Ausgabe 
13.7.1902
 
Einzelbild herunterladen

Dienszeit gen

schadet ez 115

ten herunterge⸗ beiter bedankt

Rirchhain.

ung. Wie aus det am nächsten dds 9 uhr, eine Nesberg' schen Lo⸗ nung der Kolpo⸗ ines findet auc Kommison statt die nächstiährige eines Kandidaten 1 der Tagesord⸗ Beteiligung. utracht. Am Juli, vormittags bersammlung des cg statt. Da es chr wichtiger An⸗ die beabsichigzte t das Erscheinen pünscht. umberein hatte d im Restaurant elsetigen Wunsch welche auch ziem⸗ n Gendarm war obgleich wir uns einer derartigen e Ueberwachung har der Vertreter aft in Hamburg, eim, erschlenen, e den Anwesenden p Nuten det Ron. 9 0 1 0 am Hilo ö onder gelangen, le bt werden bol 1 üblen Aua der Vertreter 0 ab dies Genn j übetha

Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

Die Arbeitsschürze ein Werkzeug.

Der Ruhm dieser Entdeckung blieb dem Schöffengericht in Bamberg vorbehalten. Ein dortiger Besitzer einer Dampfwäscherei war zum Hoflieferanten befördert worden und er⸗ wartete den Besuch seines Etablissements durch den Prinzen Rupprecht, der in der Zukunft Thronfolger von Bayern sein wird; damit bei dieser Gelegenheit seine Arbeiterinnen flott und fesch da stünden, ließ der Unternehmer sie sämtlich mit schönen, neuen Schürzen aus⸗ statten. Die Vorstellung klappte wundervoll und der Prinz soll über das blitzsaubere Aus⸗ sehen der Waschermadlu nicht wenig entzückt gewesen sein und dem Herrn Prinzipal seine höchste Anerkennung ausgesprochen haben. Aber die Schürzen hatten Geld gekostet, und die Kosten seines patriotischen Reinlichkeitsbe⸗ dürfnisses aus der eigenen Tasche zu zahlen, war dem Unternehmer in der Seele zuwider. Deshalb zog er kurz entschlossen den Arbeite⸗ rinnen je 3,50 Mk. pro Schürze vom Lohn ab. Da jedoch die Gewerbeordnung dem Unter⸗ nehmer nur gestattet, Werkzeuge zum Selbst⸗ kostenpreis au die Arbeiter abzugeben, wurde der Hoflieferant angezeigt; das Gericht sprach ihn indessen frei, da die Schürze als ein

Werkzeug im Sinne des Gesetzes zu betrachten

sei! Frau Justitia macht doch die schwie⸗ rigsten Sachen zu Gunsten des Unterneh wers.

Sittenstrenger Kaplan.

Kaplan Gremer, Religionslehrer in einer Volksschule zu Karlsruhe, hat den Knaben verboten, in kurzen Hosen, den Mädchen, mit kurzen Aermeln in die Schule zu kommen. Acht Tage schwieg die ultramontane Presse zu dieser Meldung eines Karlsruher Blattes. Daun erklärte das Fraktionsorgan des Zentrums, derBad. Beob., der Kaplan sei vollkommen im Recht. Also auch die Herren von der Presse sind so sittenstreng und schamhaft wie der Kaplan. Doch muß die Keuschheit der Leutchen auf sehr schwachen Füßen stehen, wenn sie durch den Aublick eines bloßen Mädchenarmes in's Wanken gerät!

Kleine Mitteilungen.

* Erschossen. Vergangenen Sonntag hat sich eine 28 jährige Russin, im Walde bei Bad⸗Nauheim er⸗ schossen. Sie war von Wiesbaden gekommen und hatte an barem Gelde nur wenige Mark bei sich.

a Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich am Dienstag früh auf dem Frankfurter Güter⸗ bahnhofe. Ein Rangierzug fuhr auf einen Prellbock, wobei die Rückwand der Maschine des Rangierzuges eingedrückt wurde. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden eingeklemmt; der Heizer ist getödet, der Lokomotiv⸗ führer schwer verletzt. Die Rangiermaschiene ist zer⸗ trümmert.

Im Wahnsinns anfall erschlug der 62 jähr. Bauer Buhl im Dorfe Hohenrot bei Kassel, seine 66jähr. Ehefrau mit einem Beil.

k Das Kasseler Schwurgericht verhandelte am 28. Juni gegen den Maurer Joh. Maurer, der am 12. Mat seine Ehefrau erstach. Die Verhand⸗ lung wurde vertagt, weil der Angeklagte auf Antrag des Sachverständigen 6 Wochen zur Beobachtung seines Geisteszustandes in die Marburger Irrenklinik gebracht werden soll.

i Durchgebrannter Bürgermeister. Der Gemeindevorstand Weichelt in Großschönau, bei Zittau i. S. ist flüchtig. Eine Revision der Gemeindekasse er⸗ gab, daß erhebliche Summen fehlen.

