Ausgabe 
12.1.1902
 
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Nr. 2.

Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 3.

Ahlwardt, nicht schlafen. Nachdem man eine lange Zeit nichts mehr von ihm gehört hatte er schacherte mit Bergwerks⸗* pierchen tauchte er dieser Tage plötzlich Hieder in Berlin in einer Versammlung detDeutschen Volksbundes auf und erklärte den verblüfften persbmiche daß er nach einer längeren, durch persönliche Verhältnisse vedingten Pause wieder mit aller Kraft in den politischen Kampf eintreten werde. Im Reichstage sei er jetzt Einspänner, doch habe er die Absicht, sich emDeutschen Volksbunde anzuschließen. Er werde wieder im politischen Kampf eine schneidige Waffe führen. Da einFriede noch nicht möglich sei, verkünde er nunKrieg auf Erden, bis der Sieg errungen sei. Da wird also wohl Ahlwardt sich demnächst mit dem andern antisemitischenEinspänner, dem ehemaligenHessischen Bauernkönig Böckel N einer neuenFraktion zusammenschließen. ine solche hat auch schon lange gefehlt! Umso⸗ mehr, als ein anderer antisemitischer Abgeord⸗ neter, Herr Werner, sich durch seinen Prozeß gegen den Nattonalsozialen Erdmannzdörfer politischunmöglich gemacht hat. In diesem Prozesse, der vor kurzer Zeit in Kasse ver⸗ andelt wurde, führte Erdmannsdörfe den achweis, daß Werner thatsächlich Brichte über die Verhandlungen der Reichstagskosmis⸗ sionen gegen Bezahlung an den jüͤdichen Parlamentsjournalisten Ham bufger geliefert hat. Weiter wurde dem bicheren Urteutschen, der stets seinen Anhängern juge⸗ rufen:Kauft nicht bei Juden! nachgewesen, daß er den jüdischen Empfänger seiner Beichte sehr wohl gekannt habe, sogar mit ihm disekt in Verkehr getreten sei, trotzdem bestritt er diese Thatsachen öffentlich. Das Gericht sprach in⸗ 1. Erdmannsdörfer frei und führt in er Begründung des Urteils aus, daß We ner sich öffentlich der Lüge schuldig gemacht nabe. Die von dem Beklagten erhobenen Beschlldi⸗ gungen haben sich also als wahr erwiesen Jawohl, es sind wahre Mustermenschen die urteutschen Führer! tan kann eine guze alphabetische Liste verdächtiger Gestalten zu⸗ sammenstellen!

Nachwahlen zum badischen Landtase.

Bei der Ersatzwahl in Pforzheim wude, wie das ja nach der Wahlmännerwahl vorgs⸗ zusehen war, Genosse Geck an Stelle des En. Opifictus gewählt. Geck erhielt 90, sein nationl⸗ liberaler Gegner 67 Stimmen. Mit gnz knapper Mehrheit wurde in Karlsruhe Ind der bisherige konservative Abg. Stockhoner gegen unsern Genossen Lutz gewählt. die meisten der antisemitischen Wahlmänner stimmen für den Rückschrittler, wodurch sie wiederm zeigten, wes' Geistes Kinder sie sind.

Soziales.

Ein sozialpolitischer Fortschrtt wird aus dem Großherzogtum Gotha bericht. Dort ist jetzt ein Arbeitersekretartat ins Leln getreten, das von den Beiträgen des Staaßs und der Gewerkschaften unterhalten wid. Der Staat geht also nicht aus dem Leiie, wenn er mit den klassenbewußten Arbeiten zusammen eine für die Arbeiter nützliche Es⸗

richtung schaffen hilft. Von der französischen Sozialdemokrat.

Die Neuwahl der französischen Kamm findet im Mai 1902 statt. Die s 1 Partei Fraukreichs(Jaures und Genoss 5 in den r und Calais ha der französischen. disten) den Vorschlag gemacht, dei den Wah gemeinsame Kandidaten aufzustellen. Ueber da, wo die Guesdisten in der Mehrzahl sin, wollte die sozialistische Partei auf einen Sonde kandidaten verzichten; nur dort, wo sich bei di letzten Generalratswahlen ergeben hatte, daß e in der Majorität seien, sollke einer der ihrigt aufgestellt werden. Die Guesdisten haben du den Genossen eg Bürgermeister von Lie und Sekretär der Nord⸗Föderation, erkläm.

