die folgen⸗ der hält. h um ein das zwei lonaten angeblich es Haus⸗ ben sollen.
besitzets in Zimmerern Nie beiden iesen Bau der Ange⸗ eu, demzu⸗ rer wegen hruchs und beordnung chme ergab „während digung da⸗ daß er Ar⸗ „ die nicht wohl von m gegossen, sstücken ge⸗ eußerungen hrt werden t zu der n Gefang⸗ En te und
ung niht 10 Wal, el den, wurde 7 bestraft, u der Vil⸗ behaupte,
—
3
——.. eee, e e
längere Zeit in ärztlicher Behandlung.
Nr. 16.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite. 3
weise wiedergeben lassen. Erst als von außen an die Thür geklopft wurde, standen die Wüst⸗ linge von ihrem unsauberen Beginnen ab. Das Mädchen war nach jenem Vorfall bettlägerig, bekam stark angeschwollene Füße und stand Der Staatsanwatt beantragte gegen zwei der Wüst⸗ linge vier, gegen die übrigen vier Angeklagten drei Monate Gefängnis. Und das Urteil? Vier erhielten die für ihre Verhältnisse lächer⸗ liche Geldstrafe von ganzen 450 Mk., zwei wurden freigesprochen!— In der Begrün⸗ dung sagt das Gericht, es habe zu Gunsten der Angeklagten deren Jugend, deren etwas leichten Sinn und die damalige Ange ⸗ trunkenheit in Betracht gezogen, dann deren ungetrübten Leumund.— Das ist gewiß nachsichtig. Den armen Opfern des Löbtauer Zuchthausurteils wurde ihre Angetrunkenheit nicht als strasmildernd angerechnet. Diese beiden Erkenntnisse lassen wieder, wie schon so manche
vor ihnen, den obenerwähnteu Ausspruch Lieber's
mehr als berechtigt erscheinen.
Zahllose Soldatenschindereien
sind in der letzten Zeit von den Militärgerichten abgeurteilt worden. Unser Chemnitzer Partei⸗ organ hat sich eine Liste der allein in Dresden
und Chemnitz verhandelten Fälle angelegt, in welchen wegen Mißhandlungen von Soldaten
in und außer Dienst, Offiziere, Unteroffiziere
und Gemeine in der Zeit vom 1. April 1901
bis 1. April 1902 abgeurteilt wurden. In diesem Jahre sind nur von diesen beiden Kriegs⸗ gerichten 38 Soldatenmißhandlungsprozesse ver⸗ handelt worden, darunter einer, in dem 81 Einzelfälle, ein anderer, in dem gar z wei⸗ hundert Fälle zur Sprache gekommen sind. Unter den Bestraften finden sich alle Dienst⸗
rade, vom Hauptmann bis zum Gemeinen herab, vertreten. Wie hervorgehoben, handelt es sich hier nur um zwei sächsische Garnison⸗ plätze; man kann sich danach ein Bild machen, wie es im ganzen Reiche auf diesem traurigen Gebiete aussieht.
Pfäfsische Verdummungsarbeit.
Was das klerikale Regiment in Bel gien für„Erfolge“ auf dem Gebiete des Schul⸗ wesens aufzuweisen hat, geht aus einer Broschüre hervor, die kürzlich in Brüssel erschienen ist, Danach sind unter der jetzigen klerikalen Regie⸗ rung in Belgien 2243 Volksschulen und 14 Normalschulen geschlossen worden; zur Ent⸗ lassung gelangten 1500 Lehrer. Die Zahl der belgischen Gemeinden, wo nicht einmal mehr eine Gemeindeschule existiert, beträgt 275. Auf eine Million kommen 290,000 Kinder im schulpflich⸗ tigen Alter, die keinerlei ernsthaften Unterricht erhalten.— Also beinahe ein Drittel der Kinder ohne ordentliche Schulbildung! Natürlich, je ungebildeter das Volk, desto fester ist die Pfaffen⸗ herrschaft begründet. Und was das nach der materiellen Seite hin bedeutet, zeigt das Riesenvermögen der Kirche und der Klöster, das, wie in letzter Nr. schon angegeben, auf drei Milliarden Frks. geschätzt wird.
Wahlrechtsbewegung in Schweden.
Wie in Belgien, so rühren sich auch in Schweden unsere Genossen, um das allge⸗ meine Wahlrecht zu erringen. Der sozialdemo⸗ kratische Parteitag, der am Sonntag in Stock⸗ holm tagte, nahm eine Resolution an, nach der beabsichtigt wird, eine permanente Agitation für den General ausstand bis zur Durch⸗
führung zufriedenstellender Erweiterungen des Stimmrechts zu organisiren. Von Sonntag, den 20. April, ab sollen im ganzen Lande jeden Sonntag Demonstrationsver⸗ sammlungen stattfinden, bis der Bericht des Verfassungsausschusses über die Stimmrechts⸗ vorlage der Regierung erschienen ist. Wenn der Reichstag die Beratung über das Stimmrecht beginnt, soll die Arbeit womöglich überall niedergelegt und sollen die Demonstrationen fortgesetzt werden.
