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Sonntags- erflosenen Jahre i sozialpolitischer umsangreicher; Geschäfte in 15 ers sehr mangel⸗ n Gewerkschasten zu wählen. In Beschwerde bei lißstande in der Uu u. Co. ein, Folgen mußten üren; in kurzer Kündigung ent⸗ Kartell darüber fort eingereicht. cgezogen werden, zu machen war, leden. Eine im Polizeiamt er⸗ len des Abort te ebenfalls Er⸗ der Maifeier inen Arbeitsruhe e größere als in Veranstaltungen, 5, Maf erfreuten do das Gewerk; eier. Von den ihnen, eine am 5 eu, len ung keferierte. ln am 2. Juni b Kartell richtete geinderat, woril ericts gefordert al in der Sadt⸗ andelt wordel, an gebliehen..
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kurzer Hand durch die Gerichtsschreiberei erledigt.
Nr. 6.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
— Das ist eine auffallend geringe Frequenz des Gewerbe⸗Gerichts, die erfreulich wäre, wenn man sie auf die in Wetzlar herrschenden günstigen Arbeitsbedingungen zurückführen könnte. So liegt die Sache aber leider nicht; uns sind im Laufe des Jahres sehr oft Beschwerden zuge— gangen, die das Gegenteil beweisen, wenn wir
auch in vielen Fällen von der Veröffentlichung
Abstand genommen haben. Wenn das Gewerbe⸗ Gericht wenig in Anspruch genommen wird, muß das wohl andere Gründe haben.
h. Der Steuersekretär Sarges entfernte sich vorige Woche aus seiner Wohnung und ist seitdem verschwunden. S., der außer seinem Dienste noch viel Privat⸗Arbeiten ver⸗ richtete, wird als ein sehr nervöser Mann geschildert. Vorher soll er eine Auseinander⸗ setzung mit dem Beigeordneten Hiepe gehabt haben. Er kam in höchster Aufregung zu seiner Mutter und erging sich über Herrn Hiepe in den stärksten Ausdrücken. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen.
e. Launsbach. In Nr. 51 des vorigen Jahrganges berichteten wir, daß unsere Ge⸗ meinde bei Einkauf von jungen Obstbäumen durch die Nachgiebigkeit des Gemeinderats um 40—50 Mk. geschädigt worden sei. Dem ist hinzuzufügen, daß den Gemeinderat keine Schuld trifft. Er ist gar nicht gefragt worden, wo die Bäume gekauft werden sollen, sondern er hat nur der Anschaffung dieser Anzahl Bäume zugestimmt, ohne über Preis und Bestellungsort zu beschließen. Allerdings nahm man als selbst⸗ verständlich an, daß die Bäume von Wetzlar bezogen werden würden. Weil sie minderer Qualität waren, leistete der Kreis keinen Zu⸗ schuß, deshalb der Schaden für die Gemeinde.
Aus dem Nreise Marburg-Rirchhain.
St. Parteiversammlung. Nächsten Samstag, den 15. d. M., abends 9 Uhr, findet im Lokale von D. Jesberg hier eine öffentliche Parteiversammlung statt, in welcher Gen. Vetters⸗Gießen einen Vortrag über ein noch näher zu bestimmendes Thema halten wird. Außerdem findet die Abrechnung der Kolportagekommisston, sowie Besprechung über die diesjährige Märzfeier statt. Die Ge⸗ nossen werden ersucht, recht zahlreich in dieser Versammlung zu erscheinen.
