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Seite 6.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Nr. 46.
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Das Goldmacherdorf.
Eine anmutige und wahrhafte Geschichte für Schule und Haus. Von Heinrich Zschokke.
(Fortsetzung). 31. Die Kindtaufe.
Oswald genoß zu dieser Zeit eine rechte Herzenswonne, nach der er sich lange schon vergebens gesehnt hatte. Nämlich die liebe, gute Elsbeth hatte ihm einen muntern Sohn zur Welt gebracht.
Und er ging darauf zu seinem Freund, dem neuen Löwenwirt, der einer von den wohlbe⸗ kannten zweiunddreißig Bundesgenossen war. Zu diesem sprach er:„Mein Freund ich habe doch dich noch nie um eine Gefälligkeit ange⸗ sprochen, und ich komme damit zum ersten Mal. Meine Frau liegt im Kindbette, und ich kann sie nicht verlassen, und zur Stadt gehen. Ich gebrauche aber fünfhundert Gulden, wenn auch nur acht Tage lang, und sie sollen wo möglich in Gold sein. Willst du mir so viel auf acht Tage leihen?“
„Ich bin dir
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Der Löwenwirt anwortete: für so vieles Dank schuldig; warum sollte ich nicht? Ich habe eben achthundert Gulden empfangen, die liegen noch immer bei mir. Aber sie sind zum Teil in Silbermünze.
Willst du, so nimm alles auf so lange du
willst.“ Oswald sagte:„Ich möchte lieber Gold; es liegt mir sehr daran.“ „Wohlan, ich
Der Löwenwirt versetzte: Wann mußt du es haben?“
will Rat schaffen.
Oswald erwiederte:„Bringe mir das Geld morgen Abend um die achte Stunde in mein Haus. Aber sage niemanden davon.“
Als er sein Geschäft hier vollendet hatte, ging er fort zu den übrigen einunddreißig Bundesgenossen und sagte ihnen dieselben Worte, wie dem Löwenwirt und bat um fünfhundert Gulden, wo möglich in Gold. Und jeder freute sich, dem wackern Manne endlich einmal einen Freundschaftsdienst erweisen zu können, und versprach, ihm das Geld zu bringen. Er bestellte jeden auf den folgenden Tag des Abends um die achte Stunde zu sich.
Und sie kamen um dieselbe Stunde, da es schon dunkel war, zu ihm. Er führte sie alle in sein Zimmer, aber es war noch kein Licht angezündet. Die Leute wunderten sich in der Stille über die Menge der Anwesenden. Oswald ging, um Licht zu holen. Und als er wieder in die Stube trat, mit zwei brennenden Kerzen in der Hand, erblickten sie ihn wieder, wie sie ihn schon einmal gesehen hatten, in prächtigen Offtzierskleidern, mit hohem Feder⸗ busch auf dem Hut, einem Orden auf der Brust und einem langen Säbel an der Seite. Sie sahen einander verwundert an, und sahen, wie vor sieben Jahren, dieselben Gestalten, in dem⸗ selben Zimmer, um denselben Tisch, auf welchem der Offizler die Kerzen niedersetzte.