Glänzeuder ante der Sotialdemo⸗
ratie. Im Schweizer Kanton St. Gallen fand
ü
am Sonntag eine Ersatzwahl für den zurück⸗ getretenen Regierungsrat Curti statt. Ein äußerst erbitterter Wahlkampf war vorausge⸗ gangen, wobei sich die Liberalen mehrfach Aus⸗ schreitungen gegen unsere Genossen erlaubten.
Trotzdem ist unser Genosse Scherrer mit der glänzenden Stimmenzahl von 29,098 gegen 20,520 in den Regierungsrat gewählt worden, der damit eine neue tüchtige Kraft und einen würdigen Nachfolger Curti's erhält.
Erschießung des russischen Polizei⸗ ministers.
Die russische Gewaltpolitik hat wieder ein neues Opfer gefordert. Am Dienstag Nach⸗ mittag erschoß ein Student den Minister des Innern.
dessen Ankunft in Vestibule des Reichsratsge⸗ gebäudes ein versiegeltes Couvert mit der Bemerkung, er habe es ihm im Auftrage des Großfürsten Sergius zu überbringen. Im
selben Moment feuerte er vier Schüsse auf den
Minister ab und traf ihn tötlich. Der Mörder,
der festgenommen wurde, giebt an, Balschanew
zu heißen. Er behauptet, als Student der Universität Kiew bei den vorjährigen Unruhen gemaßregelt und dadurch zu einem Racheakt gegen den Minister bestimmt worden zu sein.
Krieg in Südafrika.
Ueber die Friedensverhandlungen verlautet nichts Bestimmtes. Seit voriger Woche befinden sich die hervorragendsten Buren⸗ führer, darunter Steijn, Dewet, Dela⸗ rey u. a. in Pretoria, wo ste mit Kitchener und Milner verhandeln. Ob die Konferenz ein günstiges Ergebnis zeitigen wird, bleibt immer⸗ hin fraglich.— Der englische Schatzsekretär sagte in einer langen Rede am Montag, er habe Hoffnung auf ein günstiges Ergeb⸗ nis der Konferenzen der Burenführer, könne sich aber durch solche Hoffnungen bei einer solchen Gelegenheit nicht beeinflussen lassen. Nichts sei mehr geeignet, in der gegenwärtigen Krisis zum Frieden beizutragen, als der Entschluß des Parlaments des Landes, daß, wenn unglück⸗ licherweise die Hoffnungen sich nicht erfüllen sollten, der Krieg bis zum erfolgreichen Ende geführt werden müsse, koste es, was es wolle. Man könne ihn fragen, was geschehen solle, wenn binnen einigen Wochen der Friede ein⸗ trete. Er möchte dem Hause bemerken, daß wenn es auch eine kostspielige Sache sei, Krieg zu führen, es doch gleichfalls kostspielig sei, ihn zu Ende zu bringen. Weiter teilte er mit, daß die Kriegsaus gaben bisher 160 Millionen Pfund(3200 Mil⸗ lionen Mark) betragen.— Am Mittwoch erklärte der Staatssekretär für Indien, Hamil⸗ ton, in einer Versammlung, die Regierung würde den Buren keine hauptsächlichen Kon⸗ zessionen machen.
1
Arbeiterbewegung.
