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Nr. 46.
Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung.
Seite 3.
anstalt“ für Mädchen unterzeichnet, dürfte ja wohl kein Zweifel an der Wahrheit obigen Vorwurfs sein.— Sonst beschuldigen unsere „Frommen“ die Sozialdemokraten als die Zerstörer von„Moral und Sitte“; um so erfreulicher ist es, daß sie hier ungeschminkt die Wahrheit sagen.— Hoffentlich schadet ihnen diese sehr seltene Wahrheitsliebe nicht in ihrem weiteren Fortkommen!
Die Politik in den Kriegervereinen.
Trotzdem die Kriegervereine sich immer da⸗ gegen wehren, als politische Vereine zu gelten, wird in ihnen Politik in der allerschärfsten Form getrieben. Jetzt ist den Vorsitzenden der Kriegervereinigungen ein Programm über die „Grundsätze der vaterländischen Aufgaben“ der in den deutschen Landeskriegerverbänden ver- einigten Kriegervereine zugegangen. Die Vor⸗ sitzenden sollen dieses„Programm“ von Zeit zu Zeit zur Verlesung bringen. Es wird in diesem Programm zumeist gesagt, daß die wichtigste Betätigung des Staatsbürgers die Ausübung seines Wahlrechts ist.„Unsere Kameraden sind“, so heißt es,„vollkommen frei, innerhalb des Rahmens der den bestehenden Staat anerkennenden Par⸗ teien ihre Pflichten als Staatsbürger, bei Reichstags⸗, Landtags⸗ und kommunalen Wahlen auszuüben, wie sie wollen, sie dürfen aber, wenn sie unsere Mitglieder bleiben wollen, unter keinen Umständen einen Sozialdemo⸗ kraten wählen, auch nicht in der Stichwahl. Der Kamerad, der nachgewiesenermaßen bei einer Reichstags⸗ oder Landtagswahl einem Sozialdemokraten seine Stimme gegeben hat, muß aus seinem Vereine ausgeschlossen werden. Weigert sich der Verein, den Ausschluß herbeizuführen, so muß der Verein ausge⸗ schlossen werden. Was von den Reichstags⸗ und Landtagswahlen gilt, hat auch für die kommunalen Wahlen Geltung, denn die Wahl eines Sozialdemokraten in einen städtischen Vertretungskörper bedeutet gleichfalls eine Unter⸗ stützung der Sozial demokratie.“
Sogar den Gewerkschaften sollen die Kriegervereinler fernbleiben. Die Zuge⸗ hörigkeit zu einer solchen sei auch dann mit der Mitgliedschaft in einem Kriegerverein un⸗ vereinbar, wenn der Betreffende nicht selbst Sozialdemokrat ist, da er durch Zahlung der Gewerkschaftsbeiträge die Zwecke der Sozial⸗ demokratie direkt oder indirekt unterstützt. Es sei den Kameraden, welche Arbeiter sind, unbe⸗ nommen, ihre Berufsinteressen in national⸗ gesinnten Vereinigungen zu pflegen und sich dadurch„der Tyrannei der Sozialdemo⸗ kratie zu entziehen.“„Sodann können auch Diejenigen nicht Mitglieder unserer Vereine sein, welche die bestehenden staatlichen Verhält⸗ nisse, auf denen das Deutsche Reich in großer Zeit aufgebaut worden ist, nicht anerkennen und diese ihre Gesinnung bei den Wahlen be⸗ tätigen.“ Schließlich werden die Kriegervereine aufgefordert, Mann für Mann bei jeder Wahl zu erscheinen und sich in dieser Beziehung an dem Gegner ein Beispiel zu nehmen. Diejenigen aber, die in den Kriegervereinen sich befinden, obgleich sie Sozialdemokraten sind, sollen aus⸗ treten, andernfalls würden ste ausgeschlossen werden. 5
Das„Programm“ beweist klärlich, daß die Kriegervereine politische Tendenzen verfolgen, eine übrigens ganz bekannte Sache. Sie müßten den Bestimmungen des preußischen Vereins- gesetzes(Anmeldung der Mitglieder ꝛc.) unter⸗ worfen werden, wenn nicht nach dem Grundsatz verfahren würde: Wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht dasselbe! Kein denkender Arbeiter tritt einem Kriegervereine bei.
Kaiserreden.
