Ausgabe 
19.1.1902
 
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Winterfest.

gewählt.

Nr. 3.

Mitteldenische Sountags⸗Zeitung.

Seite 5

Wahlvereins geworden find, feierte am Sonn⸗ tag in der Stadt New York sein diesjähriges

Besonders hervorgehoben seien die

ezeigten Kraftübungen und Pyramiden⸗Auf⸗

ellung, welche den Beweis lieferten, daß der

Verein etwas zu leisten vermag, was wir

übrigens auch schon bei der Kalenderverbreitung

wahrgenommen. Wir wünschen demselben ein

weiteres Blühen und Gedeihen.

Aus dem Rreise Wetzlar.

h. Lohnherabsetzungen der Arbeiter mußten wir in der letzten Zeit leider mehrfach aus unserm Kreise melden. Jetzt beklagen sich wieder die Bergleute des Millionärs Raab, Stadtverordneter in Wetzlar, über, wie uns scheint, ganz ungerechtfertigte Abzüge. Die Leute, die bisher nur 2.90 Mk. täglich bei ihrer schweren Arbeit verdienten, erzielen jetzt nur noch einen Verdienst von 2.60 Mk. und bereits ist die Rede davon, daß dieser kärgliche Lohn noch weiter herabgemindert werden soll.

Bitter klagen die Bergleute besonders über dasNullen der Wagen, wobei geradezu unerhört verfahren wird. Vor Weihnachten sind ganze Züge von 4050 Wagen genullt worden, weil sich darin unter dem geförderten guten Eisenstein Schiefer und andere Gesteins⸗ arten ꝛc. befanden. Das ist nun nach Aussage der Bergleute gar nicht zu verhüten. Beim Arbeiten in der dunklen Grube kann leicht anderes Gestein dazwischenkommen, auch beim Herausfahren von der Decke in die Wagen hineinfallen. Für die genullten Wagen wird natürlich nichts bezahlt. Herr Raab, der öffentliche Aemter bekleidet und zu den Größen der hiesigen Nationalliberalen gezählt wird, sollte doch dafür sorgen, daß seine Arbeiter nicht halb umsonst schaffen müssen.

h. Vortrag. Für Mittwoch den 22. Jan. hat dieLese⸗Vereinigung wieder einen Vor⸗ trag arrangiert. Prof. Dr. Mannheimer⸗ Frankfurt, der als vorzüglicher Kenner der Litteratur⸗Geschichte bekannt ist, wird über Goethe in Wetzlar und Werthers Leiden sprechen. Der Vortrag findet im Schützen⸗ garten statt. Eintritt kostet 30 Pfg.

h. Arbeitex⸗Tod. Im Hüttenwerke verunglückte am Freitag der Maschinenschlosser Ph. Jung aus Klein⸗Linden. Ein Hebel schlug zurück und zertrümmerte dem Mann den Schädel, was seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Der so jäh Verstorbene ist erst 25 Jahre alt, verheiratet und Vater eines Kindes.

Aus dem Rreise Marburg⸗Rirchhain.

St. Gewerkschaftsfest. Wir weisen hiermit noch einmal auf das am Sonntag, den 19 Januar, Abends 7 Uhr im Café Quentin dahier stattfindende Winterfest der hiesigen Gewerkschaften hin, bei welchem auch unser GesangvereinEintracht mitwirken wird. Das Programm ist ein sehr reichhaltiges und da auch ein Tänzchen vorgesehen ist, so dürfte es fehle an einem recht zahlreichen Besuche nicht ehlen.

Eine Stadtverordnetensitzung fand am Dienstag Nachmittag im Rathaussaale statt, in welcher die wieder- und neugewählten Stadtverordneten in ihr Amt eingeführt wurden. Alsdann wurden die Herren Dörfler als Vorsteher und Euler als Schriftführer, sowie Seebinger als dessen Stellvertreter wieder⸗ Es waren alsdann 20 verschiedene Kommissionen zu wählen, zu denen die Wahl⸗ vorschlagskommission. die nötigen Vor⸗ schläge gemacht hatte. Eigentümlich berührt es hierbet, daß die neuen Mitglieder, mit Ausnahme des Mechanikers Engel(ö) mitvor⸗ geschlagen waren. Warum aber Engel nicht? Mehrere Mitglieder beantragten Vertagung der Kommissionswahlen, um sich über etwaige Ab⸗ änderungsvorschläge einigen zu können. Da jedoch der Obernürgermeister erklärte, daß er der Kommissionen sofort bedürfe, beschloß man die sofortige Wahl derselben Wahl derselben. Eine längere Debatte entspann sich bei dem Punkte Aufhebung des Nachtwächter ⸗Instituts.

