Ausgabe 
19.10.1902
 
Einzelbild herunterladen

Beweisen e Veseiti⸗ s Gebot erklärte n Reichs urzturger Cageslicht e brachte, t die Ein⸗ reien er⸗ auch ein ute nichts Jewerk⸗ der letzten andes mit iesolution, finschreiten dert wird. erhandelte gegen den dei Fried r soll, als in auf der ein un⸗ zu haben. ch weitere Wegen er Maurer antworten. Gastwirts⸗ der Kreis⸗ und ihr anger Ver⸗ un schuldig ren Ge⸗ 16 Adler- ergmaun t stat. its zahl⸗ düßt auch Der ihm er sich in 9 gemacht 2 No⸗

Nr. 42.

Mitteldentsche Sonntag tag ug.

957

Seite 5.

Sache mit dem Falscheid als unrichtig bezeichnet.

Wörners Beerdigung erfolgte Teilnahme der Einwohner.

Aus dem Rreise Wetzlar. Die Lesevereinigung veranstaltet auch

unter großer

für diesen Winter eine Anzahl belehrender und populärer

Vorträge, deren erster nächsten Mittwoch am 22. Oktober stattfindet. Professor Biermer⸗Gießen wird an diesem Tage überdie deut sche Reichsbank sprechen. Ferner sind als Vorträge in Aussicht genommen: Enoch Arden, Rezitation von Emil Walkotte;

Mittelalterliche Kunst:Raffael, Vortragender Rektor

Lang aus Frankfurt; Musikgeschichte:Weihnachts⸗ lieder, Vortragender Musiklehrer Gerold in Frankfurt; und schli eßlich:Schillers Jugend⸗ jahre von Prof. Dr. Mannheimer⸗Frankfurt. Die Eintrittspreise zu diesen interessanten Vorträgen find so niedrig gesetzt, daß auch der minderbemittelte Arbeiter sie besuchen und seine Kenntnisse erweitern kann. Wir möchten allen(ent ssen den Besuch der Vorträge empfehlen.

t.Unparteiischer Schwindel. In wie gemeiner Weise die sogenannteunparteiische Presse gegen unsere Partei hetzt, das beweist eine vor Kurzem erschienene Notiz imWetzl. Generalanzeiger, in welcher Genossen Bebel unterschoben wird, daß er auf dem Münchener Parteitage die Bauern als egoistischen und bornierten Menschenschlag bezeichnet habe. Längst ist dabei richtig gestellt, daß Bebel von den r hat, was ganz etwas anderes ist. as braucht aber dasunpartei⸗ ssche Organ nicht zu wissen, es verleumdet

munter darauf los. Diese Art Blätter spekulieren

unter der Flagge derUnparteilichleit besonders auf die Arbeiter als Abonnenten. Welcher Arbeiter nur einigermaßen denken gelernt hat, duldet ein derartiges Blatt nicht in seinem Hause.

W. Erbärmliche Waffen. Wer als Mitkämpfer in unseren Reihen für die Besitzlosen und Unterdrückten eintritt und sich gegen die Herrschaft des allmächtigen Heldsacks auflehnt, der muß manches über sich ergehen assen. Zwar hat man schon vor langer Zeit und von erschiedenen Seiten den Kampf mitgeistigen Waffen egen dieIrrlehren der Sozialdemokratie proklamiert, damit kam man nicht weit, man zieht deshalb vor mit bequemeren und im ersten Augenblick auch manchmal wirksameren, wenn auch schofelen und ehrlosen Waffen gegen uns zu kämpfen. Maßregelung, geschäftliche Schädigung und gesellschaftliche Aechtung mußte schon mancher Genosse über sich ergehen lassen. Mit Vorliebe wendet man diesefeinen Mittel in Städten an, deren größtenteils spießbürgerliche Einwohnerschaft das Schmach⸗ volle solcher niedrigen Waffen nicht empfindet. Unser Genosse Fauth kann in dieser Beziehung auch ein Lied singen. Nachdem er vor Jahren aus seiner Arbeitsstelle unter eifriger Mitwirkang eines jetzigen Stadtvaters hinausgeworfen war, machte er sich selbständig und arbeitete und wohnte ruhig in der Sophienstraße. Seine Kundschaft und sonst Jedermann war mit ihm zufrieden. Auf einmal wurde ihm seine Wohnung gekündigt. Unser Freund konnte sich nicht erklären warum. Befand er sich doch mit seinem Hausbesitzer im besten Einvernehmen. Bald erkannte er aber den Grund. Im gleichen Hause hatte nämlich der sehr be⸗ kannte Fabrikant Ohlenburger eine Wohnung gemietet. Dieser scheint die Sozialdemokraten und besonders Fauth nicht leiden zu können. Leute wie Herr O., der als ganz armer Teufel nach Wetzlar kam, aber durchFleiß und Sparsamkeit vielleicht auch noch durch andere für ihn glückliche Umstände eszu Etwas gebracht hat, sind keine Freunde der Umstürzler. Jetzt wurde es auch Fauth klar, warum Ohlenburger einmal von der Straße herauf die geballte Faust drohend gegen das Fenster unseres Genossen erhob. Nun, Fauth wird diesen Nadelstich überwinden und keines weges besser über die schofeln, von überaus niedriger Gesinnung zeu⸗ genden Kampfmittel denken, die man gegen ihn anwendet.

t. Gemeinderatswahl in Krofdorf.

