Ausgabe 
16.3.1902
 
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wie stets die

Mitteldeuische Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

höhnische Bemerkungen uber die Religion gemacht habe, wie der Pastor Lehr an das Weilburger Blatt berichtet hat. That⸗ sächlich hat Gen. V. nur darauf hingewiesen,

besitzende Klafse die ihre Zwecke mißbraucht. doch die Wucherzöllner nicht, den

Vetters

Meligion für Schämen sich

Herrgott für des Gelingen ihres Raubzuges

anzuflehen! Und wenn Diener der Religion da⸗

bei mit einstimmen, so machen sie sich einer

scchlimmeren Verhöhnung schuldig, als es je Sozialdemokraten oder Atheisten vermöchten.

Pastor Lehr

hat mit seiner Rederei nur den

Beweis geliefert, daß er unsere die Religion

betreffende Programmforderung

werfen.

nicht kennt, micht versteht oder geflissentlich entstellt. Der Einsender des Berichts im Weilburger Tage⸗ Blatt hat die Kühnheit, unseren Parteigenossen wersönliche und unnoble Kampfesweise vorzu⸗ Das ist doch wirklich ein starkes Stück. Das sagt ein Mann, der den offen⸗ parsten Schwindel über die Sozialdemo⸗ kratie zum Besten gab! Was soll man ferner dazu sagen, daß Dr. Burckhardt mit der Aeußerung hausteren geht, die der ehemaligen Gompagnon Singers vor vierzehn Jahren gethan hat, und diese unserem Genossen zum Vorwurf macht? Vor einiger Zeit, als ein Antisemit dieselben schofeln Angriffe erhob, stellten wir Singer zur Entgegnung Raum zur

Werfügung. Singer schrieb uns darauf:Gegen⸗ über der ebenso dummen als nieder⸗ trächtigen antisemitischen Hetzerei mich zu

verteidigen, kann mir nicht in dem Sinn kommen. Wer mich und mein wie ein nufgeschlagenes Buch vor den Genossen liegen⸗ des Partei- und Privatleben kennt, weiß, daß ich einer gemeinen Handlungsweise nicht fähig bin. Wenn die antisemitischen Dreckseelen mir nichts weiter vorwerfen können, als daß sie rnich für die verwerfliche Redensart eines

Anderen verantwortlich machen, dann glaube

Herzen nehmen.

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ich, kann man zufrieden sein. Diese Worte Singers kann sich auch Herr Burckhardt zu Schlieblich bitten wir den Herrn Pastor Lehr, uns mal behülflich zu

sein, daß wir in Löhnberg ein Lokal zu einer Versammlung bekommen, wir wollen ihm dann Weiteres über die Bestrebungen der Sozial⸗ demokratie sagen. Wir gewährem ihm un⸗ beschränkte Redefreiheit! Hoffentlich läßt er sich das günstige Anerbieten nicht entgehen!

Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhai n.

St. Diebunten Landwirte ver⸗ anstalten am Donnerstag, den 13. d. Mts. nachmittags von ½ 2 Uhr an im Saalbau dahier anläßlich des an diesem Tage hier stattfindenden Frühjahrs⸗Pferdemarktes eine Provinzialversammlung des Bundes der Land⸗ wirte. Sie haben sich dazu den zweiten Vor⸗ sitzenden des Bundes, den Rittergutsbesitzer Dr. Rösicke, Reichstagsabgeordneter für Kaiserslautern, als Redner bestellt. Da nach nach dem Vortrag eine Diskusston stattfindet, so ist sicher zu erwarten, daß sich auch Gegner der Lebensmittelverteuerung zum Worte melden und dürfte auch aus diesem Grunde die Debatte recht interessant werden. Jedenfalls werden wir in nächster Nr. d. Bl. näheres hierüber berichten können.

Die Stadt Marburg, resp. deren Vertreter, hat bis jetzt noch nichts von sich merken lassen, ob sie an der von Berlin aus beabsichtigten Versammlung städtischer Vertreter behufs Stellungnahme gegen die Zolltarif⸗ vorlage, speziell die Verteuerung der Lebens⸗ mittel teilnehmen will. Bei der Etatsberatung in letzter Sitzung der Stadtverordneten hat niemand diese Frage berührt; hoffentlich ge⸗ schieht dies aber noch.

