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Mitteldentsche Sonuutags⸗Zeitung.
Ne. 6.
Brüchige Ordnungsstützen.
Wenn man sich die Mühe geben wollte, all' die Fälle, wo„Patrioten“ und„angesehene“ Ordnungsleute wegen Betrug, Unterschlagung, oder sonstiger Sünden eingelocht wurden, ge⸗ wissenhaft zu registrieren, man bekäme allwöch⸗ entlich eine recht reichhaltige und ziemlich lange Diste zusammen. Wegen Raummangels mußten wir es uns schon in sehr vielen Fällen versagen, die Namen der Helden, die den Kampf für Thron und Altar und gegen die vaterlandslose Sozialdemokratie führen, unsern Lesern mitzu⸗ teilen. Wenn aber der Vorsitzende eines „Vereins reichstreuer Männer“ wegen Unterschlagung amtlicher Gelder verhaftet wird, so ist das schon etwas, was uns der Mitteilung wert erscheint. Das Malheur pas⸗ sierte nämlich dem Gemeindekassen⸗Verwalter E. Knisse in Wilmersdorf bei Berlin. Der tapfere Kämpe für Ordnung und Sitte hat in den 20 Jahren seiner Dienstzeit mehr als 20000 Mark unterschlagen. Bei einer unvermuteten Revision stellte sich dieser Fehl⸗ betrag heraus, worauf die Verhaftung erfolgte. — Die früheren Revisionen scheint man nicht 905 besonderer Gründlichkeit vorgenommen zu aben.
Ferner kam der„Bankier“ Koch in Berlin in Nr. Sicher. Ihm legt man nicht weniger als 250 Fälle des Betrugs, der Unter⸗ schlagung ꝛc. zur Last.
Weiter berichtet das Aachener„Volks⸗ blatt“ über einen Tugendbold von der Pfaffen⸗ partei:„Dieser Tage erschien in einem Ehe⸗ scheidungsprozeß der frühere Herausgeber des „Volksfreund“(das dortige katholische Blatt), Herr Immelen, als Zeuge. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er mit der Frau des auf Scheidung klagenden Ehemannes geschlechtlich verkehrt habe, gab Herr Immelen nach längerem Zögern die Möglichkeit eines solchen Verkehrs zu. Die Beziehungen dieses Zentrumsführers um weiblichen Geschlecht scheinen demnach
erart umfangreich zu sein, daß sein Gedächtnis für die einzelnen Fälle nicht ausreicht.“
Tapferer Stadtvater.
Ein interessantes Stückchen „Hamb. Echo“ aus Memel. Nachdem dort in einer Sitzung der Stadtverordneten im vorigen Jahre die Errichtung eines Arbeits⸗ amtes beschlossen war, protestirte der Stadt⸗ verordnete Neumann in einer diesjährigen Sitzung gegen die Errichtung eines solchen Amtes. Er sagte, die Arbeiter verdienten so viel im Sommer, daß sie von dem Ueberschuß im Winter anständig leben könnten. Uebrigens sei es bald Frühling und dann habe wieder jeder Arbeit. Der Vorsitzende antwortete dem Herrn, er habe doch selbst für die Errichtung des Arbeitsamtes gestimmt. Der Herr Neu⸗ mann sprach hierauf die klassischen Worte: „Ja, es waren damals so viele Arbeiter im Zuhörerraum, daß ich fürchtete, sie würden mich lynchen, wenn ich dagegen stimmte“.— Wir glauben, auch in unserer Gegend könnte man ohne lange suchen zu müssen, mit einigen Exemplaren derartiger Stadtväter aufwarten.
Aus dem frommen Bayern,
allwo— besonders auf dem Lande— Gottes— furcht und fromme Sitte herrscht, mußten schon öfters recht böse Geschichten berichtet werden. Neuerlich meldet die Frkftr Ztg: In einem oberbayerischen Orte wollte ein reicher Bauer seine Schwester erdrosseln, wurde aber daran mit knapper Not durch Hinzu⸗ kommende gehindert. Das Opfer war bereits bewußtlos. Ferner hat dieser Tage das nieder⸗ bayerische Schwurgericht einen Bauer, der seine Mutter derart mißhandelte, daß sie starb, zu 15 Jahren Zuchthaus, und einen Dienst⸗ knecht, der mit seiner Bäuerin ein sträfliches Verhältnis unterhalten und deshalb seinen Dienstherrn auf Anstiften der Frau erschossen hatte, zum Tode verurteilt. Vorfälle dieser Art strafen das Gerede gewisser Agrarier von der Verderbtheit der städtischen Bevölkerung und der Sittlichkeit auf dem Lande allerdings Lügen.
erzählt das
Die Metzeleien von Glagowestschensk.