Unsere Partei hat bei der am Dienstag hier

stattgefundenen Gemeinderatswahl einen recht erfreulichen Erfolg zu verzeichnen. In der dritten Wählerklasse wurden die von unsern Genossen aufgestellten Kandidaten g. ewählt. Die auf sie gefallene Stimmenzahl ist ja nicht hoch; aber bei dem elenden Wahlsystem(öffent- liche Stimmabgabe) können wir mit dem Re⸗ sultat sehr zufrieden sein. Nächsten Dienstag (21. Oktober) findet im Vokale der Wwe. Abel eine Volksversammlung mit der Tagesordnung: Der Parteitag in München statt. Referent ist Genosse Vetter s-Gießen, Hoffentlich sorgen unsere Freunde für recht zahlreichen Besuch.

Aus dem Rreise Marpurg-Ter hal.

St. Parteiversammlung. Am Sams⸗ tag, den 25. d. Mts., Abends 9 Uhr, findet im Lokale von D. Jesberg eine öffentliche Parteiversammlung statt, in welcher Redakteur Vetters⸗Gießen über den Parteitag in München referieren wird. Außerdem finden die Abrech⸗ nungen des Vertrauensmannes, sowie der Kol⸗ portagekommission statt und die Neuwahl des Vertrauensmannes. In Anbetracht der reich⸗ haltigen und interessanten Tagesordnung ist zu erwarten, daß die Versammlung recht zahlreich besucht wird.

Verunglückt. Am Dienstag mittag geriet am Rotengraben, einer äußerst steilen Straße, ein leerer Lastwagen in's Rollen. Ein Arbeiter, welcher noch schnell bremsen wollte, geriet hierbei unter den Wagen und wurde überfahren. Er trug außer einem Beinbruch noch andere Verletzungen davon und mußte in die chirurgische Klinik gebracht werden. Der Verunglückte ist aus Wehrda, verheiratet und Familienvater.

Konsumverein. Auf Einladung des hiesigen Konsumvereins versammeln sich am Sonntag, den 19. d. M., vormittags 10 Uhr, im Jesberg'schen Lokale dahier eine Anzahl Vertreter des hiesigen und verschiedener aus⸗ wärtiger, benachbarter Konsumvereine, um über die Gründung einer gemeinsamen Einkaufs- genossenschaft zu beraten. Der Vertreter der Hamburger Großeinkaufsgenossenschaft, Herr Dejung aus Mannheim, wird der Beratung ebenfalls beiwohnen. Auch soll bei dieser Gelegenheit eine kleine Waren⸗Ausstellung ver⸗ anstaltet werden. Die zweite Verkaufsstelle des hiesigen Konsumvereins, die Filiale Ockers⸗ hausen, wird am Samstag, den 18. ds. im Hause des Herrn Gastwirts Metzi dortselbst eröffnet. Der Verein zählt jetzt schon, nach kaum Jahresfrist, ca. 180 Mitglieder. Etwaige Klagen der Mitglieder sind beim Geschäfts⸗ führer Fischer anzubringen und wird derselbe, wenn irgend thunlich, sofort Abhilfe schaffen. Es ist das einzige und richtigste Mittel, um allen etwaigen Beschwerden abhelfen zu können.

