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Nr. 37.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
nahme auf jene Artikel über den Viehreichtum, auf, ihnen das nötige Schlachtvieh in der Um⸗ gegend einzuhandeln!— Parteigenossen! Auch an diesem kleinen Beispiel kann man deutlich ersehen, daß, wie schon Dr. David in der roßen Protestversammlung in, Mainz aus⸗ ührte, die agrarisch⸗konservativen Lebensmittel- Verteurer das arbeitende Volk noch obendrein mit Hohn und Spott behandeln. Sollen wir uns das so ruhig gefallen lassen?— Nein!— Hier muß entschieden dagegen protestiert werden; wir möchten deshalb empfehlen, ähnlich wie in vielen anderen Städten, auch in Marburg eine öffentliche Protestversammlung gegen die künst⸗ liche Lebensmittelverteuerung einzuberusen.— Ob unsere Stadtväter in ihrer nächsten Sitzung etwas in dieser Angelegenheit, wie anderwärts geschehen, thun werden, ist sehr zu bezweifeln.
— Die Steinhauer von hier und Um⸗ gegend hatten am vorigen Sonntag Nachmittag ein Sommerfest bei Gastwirt A. Metzig in Ockershausen veranstaltet, welches zahlreich besucht war. Abends fand im Saale noch ein Tänzchen statt, wobei es recht gemütlich zuging. Hoffentlich nimmt auch die Organisationsarbeit bei den Steinhauern einen erfreulichen Fortgang.
— Eine Diebesbande treibt in letzter Zeit hier nächtlicherweile ihr Unwesen und scheint es speziell auf die Reichtümer des Geh. Rats v. Behring abgesehen zu haben. So wurde dieser Tage zunächst in das im Stadt⸗ park gelegene schloßartig gebaute Privatinstitut desselben eingebrochen und aus einem Schreib- tisch im Arbeitszimmer des Gelehrten eine wertvolle Münzsammlung entwendet. Kurz darauf versuchten die Diebe einen Einbruch in die am Schlag gelegene Villa des Herrn v. Behring. Sie hatten bereits ein Loch durch die Außenwand des Hauses gebrochen, wurden aber dann verscheucht. a
— Auch eine Sedanfeier. Ein Mau⸗ rerpolier aus Ockershausen, strammer Kriegervereinler, konnte es sich nicht versagen, mit seinen Leuten den Tag von Sedan auf der Arbeitsstätte, einem Steinbruch bei Gissel⸗ berg, festlich zu begehen. Es wurde tüchtig gezecht und flammende patriotische Toaste aus⸗ gebracht. Wie es aber in puncto Arbeiter⸗ behandlung, Arbeitszeit, Lohn usw. in jenem Steinbruch aussieht, darüber können Viele, die dort gearbeitet haben, ein Liedchen singen.
— Auf der Kirmeß. Der Kirmeßsonntag endete in Mornshausen bei Gladenbach in recht ungemütlicher Weise. Es kam zu einem Streit, in dessen Verlauf ein Bursche aus Wommelshausen, mit Stöcken und Messern derart bearbeitet wurde, daß man ihn schleunigst nach der Marburger Klinik verbringen mußte, wo der Transport kurz vor Tagesanbruch anlangte. Der Zustand des Verletzten wird als sehr bedenklich bezeichnet.— Also wieder ein Beitrag dafür, daß auch außerhalb der Mauern der Großstädte gesündigt wird, welch' letztere pfäffische und antisemitische Demagogen und Bauernfänger als Inbegriff aller Laster hinstellen.
Antisemitisches.
