Ausgabe 
16.2.1902
 
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Nr. 7.

Mitteldeulsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

** Ein Deserteuer. Im Bahnhof Mainz wurde dieser Tage ein Deserteur des 118. Inf.⸗Regiments verhaftet und der Militärbehörde übergeben. Als der Soldat nach dem Militärarresthaus verbracht werden sollte, ging er seinen Begleitern abermals durch. Als der Flüchtling endlich wieder festgenommen worden war, schlug er nach seinen Transpor⸗ teuren, so daß diese nunmehr mit den Bajo⸗ netten auf ihn einstachen. Verwundet mußte er in das Lazaret verbracht werden.

Ein Grubenunglück. Auf Schacht II. der Zeche Constantin bei Bochum stürzten am Freitag die beiden Förderlörbe herab. Die darin befindlichen 18 Bergleute wurden geborgen, zwei von ihnen wurden schwer verletzt.

* Bergarbeiter⸗Tod. Auf der Grube Schiefer bei Obershausen(in der Nähe von

Ludwig Schmidt durch herabstürzendes Ge⸗ stein erschlagen.

Kapitalisten⸗Frömmigkeit.

Unter dieser Ueberschrift brachten wir in Nr. 5 eine Notiz, die sich mit den Inhabern der Leimfabrik Ph. K. Weiß in Haiger be⸗ schäftigte. Herrn Weiß war dort vorgeworfen, daß er als frommer Mann andere Arbeitgeber hätte veranlassen wollen, die Löhne zu kurzen und daß er selbst die Löhne seiner Arbeiter reduziert habe. Diese Angaben, die unser Ge⸗ währsmann auf Grund bestimmter Aussagen eines Beteiligten machte, entsprachen nicht den Thatsachen. Mit dem Ersuchen um Richtig⸗ stellung erklärt uns Herr Weiß, daß lediglich sein Sohn gelegentlich sich nach den Löhnen eines andern Fabrikanten erkundigt habe, um sich darnach richten zu können. Ferner erklärt Herr Weiß:

1) Es ist von 30 Pfg. Abzug absolut

keine Rede gewesen.

2) Ich persönlich, der ich zwar noch In⸗ haber bin, aber mich fast ganz vom Geschäft zurückgezogen habe, weil drei Söhne darin arbeiten, habe von alledem nichts gewußt und noch viel weniger etwas darin gethan.

3) Der angebliche Abzug von 10 Pfg. pro Tag hat gar nicht stattgefunden, außer bei

zwei Erwachsenen, wovon einer nahe an 70

Jahre alt ist, wofür aber zwei anderen je 10 Pfg. zugelegt wurden. Ich zahle eben nach Leistung und wie es recht und billig ist.

0 Ich habe die Löhne innerhalb der letzten 4 Jahre um zirka 30 Prozent aufgebessert, fd. solche keineswegs jämmerlich zu neunen ind.

5) Ich bin nicht, wie behauptet, das Haupt einer religiösen Sekte, sondern es versammeln sich in meinem dafür hergerichteten Saale, wofür ich Miete beziehe, eine kleine Zahl wahrer Christen, die kein anderes Ober⸗ haupt in religiöser Beziehung als nur den auferstandenen Christus kennen und verehren.

In einer Zuschrift an unsern Gewährsmann giebt Herr Weiß zu, daß der Lohnabzug pro

Tag bei zwei Mann zusammen 30 Pfg. betrage, Weilburg) wurde am Freitag der Bergmann

während zwei Mann zusammen 20 Pfg. zu⸗ gelegt erhielten. Wir stellen also gern richtig, daß Herr W. sen. nicht andere Unternehmer zu Lohnabzügen veranlassen wollte und nehmen ihm gegenüber diesen Vorwurf zurück.

Wie ein Träger des vornehmsten Rockes die Heiligkeit der Ehe respektierte.

Nach derAugsb. Abendztg. sind die an einem Duell in Neu-Ulm beteiligten Offiziere, der preußische Artillerie-Oberleutnant Ahlers und der baierische Leutnant Eigl vom 12. In⸗ fanterie⸗Reg. Ueber die Ursache verlautet fol⸗ gendes: Der preußische Oberleutnant wurde nach Metz versetzt und reiste dorthin ab, um sich nach einer passenden Wohnung umzusehen. Seine Familie blieb in Ulm. Während seiner Abwesenheit näherte sich der Leutnant der Frau des Oberleutnants in einer das Maß des Er⸗ laubten übersteigenden Weise. Der Oberleut nant ließ nach setner Rückkehr dem Leutnant eine Forderung zugehen, die vom Ehrenrat anerkannt wurde. In dem daraufhin an einem noch nicht bekannt gewordenen Orte aus⸗ gefochtenen Waffengange erhielt der Ober- leutnant einen Schuß in die Brust und liegt nun schwer verwundet im Garnisonslazaret in Ulm. Hier zog also wieder der Beleidigte den kürzeren.