lassen, daß ste in keinerlei Unterhaudlungen mi denMinisteriellen eintreten würden. 6

lehnen es ab, weil trotz gegenteiliger Erklärungen die sozialistische Partei oder deren Führer nach wie vorministeriell seien. Die französische Arbeiterpartei hat, wie seinerzeit mitgeteilt, auf ihrem letzten Kongreß den Beschluß gefaßt, in sämtlichen fünfhundert Wahlkreisen des Landes Veschl. e Kandidaten aufzustellen. Aus diesem Beschluß und aus Obigem ist ersichtlich, daß man es in einer fie Reihe von Wahlkreisen mit zwei sozialistischen Kandidaten, die sich gene auf das Heftigste bekämpfen, zu hun haben wird. Was natürlich der Arbeiter⸗ klasse nur zum Schaden gereicht.

Chinesisches.

Nunmehr ist der chinestsche Hof wieder nach Peking zurückgekehrt. Der Einzug erfolgte unter Aufwendung großer Pracht in Anwesen⸗ heit großer Truppenmassen. Den Ausländern, die dem Einzuge beiwohnten, lächelte die Kaiserin zu. Sie hat Ursache zum Lachen; China ist wahrlich nicht der unterlegene Teil.

Krieg in Südafrika.

Eine Abstimmung über die Frage der Waffenniederlegung von Seiten der Buren hat kürzlich stattgefunden. Auf Veran⸗ lassung des Präsidenten Krüger richtete Schalk Burgher an alle Burenkommandanten die An⸗ frage, unter welchen Bedingungen sie die Waffen niederlegen würden. Alle antworteten, ent⸗ weder völlige Unabhängigkeit oder den Krieg bis ans Ende. Das 1 eine klare Antwort. Uebrigens soll vor einiger Zeit ein englischer Geheim⸗Gesandter bet Krüger gewesen sein, um mit ihm Friedensunterhandlungen anzuknüpfen. Dieselben wären jedoch resultatlos verlaufen. Von englischer Seite wurde bestritten, daß überhaupt ein Unterhändler zu Krüger entsandt worden sei.

Kämpfe. Mit den bei Tweefontein er⸗ oberten Kanonen versucht De Wet die von den Engländern errichteten Blockhäuser zu zerstören. Eine Abteilung Engländer wurde auf dem Marsche von Brugsprult nach Brankhorstspruit von den Buren überfallen und verlor 6 Tote und 13 Verwundete. Nach zweistündigem Kampfe zog sich der Feind, ebenfalls mit einigen Verlusten, zurück.

Dagegen wird auch eine Niederlage der Buren berichtet. Eine engl. Konstablerabteilung nahm im Oranjestaat den Feldkornet Lecoux, den Korporal Erasmus und 33 Buren gefangen. 30 Gewehre wurden erbeutet. Feldkornet Pretorius und 10 Buren fielen.

Kriegs⸗Versorgung der Buren. Das englische militärische FachblattBroad Arrow will nach der Frkft. Ztg. ausunge⸗ wöhnlicher, aber zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die Buren noch immer eine große Menge von Waffen und Munition verborgen dee halten. Viele europäische Buren⸗ freunde hätten ihren Weg nach dem Norden und Nordosten von Transvaal gefunden und warteten daselbst, bis De Wet dorthin käme, um sie zu führen. Es seien in jenen Gegenden auch Vorräte für die Buren aufgespeichert, darunter zwischen 40,000 und 50,000 Gewehre, über deren Ankauf der Gewährsmann des Blattes Informationen erhalten zu haben ver⸗ sichert.

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Pon Nah und Lern.

Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗

kommen. Die Ehre unserer Sache gebtetet natürlich strengste

Gewissenhaftigkett det Uebermittelung von Nachrichten. Wir

bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschretben.

hessisches.

Tiefe Entrüstung hat sich der hessischen Kapitalisten bemächtigt, weil die Regierung angesichts dei heiklen Finanzlage eine Erhöhung der Vermögens steuer vorschlägt. tatt bisher 55 51. sollen 75 Pf pr. 1000 Mk gesteuert werden. Die vaterländisch gesinnte uationalliberale Wormser Zeitung droht bereits mit einer Massenpetition und der Auswanderung

der steuerkräftigen Leute. Die Arbeiter wären wirklich Prügel wert, wenn sie sich zur Unter⸗ zeichnung einer derartigen Petition einfangen ließen.

