N. 20.
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Nr. 20.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
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die Politik des Rechts, sondern die der Geschenke ist bei uns im„freien“ Deutsch⸗ land maßgebend!
Reichstagsersatzwahlen.
Wie verlautet, soll die Ersatzwahl im III. nassauischen Wahlkreise, den der verstorbene Abg. Lieber vertrat— am 28. Juli statt⸗ finden.— Auch in dem 2. oberfränkischen Wahlkreise Bayreuth muß an Stelle des bei dem Eisenbahnunglück in Zschortau getöteten Abg. Fried el eine Ersatzwahl vorgenommen werden. In diesem Kreise kam unsere Partei bet der 1898 er Wahl mit 4211 in die Stich⸗ wahl. Sozial demokratischer Kandidat ist Frhr. v. Haller.
Katholische Duldsamkeit.
Die Frkftr. Ztg., schreibt:
Der Centrumsabgeordnete Dr. Spahn, sagte in seiner Reichstagsrede vom 1. Mai über den„Toleranzantrag“:„Ich bezweifle, daß das Buch de Luca's den angeführten Satz so absolut enthält, daß heute noch die Todes⸗ strafe gegen Ketzer, wenn auch nur in thesi,(im Allgemeinen) berechtigt sein soll.“ Nunmehr teilt die„Tägliche Rundschau“ aus dem„Lehrbuch des Kirchenrechts“ des Jesuiten de Luca folgende Stelle mit:
Die Kirche hat verschiedene Strafen gegen die Ketzer festgesetzt. Ueber die(von ihr festgesetzte) Todesstrafe ist das Folgende zu sagen: 1. Die weltliche Obrigkeit muß auf Befehl und im Auftrag der Kirche (vom Verfasser gesperrt) die Todesstrafe am Ketzer voll⸗ ziehen; wenn die Kirche ihn ihr überliefert hat, so kann sie(die weltliche Obrigkeit) den Ketzer von dieser Strafe nicht mehr befreien. Dieser Strafe verfallen nicht nur Diejenigen, die als Erwachsene vom Glauben abgefallen find, sondern auch die, die mit der Muttermilch die Ketze⸗ rei eingesogen haben und sie hartnäckig festhalten; ferner auch die rückfälligen Ketzer, gleichviel ob sie sich wieder bekehren wollen.(J, 261 f.)
Der Verfasser dieser Sätze, de Luca, ist Professor an der päpstlichen Universttät(Grego- riana) in Rom, und sein Buch ist im Jahre 1901 in Rom erschienen. Ein im Jahre 1898 von de Luca veröffentlichtes Werk, das ähn⸗ lichen Inhalts ist, wurde von Leo XIII. in einem eignen Breve vom 13. Oktober 1898 ausgezeichnet. Es heißt dort, de Luca entspräche mit seinen Schriften ganz den Erwartungen des Papstes; er verstände es, die Rechte der Kirche klar und richtig darzulegen. Ein Teil 45 Centrumspresse läßt freilich de Luca nicht elten. Mahpessen, daß ein Teil der deutschen Katholiken vom vatikanischen Standpunkte aus nichts weniger als zweifelsohne ist.
Hätten die Pfaffen die Macht wie vor Jahrhunderten, so würden sie wie damals für die„Ketzer“ Scheiterhaufen errichten.
Antisemitisches.
Bekanntlich zeichnen sich die Urteutschen und ihre rückständigen mittelstandsretterischen Ge⸗ sinnungsgenossen durch höchst rüdige Kampfes⸗ weise aus. Viel schlimmer wie auf dem Kaser⸗ nenhofe, zahlreicher wie auf dem Fischmarkte schwirren in antisemitischen Versammlungen die rohesten Schimpfworte durch die Luft. Die Pückleriaden in Berlin, die Radauversammlungen in Wien, das Verhalten der antisemitischen Ab⸗ 3 im österreichischen Parlamente sind afür Beispiele. Doch ihrerseits sind die Herren aber recht empfindlich gegen derbe Worte. Erst kürzlich wurde der Redakteur der„Israel. Wochenschr.“ zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt, weil er den Anttsemitenführer Dr. Giese un⸗ sanft angefaßt hatte. Dieses Urteil ist nun freilich aufgehoben worden, dafür wurde aber derselbe Redakteur zu 100 Mk. Geldstrafe ver⸗ urteilt, weil er sich den antisemitischen Kunst⸗ maler und Reichsboten Bindewald gekauft hatte. Bindewald hatte in der„Staats.⸗Ztg. ein sogenanntes„Gutachten“ über den„Ritu⸗ almord“ veröffentlicht und darin keck behaup⸗ tet, daß der jüdische Blutmord in 200 Fällen geschichtlich nachgewiesen sei. Die Juden dürften keine Mordfreiheit genießen. Da aber die Deutschen zu allzugroßer Sentimentalität er zogen seien, so„begnüge“ er sich mit dem Vor-
Aber das kann höchstens das eine