Der Reg. Präsident verlangt nunmehr definitiv die Beseitigung des Nachtwächter ⸗Instituts,

weil für den Sicherheitsdienst ungenügend, und Anstellung weiterer Polizeisergeanten, die den Nachtwachdienst mitzuversehen hätten. Der Magistrat beschloß demgemäß die Anstellung von weiteren 7 Polizisten und einem Polizei⸗ wachtmeister vom 1. April an. Da die Stadt⸗ verordueten mit Recht hierin eine große Mehr⸗ belastung für die Stadt erblicken, so wurde beschlossen, die Sache dem Minister vorzustellen und um Belassung des jetzigen Zustandes, wenigstens für die nächsten Jahre, zu ersuchen.

Was die Liebe nicht thut. Am Montag Abend entfernte sich heimlich ein vor der Kaserne Posten stehender Jäger, um sein Liebchen zu besuchen. Er sollte sich jedoch nicht lange seines Glückes freuen, denn es nahte sich die ihn suchende Patrouille und er kehrte deshalb schleunigst auf seinen Posten zurück. Dies half ihm aber nichts; seine Liebesleiden⸗ schaft wurde vielmehr mit14 Tagen streng geahndet.

Unfall. Am Mittwoch Vormittag stürzte in der Universitätsstraße der mit Möbeln hochbeladene Wagen eines hiesigen Dienstmannes um. Dabei wurde der Mann schwer verletzt und brach ein Bein, sodaß er nach der chirurgischen Klinik verbracht werden mußte.

Carambolage. Ein am Dienstag nachts auf dem Rückwege nach hier befindliches Fuhrwerk stieß bei Dilschhausen so heftig auf einen der an der Straße haltenden Wagen einer Zigeunerbande, daß der Wagen mit seinen, in tiefem Schlafe liegenden Insassen, umstürzte und diese sämtlich auf die Straße kollerten. Es erhob sich natürlich ein fürchterliches Zeter⸗ geschrei der Zigeuner, welches den Marburger Fuhrmann zu schleuniger Flucht veranlaßt.

Arbeitslosen⸗Demonstrationen in Frankfurt.

In der Stadt der Millionäre, im reichen Frankfurt, dem man ausgezeichnete sozial⸗ politische Einrichtungen nachrühmt, hat sich nun die Arbeitslosigkeit und die durch ste her⸗ vorgerufene Not auf der Straße gezeigt.

Am Donnerstag, Freitag und Samstag voriger Woche und am Dienstag dieser Woche kam es dort zu großen Demonstrationen von Arbeitslosen. Dieselben nahmen nach⸗ mittags gegen 4 Uhr ihren Anfang auf dem Roßmarkt, einem Zentralpunkt der Stadt, wo von demGeneral⸗Anzeiger jeden Nachmittag ein Extrablatt über die Stellennachweise gratis verabreicht wird. Infolgedessen sammeln sich jetzt täglich zu einer bestimmten Stunde Hunderte von Arbeitslosen auf diesem Platze. Ohne organisatorische Vor bereitung und ohne Verabredung zogen diese nun am Donnerstag durch einige Straßen der Altstadt nach der städtischen Arbeitsvermittelungs⸗ stelle am Main⸗Quai.

Am Freitag kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die in bedeutender Stärke aufgeboten war. Daran trug aber wie ge⸗ wöhnlich, die Polizei selbst die Schuld, weil sie mehrEnergie entwickelte, als es nötig war. Noch ernster wurde es am Dienstag, wo die Polizei mit blanker Waffe einschritt und viele Verhaftungen vornahm. Sogar die Frkft. Ztg. schreibt, man müsse der Polizei einen Teil der Schuld an den aufregenden Szenen beimessen. Die Schutzleute die uniformirten den blanken Säbel

in der Faust, die Geheimschutzleute mit Ochsenziemern bewaffnet drangen auf die in ängstlicher Flucht sich zurückziehenden Menschen, von denen, wie der Augenschein lehrte, auch nicht ein Ein⸗ ziger den Versuch machte, sich nur irgendwie zur Wehre zu setzen. Auf dem Trierschen Platze gerieten Frauen zufällig unter den Schwarm, sie hatten durch die Ueber⸗ griffe einzelner Polizisten sehr zu leiden. Es wird hervorgehoben, daß dieDemonstranten sich durchaus ruhig benahmen.