— Buchdruckerversammlung. Am Sonntag, den 2. Februar, fand hier im Jes⸗ ber g'schen Lokale eine gut besuchte Bezirks⸗ versammlung(die erste in diesem Jahre) statt. Auch die Mitglieder aus Biedenkopf und Ziegen⸗ hain waren erschienen. Aus dem Jahresbericht des Kassierers ging hervor, daß der Verein im abgelaufenen Jahre eine Einnahme von 3249. 45 M, und eine Ausgabe von(incl. 1155. 71 M., welche an die Gaukasse abgeführt sind) 3085. 22 M. gehabt hat, sodaß ein Bestand von 164. 23 M. verblieb. Besondees interessant war der Jahresbericht des Reisekasseverwalters, aus welchem hervorging, daß die hiesige Zahl⸗ stelle im vergangenen Jahre von 515(gegen 342 im Vorjahr) Kollegen besucht wurde, darunter befanden sich 100 Ausländer. Ins⸗ gesamt erhielten die Durchreisenden für 3007 Tage 3324. 50 M. Unterstützung. Außerdem wurden an 26 arbeitslose Mitglieder für 589 Tage 875 M. ausgezahlt. Ein erschreckendes Zeichen dafür, in welchem Maße durch die schlechte Geschäftskonjunktur auch im Bnchdruckerge⸗ werbe die Arbeitslosigkeit zugenommen hat. Trotzdem haben die Buchdrucker, mittels ihrer vielgeschmähten Tarifgemeinschaft, es verstanden, am 1. Januar d. J. eine allgemeine Lohner⸗ höhung bis zu 2 M. pro Woche durchzusetzen, außer einer Anzahl anderer Verbesserungen, welche ihnen der revidirte Tarif gebracht hat. Dies alles haben sie aber hauptsächlich ihrer mustergiltigen Organisation in erster Linie zu verdanken. Jeder denkende Arbeiter sollte es deshalb für seine erste Pflicht halten, sich seiner betr. Organisation anzuschließen und dadurch mit dazu beitragen, die allgemeine Lebenslage der Arbeiter besser zu stellen. Die übrigen Tagesordnungs-Punkte der Versammlung boten für die Oeffentlichkeit weniger Interesse. Er⸗ wähnen wollen wir nur noch, daß als Delegirte zur hiestgen Gewerkschaftskommission die Koll. Birnert wieder- und Knopf neugewählt wurden.
— Fastnacht. Der Gesangverein„Ein⸗ tracht“ veranstaltet am Fastuachktdienstag, Abends 8 Uhr, im Lokale von D. Jesberg einen„Fumpen⸗ und Strolchabend“ bei welcher Gelegenheit der größte Lump oder Strolch prämiert wird. Wir wünschen dem Verein eine recht gemütliche Fastnachtssitzung.
Kleine Mitteilungen.
Ein schweres Unglück ereignete sich am Freitag auf der Main Neckarbahn in der Nähe der Station Louisa bei Frankfurt. Sieben Streckenarbeiter waren dort mit Reparatur der Geleise beschäftigt und merkten das Herankommen des Personenzuges von Darmstadt nicht. Der Personenzug fuhr mitten zwischen die Arbeiter; der 62 Jahre alte Strecken- arbeiter Benz aus Engelsbach und der 50jährige Güterarbeiter Dernberg aus Laugen wurden überfahren und zermalmt. Der Zig hielt, die Leiche ateile warden aus den Rädern hervor⸗ geholt. Die anderen Streckenarbeiter kamen mit dem Schrecken davon. nSelbstmord aus Nahrungssorgen verübte in Frankfurt ein in Sachseuhausen wohnhafter in den 40er Jahren stehender Arbeiter. Der Lebensmüde hatte eine zahlreiche Familie und war längerer Zeit arbeitslos.
„ Harte Strafe. Einen Monat Ge⸗ fäugnis erhielt ein Beiefträger in Narburg zudiktiert, weil er einen eigenhändig an einen Bürgermeister zu bestellenden Brief an dessen Schwiegertochter übergeben und trotzdem den Vermerk„persönlich überreicht“ gemacht hatte.
Die Trebertrocknungs⸗Gesellschaft vor Gericht.