schlage: Die Landesverweisung aller Juden ist auf ewige Zeiten zu erstreben, damit man in Deutschland vor dieser Mörderbande sicher sei, Polizetaufsicht über die Juden in der aller⸗ schärfsten Form, Duldung der Juden nur in kleinen kontrollierbaren Gruppen, Schächt⸗ und Schlachtverbot für die Juden, Isolierung der Juden in den Schulen, Ausschluß derselben von Staatsämtern, bei vorkommenden Blut- morden Konfiskation der Hälfte des Vermögens aller Juden ꝛc. c.— Wir haben in Nr. 34 des vorigen Jahrgangs unseres Blattes auf das Geistesprodukt des famosen Abgeordneten für Alsfeld⸗Lauterbach hingewiesen. Auch die„Israel. Wochenschrift“ 1 en sich da⸗ mit und antwortete in einem Artikel„Aus der Verbreher⸗ und Narrenliste“, daß Bindewald als Kronzeuge für die„Mordslüge“ den Gipfel der verbrecherischen Narrheit erreicht habe. Bindewald sei bereits irre gewesen, als er so etwas schrieb, oder er habe alle Ursache, den Beweis für den bekannten Strafausschließungs⸗ grund vorzubereiten. Vor dem Gericht betonte Redakteur Klausner, daß er nur in Erwide⸗ rung und Abwehr von ungeheuerlichen Angriffen gehandelt habe. Der Staatsanwalt gab ihm zu, daß er in der Aufwallung der Empörung gegen sehr scharfe Angriffe gehandelt; seine Schimpfworte gingen aber über das zulässige Maß weit hinaus. Eine scharfe Abwehr sei begreiflich, und ihm stehe der§S 193(Wahrung berechtigter Interessen) zur Seite, doch seien dessen Grenzen überschritten. Der Staatsan⸗ walt beantragte 100 Mk. Geldstrafe. Mit diesem Antrag war Bindewald nicht zufrieden, er verlangte Gefängnisstrafe für Klausner. Der Gerichtshof erkannte nach dem Antrage des Staatsanwalts, mit der Begründung, daß der Angeklagte durch das Gutachten Bindewalds und die darin angegebenen Radikalmittel, die ernst zu nehmen eigentlich schwer sei, aufs schwerste gereizt worden sei.— Heil!
Von den„Arbeitergroschen“.
Um die leitenden Personen in der Arbeiter⸗ bewegung bei indifferenten Arbeitern und Spieg⸗ bürgern zu verdächtigen, erscheinen von Zeit zu Zeit Artikel in den bürgerlichen Blättern, wo harrklein„nachgewiesen“ wird, daß die sozial⸗ demokratischen Agitatoren die Arbeitergroschen in der frivolsten Weise verschlemmen und ver⸗ prassen. Je mehr die„armen, verführten“ Arbeiter bezahlen, je mehr stecken die Führer in die Tasche. In hundert Variationen taucht diese Mär stets wieder auf, so oft dieselbe auch von unserer Partei⸗ und Gewerkschaftspresse urückgewiesen wird, und so oft diese nachweist, daß, während die Verwaltungen in den Arbeiter⸗ organisationen nur einen verschwindend kleinen Bruchteil der Einnahme verschlingen, in den Unternehmerorganisationen, den Berufsgenossen⸗ schaften, ganz enorme Summen für Verwaltung und Gehälter aufgewendet werden.
Weil nun kürzlich, sagt die„Leipz⸗Vztg.“, als der Verband der Maurer seine Abrechnung veröffentlich⸗ te, wieder eine solche Schauermär die Runde durch die Kapitalistenpresse machte, sehen wir uns veranlaßt, an dem diesjährigen Etat der Handwerkerkammer des Bezirks Düssel⸗ dorf, welcher uns dieser Tage in die Hände fiel, zu zeigen, wie„niedrig“ die Verwaltungs⸗ zosten in diesen Organisationen sind.
Von der Einnahme von 88 990 M. wird nur sehr wenig für die„Hebung“ des Hand⸗ werks ausgegeben. Die Ausgaben setzen sich nämlich fast ganz aus Gehältern, Diäten, Reise⸗ entschädigungen, Repräsentationsgeldern und Ver⸗ gütungen zusammen. Sieben Handwerksmeister, welche als Vorsitzende der Kammer und der verschtedenen Abteilungen fungieren, erhalten in Form von Diäten und Repräsentationsgeldern 17600 Mk. Ein Gehalt ist für diese Ehren⸗ ämter nicht ausgeworfen, weil eine große An⸗ zahl Beamte, welche Gehälter von 3000 bis 1800 Mk, beziehen, die nötige Arbeit zu leisten gut im stande ist, die Ehrenämter mit Be⸗ schwerden also nicht verknüpft sind. Die Be⸗ amten erhalten außer ihrem Gehalt noch einige Tausend Mark für persönlichen Dienstaufwand. Bringt man nun noch die sächlichen Ausgaben in Abzug, so bleiben für Meisterkurse und
Lehrlingsausbildung, wie b merkt, nur einige Hundert Mark übrig.