Russische Hunnen wirtschaft in Ostasien.
In Nr. 15 der„Neuen Zeit“ wird ein lehrreicher Beitrag zur Geschichte der europäi⸗ schen Hunnenwirtschaft in Ostasten gegeben. Ein Augenzeuge schildert die Metzeleien von Blagowestschensk, der Hauptstadt des Amurgebietes, an der Grenze zwischen Rußland und China am Amur gelegen. Die Bewohner dieser russischen Grenzstadt unterhielten bis zum
Ausbruch der chinesischen Wirren die freund⸗
schaftlichsten Beziehungen zu den Bewohnern der auf chinesischer Seite des Amur gelegenen Ortschaft Ssacholian. Nach Ausbruch der Wirren wurden die Chinesen in Blagowestschensk bei dem Kriegsgouverneur Gribsky vorstellig, um die Anfrage zu stellen, ob es nicht geraten sei, daß die in Blagowestschensk zu Tausenden ansässigen Chinesen bei Zeiten das russische Gebiet verlassen sollten. Gribsky ließ den Chinesen mitteilen, daß sie ohne Sorge auf
russischem Gebiete verbleiben könnten, da die
russische Regierung Niemand erlauben werde, friedliche Ausländer zu belästigen. Als kurze Zeit nachher von den Chinesen eine— übrigens gänzlich erfolglose— Beschießung Blagowest⸗ schensk eröffnet wurde, begannen die Verge⸗ waltigungen der Chinesen.
Auf offener Straße wurden sie von den Russen ermordet. Am zweiten Tage nach dem Bombardement stellten Kosaken und Schutz⸗ leute Recherchen über den Aufenthalt der Chinesen an. Sie wurden zu Tausenden gefangen, was mehrere Tage lang dauerte. Was nun folgte, wollen wir den Augenzeugen selbst schildern lassen. Er schreibt:
„Ich vermag die Niedergeschlagenheit dieser Unglücklichen nicht zu schildern, als man ihnen erklärte, daß sie zur Polizei gehen müßten. Hastig sammelten sie ihre Sachen, mit unaus⸗ sprechlicher Angst im Gesicht folgten sie den Kosaken. Von ihren Wirten, den Leuten, die ihnen Unterschlupf gewährt hatten, Abschied nehmend, gaben sie ihnen ihr Geld und ihre Sachen zur Aufbewahrung, manchmal auch den Auftrag, irgend eine Schuld zu bezahlen, oder sie stellten ihnen ihr Vermögen zur freien Ver⸗ fügung, Häuser und Kaufläden, voll von allerlei Gut und Waren. Gleichsam das traurige Ende vorausahnend, fragten Einige beim Fortgehen: „uns-kantami?“(wird man uns köpfen?)
Sie irrten sich nicht: sie wurden auf die abscheulichste Art ermordet. Nur im Mittelalter, zur Zeit der Inquisition und der Verfolgungen von Ketzern, Juden und Mauren in Spanien wurden derartige grausame Massen⸗ vernichtungen vorgenommen.
Einige Werst oberhalb Blagowestschensk, auf dem linken Ufer des Amur, befindet sich eine Niederlassung der Kosaken. Dorthin wurden vor Sonnenaufgang unter Begleitung von Kosaken und Poltzisten etliche Tausend Chinesen, darunter Greise, Gebrechliche, Kranke, Frauen und Kinder getrieben. Wer vor Krankheit oder Müdigkeit nicht gehen konnte, wurde von den Kosaken gleich am Wege niedergestochen. Einer der auf diese Weise Geleiteten, ein Bevollmächtigter der großen chinesischen Firma Li⸗Wa⸗Tschan, weigerte sich, weiter zu gehen, und bat, man solle ihn zum Gouverneur führen, der den chinesischen Vertretern die volle Sicherheit Aller, die auf russischem Gebiete verblieben waren, garantiert habe. Aber zur Antwort auf dieses Ersuchen ermor⸗ deten ihn die Kosaken gleich auf der Straße. Anwesend war dabei der Vize⸗Pristaw(Polizei⸗ kommissar) Schabanoff, der aber mit keinem Worte diese Frevelthat hinderte.
