N kann—
d ausbricht,
d, was soll Syri
t Beziedung berichteten alcher unsere Fteiwilligen
nal, Fritz „Mutter m Stalle 1 Mensch
m Latten⸗ zwei Latten
alis mus. wird seit pied a. Rh.
e Direktor Produlte l.
zu diesen Ain Ponkurz n Pugee ter Siemens 11 1 pr eschäͤdigt
Alaternehmen J berwaltet iufsichtsrates m Keaß u 1 il Ae ne schwersen „ Höln. 3 h. 19 koch ber unde
— Kugel in den Hals geschossen hatte.
Nr. 41.
Mitteldeutsche Souutags⸗Zeitung.
Seite 5.
Die Angeklagten hatten in der antisemitischen Staats bürgerzeitung behauptet, der Mörder sei unter den Juden zu suchen, diese würden aber geschont. Donnerstag war die Zeugenverneh- mung beendet und es begannen die Plaidoyers. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Ange⸗ klagten Dr. Böttiger 1½ Jahre, gegen Bruhn 6 Monate Gefängnis. Letzteren be⸗ zeichnet der Staatsanwalt als den Leiter der ganzen Hetze in Konitz.
Wieder ein begnadigter Duellmörder.
Der Leurnant Thieme von dem in Jena stehenden dritten Bataillon des 94. Infanterie⸗ regiments, der im Januar ds. Js. den Studenten Held in einem Pistolenduell erschoß und deshalb pom Kriegsgericht wegen Zweikampfs mit tötlichem Ausgang zu der riesigen Strafe von ganzen zwei Jahren und zwei Monaten Festung verurteilt worden war, soll bereits am letzten Sedanfest begnadigt worden sein. Nach Bekundungen der jetzt aus dem Manöver zurückgekeh ten Soldaten hat Thieme bereits das letzte Manöver mirgemacht und ist wieder im Dienst, aber nicht in Jena, sondern in Weimar. Danach hätte der Duellant nur etwa den vierten Teil seiner Strafe verbüßt. So „bekämpft“ man in Deutschland den Duell⸗ wahnsinn.
Ein fürchterliches Eisenbahnunglück
ereignete sich am Samstag auf dem kleinen Bahnhofe Arleux der Bahnlinie Lille⸗Laon in Nordfrankreich. Ein Eilzug fuhr infolge falscher Weichenstellung auf ein Nebengeleise, die Lokomotive entgleiste und bohrte sich in den Boden fest. Aus den Trümmerhaufen wurden zwanzig entsetzlich verstümmelte Tote und fünfzig größtenteils furchtbar zugerichtete Verwundete herausgezogen. Mehrere Leichen waren zu unförmigen Breimassen zerquetscht. Wie sich später herausgestellt hat, trägt auch an diesem Unglück die am unrechten Flecke be⸗ thätigte Sparsamkeit der Verwaltung die Schuld. Es war zu wenig Bahnpersonal vorhanden, 55 den Verkehr übersehen und bewältigen zu önnen.
Kleine Mitteilungen.
e Arbeiter⸗Risiko. An einem Neubau zu Mainz waren Montag nachmittag drei Maurer mit Abtragen des Gerüstes beschäftigt, als es einstürzte. Einer der Abgestürzten, ein verheirateter Maurer, blieb auf der Stelle tot, zwei weitere wurden verletzt.
** In der Badewanne ertränkt hat sich am Montag das bei dem Bäcker Lehr in Wiesbaden in Stelle befindliche Dienstmädchen Koppens. Als Motiv nimmt man Schwermut an.
* Durch Kohlengas erstickten in Frankfurt zwei Dienstmädchen.— Ein anderes Dienstmädchen wurde vom Straßenbahnwagen überfahren und so ver⸗ letzt, daß ihm ein Fuß amputirt werden mußte.
„ Ein Automobil stürzte am Sonntag Mittag bet Weilmünster an eiuer scharfen Kurve um. Die vier Insassen wurden herausgeschleudert; eine Dame erlitt schwere Verletzungen, ein Herr einen Beinbruch.
* Eine Feuersbrunst zerstörte am Dienstag in Niederwallmenach bei St. Goarshausen drei Wohnhäuser und 8 Scheuern. Beim Löschen wurde ein Mann durch einen herabstürzenden Balken erschlagen.
t Duellmord. Auf dem Ettlinger Schießplatze bei Karlsruhe duellierten sich am Dienstag zwei Ochsen — nein, Studenten. Der Student der Rechte, Reiß aus Karlsruhe, erhielt einen Schuß in den Unter⸗ leib, an dem er starb. Sein Gegner war elu Techniker.