Am Mittwoch Vormittag tagten im Gewerk⸗ schaftshaus und derConcordia zwei stark⸗ besuchte Arbeitslosenversammlungen, in denen Gen. Gräf und Dr. Quarck über die unverschuldete Notlage der Arubeitslosen sprachen. Zur Annahme gelangten Resolutionen, welche die staatlichen und kommunalen Behörden dringend auffordern, beschleunigt für Arbeits⸗ gelegenheit zu sorgen, um hierdurch der drückend⸗ sten Not zu steuern. In beiden Versamm⸗ lungen erfolgten Warnungen vor Beteiligung an Demonstrationen auf der Straße, wo der wirkliche Arbeiter mit Elementen zusammen⸗ komme, die nichts weniger als Arbeiter seien, sondern faulenzende Burschen, denen der Radau die Hauptsache sei. Allerdings wäre besser, die beteiligten Behörden würden durch geeignete Maßnahmen die Notlage zu mildern suchen, als daß ste mit dem Säbel drein hauen lassen. Das ist kein Kunststück. Cavour sagte bekannt⸗ lich, mit dem Belagerungszustand könne jeder Esel regieren.

Kleine Mitteilungen.

* Wegen Milchpantscherei wurde die Ehefrau des Bauern Koch aus Wachen⸗ buchen vom Hanauer Schöffengerichte zu 500 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die Bäuerin wollte dem Notstande der Landwirtschaft dadurch abhelfen, daß sie an Frankfurter Händler Milch mit 13 Prozent Wasserzusatz, sowie abgerahmte Milch als Vollmilch verkaufte.

** Bei einem Zimmerbrande, der in der Nacht zum Montag in einem Gasthause in Mainz ausbrach, ist ein Fremder aus Frank⸗ 15 Namens Siebenhaar in seinem Bette er⸗

ickt.

* Ein schreckliches Unglück ereignete sich am Montag(6. Jan.) in der Thongrube der Schmelztiegel⸗Fabrik C. W. Göbel und Söhne in Groß⸗-Almerode bei Kassel. Zwei Inhaber der Firma und ein Maschinist, welche sich in der durch hereinbrechende Wasser⸗ massen gefährdeten Grube befanden, wurden durch ausströmende giftige Gase getötet. Wegen des Wassers konnte man die Leichen nicht sofort herausbefördern.

** Religiöser Wahnsinn. Ein an religiösem Irrsinn leidender 34 jähriger Komptoirist aus Augsburg entkleidete sich in der Freitag⸗Nacht gegen halb 3 Uhr auf dem Maximiliansplatz in München und ging, fort⸗ während Bibelsprüche und dergleichen hersagend, gegen den Karlsplatz, von wo er ins Kranken⸗ haus verbracht wurde.

* Großes Bergunglück. ImJupiter⸗ schacht bei Brüx(Böhmen) brachen Wasser⸗ massen ein, wodurch viele Bergleute abgeschnitten 12 5 43 derselben dürften verloren ein.

Versamm lungskalender.

Samstag, den 18. Januar.

Gießen. Sozialdem. Wahl verein. Abends 1½9 Uhr Mitgliedersammlung im Lokale Orbig. Vortrag von Thiel⸗Kassel. Gäste willkommen.

Sonntag, den 19. Januar.

Heuchelheim. Abends Uhr Volksversammlung im Lokale F. Kröck. Vortrag v. Gen. Thiel⸗ Kassel:Die Bibel als Agitationsmittel

Rödgen bei Nauheim. Nachmittags 3 Uhr General⸗ versammlung des soz.⸗dem. Wahlvereins.

Trohe. Nachmittags 3 Uhr Volksversammlung im Lokale Volk.Politische Tagesfragen. Referent Vetters.

Montag, den 20. Januar.

Alten⸗Buseck. Abends 8 Uhr Volksversammlung bei W. Becker, Vortrag v. Thiel;Glück der Armut.

Wahlkreis Gießen⸗Grünberg⸗Nidda.

Kreiskonferenz in Gießen. Sonntag, den 2. Februar 1902, Vormittags 10 Uhr im Lokale Orbig, Rittergasse. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom zweiten Halbjahr 1901 und Neu⸗ wahl des Vertrauensmannes. 2. Organisation und Agitation im Kreise. 3. Allgemeine Anträge.

Briefkasten. Mehrere Einsendungen mußten zurückgestellt werden. Hch.⸗Friedbg. Briefe darfst Du schon frankieren!