Nr. 45.
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Nr. 46.
Mitteldeuische Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
bläiter. Unser Genosse Thomas-Rehe(selbst ein kleiner Bauer) leuchtete dem Junkeragenten gründlich heim. Er fragte Herrn B. klipp und klar, warum er den Bauern nicht auch von den horrenden Verteuerung der Futterartikel und aller sonstigen Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände erzähle. Gerade in dem Schweigen über diese Seite des Zolltarifs merke man die unehrliche Art der Christlich⸗sozialen. Unter stürmischem Beifall der Versammlung wies unser Genosse Schlag auf Schlag nach, daß die Stöckerianer in jeder Beziehung Feinde des arbeitenden Volles und Förderer und Begünstiger der Besitzenden sind. Wir freuen uns herzlich, daß den Junkerfreunden auf dem Westerwald so gründlich heimgeleuchtet sind, doppelt freut es uns aber, daß dies durch einen Mann wie Thomas geschieht, der als einfacher Mann aus dem Volke durch unermüdlichen Fleiß sich ein Wissen und eine Schlagfertigkeit angeeignet hat, um die ihn mancher „studierter Herr“ beneiden dürfte. Er darf sich des herzlichen Dankes aller Parteigenossen versichert halten.
Aus dem NRreise Marburg⸗Rirchhain.
* In der letzten Nummer war versehentlich über die Rubrik„Kreis Marburg“„Kreis Alsfeld— Lauterbach“ als Ueberschrift gesetzt worden. Wir bitten unsere Marburger Leser deshalb um Entschuldigung.
* Unsere Parteitage sind gewohnt, ihre Verhandlungen in voller Oeffentlichkeit zu führen. Es erhob sich auch in unserer Partei lebhafter Widerspruch, als im vorigen Jahre zum Lübecker Parteitage der Parteivorstand eine geschlossene Sitzang vor⸗ gesehen hatte. Allerdings wurden in dieser Sitzung nur geschäftliche, pekuniäre Angelegenheiten verhandelt; viele Genossen waren trotzdem der Meinung, daß man auch diese Dinge getrost in öffe itlicher Sitzung verhandeln könne, wir glauben auch kaum, daß eine nochmals geschlossene Sitzung abgehalten wird. Als aber damals die Tagesordnung bekannt gemacht wurde, fielen die gegnerischen Parteien über die Sozialdemo⸗ kratie her, die Dinge zu verhandeln habe, die das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen hätten. Am vorlau⸗ testen waren wie immer, die Nation alsozialen, die bei ihrer Tagung in Hannover selbst teilweise die Oeffentlichkeit ausschlossen. Diese Thatsache führt Gen. Vetters bei der Berichterstattung über den Münchener Parteitag in Marburg an.
Dazu schrieb die nationalsoziale„Hess. Landesztg.: „Herr Vetters hat bei seiner Kritik der, Nationalsozialen übersehen, 1) daß die Sozialdemokratie sich über geheime Verhandlungen anderer Parteien lustig macht, während sie selbst im vorigen Jahr in Lübeck zu geheimen Ver⸗ handlungen zusammentrat, 2) daß die Nationalsozialen nur wahltaktische Fragen vertraulich behandelt haben, nicht wie die Freisinnigen und Nationalliberalen Pro— grammfragen und politische Tagesfragen. Nur eine geheime Behandlung solcher Fragen aber dürfte tadelns wert sein.“—
Damit wird doch geradezu die Wahrheit auf den Kopf gestellt. Grade die Nationalsozialen, allem voran die„Hess. L.⸗Ztg.“, hatten nicht Worte genug, um die Sozialdemokratie wegen der geschlossenen Sitzung zu verhöhnen, dagegen ist es uns längst selbstverständlich, daß die Gegner im Geheimen tagen. Vetters errinnerte gelegentlich seiner Berichterstattung nur an das Ver⸗ halten derer um Naumann, die erst den Mund so voll nehmen, und dann selbst„wahltaktische Fragen“ geheim behandelten. Welchem politischen Kinde will man dann erzählen, daß dabet nicht politische Tagesfragen erörtert wurden? Einer Un wahrheit und Ver⸗ dächtigung, deren uns die Hess. L.⸗Ztg. unver⸗ schämterweise bezichtigt, haben wir uns in keiner Weise schuldig gemacht. Eher die Marburgerin!
Z. Vorstandswahl bei der Orts⸗ krankenkasse. Bei der am Mittwoch stattgefundenen Vorstandswahl der Marburger Ortskrankenkasse wurden die Genossen Faul⸗ stich, Mälzer und Stöber von Seiten der Arbeitnehmer in den Vorstand, Mäurer und Moso als Revisoren gewählt.