ueber den Juden⸗Hirschel schreibt uns aus Marburg ein Genosse:Die OffenbacherVolkswacht deren Redakteur Hirschel heißt, wirft bekanntlich Juden und Sozialdemokraten in einen Topf und spricht von derdaitschen Sozialdemokratie. Nicht, daß sich die Sozialdemokratie darüber zu ärgern braucht! Denn was die Junker⸗Schutztruppe über die Sozial⸗ demokratie denkt, spricht oder schreibt, kann ihr Wurscht sein. Ueberhaupt wären die Deutsch⸗ Sozialen oder wie sich die Gesellschaft von derVolks⸗ wacht nennt, für die Sozialdemokraten viel zu minder⸗ wertig, als daß sie diese beachten sollten, wenn jene nicht ein Anhängsel der Bündler oder der Kon⸗ servativen wären. Da nun das Offenbacher Blättchen stets von derverjudeten Sozialdemokratie spricht, so möchte ich Sie darauf hinweisen, daß Hirschel ja eee eee das heißt, er stammt von jüdischen Voreltern ab, die sich wahrscheinlich irgendwo haben taufen lassen. Das war hier in Marburg, als sich der Hirsch(el) s. 3. noch hier befand, ja stadtbekannt. Die jüdischen Vor⸗ eltern dieses Hirsch(el) haben Hirsch geheißen, aus welchem Namen dann jene Juden einen Hirschel machten. Damit stimmt ja auch sein Aeußeres überein. Wer ihn sieht, dem muß sofort der Gedanke kommen, daß der Mann eine unverkennbare Aehn⸗ lichkeit mit Juden aufweist. Weshalb ereifert sich der Mann in seinerVolkswacht nur stets so sehr über die ver judete Sozialdemokratie? Wäre sie dies, dann wäre sie nichts weiter als eine ver⸗ hirschelte Sozialdemokratie. Es ist nun von jeher bezeichnend für das Renegatentum gewesen, daß es seine einstigen Glaubensgenossen am wütendsten anfeindet. Dies trifft also auch bei dem Hirsch(el) zu. Diese drei Umstände, die auf letzterem also zutreffend sind; Name, Aeußeres und Renegaten⸗Eigenschaften, dürften völlig genügen zum Beweis dafür, daß Hirschlel) ein Juden⸗ Abkömmling ist. Wenn nun auch derdaitschen Sozialdemokratie die Nachrede, sie sei verjudet, gleich⸗ gültig sein kann, so müßte sie den Vorwurf, sie sel verhirschelt falls er ihr gemacht werden könnte aber ganz energisch von der Hand weisen. 0 5

Die Plauderei ist ja ganz amüsant. Natür⸗ lich machen wir dem Sachsenhäuser Architekten seine jüdische Abstammung nicht zum Vorwurf.

Wir beurteilen ihn nach seinen Thaten und da haben wir allerdings sehr viel auszusetzen.

Partei-Nachrichten.

Die Frankfurter Parteigenossen beschäf⸗ tigten sich in ihrer letzten Versammlung mit den Stadt⸗ verordnetenwahlen. Diese finden am 12. November statt. Unsere Genossen haben ihre Kandidaten bereits aufgestellt und die Agitation aufgenommen. Es ist zu erwarten, daß für uns einige Sitze gewonnen werden.

Parteipresse. Die FrankfurterVolks⸗ stimme wird vom 1. Dezember ab in einer Stärke von mindestens acht Seiten und reichhaltigerer und ver⸗ besserter Ausstattung erscheinen. Anstatt auf der jetzigen kleineren Rotationsmaschiene wird das Blatt von dem genannten Zeitpunkte ab auf einer neuen 16 seitigen Rotationsmaschine gedruckt. Damit werden viele Wünsch e der Arbeiter in Bezug auf die Zeitung erfüllt. Ohne stetige unablässige Arbeit der Genossen wäre diese er⸗ freuliche Entwickelung des Blattes nicht zu verzeichnen.

Versammlungskalender.

Samstag, den 18. Oktober. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Brauer. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Löb, Wiener Hof. Heuchelheim. Abends ½9 Uhr: Oeffentliche

Parteiversammlung bei Wirt Germer,Zum grünen Baum. T.⸗O.: Der Parteitag in München. Ref. Genosse Vetters.

Sonntag, den 19. Oktober.

Lollar. Versammlung in derGermania Nachmit⸗ tags 3 Uhr.

Dienstag, den 21. Oktober.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sigung bei Orbig. Karten⸗Ausgabe für die Rezi⸗ talion Walkottes:Die größte Sünde. Ferner werden zu dieser Sitzung alle Arbeiter und Genossen, die sich für die Gründung eines Arbeiter⸗ Turn⸗ vereins interessieren, freundlichst eingeladen.

Krofdorf. Abends 9 Uhr Volks versammlung bei Wtwe. Abel.

Sonntag, den 26. Oktober.

Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr Versammlung bei Orbig. Glaserversammlung.

Briefkasten. Weilmünster u. Neustadt. Nächste Num. e

Letzte Nachrichten.

Im Reichstage, der am Donnerstag in die zweite Lesung des Zolltarifs eintrat, ergriff zuerst der Reichskanzler das Wort, um in längerer Rede den Zolltarif zu verteidigen. Er erklärte, daß die Regierung eine Erhöhung der Mindestzölle nicht eingehen könne und bat die Agrarier, das Werk nicht zu vereiteln. Die Linke bat er, keine Obstruktion zu treiben, dadurch würde der Parlamentarismus geschädigt.

Die Burengenerale, Botha, Dewet und Delarey sind, nachdem sie Anfangs der Woche Paris besuchten, am Donnerstag in Berlin eingetroffen, wo sie enthusiastisch empfangen wurden.

gessele Staate

Sonnta g, den 19. Oktober 1902 Der Stabstrompeter Dienstag, den 21. Oktober 1902: Die Fee Cnpriee Mittwoch, den 22. Oktober 1902:

Flachsmann nls Erzieher Freitag, den 24. Oktober 1902: Charlotte Wiehe⸗- Gastspiel.

PPP Parteigenossen, Arbeiter!

werbt stets Abonnenten für die

Mitteldeutsche Sonntagszeitung

11 Uhr Neffen