. Fragli misson kin
ebnis
eine Ersat⸗ urg. Unser wurde zwar tenzahl stieg en nur 84 gewann also F bon denen 0 Stimmen hren haben! t zu dieser
ugs eifrige
„Lieber lesen, daß urchbringung 1898 der r Ober⸗ 1 sei. Diese schienen, er⸗ richtig. des Ver⸗ trumsblatte, hlagen und inz wenigen und auch erschwiegen⸗ Zentrums hoch an⸗ im Staats⸗ rächt seiner lichen Rück⸗ Für Dr. persönlichen getracht ge⸗ rpräsidiums sau. Der rg Var il der Obel⸗ te Vakanz erpräsidium chen. 15 eil so that er r hätte sch Uuserblich der Staate Zu Lobes⸗ geranlassung, Regierung tel daft ingen half, das für
Nr. 15.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite. 3
sung mehrerer Konsumvereine beantragt worden, weil diese im Widerspruch mit dem Genossen⸗ schaftsgesetz politische Zwecke verfolgten. Die Kreishauptmannschaft hat daraufhin folgende Entschließung gefaßt:„Es ist erwiesen, daß in hiesigen Konsumvereinsverkaufsstellen eine gegen den Zolltarif gerichtete Petition zur Unterzeichnung ausgelegen hat, und das Plakate des„Agitationskomitees der sozialdemokratischen
Partei“ ausgehängt gewesen sind, die zur Unter⸗
n aufforderten; es ist ferner erwiesen, aß in den Geschäftsstellen durch Anschläge der sozialdemokratischen Parteileitung zum Kauf von Eintrittskarten für ein Ar beiter⸗Sän⸗ gerfest angeregt worden ist, und daß von zwei Konsumvereinen mehrere Vereine mit ausgesprochen sozialdemokratischer Tendenz durch Geldbeiträge unterstützt worden sind. Gleich⸗ wohl sieht die Kreis hauptmannschaft zur Zeit von der ihr gesetzlich zustehenden Maßregel der Auflösung der Konsumvereine ab, da die Vor⸗ stände sich über den Umfang ihrer Verant⸗ wortlichkeit nicht völlig im Klaren befunden zu haben scheinen und die plötzliche Auflösung wirtschaftlich zu einschneidend gewesen sein würde. Doch wird die Auflösung für den Fall ange⸗ kündigt, daß die Konsumvereine sich nicht auf die Verfolgung rein geschäftlicher Zwecke beschränken.“ Dazu sei erläuternd bemerkt, daß nicht die betreffenden Konsumvereine, sondern die in den Verkaufsstellen thätigen Lagerhalter die Petition ausgelegt und die Karten für das Sängerfest verkauft haben, was ihnen niemand verwehren kann. Uebrigens wird man doch einer Lebensmitteleinkaufsgenossenschaft die Petition gegen Brotverteuerung nicht als politisch anrechnen können, das ist nichts anderes als eine geschäftliche Maßnahme. Der Konsumverein Leip zig⸗Plag⸗ witz hat in den letzten vier Jahren nicht weniger als 8127 Mk. an Wohlthätigkeits⸗ und Bildungsinstitute ausgegeben, meistens sind das bürgerliche Vereine. Was war nun da gesetz⸗ widriges, wenn sich darunter auch zwei Arbeiter⸗ bildungsvereine befanden, deren Mitglieder in in der Mehrheit sozialdemokratisch sind?— Außer⸗ dem hat der genannte Konsumverein im verflos⸗ senen Winter an arbeitslose Mitglieder Freibrot im Gesamtwerte von 3197 Mk. verteilt. Schon diese zwei Beispiele zeigen, wie segensreich die Genossenschaften wirken und demgegenüber nimmt sich die elende Denunziation des antise⸗ mitischen„Schutzverbaudes“ noch trauriger aus. Wenn die Herrn glauben, damit die Interessen des Mittelstandes zu fördern, dann täuschen ste sich. Würde die Kreishauptmannschaft übrigens ebenso energisch eingeschritten sein, wenn die vom Konsumverein unterstützten „politischen Vereine“ konservativ und nicht gerade sozialdemokratisch gewesen wären?—
Maifeier und Unternehmertum.
Seitdem sich die Arbeiter ihren internatio⸗ nalen Feiertag geschaffen haben, war er den Unternehmern ein Dorn im Auge. Der Arbeiter soll nur feiern, wenn es dem„Brotherrn“ paßt, darf sich aber ja nicht erlauben, einen Feiertag nach seinen Wünschen zu begehen. Nicht genug, daß der Arbeiter sich vom Kapitalisten ausbeuten lassen muß, er soll sich auch in seinen eigensten persönlichen Angelegenheiten der Vorschriften derjenigen fügen, die aus seiner Arbeit sich be⸗ reichern. Jetzt machen die Berliner Scharf⸗ macher⸗Verbände wieder gegen die Maifeier
mobil.