Folgende plumpe und alberne Bemerkung leistet sich das Offenbacher Antisemitenblatt. Der Mitteilung, daß der belgische Genosse Vandervelde sich an dem Münchener Parteitag beteiligen würde, fügt es hinzu:„Wie wir er⸗ fahren haben, handelt es sich hierbei vornehm⸗ lich um die Gründung eines soz taldemo⸗ kratischen Millionärklubs, für dessen Gründung sich in Deutschland die
i Herren Singer, Arons, v. Vollmar, Sabor,
Baumann⸗Frankfurt u. A. vornehmlich interes⸗ sieren.“ Welch geistreicher Witz! Der wird gewiß durchschlagen! Wie wäre es denn, wenn Herr Hirschel dann bei dem Klub einen Pump⸗ versuch machte? Der antisemitischen Kasse könnte wohl einiger Zufluß nicht schaden zun das Geld sozialdemokratischer„Millionäre“ ist sicher Herrn Hirschel ebenso willkommen, wie das jüdischer Parlamentsjournalisten. Träger des vornehmsten Rockes. Der Leutnant Lambeck aus Metz erschoß sich mit seiner Geliebten in einem fränzösischen
Badeorte. Seine Geliebte war die Gattin eines Hauptmanns, mit welcher er durch⸗ gebrannt war.— In Leipzig wurde am 2. Sept. vor dem Kriegsgericht gegen den Leutnant Friedrich Weiß vom 107. Regiment, der bis zu seiner vor einiger Zeit erfolgten Festnahme zum Telegraphen⸗Bataillon nach Berlin abkommandiert worden war, wegen Fahnenflucht, vorsätzlich falscher dienstlicher Meldung und wider natürlicher Unzucht verhandelt. Die vierstündige Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, Weiß mit der Verurteilung des Angeklagten Weiß unter Anrechnung von drei Wochen der Untersuchungshaft zu dreizehn Monaten Gefängnis, außerdem wurde auf Dienst⸗ entlassung des Verurteilten erkannt. Wegen Gefährdung der Disziplin und der Stttlichkeit wurden die Urteilsgründe in geheimer Sitzung verkündet.
Aus frommen Zirkeln.
Höchst unsaubere, für die christ⸗katholischen Gläubigen sehr beschämende, aber keineswegs seltene Dinge berichtet man aus Salzburg. Dort wurde im März der Oberlehrer Gubert in Niedernsill wegen Schändung von Schulmäd⸗ chen zu acht Monaten schweren Kerkers ver⸗ urteilt. Der würdige Pädagoge war ein eifriger Klerikaler, und seine Parte reh hatten auch alles aufgeboten, um ihn vor der drohenden Strafe zu retten. Das klerikale Gemeindeausschußmitglied Jakob Boni mair, Obmann des Ortsschulrates von Niedernstll, hatte nun die Kühnheit, die Lehrer von Niedern⸗ sill zu beschuldigen, sie hätten die Schulmädchen zu falschen Zeugenaussagen verleitet. Die Lehrer klagten, worauf der Angeklagte den Wahrheitsbeweis anbot. Die Verhandlung fand in Mittersill statt. Es wurden mehrere Zeugen vernommen. Der Wahrheitsbeweis mißlang vollständig, worauf der Richter den Angeklagten zu 3 Wochen Arrest verurteilte. Das Interessanteste ist nun, daß auf der Fahrt zum Gericht zwei Zeuginnen ein von dem klerikalen Oberlehrer geschändetes Mädchen zu überreden suchten, es solle zu Gunsten Boni⸗ mairs aussagen; sie drohten ihm zugleich mit der Hölle und ewiger Verdammnis. Zufällig saß in demselben Wagen ein Beamter, der alles mitanhörte und die Anzeige erstattete. Die klerikalen Musterzeuginnen werden sich wegen Verleitung zu falscher Aussage zu ver⸗ antworten haben.
Auf den kleinen Antillen
nehmen die vulkanischen Eruptionen noch kein Ende. Nach dem kürzlichen Ausbruch des Mont Pelé erfolgte am 2. und 3. September ein schrecklicher Ausbruch des Soufrière arf der Insel St. Vinzent. Am 3. Sept. wa der Vulkan die ganze Nacht glühende Massen aus, daß der Gouverueur die Bewohner der in der Nähe befindlichen Orte zum Verlassen ihrer Wohnsitze aufforderte. Menschenleben sind nicht verloren gegangen. Die Depeschen besagen, das Schicksal der karaibischen Inseln scheine besiegelt zu sein. Der letzte Ausbruch ist heftiger gewesen als der im Mai.
Kleine Mitteilungen.
* Zu erschießen versuchte sich ein 18 jähriges Mädchen, die Tochter eines Eisenbahn⸗ beamten in Hanau. f
* Schwer verbrannt hat sich das drei⸗ jährige Kind Willy Bauer in der Frauenlob⸗ straße in Mainz. Es hatte mit Streichhölzern
espielt, wodurch die Kleider in Brand gerieten. ie erlittenen Brandwunden machten seine Aufnahme ins Hospital nötig.
„ Wegen Weinpantscherei verurteilte die Mainzer Strafkammer den Weinhändler Paul zu 1000 Mk., den Landwirt Holzmann zu 300 Mk. und den Ackerburschen Fettum zu 150 Mk. Geldstrafe.