Oswald sagt darauf:„Habet ihr mir ge⸗ bracht, liebe Freunde, um was ich gebeten habe, so leget es hier auf den Tisch.“
Da traten sie alle, einer nach dem andern, zum Tisch und mehrere bedauerten, ihm die Summe nicht in Gold zahlen zu können. Er sagte darauf liebreich:„So ist's gleichviel. Gebet, was ihr es habet.“ Und sie schütteten Gold, andere Silber auf den Tisch, andere legten ihm gute Kapitalbriefe und Zinsschriften in
Darauf erhob Oswald die Stimme und sprach:„Erinnert euch, es ist die Zeit der
Prüfung vorüber, und die sieben Jahre und
ken Wochen sind zu Ende, von denen ich euch redet habe. Und ihr habet mehr Geld auf dies-Tisch geworfen, als ich vor sieben Jahren unszeben Wochen vor euern Augen
ausschüttete. Damals waret ihr kaum im Stande fünfhundert rote Kreuzer auszuleihen; in der Stadt hätte sie euch niemand anvertraut. Jetzt habet ihr binnen vierundzwanzig Stunden jeder fünfhundert Gulden aufgebracht, also daß sechzehntausend Gulden hier plötzlich auf dem Tisch beisammen sind. Also ist die Prüfungszeit vorüber, und ich habe euch die Kunst gelehrt, Gold zu machen. Und nun werdet ihr verstehen, was ich sagte, da ihr das erste Mal hier standet. Ich sagte aber, die Kunst ist selbst mehr noch, als das Gold, wert; denn diese Kunst ist die beste Weis⸗ heit des Lebens. Bleibet euern Gelübden immer getreu, und euer Glück und Wohlstand wird wachsen von Tag zu Tag. Wer vom Gelübde läßt, der läßt von seinem Glück. Präget dies Gelübde euern Kindern ein, und lasset sie es halten, so werden sie Fülle haben. Nun habe ich mein Wort gelöst, das ich euch gegeben. Ihr seid darum reich, weil ihr wenig bedürfet und viel erwerbet, und weil ihr Zutrauen genießet bei den reichen Leuten, daß ihre Geldsäcke euch offen stehen. So habet ihr das Goldmachen gelernt, wie Ehrenmänner Gold machen sollen. Oder habet ihr anders erwartet?“
Ste lächelten allesamt und sprachen:„Ei nun, wir haben wohl längst schon vermerken können, wie du es mit der Goldmacherei ge⸗ meint hast. Doch als wir einmal zur rechten Erkenntnis gekommen waren, schämten wir uns auch des dummen Aberglaubens, der uns vor⸗ mals betörte, und wußten es dir im Herzen Dank, daß du uns auf bessere Bahn gebracht. Ohne dich und deine Hilfe wären wir aber doch nie dahin gekommen.“ 5
Oswald freute sich dieser Worte und der dankbaren Herzlichkeit, mit der ihm jeder die Hand drückte und schüttelte. Und er stellte ihnen ihr Geld wieder zu, weil er es nicht hatte gebrauchen, sondern nur ihre Zuneigung auf die Probe setzen wollen. Sie aber sagten: „Gebiete über uns, wie du willst, Tag und Nacht. Denn wir alle sind dir unser Haus⸗ glück schuldig. Sprich, wir sollen für dich durch Feuer gehen, wir werden gehen. Sprich, wir sollen für dich sterben, und wir werden den Tod nicht fürchten.“
Und wie sie sich so traulich und herzlich um ihn drängten, betrachten sie sein schönes Kleid und den Orden auf der Brust, und hätten gern erfahren, was das bedeute.
Er antwortete:„Ich danke es euerm alten Schulmeister, meinem seligen Vater, noch in der Erde, daß er mich in vielen nützlichen Dingen und sogar im Feldmessen unterrichtete. Denn als ich unter die Soldaten kam, half es mir, nebst redlichem Sinn und herzhaftem Betragen, daß ich meinen Kameraden vorge⸗ zogen ward. Ich tat meine Pflicht und ward zuletzt Rittmeister. Und als ich in einem Treffen, da sich der Erbprinz zu weit vorwagte, denselben mit seinem Gefolge von feindlichen Reitern umgeben sah, drang ich blitzschnell mit meiner Schwadron unter die Feinde und rettete den Prinzen. Dafür empfing ich diese Wunde hier auf der Stirn, und dieses Ordens- und Gnadenzeichen auf der Brust, und als ich den Abschied beim Friedensschluß nahm, eiuen an⸗ ständigen Jahrgehalt auf Lebenszeit. Auch hat der Erbprinz, als er unser Land durch⸗ reisete, mich nicht vergessen, und mich, wie ihr wisset, sogar im Vorbeireisen einmal besucht.