St. Wo bleibt die Volksküche? So wird schon mancher Arbeiter oder sonstiger Interessent gefragt haben. Wir können es leider auch nicht sagen; es ist wieder alles ganz
ruhig geworden und man hört nichts mehr von der Volksküche. Sollte das Projekt fallen ge⸗ lassen sein? Das wäre bedauerlich, aber nicht zu verwundern, denn wenn es gilt, eine Wohl⸗ fahrtseinrichtung für das arbeitende Volk zu schaffen, so hat man bekanntlich keine Eile da⸗ mit. Die Er richtung einer Volksküche ist für Marburg aber zum dringenden Bedürfnis ge⸗ worden. Die vielen Arbeiter aus der Um⸗ gegend, die hier beschäftigt sind, wie auch viele hier ansässige, würden die Errichtung einer Volksküche mit Freuden begrüßen; durch die Erhöhung der Fleischpreise ist der Genuß
des Fleisches bei dem niedrigen Verdienst schon zum Luxus geworden. Anstatt daß nun die Arbeiter in einer Volksküche für einen kleinen Betrag sich ein warmes Mittagessen verschaffen könnten, was ihnen besonders im Winter sehr nötig thäte, müssen sie mit immer kleiner wer⸗ 1 0 10 1. deni 0 be eld vorlieb nehmen. Hoffentlich geschie er bald Abhilfe. 5.
— Volksbad. ECbenso nötig, wie die Er⸗ richtung einer Volks küche, ist hier die Er rich⸗ tung eines Volks bades. Die städtischen Be⸗ hörden haben zwar durch die städtische Bade⸗ und Schwimmanstalt diesem Bedürfnis teilweise abgeholfen, aber diese Bäder können nur im Sommer benutzt werden, im Winter ruht die Badeanstalt im Winterhafen aus. Wer sich während der rauheren Jahreszeit ein Bad leisten will, muß schon 40 und 50 Pf. dafür ausgeben, was sich nur wenige Arbeiter er— lauben können. Ein Volksbad wäre aber nicht nur allein für die Arbeiter, sondern auch für die übrige Einwohnerschaft und die Studenten eine große Wohlthat. Natürlich dürfte der Preis für ein Bad 10 Pf. nicht übersteigen. In Gießen erfreut man sich dieser Einrichtung schon lange, weshalb sollte dies nicht auch für Marburg möglich sein?
— Arbeiter⸗ Bildungsverein„Ein⸗ tracht.“ Nächsten Samstag, 22. ds., abends 9 Uhr, findet im Lokale von Konrad Müller Nichf., Hirschberg 12, hier, eine Versammlung der Mitglieder des schon seit langer Zeit in den Ruhestand getretenen Arb.-Bild.⸗Ver. Ein⸗ tracht statt, um über die endgiltige Auflösung des selben und die Verwendung der vorhandenen Bibliothek, die einen ziemlich reichen Bestand aufweist, zu beraten. Hoffentlich kommt dies⸗ mal ein alle Beteiligten befriedigender Beschluß zustande.
— Verschiedenes. Die Submisstons⸗ offerten für die Schlosserarbeiten an der sogen. kleinen Kaserne differierten zwischen 225 Mk. Höchstforderung und 135,50 Mk. Mindestfor⸗ derung der hiesigen Schlossermeister.— Ein hier beschäftigter Buchbindergehilfe(N.-V.) wurde am Samstag Abend wegen Diebstahls (er hatte seinem Meister seit geraumer Zeit aus der Werkstatt Materialien entwendet) und Sittlichkeitsbergehen verhaftet.— Ein Glaser— gehilfe verduftete von hier, nachdem er in der Umgegend auf seinen Meister Schulden gemacht und höhere Geldbeträge für diesen erhoben hatte, als sie wirklich ausmachten.— Aus An⸗ laß seiner silbernen Hochzeit gab der Tabak- fabrikant Karl Niederehe hier seinen Arbeitern in Ockershausen ein Fest. Die Arbeiter über— reichten ihm eine kunstvoll ausgestattete Glück⸗ wuuschtafel. Eine kleine Lohnerhöhung wäre den Arbeitern der Tabakfabrik auch zu gönnen gewesen. Der reiche Fabrikant hätte sich da⸗ durch jedenfalls keinen Schaden zugefügt.
Industrielle Hochstapelei.