Die Schneider in München waren von ihren Unternehmern ausgesperrt worden. Am Montag fanden vor dem Müncher Gewerbe—
ericht Einigungsverhandlungen statt, die von
rfolg begleitet waren. Von beiden Seiten wurde Entgegenkommen gezeigt, die Aussper⸗ rung aufgehoben und der Kampf für beendet erklärt. f
Der Streik der Schreiner und Lackterer in Isenburg dauert noch fort. Den Fabrikanten ist es mit Mühe und Not gelungen, einige Streikbrecher zu bekommen, das ist aber ganz unbrauchbares Material.— Wir sagten früher schon, daß ein Schreiner auf die Isenburger Spezialitäten gut eingeübt sein muß, wenn er auch nur seinen Durchschnitts⸗ lohn verdienen will,
T Aus dem Maurer verband. Die Jahresabrechnung des Zentralverbandes der Maurer für das Jahr 1901 den eine Gesamteinnahme von 1, 248 544 Mk. der eine Aus gabe von 994958 Mk. gegen⸗ übersteht. Diese Summe setzt sich zusammen:
Der Attentäter trug Adjutantenuni⸗ form und übergab dem Minister Ssipjagin, bei
Prozente der Zweigvereine M. 221 552,68, Verbandsorgan 86 751,25, Gaue 26 442,28, Agitation 31 983,86, Streiks im eigenen Ge⸗ werbe 488, 450,63, Streiks anderer Berufe 9500,—, Gemaßregelten-Unterstützung 9647,96, Rechtsschutz 11 497,99, Reisenunterstützung 22 730,40, Sterbenunterstützung 13 840,—, Generalversammlungen und Konferenzen M 20 889,76, Quartalsbeitrag an die General⸗ kommission M 8718,—, statistische Erhebungen M 2090,46, Protokolle und Broschüren M 5039,—, Zeitungen in fremder Sprache M 1204,65, sachliche Verwaltungskosten M. 18 988,61, persönliche Verwaltungskosten M. 13 609,67, sonstige Ausgaben M. 2021,14.
Von Uah und gern.
Hessisches.
Aus dem Landtage. Der zweiten Kammer hat die Regierung zu der Vorlage betreffend die Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte eine umfangreiche Begrün⸗ dung übermittelt. Herausgehoben sei aus ihr der Grundsatz, daß die Gemeinde die verantwortliche Trägerin der Bestrebungen zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse sein und der Staat mit seinem Kredit ihr nur helfend und fördernd zur Seite stehen soll. Das neue Gesetz will auch die Beseitigung der Wohnungsmißstände in Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern ermöglichen, da diese Mißstände bis in die kleinsten Gemeinden in gleichen oder nur wenig geringerem Maße vorhanden seien, wie in größeren Orten, und zwar nicht nur in Gemeinden mit mehr industrieller, sondern auch in solchen mit überwiegend Landwirtschaft treibender Bevölkerung. Es wird geradezu die Frage aufgeworfen werden können, ob nicht die Landflucht teilweise in den schlechten Wohn⸗ ungsverhältverhältnissen ihren Grund hat, deren Besserung auch nach jener Seite hin günstig wirken würde.
— Eine weitere der zweiten Kammer zuge⸗ gangene Regierungsrorlage betrifft die Errich⸗ tung von Irrenanstalten. In dieser Vorlage wird die Genehmigung eingeholt, daß die für Oberhessen geplante Landestirren⸗ anstalt in die unmittelbare Nähe von Gießen, diejenige für Rheinhessen bei Alzey errichtet werde. Für Ausarbeitung der Pläne und Veranschlagung der geplanten Neubauten werden je 8000 Mk. und für Errichtung der beiden Anstalten(1. Baurate) 120,000 Mk. als Nachtragsforderung gefordert.
Gießener Angelegenheiten.
— An die Arbeiter⸗Sänger richtet sich ein Aufruf des geschäftsführenden Aus⸗ schusses der Liedergemeinschaft der deutschen Arbeiter⸗Sänger⸗ Vereinigungen. Darin heißt es:„Wie auf politischem und gewerkschaftlichem Gebiete die Arbeiter ihre eigene Organisation bilden, durch die sie sich die ihnen gebührende Macht erringen, so auch auf dem Gebiete des Gesanges. Die Liedergemeinschaft der Arbeiter-Sänger⸗ Vereinigungen hat die früher zersplitterten und daher wirkungslosen Kräfte der Arbeiter-Sängerbünde und Vereine zu einer notengemeinschaftlichen Organisation vereinigt, die ihnen das Arbeiterlied gab, das ihre Hoff⸗ nungen, ihre Freude und ihr Leid zum Aus⸗ druck bringt. Daß diese nur zu oft im schroff⸗ sten Widerspruch zu denen der bürgerlichen Welt stehen, welch' denkender Arbeiter weiß und liest das nicht heute auch? Und doch sind noch zahlreiche Sänger vorhanden, die anstatt auch im Liede sich zur Freiheit bekennen, deren Geg⸗ nern Gefolgschaft leisten. Hier Wandel zu schaf⸗ fen, dazu erheben wir unsere mahnende Stim⸗ me. Mit Erfolg hat sich die Liedergemeinschaft in den 10 Jahren ihres Bestehens bemüht, durch Preisausschreiben wie durch direkte Auf⸗ träge den Liederschatz zu vervollkommenen.
Der Liedergemeinschaft ꝛc. gehören zur Zeit 32 Arbeiter⸗Sängerbünde an, bestehend aus 970 Vereinen mit einer Gesamtmit⸗ gliederzahl von ca. 40 000 Sängern. Nach den
— 22
* 8 *
r
F
.
— ——