Die Treberleute vor Gericht. Die Zeugen- und Sachverständigen⸗Verneh⸗

mungen im Prozesse gegen die Trebertrocknungs⸗ Gesellschaft dauerten noch die ganze Woche an. Der Hauptschuldige, Direktor Schmidt, kam noch nicht zur Vernehmung; er soll aber nach neueren Mitteilungen von Frankreich ausgeliefert werden und vor Gericht erscheinen. Im Uebrigen werden die Angeklagten, die doch Hunderte kleiner Leute geschädigt und viele Existenzen ruiniert haben, mit viel Rücksicht behandelt. Die fünf Angeklagten werden täglich in zwei eleganten Gefährten von und zum Ge⸗ richtsgebäude befördert. Außerdem ist es ihnen nicht verwehrt, in den Verhandlungspausen miteinander und auch mit Personen aus dem Publikum zu plaudern. Damit vergleiche man die Behandlung harmloser Preßsünder, die zur Verbüßung einiger Monate Gefängnis wegen Beleidigung in Ketten gefesselt über die Straße geführt werden! Sonst spielten die Angeklagten die Unschuldigen, wollten von Allem nichts gewußt haben und schoben die ganze Schuld auf Schmidt. Aus vielen Beweis stücken geht aber hervor, daß sie die Unreellität der verschiedenen faulen Gründungen sehr wohl kannten. Donnerstag wurde bekannt, daß der Schmidt nun doch nicht erscheinen werde. Es wurde nun die Beweisaufnahme geschlossen und der Staatsanwalt begründete die Anklage. Er erklärte die Angeklagten für schuldig und beantragte gegen Herm. Sumpf 2 Jahre Ge⸗ fänguis und 5000 M. Geldstrafe, gegen Brau⸗ ereibesizer Otto und Fabrikant Schlegel Jahre Gefängnis, 5000 M. Geldstrafe, gegen A. Sumpf 1 Jahr und gegen Rittergutsbesitzer Schulze⸗Dellwig: Jahr Gefängnis. Die Verteidiger plädierten auf Freisprechung.

Unschuldig ins Gefängnis.

Der Fuhrmann Jak. Schwöbel aus Siedels⸗ brunn hat in Darmstadt Jahre Ge⸗ fängnis unschuldig verbüßt. Er wurde seinerzeit wegen Mißhandlung zu 1 Jahr und 10 Monaten Gefängnis verurteilt abzüglich zwei Monate Untersuchungshaft. Obwohl er unausgesetzt seine Schuld in Abrede stellte und verschiedene Gesuche um Wiederaufnahme des Verfahrens einreichte, mußte er die Strafe antreten. Nach⸗ dem er Jahre verbüßt hatte, wurde er am 26. Oktober v. Is. entlassen, weil ein inzwischen

Arbeiterbewegung.

Die Glasarbeiter in Wirges (Westerwald) haben, seit die dortige Glashütte von dem berühmten Fr. Siemens in Dresden übernommen worden ist, einen immerwährenden Kampf gegen die Verschlechterung ihrer bis- herigen Arbeitsbedingungen zu führen. Diese waren bis jetzt einigermaßen annehmbare; zwischen Betriebsleitung und Arbeiterschaft herrschte leidlich gutes Einvernehmen. Jetzt will die Siemens'sche Firma die auf ihren übrigen Werken üblichen ungünstigen Arbeits⸗ verhältnisse einführen. Zu diesem Zweck hat sie den aus dem Streik sehr bekannten Inspektor Merbitz als Direktor hingeschickt. Es ist diesem Herrn auch überraschend schnell gelungen, das gute Verhältnis, das früher in Wirges bestand, vollständig zu vernichten. Jetzt haben dort die Glaspfleger(das sind die mit der Herstellung der Glasmasse beschäftigten Arbeiter) die Arbeit niedergelegt. Man verlangte von ihnen, auf dieselbe Art zu arbeiten wie im Betriebe der Firma in Dresden. Dazu sind die Pfleger aber nicht im Stande, da die Einrichtungen in der Fabrik in Wirges dazu fehlen. Die Arbeit in der Fabrik ruht, da in Folge des Streiks

der Pfleger auch die Glasmacher nicht arbeiten

können.