In Neuwied ging am Samstag der Prozeß gegen den früheren Direktor der„Fabrik säure- und feuerfester Produkte Bad Nauheim⸗Wirges“ nach vierwöchentlicher Dauer zu Ende. Der Hauptangeklagte, Leo Otto Boeing, wurde wegen zahlreicher Vergehen gegen das Handelsgesetz zu 4 Jahren Gefängnis, 19800 Mk. Geldstrafe und 5 jährigem Ehrverluste verurteilt. Sein Bruder Arthur Boeing erzielte Freisprechung. Der Staatsanwalt hatte gegen L. O. Boeing acht Jahre Zuchthaus und 60000 Mk. Geldstrafe beantragt. Die Verhandlung lieferte nicht blos einen Beweis für die fortgesetzten Schwindeleien Boeings, sondern auch einen Beleg für die Lotterwirtschaft, die oft in großen Unternehmungen herrscht. An dieser Unordnung, durch welche es Boeing ermöglicht war, sich Hunderttausende zu ergaunern, durch die aber auch hunderte Existenzen ruiniert, viele Menschen ins Unglück gestürzt wurden, war die sehr mangelhafte Kontrolle schuld. Wäre der Aufsichtsrat seinen Verpflichtungen nachgekommen, so hätte Boeing diese Betrügereien nicht ausführen können. Bezeichnete doch ein Sachverständiger die Nauheimer Gründung als Hochstapelei schlimmster Sorte! Be⸗ stände der Aufsichtsrat aus gewöhnlichen Laien, aus Arbeitern ꝛc., könnte man ihm allenfalls wegen großer Beschränktheit mildernde Umstände zubilligen. Vorsitzender des Aufsichtsrates war aber ein geheimer Justizrat, Dr. Reatz in Gießen! Dieser Mann hat unseres Wissens sogar einen Kommentar zum Bürgerlichen
Gesetzbuch geschrieben. Wenn derselbe nun als Zeuge aussagt, daß er Bilanzen ꝛc. unterschrieben habe, ohne dieselbe zu kennen, daß er überhaupt nichts von der Buchführung verstehe, so ist dies ein Maaß von Leichtfertgkeit, wie es nicht alle Tage vorkommt. Kein Wunder, daß er nach seiner Vernehmung als Zeuge in Ohnmacht fiel! Allem Anschein nach geht dieser Herr, der durch seine Oberflächlichkeit schweren Schaden angerichtet hat, straffrei aus, das bedauerte auch der Staatsanwalt. Keinen Menschen schützt sonst Unkenntnis vor den strafrechtlichen Folgen seiner geschäftlichen Thätig⸗ keit; es scheint dieser Milderungsgrund gerade denjenigen zugebilligt zu werden, die als Anwälte des Rechtes vor Beschränktheit und Gesetzesunkenntnis geschützt sein müßten. Was sagt aber die Anwalts kam mer zu dieser Sache?
Kleine Mitteilungen.
n Schlechter Erzieher. Großes Aufsehen erregt in Wörrstadt die Verhaftung des Lehrers Josef, welcher hier au der höheren Bürgerschule tätig war. Derselbe hat sich an einer Reihe von Mädchen, die bei ihm in die Schule gingen, in sittlicher Beziehung vergangen.
Verschüttet wurden am Samstag in einem bei Altenstadt(Kr. Friedberg) gelegenen Steinbruch 2 Arbeiter durch herabstürzendes Gestein. Einer, der Sohn des Steinbruchbesitzers, wurde sofort getötet, sein Mitarbeiter leichter verletzt.
* Vier Personen im Gährkeller erstickt. Der Landwirt Graeß, in Biebelsheim(Rheinhessen), seine Ehefrau, seine Tochter im Alter von 28 Jah cen und das 3½ jährige Söhnchen eines zum Besuche wei⸗ lenden Sohnes wurden in einem Keller, in dem sich gährender Most befand, von den Gasen betäubt. Man fand später alle vier tot im Keller.
Partei-Uachrichten.
Die Parteistreitigkeiten in Solingen, die jahrelang eine wirksame sozialdemokratische Agitation in diesem Kreise unmöglich machten, bei der letzten Reichstagswahl sogar zum Verlust des Solinger Mandates führten, sind endlich beglichen. Die bisher in Solingen vorhandenen zwei sozialdemokratischen Vereine schließen sich zu einer Organisation zusammen. Diese erfreuliche Thatsache wird hoffentlich bewirken, daß unsere Genossen bei der nächsten Reichstagswahl das Solinger Mandat wieder erobern.
Die Stadtverordnetenwahlen in Frank⸗ furt, die am Mittwoch unter starker Wahlbeteiligung stattfanden, brachten unserer Partei einen erfreulichen Stimmenzuwachs. Leider wurde noch keiner unserer Genossen gewählt; es kommen nur die Genossen Zielowsky und Maier in Bornheim mit den Demokraten in Stich- wahl.
5 Wahlkreis Alsfeld⸗Lanterbach. Sonntag, den 16. November. Kreiskonferenz
in Lauterbach bei Gastwirt Ksa ut.
Versammlungskalender.
Samstag, den 15. November.
Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb„Wiener Hof“.— Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.—
Sonntag, den 16. November.
Gießen. Freie Turnerschaft. Vormittags 11 Uhr Vorstandssitzung im„Pfau“. Vollzähliges Erscheinen notwendig!
Samstag, den 22. November. Marburg. Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein„Ein⸗ tracht“. Versammlung bei K. Müller Nchf., Hirschberg 12.
Sonntag, den 23. November.
Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr Versammlung bei Orbig.
Briefkasten. R. Mbg. Läßt sich an dieser Stelle nicht gut erledigen. Rödgen b. Nhm. Mußten zurückstellen. Einzelne Angaben zu unbestimmt.
Ortskrankenkasse Friedberg Ord. Generalyversammlung
am Mittwoch, den 19. Nov. d. J. abends 8 ½ Uhr präzis im Rathhaussaale zu Feiedberg: Tagesordnung: I. Wahl der Revisoren für die Rechnung 1902. II. Ersatzwahl des Vorstandes. III. Aenderung des§ 30 des Statuts. IV. Verschiedenes. Die Vertreter der Arbeitnehmer und Ark werden hierzu freundlichst eingeladen. 5 Carl Damm,(On, n ele.
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