In der letzten Generalversammlung des Bundes der Arbeitgeberverbände Berlins waren die Delegierten der 17 vertretenen Bände einmütig der Ansicht, daß weder eine ganze, noch eine teilweise Freigabe des 1. Mai von den Mitgliedern zu gestatten sei. Ein⸗ stimmig wurde beschlossen, daß Arbeiter, welche am 1. Mai ohne stichhaltigen Grund von der Arbeit fernbleiben, zu entlass en sind und in denjenigen Betrieben oder Werkstätten, wo sie bisher gearbeitet hatten, nicht vor dem 5. Mai wieder aufgenommen werden, dagegen bei anderen Arbeitgebern nicht vor dem 15. Mai Arbeit erhalten dürfen. Jedem Verbande steht es frei, diese Frist zu verlängern.— Wir sind
überzeugt, die Berliner Arbeiter werden sich nicht so leicht verblüffen lassen und die Mai⸗ feier wird sich so imposant wie immer in Berlin gestalten. Thatsächlich beschlossen die meisten feier, den ersten Mai wie bisher zu eiern.
Der Magen der Kirche.
Aus Belgien wird berichtet, daß dort einer Statistik zufolge am 1. Januar 1901 nicht weniger als 3000 Klöster bestanden
mit ca. 40000 Insassen. Das Vermögen
dieser Klöster wird auf 3 Milliarden Franks geschätzt. Verhältnismäßig noch größere Reichtümer dürfte die alleinseligmachende Kirche in Spanien besitzen und in Oesterreich, Frankreich, Italien liegen die Verhältnisse ähn⸗ lich. Und da redet das Pfaffentum von der „verfolgten“ Kirche.
Die belgische Sozialdemokratie und das Frauenwahlrecht.
An den Osterfeiertagen fand im Brüsseler „Volkshaus“ der Kongreß der Sozialdemokratie Belgiens statt, der von 700 Delegierten besucht war. Im Vordergrunde der Erörterungen stand natürlich der bevorstehende Kampf um das all⸗ gemeine Wahlrecht und besonders mußte die Stellung der Partei zur Forderung des Frauen⸗ stimmrechts festgestellt werden, worüber in den Genossenkreisen geteilte Meinung herrscht. Doch ist vollkommene Einigkeit erzielt worden; die Resolution des Parteivorstandes wurde fast ein⸗ stimmig angenommen. Diese besagt, daß sich die Verfassungs⸗Reviston nur auf das allge⸗ meine Männer⸗Stimmrecht beziehe; falls die klerikale Partei das Frauenstimmrecht in die Debatte ziehe, sollen die soz. Abgeordneten dieses Manöver zum Scheitern bringen. In der vor⸗ hergehenden Diskussion betonte Vandervelde, daß die Forderung der Einführung des Frauen⸗ wahlrechts nur aufgeschoben, nicht abge⸗ lehnt sei. Die Bedenken gegen die sofortige Einführung des Wahlrechts für die Frauen seien bis in die Reihen der Sozialdemokraten so stark, daß man vorläufig von dieser Forde⸗ rung Abstand nehmen müsse.— Auch Frau Gatti de Gamond sprach das Einverständnis der sozialistischen Frauen mit der Resolution des Parteivorstandes aus. Schwer sei es für die Frauen, ihre eigenen Forderungen abzu⸗ lehnen, sie stimmten aber der Resolution im Interesse des allgemeinen Männerstimmrechts zu. Auf dem imposanten Kongresse herrschte große Begeisterung.
Unterdessen hat sich die Lage in Belgien äußerst zugespitzt. Das Vorgehen der klerikalen Regierung, die durch allerhand Winkelzüge die Einführung des allgemeinen Stimmrechts zu verhindern sucht, hat im Volke natürlich die höchste Erbitterung hervorgerufen, so daß es auf der Straße mehrfach zu Zusam menstößen mit der Polizei kam. In Bureaus Brüsseler kleri⸗ kaler Zeitungen wurden die Fenster eingeworfen. In Gent wartete am Dienstag eine große Volks⸗ menge auf die Rückkehr der Deputierten aus Brüssel und nahm eine feindselige Haltung gegen die katholischen Abgeordneten an. Ver⸗ schiedene Ansschreitungen kamen vor, wobei aber offenbar Spitzel die Hand im Spiele haben. Die sozialistischen Abgeordneten suchen die Ar⸗ beiter vor gewaltsamen Vergehen zurückzuhalten und wenden sich namentlich gegen den General⸗ streik für den besonders die Bergleute eintreten, um dadurch das allgemeine Wahlrecht zu er⸗ zwingen.