Elektrische Bahn. In einer kürz⸗ lich stattgefundenen Versammlung des Kauf⸗ männischen Vereins, an welcher auch Magistrats⸗ und Stadtverordneten⸗Mitglieder teilnahmen, debattierte man über die Errichtung einer elek⸗ trischen Bahn, die durch die Straßen der oberen Stadt geführt werden solle. Eine Wiesbadener Gesellschaft hat sich erboten, die Bahn zu bauen und den Betrieb für die nächsten 5 resp. 10 Jahre auf ihre Kosten zu übernehmen, worauf dieselbe in städtischen Besitz übergehen solle.

Während man einerseits dieses Projekt freudig begrüßte und im Interesse der Hebung des Ver⸗ kehrs für sehr notwendig erachtete, wurden andererseits Bedenken wegen der Enge der Straßen geltend gemacht, die wir aber nicht teilen können. In anderen größeren Städten mit bedeutenderem Verkehre gehen die elektr. Straßenbahnen auch vielfach durch enge Straßen, warum sollte dies nun hier nicht zu bewerk⸗ stelligen sein? Ein Beschluß wurde in der Versammlung nicht gefaßt.

In Ockershausen fand am 11. ds. Mts. die Ergänzungswahl zur Gemeindever⸗ tretung statt. Während in der 1. Klasse zwei und in der 2. Klasse 8 Stimmen abgegeben wurden, wobei es in beiden Klassen noch zur Stichwahl kommt, wurden in der 3. Klasse nur 2 Stimmen für den Ackermann Jakob Schneider abgegeben, womit dieser gewählt ist. Da in Ockershausen, mit 164 Wahlberechtigten, zum größten Teile Arbeiter wohnen, so könnten die⸗ dieselben längst in der Gemeindevertretung ein Wörtchen mitreden, was manchmal sehr not⸗ wendig wäre.

Wegen Maje stätsbeleidigung

ist gegen den freireligiösen Prediger Welcker in Wiesbaden eine Klage eingeleitet worden. Die Majestätsbeleidigung wird gefunden in einer Stelle der Ansprache Welckers bei der Dewet⸗Feier, in Schierstein a. Rh., wo die Verantwortlichkeit für die Kriege Denen zuge⸗ wiesen wird, von denen die Kriegserklärung ausgehe. Die Broschüre mit dem Wortlaut der Rede ist unlängst in Frankfurt beschlag⸗ nahmt worden. Die Ansprache war ein scharfer Protest gegen Chauvinismus und eine Verur⸗ teilung jeglicher Kriegsgreuel. Bei den all⸗ deutschen ꝛc. Hurrahpatrioten erregte sie damals äußerstes Mißfallen, man unterbrach sogar den freimütigen Prediger während der Rede, 1896 hätte die deutsche Boerenfreundlichkeit keinen Staatsanwalt angereizt, nach Majestätsbelei⸗ digungen zu spähen.

Kleine Mitteilungen.

* Grubenunglück. Auf der Grube Anna bei Weilburg verunglückte am Diens⸗

tag der Bergmann Fr. Gath durch vorzeitiges

Losgehen eines Schusses. Schwer verletzt wurde er nach der Gießener Klinik überführt. Auf der Kohlenzeche Hansemann bei Dortmund ppurden zwei Bergleute verschüttet und getödtet.

* Mordprozesse. Vom Schwurgericht

Frankfurt wurde der Zuhälter Eckert, der

auf der Polizeiwachtstube 2 Schutzleute schwer verletzte zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilt. Zum Tode verurteilte das Augsburger

Schwurgericht den Bauer Bader, der seinen

Vater erschlagen in die Scheune geworfen und

diese angesteckt hatte. 5 * Der Millionenspitzbube Terlin⸗

den soll von Amerika ausgeliefert werden.

* Entdeckter Mörder. Vor drei

Monaten wurde in Stuttgart die Modell⸗

steherin Babette Birch ermordet aufgefunden. Jetzt ist der Mörder in der Person eines früheren Zuhälters der Ermordeten, des

Mechanikers Gerster ermittelt und verhaftet worden.

Arbeiterbewegung. Gewerkschafts⸗Kongreß.