Die Verstaatlichung des Gerichts⸗ vollzieherwesens ist im neuen Etats⸗ entwurf vorgesehen. Auf Drängen des Land⸗ tags ist zum erstenmale dafür ein Betrag in den Etat eingestellt. Die Gehälter der Gerichts⸗ vollzieher werden mit 1800 bis 2800 Mark aus der Staatskasse bezahlt, während deren Gebühren in die Staatskasse fließen sollen. Eine Vermehrung der sehr angenehmen Be⸗ amten⸗Kategorie ist auch vorgesehen.

Die staatliche Betriebskrankenkasse für Hessen, die vor Kurzem gegründet wurde, erstreckt sich nunmehr auf alle staatliche Geschäfts⸗ zweige des Großherzogtums. Mit der Ver⸗ waltung der Betriebskrankenkasse ist eine Medizinalkasse für staatliche Unterbeamte verbunden, welche unter finanzieller Beihilfe des Staats den kleineren Beamten bis zu 2000 M. Gehalt freie ärztliche Behandlung, sowie Heilmittel für sich und ihre Familie verschafft. Auch die Wersorgungsanstalt für staatliche Arbeiter, die ebenfalls der Verwaltung der Betriebskrankenkasse unterstellt ist, umfaßt nunmehr alle Ressorts der hessischen Staatsverwaltung. Allgemein ist für die staatlichen Arbeiter und Gehilfen die Kranken⸗ versicherungspflicht auf statutarischem Wege so⸗ weit ausgedehnt, als sie der Invalidenver⸗ sicherungspflicht unterliegen. Nicht einbegriffen find die Bediensteten der Eisenbahnverwaltung, für die besondere Einrichtungen bestehen. Die Verwaltungsstelle ist räumlich verbunden mit der Invalidenversicherungsanstalt Gr. Hessen.

Gießener Angelegenheiten.

Wichtig für Gesang vereine! Das am 1. Januar in Kraft getretene neue Ur⸗ heberrecht hat bekanntlich eine Reihe wich⸗ tiger Veränderungen gebracht, namentlich für die Presse und für die Musik. Gestützt auf die neuen gesetzlichen Bestimmungen, richtet der Verein der deutschen Musikglienhändler in Leipzig an die Gesangvereine, Musikvereine und Kapellen eine Warnung und das Ersuchen, alles etwa widerrechtlich vervielfältigte Notenmaterial zur Vernichtung an die Geschäftsstelle des Vereins der deutschen Musi⸗ kalienhändler(Geschäftsführer Karl Hesse) zu Leipzig, Buchgewerbehaus, abzuliefern und sich jeder weiteren Vervielfältigung solcher zu ent⸗ halten. In diesem Falle wird von einem Strafantrag abgesehen. Jeder weitere zur Kenntnis des Vereins gelangende Fall wider⸗ 97 Vervielfältigung wird gerichtlich ver⸗ olgt.

Gute Unterhaltungs⸗Litteratur dem Volke zu bieten, bestrebt sich seit Jahren die BuchhandlungVorwärts, indem sie die illustrierte RomanbibliothekFreie Stunden schuf. Welchen verderblichen Einfluß die Schauer⸗ und Schundromane, die dem Volke von gewissen⸗ losen Unternehmern für teures Geld aufgehängt werden, auf die allgemeine geistige und mora⸗ lische Entwickelung ausüben, ist bekaumt. Dieses Zeug aus den Kreisen des arbeitenden Volkes zu verdrängen, wo sie mehr als man glauben sollte, gelesen werden und dafür einer guten Unterhaltungslektüre mehr Eingang zu ver⸗ schaffen, muß jeder für seine Aufgabe halten, dem die Bildung des Volkes am Herzen liegt. Der neue Jahrgang derFreien Stunden bringt Werke zweier hervorragender Dichter: Spindler und Gorki. Der Erstere mußte so wie der andere sich vagabundierend auf der Landstraße herumtreiben. Spindler, geb. am 16. Okt. 1796 zu Breslau, steht, obwohl ein äußerst gewandter und lebendiger Erzähler, den sozialen und politischen Verhältnissen seines Vaterlandes gleichgültig gegenüber. N

Wie ganz anders Gorki! Das unerbittliche, unabänderliche soziale Verhängnis der bürger⸗ lichen Wirtschaftsordnung hatte ihn zum Proletarier gestempelt und hielt ihn mit un⸗ erreißbaren Ketten in der Armut, im Elend 10 5 Monate nur konnte er beim Großvater ie Schule besuchen; dessen Bankerott warf den