* Ueber die Vereinigung der Buch- drucker d. h. den Wiedereintritt der in derGewerkschaft organisierten Buchdrucker in den Verband hat eine Urabstimmung unter den Mitgliedern der Gewerkschaft statt⸗ efunden. Der Antrag der Vereinigung mit 1 Verbande wurde bedauerlicherweise mit 128 gegen 58 Stimmen abgelehnt.

Partei-Machrichten.

Zwei Parteiveteranen hat wiederum der Tod dahingerafft. Am Montag Abend starb in München der Genosse Alois Kiefer im Alter von 67 Jahren an einem Schlaganfall. Er war in den siebziger Jahren Redakteur des

Zeitgeist und erlitt schon aus dieser Thätigkeit

mehrere Strafen. Im Jahre 1874 kandidierte er als Angehöriger der Eisenacher Richtung in München zum Reichstage. Zuletzt war er Korrektor in der Druckerei der Münchner Post. Ferner starb in Hamburg der Schuh⸗ macher Karl Offen. Er trat schon in den 48er Kämpfen tapfer für Demokratie ein, später wandte er sich dem Sozialismus zu. Noch voriges Jahr trug der siebzigjährige Greis Flugblätter aus.

Versammlungskalender.

Samstag, den 15. Februar.

Gießen. Sozialdem. Wahl verein. Abends 1½9 Uhr Versammlung im Lokale Orbig. Be⸗ richterstattung über die Kreiskonferenz.

Marburg. Oeffentliche Parteiversammlung Abends 9 Uhr im Lokale D. Jesberg. Tages⸗ Ordnung: Wasserpolitik und Sozialpolitik in Deutsch⸗

land. Referent Vetters⸗Gießen Sonntag, den 16. Februar. Gießen. Gesang⸗VereinEintracht. Abends

8 Uhr Generalversammlung bei Orbig.

Büdingen. Wahlverein. Oeffentliche Versamm⸗ lung Vormittags 10 Uhr im LokaleZum wilden Stein. Vortrag von Genosse Busol d⸗Friedberg: Ueber Handels verträge.

Lorbach bei Büdingen. Oeffentliche Versamm⸗ lung im Lokale von Herrn Weinelt. Tages⸗ Ordnung: Zolltarif. Referent Busol d⸗Friedberg.

Lollar. Wahl verein. Nachmittags 3 Uhr Ver⸗ sammlung bei Wirt Schupp. Tages⸗Ordnung: Bericht über die Kreiskonferenz.

Montag, den 17. Februar. Gießen. Glaserverband. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig. Samstag, den 22. Februar. Friedberg. Nichtgewerbl. Arbeiter. Abends Uhr Versammlung inStadt New⸗York. Tages⸗Ordnung: Bericht von der Gaukonferenz. Schwalheim. Wahlverein. Abends 8 Uhr Ver⸗ sammlung. Tages⸗Ordnung: Ueber Handelsverträeg. Referent Busold⸗Friedberg. Sonntag, den 23. Februar. Steinberg. Fabrik- und Hilfsarbeiter. Nach⸗ mittags 3 Uhr Versammlung imGrünen Baum. Tages⸗Ordnung: Notwendigkeit der Organisatlon. Referent Vetters.

Briefkasten.

1902. Ja. Militärische Verpflichtungen können Ihnen nicht mehr auferlegt werden.

T.⸗Haiger. Kam zu spät, deshalb in nächster Nummer.

2 Holzversteigerungen und Verkäufe.

Montag, 17. Februar. Oberförsterei Lich. Vormittags 9½¼ Uhr. Zusammenkunft an der Kreuzung der Vizinalwege Albach-Hat⸗ tenrod und Burkhardsfelden⸗Lich. Brennholz. Dieus tag, 18. F bruar. Oberförsterei Lich. Vormittags Uhr. Zusammenkunft auf der Chaussee beim Albacher Hof. Brennholz. Mittwoch, 19. Februar. Im Gemeinde⸗ wald Erda, vorm. halb 10 Uhr im Haller⸗ berg beginnend. Eichen⸗Nutzholz. Halb 1 Uhr mittags im Gemeindesaal Hohensolms ev. an Ort und Stelle. Kiefern⸗Stammholz. Donnerstag, 20. Februar. Oberförsterei Laubach. Zusammenkunft 10% Uhr am

Eingange in den Eichberg. Brennholz.

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