* Gefährlicher Student. Die Strafkammer in Bonn verhandelte vorigen Mittwoch gezen den Studenten der Rechte Franz Nohl aus Köln, der im Mai bei einem Wirtschaftsstreit einem Arbeiter eine Die Strafkammer nahm nach langer Verhandlung Notwehr an und er⸗ kannte auf Freisprechung!
Gewerkschastl. u. Arbeiterbewegung.
* Zentral- Arbeitersekretariat. Zum 1. Januar 1903 soll das Zentral⸗Ar⸗ beitersekretariat, dessen Errichtung von dem letzten Gewerkschaftskongreß beschlossen wurde, in Berlin in Thätigkeit treten. Die Wahl des
Sekretärs und des Bureaubeamten hat bereits stattgefunden.
Als Sekretär wurde Genosse
Robert Schmidt, bisher Redakteur am Vor⸗ wärts und als Bureaubeamter der Vorsitzende des Zentralvereins der Bureauangestellten, Gustav Bauer, gewählt.— Zu den Haupt⸗ aufgaben des Sekretariats gehört die Ver⸗ tretung der Gewerkschaftsmitglieder in Unfall⸗ 2c. Prozessen vor dem Reichsversicherungsamt. Diese Einrichtung wird sich für alle, die das Unglück haben Versicherungsansprüche erheben zu müssen, ein wahrer Segen sein. Bisher mußte jeder Arbeiter für derartige Vertretung hohe Bezahlung leisten. Ein Grund mehr sich den Gewerkschaften anzuschließen!
Im Mainzer Schreinergewerbe sind infolge der vom Möbelfabrikanten und Meisterverband eingeführten zweierlei Ent las⸗ sungsscheine Differenzen ausgebrochen. Ein Teil dieser Scheine enthält die Worte „ordnungsgemäß entlassen“ bei den andern fehlt das Wort orduungsgemäß. Ueber diese Angelegenheit fand eine Besprechung einer Arbeiter⸗Delegation mit dem Vorstand des Fabrikanlen⸗Vereius stalt. Darüber berichteten die Arbeiter⸗Vertreter in öffentlicher Versamm⸗ lung. In jener Besprechung trat der Herr Möbelfabrikant Rauch in einer Weise auf, die bewies, daß von Seiten der Arbeitgeber beab⸗
sichtigt wird, die vor zwei Jahren mit den
Schreinern getroffenen Vereinbarungen zu durch⸗ brechen. Rauch erklärte offen heraus, daß er sich an die Abmachungen nicht mehr kehre, daß er sie bewußt und mit voller Ueberlegung durchbrechen würde.„Die Arbeiter hätten ihnen vor zwei Jahren andere Arbeitsbeding⸗ ungen aufgezwungen, jetzt werde man den Arbeitern die Pistole auf die Brust setzen. Wer nicht zu seinen Bedingungen arbeiten wolle, der fliege hinaus, und wenn er 15 Jahre und länger bei ihm gewesen; wer nicht mehr genug leisten könne, der fliege hinaus, er wolle keine Jubiläumsar⸗ beiter mehr.“— Das Wort sollten sich nicht blos die Mainzer Schreiner, sondern al le Arbeiter merken. Es zeigt so recht, wie der profitgierige Kapitalist die„langjährige treue Arbeit“, für welche der Staat Verdienstmedaillen prägt, im Allgemeinen einschäzgt. Und wie viele Arbeiter giebt es noch, die sich bei Arbeits⸗ niederlegungen gar nicht von ihren alten Arbeit- geber trennen können! Dem Mainzer Möbel⸗ fabrikanten muß man für seine Offenheit dank⸗ bar sein. Gewiß denken nicht alle Arbeitgeber so, aber es liegt im kapitalistischen System, den ausgenutzten, verbrauchten Arbeiter einfach auf die Straße zu werfen. Mag er in's Armenhaus wandern!— Die überaus stark besuchte Versammlung beschloß, mit aller Kraft für die Aufrechterhaltung der Vereinbarungen einzutreten und fest im Verbande zusammen⸗ zuhalten.