„Da ich aber heimkam nach Goldenthal, in meine liebe Heimat, und ich sah, wie elend und verlumpt hier alles war, verbarg ich meinen Wohlstand, um nicht von lüderlichen Bettlern belagert zu werden. Auch hatte ich alle Lust verloren, hier zu bleiben, und wäre wieder fortgezogen, hätte ich nicht des Müllers Elsbeth gesehen. Meine Elsbeth hielt mich fest. Da beschloß ich in meinem Herzen zu versuchen, ob ich mir das Leben bei euch lieb machen könne? Und ich stellte mich arm und den Uebrigen gleich, um Vertrauen zu erwecken. Und ich sagte niemanden von meinen Ehren und Jahrgeldern, so ich genösse. Nur Elsbeths Eltern mußte ich es am Abend, da ich um die Tochter anhielt, offenbaren, sonst hätten sie mir ihr Kind nicht gegeben, denn sie hielten
mich für arm. Als ich aber noch am Abend den Müller Siegfried und seine Frau zu mir ins Haus führte, und hier meine Uniform mit dem Orden anlegte, ihnen mein gesammeltes Geld und den königlichen Orden wies, woraus sie sahen, daß ich mehr Jahrgehalt bezog, als des Müllers Mühle in drei Jahren verdienen konnte, wurden sie andern Sinnes. Doch mußten sie verschwiegenen Mund halten, denn es war nötig. Nun aber mag es jedermann wissen; es schadet nicht mehr.“
So erzählte Oswald und die Leute ver- wunderten sich und freuten sich über sein Glück. Und sie hatten vor ihm so große Ehrfurcht bekommen, daß sie ihn kaum du nennen wollten. Er aber sagte:„Was treibet ihr auch mit mir?— Nein ich bleibe eures Gleichen; darum seid und bleibet meine Brüder. Kein Offizier⸗ rock und kein Orden, sondern ein wohlwollendes Herz macht zum Ehrenmann.“ So redete er und umarmte alle nach der Reihe, da sie sich heim begaben; und sie dankten ihm, denn er sei der wahre Stifter ihres irdischen und ewigen Glücks, und sie nannten ihn Vater. Und wenn er Kindtaufe halten würde, versprachen sie alle, sich mit ihm zu freuen, als wäre sein. Fest ihr eigenes Fest.
ö(Schluß folgt.)
Verbreitung von Keuchhusten durch die Eisenbahn.
Der Keuchhusten gehört zu den sehr an⸗ steckenden Krankheiten und verlangt daher einen sorgfältigen Abschluß der daran leidenden Kinder. Nun wird aber die Luftveränderung als ein besonders wirksames Heilmittel gegen den Keuch⸗ husten geschätzt, und daraus ergiebt sich, daß keuchhustenkranke Kinder, wenn die Mittel es erlauben, auf die Reise geschickt werden müssen. Die weitere Folge davon aber ist, daß die Eisenbahn somit, wenn nicht eigene Vorsichts⸗ maßregeln getroffen werden, zur Uebertragung der Krankheit Anlaß geben kann. Ein franzö⸗ sischer Arzt, Variot, hat auf diesen Umstand in Professor Mendelsohns Monatsschrift: Die Krankenpflege(Berlin, Georg Reimer) hinge⸗ wiesen und empfohlen, daß in den Eisenbahn⸗ zügen ein besonderes Abteil zur Aufnahme von keuchhustenkranken Kindern vorbehalten bleiben müßte. Dies Verlangen wird der Eisenbahn⸗ verwaltung zunächst vielleicht sonderbar erscheinen, aber man sollte denken, daß in einem langen Eisenbahnzuge wohl ein einziger Raum auch für diesen Zweck zur Verfügung stehen müßte, wenn es wirklich dringend geboten ist, und das ist zweifellos der Fall. Aus diesem Raume würden die Vorhänge zu entfernen sein, Kissen und Teppiche müßten ganz mit leicht waschbaren und zu desinfizierenden Ueberzügen aus einem geschmeidigen und undurchlässigen Stoffe bedeckt werden. Wenn die keuchhustenkranken Kinder den Zug verlassen haben, wären die Ueberzüge zu entfernen und zu desinfizieren und die Fenster mit Sublimat zu waschen. Wie dringend die Einführung einer solchen Vorschrift ist, hat der Verlauf dieses Jahres in Frankreich erwiesen, wo der Keuchhusten in allen Teilen des Reiches ganz überraschend viele Opfer gefordert hat. Wer einmal mit einem keuchhustenkranken Kinde zusammen in der Eisenbahn gefahren ist, wird sich davon überzeugt haben, daß eine Verun⸗ reinigung der im Wagen befindlichen Gegen⸗ stände geradezu unvermeidlich ist und damit die Uebertragung auf ein noch etwa anwesendes anderes Kind einen hohen Grad der Wahr⸗ scheinlichkeit gewinnt.
Die Masse der Planeten.
Unter den großen Planeten des Sonnen⸗ systems steht die Erde der Masse nach ungefähr in der Mitte. Wenn man noch den Mond hinzunimmt, so bildet sie sogar genau das Mittelglied dieser Körper, indem deren vier eine kleinere und die vier übrigen eine größere Masse besttzen. Nimmt man die Masse der Erde gleich 1, so ist die der Venus gleich 0,787, also etwas über drei Viertel, die des Mars 0,105, also etwas über ein Zehntel, die des Merkur 0,61,
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