* Zwei Arbeiter erstickten in Trier beim Entleeren der Abortgrube einer Kaserne.
* Brüsewitzerel. Wie unserem Breslauer Par⸗ teiorgan aus Neiße berichtet wurde, hatten mehrere dort einquartierte Gardeartilleristen den Urlaub über⸗ schritten. Sie wurden von dem Infanterie⸗Leutnant
angetroffen und flüchteten in einen Stall. Als der Kanonier Jürgensen den Versuch machte, unbemerkt aus dem Stalle zu entkommen, erhielt er von dem Leutnant mehrere sehr gefährliche Stiche mit dem Degen. — Also wegen ganz geringfügiger Ursachen ein Menschen⸗ leben gefährdet!
Gewerkschaftl. u. Arbeiterbewegung.
. Der Maurerstreik in Köln ist nach vierwöchiger Dauer im Allgemeinen beendet. Etwa 70 Prozent der in Köln vor Ausbruch des Streikes beschäftigten Maurer arbeiten zu der neuen Bedingungen.
T Die Gewerbegerichtswahl in Glogau endete mit einem glänzenden Siege der vom Gewerkschaftskartell aufgestellten Arbeit⸗ nehmerkandidaten. Auf diese entfielen 342 Stim⸗ men, während die Kandidaten der Hirsch⸗Duncker⸗ schen nur etwa 60 Stimmen erhielten.
F Die Bauglaser in Berlin sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Außer Ab⸗ schaffung der Akkordarbeit fordern ste einen Stundenlohn von 56 Pfg. bei 9 stündiger Arbeitszeit. Weitere untergeordneten Forde⸗ rungen haben die Arbeitgeber bereits bewilligt.
Rechtssprechung.
Eine wichtige, aber auch durchaus zutreffende Entscheidung fällte das Gewerbegericht zu Lübeck. Zwischen der Inn⸗ ung Bauhütte und der Lohnkommission ist ein Vertrag über die Lohn⸗ und Arbeitsbedingungen abgeschlossen worden, in dem festgelegt ist, daß nur für die thatsächlich geleistete Arbeit ein Lohnanspruch erhoben werden kann. Auf einem Bau haben nun die Arbeiter 3¼ Stunden wegen Mangels an Material feiern müssen, und der Bauherr verweigerte auf Grund des Vertrages die Entlohnung. Das Gewerbe⸗ gericht entschied, daß eine Entschädigung für die 3¼ Stunden zu erfolgen habe. Der Ver⸗ trag beruhe auf bürgerlichem Recht und die Bestimmungen des Vertrages seien keineswegs als bedeutungslos bei Seite zu schieben. Zweifellos brauche der Arbeitgeber nicht zu bezahlen, wenn der Arbeiter durch einen in seiner Person liegenden Grund die Arbeit aus⸗ setzte. Der vorlie zende Fall liege aber anders, das Verschulden der Aussetzung der Arbeit trage der Meister, weil kein Material zur Stelle gewesen. Unter solchen Umständen müsse nach dem allgemeinen Recht, das natür⸗ lich zur Erläuterung der Bedingungen heran⸗ zuziehen sei, für die 3¼ Stunden der Lohn gezahlt werden. Nach dem Vertrage ist der Arbeiter auch verpflichtet, sich einen halben Tag zur e des Arbeitgebers zu halten. Das habe der Kläger gethan, und so könne der Arbeitgeber nicht hinterher sagen, er wolle für diese Zeit nicht bezahlen. Eine solche Ab⸗ machung verstoße gegen das Recht und die gute Sitte.
Versammlungskalender.
Samstag, den 13. September.
Gießen. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Bericht von der Landes⸗ konferenz.
Montag, den 15. September.
Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Dienstag, den 16. September.
Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig.
Briefkasten.
E. W. Wetzlar. Sie müssen uns Ihre genaue Adresse angeben, sonst können wir Ihre Zuschrift nicht veröffentlichen. Sie können sich auch an unsern Ver⸗ trauensmann A. Fauth, Sophienstraße 26 wenden.
Marbg. R. Ueber die Stimmverhältnisse im Kr. Siegen giebt ja der Arbeiter⸗Notizkalender Auskunft. Unsere Partei erhielt nur 393 St.
3—...... Der Neue Welt⸗Kalender für 1908. Preis 40 Pfg.
Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. Allwöchentlich ein Heft. Preis 25 Pfg. Sozialistische Monatshefte. Jeden Monat
ein zirka 80 Seiten starkes Heft. Preis pro Heft 50 Pfg.
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