Bei der Vereidigung der Garde⸗Rekruten in Berlin hat der Kaiser, der kurz darauf nach England fuhr, um dem dicken Eduard zum Geburtstage zu gratulieren, eine Rede gehalten. Er sagte da unter anderem:
„Ihr habt mir soeben den Fahneneid ge- schworen und dabei angesichts der glorreichen
und ruhmgekrönten Feldzeichen ausgesprochen, daß Ihr kreu zu Eurem Kaiser stehen wollt in allen und jeden Lagen.... Denkt stets an Euren Fahneneid und schütrelt die Versucher von Euch ab. Vergeßt aber auch Euren Gott nicht, denn durch den Segen des Allerhöchsten wird Euch Eurer Dienst leicht und lernt Ihr schwere Stunden über⸗ stehen. Schämt Euch nicht des Gebetes, das Euch einst Eure Mutter gelehrt hat. Wer Gott vertraut, ist noch nie unterge⸗ gangen und war die Prüfung auch noch so schwer. Ihr habt mir Treue geschworen; seid aber Euch selbst auch treu. Der Rock, den Ihr tragt, ist mein Rock und Ehre dem, der ihn tragen kann. Laßt dies Ehren⸗ kleid aber nicht beschimpfen, denn wer Euch beleidigt, tritt auch mir zu nahe.“ Hoffentlich werden dann auch die Vorgesetzten, welche die Rekruten beleidigen, wegen Majestäts⸗ beleidigung bestraft! Uebrigens ist es ein Irr⸗ tum, wenn der Kaiser den Soldatenrock als seinen Rock bezeichnet. Das Volk muß die vielen Röcke mit seinen Steuergroschen bezahlen. — Was für„Versucher“ der Kaiser gemeint hat, wäre interessant zu erraten.
Eine weitere Rede hielt Wilhelm II. in England. Bei einer Parade in Shornecliffe richtete er an ein Regiment eine Ansprache, in der er sagte:
„Ich gratuliere dem Regiment zu seinem Aussehen und zu dem Verhalten, welches es in Südafrika an den Tag gelegt hat.“
Wie mag das unseren biederen Kaisertreuen, aber dabei englandfeindlichen Patrioten gefallen? — Ueber die englische Kaiserreise gerieten sich übrigens die bayrischen und preußischen Agrarier in einer Versammlung in Würzburg gehörig in die Haare. Thomas Memminger, der Leiter des Bauernbundes, kritisierte sehr abfällig die kaiserliche Politik, was den preußischen Oberbündler Dr. Hahn und seine Begleiter veranlaßte, demonstrativ den Saal zu verlassen. Statt mit einer Einigung endete die Versamm⸗ lung mit Krach.
Einen schönen Wahlsieg
erkämpften unsere Genossen im Landbezirke Heilbronn, wo am Montag in der Stichwahl unser Genosse Schäffler gegen den reaktio— nären Bürgermeister Hegelmeier von Heil— bronn in den Landtag gewählt wurde. Es handelte sich hier um eine Ersatzwahl; vorher besaß den Kreis die Volkspartei. Nunmehr ist unsere Partei im württembergischen Landtage mit 6 Mann unter 93 Abgeordneten vertreten.
Bei den vorige Woche in Magdeburg stattgefundenen Stadtverordnetenwahlen erzielte unsere Partei ebenfalls gute Erfolge. Das von uns bisher innegehabte Mandat in Magdeburg⸗Neustadt wurde glänzend behauptet, sechs unserer Kandidaten kommen in Stichwahl.
Ebenso erzielte unsere Partei in Düssel⸗ dorf, wo sie sich zum ersten Mal an den Stadtratswahlen beteiligte, einen beachtenswerten Erfolg. Die sozialdemokratischen Kandidaten erhielten 2294, die des Zentrums 2921 Stimmen. Außerdem fielen noch auf die mittelparteilichen Kandidaten Stimmen, so daß Stichwahl zwischen Zentrum und Sozialdemokratie zu entscheiden hat.
Hänge⸗Peters,
jener berüchtigte„Kolonialheld“, der wegen verschiedener scheußlicher Verbrechen disziplina⸗ risch mit Dienstentlassung bestraft wurde, macht sich wieder mausig und spielt den Unschuldigen und Gekränkten. Er suchte Bebel im Reichs⸗ tage auf und wollte von ihm den Namen seines Gewährsmannes in der Tuckerbriefange⸗ legenheit erfahren. Bebel lehnte es natür⸗ lich ab. Peters braucht nur den Mann, den er im Ver dacht hat, der Gewährsmann Bebels zu sein und der sich bereits öffentlich als solcher bezeichnet, zu verklagen. Das zu thun, wird sich der Hängekarl aber hüten. Uebrigens kam der Tuckerbrief für die Verurteilung gar nicht in Betracht, der Ehren⸗Peters wurde auf andere Anklagepunkte hin verurteilt. Seine Rein⸗
waschung wurde schon verschiedentlich vergeblich versucht.