In Rußland
wächst die revolutionäre Bewegung von Tag zu Tag, und äußert sich in zahlreichen regie⸗ rungsfeindlichen Kundgebungen in vielen größeren Städten. Sie wiederholten sich, trotz der un⸗ menschlichen Art und Weise wie von Seiten der Polizei gegen die Demonstranten vorgegangen wurde. Außerdem wurden gegen mehrere Beamte Attentate verübt; allein dreimal gegen den Moskauer Polizeimeister Tregow.
Ju Moskau wurde der Rechnungsrat der Marschau⸗Wiener Eisenbahn, Wladislaus Ma⸗ lewski, ermordet aufgefunden. Ihn hatten
die Arbeiter im Nerdacht, daß er die Gens⸗ darmen auf die sozialistischen Agitatoren unter ihnen aufmerksam mache. Außer dem wurde der Fabrikdirektor Szostkiewicz durch einen Messerstischermordet. Ihm warfen die Arbeiter vor, daß er sie der Polizei denun⸗ ziere.— Hoffentliche bereitet das russiche Volk 1 755 8 der Knutenherrschaft Väterchens ein Ende.
Krieg in Südafrika.
Ueber Erschtießung gefangener Buren durch australische Offiziere be⸗ richteten Londoner Blätter. Der Bericht stü tzt sich auf Angaben von Augenzeugen. Er be⸗ schreibt die Grausamkeit, mit welcher zwei von diesen Offizieren sich gegenüber den Ein⸗ geborenen und ihren eigenen Leuten während ihres Aufenthalts im wilden Buschfeld betrugen, und schließlich die Gefangennahme von zehn unbewaffneten Buren, die sich nach Pietersburg begaben, um sich zu ergeben. Es habe geheißen, daß die Buren 20,000 Pfund Sterling bei sich gehabt hätten, wodurch wahrscheinlich die Hab⸗ gier des Leutnants Hancock erregt worden sei. Darauf habe dieser ein Scheinkriegsge⸗ richt abgehalten und befohlen, die Buren zu erschießen. Eine Schwadron habe sich geweigert, den Befehl zu vollziehen, worauf er die zehn Buren durch Leute einer anderen Schwadron habe erschießen lassen. Später habe Hancock erfahren, daß ein deutscher Missionar um die Sache wußte, sei nach dessen Zelt gegangen und habe ihn totgeschossen. Leutnant Hancock sowie Leutnant Morant sind auf kriegsgericht⸗ liches Urteil erschossen worden, während zehn andere Angehörige jenes Truppenteils zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wurden. — Das ist ja eine schöne Räuber⸗ und Mörder⸗ gesellschaft! Danach scheint es, daß die Offi⸗ ziere mehr verroht und verwildert sind, als die gemeinen Soldaten.
Die Friedensverhandlungen dauern noch fort. Hoffnungen auf ein günstiges Resultat sind noch nicht aufgegeben, obwohl allem Anschein nach Steijn und Dewet die Be⸗ dingungen ablehnen, die Schalk Burger anzu⸗ nehmen bereit ist. Nach einer anderen Meldung schreiten die Verhandlungen, obgleich Schalk Burger fortwährend in Unterhandlungen mit Stejn und b steht, nur langsam fort in⸗ folge der großen Entfernung, welche die Mit⸗ glieder der Transvaal-Regierung von einander trennt.
Ueber die Kriegslage im Allgemeinen erhält die„Rhein⸗Westpfäl. Ztg.“ ein längeres Schreiben eines deutschen Burenoffiziers, der auf das bestimmteste versichert, daß die Buren siegen müssen. Die Burensache stehe vorzüglich, näheres werde Deutschland durch Kommandant Fronemann erfahren, der dorthin unterwegs sei. Die Gesamtzahl der Burenstreiter betrage mindestens 20000 Köpfe, die Streitmacht Dewets 5000. Die Engländer halten lediglich die Bahnlinien besetzt, während die streifenden Buren⸗ Corps das platte Land beherrschen und zahl⸗ reiche Ortschaften in ihre Gewalt bringen.
Krutzinger, der von den Engländern gefangene Burenkomandant, wurde vom Gericht freigesprochen. Er war des mehrfachen „Mordes“ angeklagt. Nun wird er als gewöhn⸗ licher Kriegsgefangener behandelt.
Aus den Gewerkschaften.
An den Osterfeiertagen haben mehrere Centralverbände ihre Verbandstage abgehalten. Es ist uns in Rücksicht auf den zur Ver⸗ fügung stehenden Raum nicht möglich, eingehend über die Verhandlungen derselben zu berichten, wir müssen uns deshalb damit begnügen, nur das Hauptsächlichste anzuführen.
Der Textilarbeiter⸗Verband hielt seine Generalversammlung in Kassel ab. 75 Delegierte waren anwesend. Gegenwärtig zählt der Verband 29 740 Mitglieder; ihre Zahl hat sich leider in den letzten zwei Jahren
*