Die Generalkommission der Gewerkschaften hat den

nächsten(IV.) Gewerkschaftskongreß auf Montag, den

16. Juni nach Stuttgart einberufen. Als Tages⸗

Ordnung ist vorläufig vorgesehen:

1) Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten. 2) Rechenschaftbericht der Generalkommisfton und Be⸗ ratung der Anträge, betreffend: Agitation(allgemeine); Agitation unter den Arbeiterinnen; Streikunterstützung und Streikstatistik: Reichs ⸗Arbeitersekretariat; Korrespondenzblatt; Wahl und Organisation der Vertreter in der Sozialgesetzgebung.

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3) Submissionswesen(Streikklausel). 4) Die Haus⸗ Induftrie. 5) Die Thätigkeit und rechtliche Stellung der Arbeitersekretariate. 6) Arbeitslosenstatistik und Arbeits⸗ losenversicherung. 7) Das Koalitionsrecht der Etsenbahner. 8) Die Stellung der Gewerkschaftskartelle in der Ge⸗ werkschaftsorganisation. 9) Unterstützungsfonds für Ge⸗ werkschaftsbeamte. 10) Beratung der nicht unter den vorstehenden Punkten erledigten Anträge.

*Berliner-Holzindustrielle und der erste Mai. Die Vorstände der vereinigten Verbände der Berliner Holzindustrie haben be⸗

schlossen, den Geueralversammlungen der ein⸗

chen reden.

zelnen Verbände folgenden Beschluß zur An⸗ nahme zu unterbreiten:Die am 1. Mai fei⸗ ernden Arbeiter sind zu entlassen und vor einer gewissen Frist nicht wieder anzustellen. Die⸗ jenigen Arbeiter, welche gegen Feiern des 1. Mai entlassen sind, dürfen nur vor Ablauf einer gewissen Frist vor dem 1. Mai beschäf⸗ tigungslos waren was zunächst durch An⸗ fragen bezüglich Entlassungsschein festzustellen ist können angestellt werden. Die Ar⸗ beitgeber der Berliner Holzindustrie folgen also dem schon seit Jahren von den Arbeitgebern des Berliners Baugewerbes geübten Beispiele. Die Arbeiter werden dazu auch noch ein Wört Jedenfalls wird es dem Unter⸗ nicht gelingen, den Weltfeiertag der Er wird durch so fester Wurzel

nehmertum Arbeiterschaft zu beseitigen. solche Maßnahmen nur um fassen. N A d Gewerbe-⸗Gerichtswahl in Frankfurt hat am Montag stattgefunden. Auf Seite der Arbeitnehmer wurden 4985 für die einzige, vom Gewerkschaftskartell aufgestellte Liste abgegeben. Bei der Wahl im Jahre 1900 fielen auf die Arbeitnehmerliste nur 3647 Stim⸗ men. Für die soz.⸗dem. Arbeitgeberliste wurden nur 141 Stimmen abgegeben. Die Frankfurter Stadtverordneten⸗Versammlung hat kürzlich beschlossen, das Proportional⸗ Wahlrecht für die Gewerbe⸗Gerichtswahl ein⸗ zuführen.

Partei- Nachrichten.

Kandidatur in Nürnberg. Der Ge⸗ nosse Fluer, hat die Kandidatur zum Land⸗ tage abgelehnt, an seiner Stelle wird der Ge⸗ nosse Maurer Merkel vorgeschlagen.

Versammlungskalender. Samstag, den 15. März.

Gießen. Sozialdem. Wahl verein. Abends 1½9 Uhr Versammlung im Lokale Orbig.

Dienstag, den 18. März.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig. Briefkasten.

Mehrere Einsendungen mußten zurückgestellt werden. Bisses. Was für Hefte sollen das sein?

Geschichtskalender.

16. März. 1901: Studenten⸗Unruhen in Rußland. 1792: Attentat auf König Gustav III. von Schweden.

17. 1890: Bismarcks Amts⸗Entlassung.

13. 1871: Kommune in Paris. 1848: Revolu⸗ tion in Berlin. Ferdinand Freiligrath, Dichter, gestorben.

19. 1848: Fr. Wilh. IV. ProklamationAn meine lieben Berliner.

20. 1899: Bauarbeiterschutz⸗Kongreß in Berlin.

21. 1871: Eröffnung des ersten deutschen Reichs⸗ tags.

22.

1832: Goethe in Weimar gestorben.

eee e eee eee eee, Auf Genossen werbt Abonnenten für die Mitteldeutsche Sonntagszeitung pp] A

UUnserer heutigen Auflage liegt

ein Prospekt vonDie Hütte bei, worauf wir unsere Leser aufmerksam machen.