Schergendienste für die russische Polizei
leisten deutsche Hochschulen. Viele von der russischen Polizei aus irgend einem Grunde— an Gründen fehlt es der Polizei des Knuten⸗ reichs noch weniger als der anderer Länder— verfolgten Studenten wenden sich nach Deutsch⸗ land, um hier ihre Studien fortsetzen zu können. In der letzten Zeit kam es nun mehrfach vor, daß die jungen Leute zur Polizei zitiert, einem Verhör unterworfen und sogar ausgewiesen wurden. Wie das geht, ersieht man aus fol⸗ gender Zuschrift, die unserm Zentralorgan aus Darmstadt zuging:
„In den letzten Tagen des vorigen Monats kamen in Darmstadt zwei russische Studenten an, die — wie so viele der an der dortigen Hochschule Studie⸗ renden— in Rußland relegiert waren, um sich für das Winter semester immatrikulieren zu lassen. Der eine hatte dies auch bereits gethan, als am anderen Tage Abends sich ein Kriminalbeamter bei ihnen ein⸗ stellt und sie einlud, dem Polizeirevier einen Besuch abzustatten. Hier wurden sie in ein Verhör genommen und am anderen Tage zu dem Rektor der Hochschule gerufen, der dem einen seine Studiengelder wieder zurück⸗ gab, mit dem Ausspruch:„Wer in Rußland ein⸗ mal von der Universität verwiesen ist, den brauchen wir hier in Deutschland auch nicht.“ Im Korridor der Hochschule hatte sich inzwischen ein Kriminalbeamter eingefunden, der sich der beiden Stu⸗ denten in der liebenswürdigsten Weise annahm und sie nach dem Polizeirevier spedierte, woselbst ihnen eröffnet wurde, innerhalb 24 Stunden Darmstadt zu ver⸗ lassen, da man sie sonst abschieben würde“.
Es muß also die Behörde der Hochschule der Polizei die Papiere der Studenten vorgelegt haben. Mit Recht fragt der„Vorwärts“ die Regierung, ob die russischen Studenten unter Polizeiaufsicht gestellt wären? Vielleicht ver⸗ langen unsere Genossen im hessischen Landtage darüber Auskunft.
Skandalösen Wahlschwindel
trieben die Christlich⸗sozialen(Antisemiten) unter der Führung ihres berüchtigten Häupt⸗ lings Lueger, des Bürgermeisters von Wien bei den kürzlich stattgefundenen Wahlen zum österreichischen Landtage.
Die Taktik der Luegerianer war nämlich eine einfache. In den Wählerlisten wurden eine Menge„Wähler“ aufgeführt, die längst verstorben sind oder nie gelebt haben. Für diese„Wähler“ wurden Wahllegitimationen ausgestellt— das hat der antisemitische Magist⸗ rat ja leicht!— und allerlei Lumpengesindel gab für die nichtexistirenden Wähler Stimm⸗ zettel ab. Ein Bursche wurde dabei abgefaßt, als er gerade wieder mit einem gleichwertigen
»Komplicen den Rock tauschte, um zum sechs—
zehnten Mal einen Stimmzettel abzugeben. Sozialistische Wähler wurden von Messerhelden angegriffen, ohne daß die Polizei die Messer⸗ stecher festnahm.— Am Wahltage drangen eine Heerde besoffener Polizisten mit blanker Waffe in das Arbeiterheim ein, wo sie alles zerschlugen und viele Leute verletzten, wurden aber schließlich zurückgeschlagen..
Ohnehin ist das Wahlrecht zum österreichischen Abgeordnetenhause urreaktionär, zum Vorteile der Besitzenden zugeschnitten; es ist desyalb kein Wunder, wenn die christlich⸗soziale Sippe durch Schwindel und Beeinflussung auf der ganzen Linie siegte. Bisher war unser Genosse Adler einziger Vertreter der Sozialdemokratie im Landtage; er unterlag leider im Bezirk Favoriten gegen den Antisemiten mit nur 39 Stimmen Minderheit. Dagegen siegte Genosse Seitz in Floridsdorf.— Die Vorgänge bei diesen Wahlen, wie auch sonst die ganzen Zu⸗ stände in Wien und Oesterreich zeigen, was von einer antisemitischen Parteiherrschaft zu erwarten ist.
Immer mehr Soldaten!
Eine neue Wehrvorlage hat die öster— reichische Regierung dem Parlament vorgelegt. Sie verlangt 21600 Mann mehr, die auf fast alle Waffengattungen verteilt werden sollen; besonders wären durch die Einführung der
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