. Drei Todesurteile auf einmal! Vom

Schwurgericht in Gera wurden vor einigen Tagen die

Abmarsch um 2 Uhr, Licherstraße. Eintritt 20 Pfennig.

2 2 70 2 2 75

Bet ungü

Witwe Seifert und ihre Helfer Tänzler und Nieder⸗ meyer zum Tode verurteilt. Wegen eines Giftmord⸗ versuchs erhielten die Seifert und Niedermeyer noch je acht Jahre Zuchthaus.

l Mehr Bauarbeiterschutz! Beim Neubau der Ritterbrauerei in Dortmund brach das Gerüst beim Aufbringen von Eisenteilen zusammen. Fünf Mann stürzten in die Tiefe und wurden schwer verletzt, einer davon ist gestorben.

n Ungetreue Gewerkschaftsbeamte. Das Landgericht Nürnberg verhandelte gegen den vor einiger Zeit aus der Partei ausgeschlossenen Heiz er Ströbert und den Schlosser Reindl wegen Un⸗ treue und Privaturkundenfälschung. Ersterer war längere Zeit Vorstand, letzterer Kassierer der dortigen Zahlstelle des Verbandes der Heizer und Maschinisten. Ströbert erhielt 9 Monate, sein Komplize Reindl Monate Gefängnis. Beiden wurden die Ehrenrechte auf 5 Zahre aberkannt. Geschieht ihnen recht.

* Sittlichkeit inbesseren Kreisen. Aus Berlin wird berichtet, daß die dortige Kriminalpolizei wiederum SittenverbrechenA la Sternberg auf der Spur ist. Wie die bisherigen Feststellungen ergeben haben, sind an dem Skandal mehrerehoch an gesehene Herren beteiligt, die sich an schulpflichtigen Mädchen vergriffen haben. Die schmutzige Geschichte wurde von dem Vater des einen Mädchens zur Anzeige gebracht; das Mädchen befindet sich, trotzdem es erst vierzehn Jahre alt ist, bereits in anderen Umständen, ebenso eine gleichalterige Freundin desselben.

Partei- Nachrichten.

Manfred Wittich tot! Eine erschütternde Kunde für jeden Parteigenossen kommt aus Leipzig.

N

ö

Genosse Manfred Wittich, durch seine Schriften, wie durch seine mündliche agitatorische Thätigkeit in ganz 0 1 1

Deutschland bekannt, ist einem Herzschlage erlegen. Seit längerer Zeit war er nervenkrank. Vor einigen Tagen berichtete die Leipziger Volkszeitung, daß seine Krankheit eine lebensgefährliche Wendung genommen habe. Doch glaubte niemand, daß die Katastrophe so schnell eintreten würde. Unser Genosse ist nur 51 Jahre alt geworden. Vor seiner Thätigkeit in der Partei wirkte er in Dresden als Oberlehrer. Die Leipziger Volkszeitung schließt ihren Nachruf mit diesen Worten, denen wir uns von Herzen anschließen: Nun hat er ausgelitten, der treue Freund des arbeitenden Volkes, der überzeugte Anhänger des modernen Sozialismus.

Hunderttausende von Arbeiterherzen be⸗

ö ö

klagen in aufrichtiger Trauer den allzufrühen Tod eines

hervorragenden Kämpfers für die Sache der Freiheit und des Volkes. Am meisten aber empfinden die Ar⸗ beiter Leipzigs, in deren Mitte er seit einem Dutzend Jahren gewirkt, den Verlust dieses edlen, freimütigen Stre ters und Freundes Sein Andenken wird bei dem klassenbewußten Proletariat immerdar fortleben. Er ruhe in Frieden!