Hier zeigt sich also sehr deutlich, wie in den bürgerlichen Organtsationen und besonders in denen, welche den Mittelstand„heben“ sollen, mit den zwangsweise eingetriebenen Bei⸗ trägen umgegangen wird.
Die Stichwablen in Frankreich
haben am Sonntag stattgefunden und für die Republikaner ein ünstiges Resultat ergeben. Auch unsere Genossen haben viel Erfolge zu verzeichnen 5 während die„Nationalisten“, das sind die pfäffischen und antisemitischen Reak- tionäre, eine völlige Niederlage erlitten, trotz⸗ dem sie die größten Anstrengungen machten. Die Wahlbeteiligung war eine sehr ebhafte. — Bei den Stichwahlen wurden gewählt: 3 Konservative, 17 Nationalisten, 16 antiministe⸗ rielle Republikaner, 29 Republikaner, 42 Radi⸗ kale, 40 sozialistische Radikale, 21 Sozialisten, 4 Guesdisten.— Unter Hinzurechnung des Hauptwahl⸗Ergebnisses sind nunmehr alle Wahl⸗ resultate bekannt und die Parteien dürften in der neuen Kammer in folgender Stärke ver⸗ treten sein: 50 Konservative, 59 Nationalisten, 99 antiministerielle Republikaner, 111 Republi⸗ kaner, 129 Radikale Sozialisten, 43 Sozialisten, 6 Guesdisten.
Minister Millerand stegte mit 300 Stim⸗ men Mehrheit über den Nationalisten Pechin; der Radikale Brisson wurde in Marseille N in Lyon der Sozialist Pressensé, er seinerzeit sich besonders der Dreyfußsache annahm. Ferner sind folgende Sozialisten ge⸗ gewählt: Rouanet, Clovis Hugues, Charles Bos, Pascal Grousset, Bag⸗ nol, Puech, Cardet, Levraud, Weber und Chauvie re. Unterlegen sind: Allemanne, Viviani, Clairieu, Marietton und Deville. Im Ganzen ist das Wahlresultat für die Sozialisten und ehrlichen Republikaner ganz erfreulich. Den Nattonalisten und den übrigen reaktionären Elementen ist es nicht gelungen, mit ihrem wüsten Geschrei das französische Volk aufs Eis zu führen und erneut die Republik in Gefahr zu bringen.— Ebenso ist der Fortschritt der Sozialdemokratie ganz anerkennenswert. Er wäre größer, wenn nicht noch immer Uneinig⸗ keit im sozialistischen Lager herrschte.
Sozialistischer Parteitag in Belgien.
Am 4. Mai tagte in Brüssel der belgische sozialistische Parteitag, der von ca. 700 Dele⸗ gierten besucht war. Nach erregten Debatten wurde nach einer Vormittags⸗ und Nachmit⸗ tagssitzung mit großer Majorität eine Tages⸗ ordnung votiert, die das Einverständnis des Kongresses mit der Haltung des Ausschusses in den kritischen Apriltagen, namentlich in der Frage des Generalstreiks, zum Ausdruck brachte. Die Minorität setzte sich aus den Vertretern von Charlerot und des Borinage unter Führung Verchures und Destrées zu⸗ sammen. Vandervelde, Leken und Anseele ver⸗ teidigten die Beschlüsse des Ausschusses, der lieber seine Popularität aufs Spiel setzte, als die Arbeiter den Bajonetten und Flinten der Regierung entgegenzuführen oder durch zweck— lose Fortsetzung des Streikes Hunger und Elend über Hunderttausende zu bringen.
Die Pfaffenseuche in Spauien.
Mit welcher Frechheit das Pfaffentum im schönen Lande Spanien auftritt, zeigt ei! Brief des Nuntius an die Bischöfe, in welchem der Staat als der Kirche untergeordnet hingestellt und behauptet wird, daß der Staat verpflichtet sei, die religtösen Genossenschaften anzuerkennen! Natürlich macht das anmaßende Schriftstück großes Aufsehen. Selbst Konser⸗ vative erklären, daß Spanien nie so reaktionär regiert worden, der Vatikan nie so dreist auf— getreten sei wie jetzt.
Russisches.
Der Prozeß gegen Balmaschew, den Mörder des Ministers Schipjagin, endete mit der Verurteilung des Angeklagten zum Tode.
Während der Verhandlung benahm sich Balma⸗
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