Als man die unglücklichen Chinesen bis an das Ufer des Amur herangetrieben, wurde ihnen befohlen, ins Wasser zu gehen. Mittel zur Ueberfahrt nach dem gegenüber liegenden chinesischen Ufer gab es keine; der Fluß ist aber an diesem Orte über einen halben Werst (über fünfhundert Meter) breit und besitzt eine starke Strömung. Man kann sich den Schrecken denken, der die an das Wasser Herangetriebenen erfaßte. Auf die Knie fallend, mit zum Himmel emporgehobenen Händen, oder auch sich bekreu—
das Kind wieder hin.
zigend, flehten die Unglücklichen, man möge sie nicht auf solche Weise töten; dabei versprachen einige, zum Christentum überzutreten und sich die russische Unterthanenschaft zu erwerben. Aber zur Antwort auf diese Bitten jagten die unbarmherzigen Vollzieher der Befehle der Be⸗ Bajonetten und Säbeln die um Gnade Flehenden in's Wasser;
hörden mit Gewehrkolben,
Jene aber, die sich niedersetzten oder zögerten, wurden auf der Stelle ermordet. Augenzeugen, die zufällig den Massenersäufungen beiwohnten, die während mehrerer Tage vor Sonnenaufgang stattfanden, erzählten von schrecklichen, herzzer⸗ reißenden Szenen.
Es wurde z. B. eine Mandschurenfamilie
in's Wasser getrieben: Mann, Frau und zwei kleine Kinder. Jedes der Eltern bindet sich ein Kind auf den Rücken und versucht über den Amur zu schwimmen, aber bald sinken sie Alle zusammen unter. In einer anderen Fa⸗ milie ist ein Kind. Die Mutter fleht ihre Henker und die Uunbeteiligten, die mit anwesend sind, an, sie mögen ihr Kind zu sich nehmen,
um es wenigstens am Leben zu erhalten, aber
Niemand will ihrer Bitte willfahren. läßt sie das Kind am Ufer und geht selbst in's Wasser. Aber nach einigen Schritten kehrt sie zurück, um das Kind zu holen, und dieses in den Armen tragend, geht sie wieder in den Fluß; doch ste kehrt wieder zurück und legt
ihren Schwankungen ein Ende, indem ste Mutter und Kind niederstechen. Was diese unglückliche Mutter empfand, wie überhaupt Alle, die auf diese Weise getötet wurden, kann nur der nicht begreifen, bei dem jedes mensch⸗ liche Gefühl abgestumpft ist. Selbst der eben
erwähnte Polizist Schabanoff erzählte, daß er
es nicht mehr bis zum Ende dieser Mordszene habe aushalten können.
Nur sehr Wenigen, blos einigen der stärksten und geschicktesten Schwimmer aus der ganzen gewaltigen Volksmenge gelang es, wie erzählt wird, beinahe das chinesische Ufer zu erreichen, aber auch von diesen Glücklichen blieb nur eine winzige Zahl am Leben. Als die Kosaken sahen, daß die Schwimmenden nahe daran waren, sich zu retten, schickten sie ihnen gut gezielte Kugeln nach. Es kam vor, daß auch die chinesischen Schützen, die hiuter Gräben auf dem chinesischen Ufer postiert waren, auf die
Schwimmenden schassen, sei es, weil sie sie für.
Russen hielten oder weil sie überhaupt allen Chinesen feindlich gesinnt waren, die auf russi⸗ schem Gebiet verblieben waren, obwohl, wie Einige behaupten, ihnen lange vor Beginu der Kriegs operationen der Vorschlag gemacht worden war, nach ihrer Heimat zurückzukehren.
Als am 17. Juli zum ersten Male große 9 Mengen Leichen sichtbar wurden, die den Amur
hinunter schwammen, wurde es gleich allen in Blagowestschensk klar, daß man die fried⸗ lichen unbewaffneten Chinesen und Mandschuren ertränkt habe, die in der Stadt wohnten und denen der Gouverneur selbst den Rat gegeben hatte, nicht nach China zu gehen, indem er ihnen ihre vollständige Sicherheit garantiert hatte. Und kaum zwei Tage nachher hatte General Gribsky treulos sein Versprechen gebrochen, indem er den mündlichen Befehl gab, „die chinesischen Uuterthanen nach China zu expedieren!“ ö
Am Schlusse seiner Schilderung dieser Bar⸗ bareien schreibt dann der Augenzeuge:
„Wenn irgend Jemand seine Entrüstung wegen der oben geschilderten Grausamkeiten äußerte, so bekam man fast immer folgende Rechtfertigung zu hören:„Lesen Sie doch,
welche Grausamkeiten die Deutschen, Franzosen, Engländer in China be⸗
gehen. Wenn so sich zivilisierte Völker be⸗
tragen, was will man da von uns weniger
zivilisierten Russen!“
„Ju freien Stunden“
ist die beste Romanlektüre.
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