Ueber den tragischen Tod Wilhelm Swienty's. Swieniy hatte erst einige Tage vor dem Unglück nach wochenlangem schweren Krankenlager seine redaktionelle Thätigkeit am Haller Volksblatte wieder aufgenommen. Er war an Blinddarmentzündung erkrankt und hatte schwere Operationen über sich er gehen zu lassen, die nach einem glücklichen Verlauf völlige Gesundung versprachen. Ueber Nacht aber hat ihn ein gastrisches Fieber gepackt, das ihn am Donnerstag früh den unseligen Schritt begehen ließ. Er stürzte fich im Fieberwahn aus dem Fenster seiner Wohnung und hat bei dem Sturz so schwere Verletzungen erlitten, daß er bereits auf dem Transporte in das Krankenhaus ver⸗ schieden ist. Swienty war erst einige Jahre verheiratet; seine Frau die jüngste Tochter Liebknechts aus erster Ehe, schenkte ihm während er im Gefängnis weilte, das erste Kind. Von Beruf war Swienty Handlungsgehilfe, für deren Organisation und Interessen er rednerisch und schriftstellerisch hervorragend thätig war. Auch sonst hat sich Swienty als ein tüchtiger Redalteur und Agitator

bewährt. Unser unglücklicher Genosse, der auf so tra-

gische Weise aus dem Leben geschieden, ist noch nicht 30 Jahre alt geworden. kannter, in Ehren halten!

Hasnusssell, Tune.

Sein Andenken werden alle, die

Fommerfest der Gewerkschaften Giessens.

. Sonntag, den 20. Juli er., im Walde am alten Anneroder Weg, links der Licherstraße

Grosses Volksfest

Hreis schiessen, Hinder spiele mii. eiSνο,,¶½lei lung, f Bretgelpolomuise,

Das Gewerkschaftskartell. ünstiger Witterung findet das Fest von 3 Uhr ab im Cafe Leib statt.

Ein Skandal beseitigt. Im Wahlkreise Ans⸗ bach⸗Schwal ach verzichtete der aus dem Nürnberger sozialistischen Wahlverein ausgeschlossene und trotzdem aufgestellte Kandidat Roßkopf infolge der Beschlüsse des Ludwighafener Parteitages auf eine Kandidatur. Das hätte schon früher geschehen sollen.

Wahlkreis Friedberg⸗Büdingen. Sonntag, den 24. August, Vorm. 10 Uhr, im Saale zurStadt New⸗York in Friedberg

Kreis konferenz. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Rechnungsablage und Bericht der Kontrolleure. 3. Die Landeskonferenz. Ref. Gen. Repp. 4. Der Parteitag. Ref. Gen. Harris. 5. Die nächstjährige Reichstagswahl. Ref. Gen. Busold, 6. Verschiedenes.

Die Wahlkreisorganisationen und Parteigenossen der einzelnen Orte werden ersucht, sofort zu dieser Konferenz Stellung zu nehmen und die Wahl von Delegierten in die Wege zu leiten. Jeder Ort muß vertreten sein!

Der Kreisvertrauensmann.

Versammlungskalender. Samstag, den 12. Juli.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Vortrag von Krumm. Brauer. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Löb, Wiener Hof.

Friedberg. Nichtgewerbl. Arbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Ihl, Stadt New⸗York. Vortrag des Stadtverordneten Busold über die Gewerbe⸗Ordnung. Abrechnung.

Sonntag, den 13. Juli.

Marburg. Gesang⸗VereinEintracht. Vor⸗

mittags ½ 11 Uhr Generalversammlung bei Jesberg. Mittwoch, den 16. Juli.

Gießen. Gewerkschaftskartell.

Sitzung bei Orbig.

Briefkasten.

W. R. Gsn. In Köln fand während der Legis⸗ laturperiode 93 98 eine Ersatzwahl für den verstorbenen Abg. Greiß(Ctr.) statt. Sozialdemokratischer Kan⸗ didat war der Schreiner Woldersky. F. Ortubg. Sie konnten doch die Sachen als Drucksache schicken! Verursachte unnütze Kosten! Geld ist übrigens noch nicht eingegangen. Bgr. Gsn. Wir haben nicht gehört, daß von dem seiner Zeit versprochenen 1000 Taels Be⸗ lohnung für jeden der damals in Peking eingeschlossenen Europäer etwas zur Auszahlung gelangt wäre. Vor kurzem hat der StuttgarterBeobachter die Sache an⸗ geregt, ohne daß von zuständiger Seite eine Erklärung erfolgt wäre.

Abends 9 Uhr

2 2 2 88 8 8 2 5 8 . 2 2 8 8 2 8 2 2 2 8 328 8938888 2 8 2 3 2 8 C 2 3 8 2533 2 2 SSG 2 A 7 3 3 5 3 2 S 0* 2 2 5 FE 2s IAS 22 88 S 2 2 5 833 2* 3 1 2 2 3 32 8 2 3 2 2 8 8 S FN Ss 5 2 22 D 2 . 8 2 2 33 . 2 2 GG

Es ladet freundlichst ein

e

2

.

*

.

1

r

1 .

22

e

3

e

1

3