In Genf streiken die Straßen⸗ bahner. Der Kampf wird mit großer Heftig⸗ keit geführt, die Direktion der Straßenbahn zeigt sich äußerst hartnäckig. Von Behörden versuchte Vermittelungsversuche scheiterten. Sonntag fand eine von 4000 Personen besuchte Volksversammlung statt, in der die Redner, darunter ein bürgerlicher Deputirter, sich scharf gegen die Direktion wandten. Der Mehrheit
der Gewerkschaften stimmte für Proklamirung des Generalstreiks, der denn auch in vollem Umfange eingetreten ist. Nicht einmal die Zeitungen erscheinen. Die Straßen sind voll feiernder Arbeiter, doch ist alles ruhig.
f Streiks der Kohlengräber. Seit mehr als 20 Wochen befinden sich die Kohlenbergleute in Pennsylvanien im Streik. Der Kohlenmangel macht sich bereits in ganz Nord-Amerika fühlbar. Präsident Roosevelt machte vergebliche Vermittelungsversuche. Auch die Bergleute in Nordfrankreich beschlossen den Generalausstand.
Partei-Nachrichten.
Seht die Wähleritsten nach! Wie schon mehrfach bekannt gegeben, liegen die Wählerlisten zum Landtage am Nontag, Dienstag und Mittwoch, den 13., 14. und 15. Ok ober auf den Bürgermelstereten aus. Wir ersuchen alle Genossen, sich zu überzeugen, ob sie in der Liste verzeichnet sind. Nur wer in der Liste steht, kann wählen!— Die Genossen in Gießen, denen die Zeit fehlt, selbst die Liste nachzusehen, wollen ihre Adressen rechtzeitig einem unserer Vertrauens⸗ leute oder an unsere Zeitung einsenden.
In der Versammlung verstorben. Bei einer soziald mokratischen Frauenversammlung in Bres⸗ lau las kurz vor Schluß die Genossin Döring das Gedicht von Holtei:„Sonst nichts, nur heim“ vor. Mitten im Vorlesen machte ein Herzschlag ihrem Leben ein Ende. Dle Partei wird ihr ein ehrenvolles Andenken bewahren,.
Versammlungskalender.
Samstag, den 11. Oktober.
Gießen. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. T. O.: Berichterstattung vom Parteitag. Zahlreich erscheinen! Jedermann hat Zutritt.
Sonntag, den 12. Oktober.
Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr
Versammlung bei Orbig. Sonntag, den 19. Oktober.
Lollar. Versammlung in der„Germania“ Nachmit⸗
tags 3 Uhr.
bessebefStadttheatef
Sonntag, den 12. Oktober 1902: Der Salontyroler
Lustspiel in 4 Akten von Gustav von Moser. Musik von Jos. Krägel Dienstag, den 14. Oktober 1902:
Alt- Heidelberg Schauspiel in 5 Akten von Wilh. Meyer⸗Förster Mittwoch, den 15. Oktober 1902:
2. Volkstümliche Vorstellung:
Der Hüttenbesitzer
Schauspiel in 4 Akten von G. Oh net. Freitag, den 17. Oktober 1902:
Die Grossstadtluft
Lustspiel in 4 Akten von Schönthau-Kadelburg.
Konsum⸗Verein Gießen und
Umgegend. E. G m. b. H.
Aktiva. Bilanz vom 30. Juni 1902. Passiva. An Kassenbestand 2064,76 Mk.[ Per Anteil der Mitglieder 2583,50 Mk. „ Warenbestand. 3999,45„„ Eintrittsgeld a 5 „ Inventar 993,60 1„ Guthaben der Lieferanten 330,20„
„ Abschreibung für/„ Anleihe⸗Conto 2000,—„
Jahre 7½% 74,60 919,.— 5 Waben 111 11.
Anteil bei der Großeinkaufs⸗ Gesellschaft e „ Emballage
275,60„ 100*
—— Sa. 5558,81 Mk. r—
Sa. 5558,81„
Mitgliederbewegung: ahl der Genossen am 1. Oktober 1901: 120.
e bis 30. Juni 1902: 52.
Gießzen, den 10. Oktober 1902. Der Vorstand:
Gustav Holtberg. Michael Keßler. Heinrich Baum.
Zusammen 172.
Der Aufsichtsrat: Karl Orbig, Vorsitzender.
— 2 1