In Kassel begann am Montag der Prozeß gegen die Aufstchtsratsmitglieder der Kasseler Trebertrocknungs⸗Gesellschaft wegen Versch eie⸗ rung, Uatreue, Betrug ꝛc., unter großem An⸗ drange des Publikunns. Angeklagt sind: die Kaufleute H. Sumpf und R. Schlegel aus Kassel, Bierbrauer Eenst Otto aus Dort⸗ mund, der Rittergutsbesitzer Johann Schulze⸗ Dellwig aus Haus Sölde in Westfalen, der Rittergutsbesitzer Arnold Sumpf aus Greifswald; die Angeklagten befinden sich sämtlich in Haft. Der Hauptschuldige, Direktor Schmidt, der flüchtig war, befindet sih in Paris, über seine Auslieferung schweben noch Verhandlungen. Die bisherigen, sehr umfang⸗ reichen Zeugenvernehmungen ergaben, daß das Unternehmen auf äußerst unsolider Grundlage basierte. Verschiedene Sachverständige erklären, es sei unmöglich, bei der unordentlichen Buch- führung einen Ueberblick zu gewinnen.
An unsere Abonnenten und Spediteure!
Um Unzuträglichkeiten zu vermeiden, müssen wir streng darauf halten, daß uns im Anfang eines jeden Monats von jedem Orte die genaue Zahl der Abonnenten mitgeteilt wird. Unterbleibt die Mitteilung, so wird die bis⸗ herige Zahl in Anrechnung gebracht; spätere Reklamationen können nicht berücksichtigt werden.
Die Spediteure sollen in den ersten Tagen des Monats die Abonnementsbeträge erheben und bis spätestens am 20. desselben Monats — wo nicht quartalsweise Verrechnung verein⸗ bart ist— an uns abführen. Für die Folge müssen wir, wo dies nicht eingehalten wird, die Zusendung der Zeitung einstellen. Wir bitten dann unsere werten Leser und Genossen, sich sofort an uns zu wenden, sobald die Zeitung ausbleibt.— Wir setzen das Vertrauen in unser Freunde, daß sie, soviel an ihnen liegt, mit zur regelmäßigen Abwickelung der Geschäfte beitragen und ihr Blatt vor Nachteilen bewahren
werden. f Mit Parteigruß! Die Expedition der„Mitteld. Sonntags⸗Zeitung.“
Partei- Nachrichten.
Wieder ein braver Kämpfer gefallen! Ein alter erprobter Kampfgenosse, der in den schwersten Zeiten des Sozialistengesetzes mit in den vordersten Reihen gestanden hat, ist den Dresdener Genossen durch den Tod entrissen worden. Am 22. Jan. ist nach mehrwöchigem Krankenlager der Gastwirt Gustav Becker in Dresden gestorben. Genosse Becker hat sich große Verdienste um die Partei in Dresden erworben. Seiner aufopfernden Thätigkeit ist mit zu danken, daß die damals noch junge Arbeiterpartei erstarkt und gekräftigt aus den ärgsten Kämpfen hervorging.
Ans der Partei ausgeschlossen wurden in Nürnberg die Genossen Herrmann, Eitzinger, Speyerer und auch der Landtagsabg. Scher m, der indessen dem drohenden Aussch lusse zuvorzukommen suchte, indem er aus dem Soz.⸗Dem.⸗Verein austrat und sein Mandat niederlegte. Die Ausgeschlossenen sind über⸗ führt worden, Nachrichten über Parteivorgänge, durch die die Partei kompromittiert wurde, an den„Fränki⸗ schen Kurier“ geliefert zu haben, ein Blatt, das sich seit je durch die schäbigste Bekämpfung unserer Parteigenossen in Nürnberg hervorgethan hat.— Die Streitigkeiten in Nürnberg währen schon jahrelang und haben nun hoffentlich mit dieser Maßregel ihr Ende erreicht.— Es handelt sich hier um Genossen, die Jahrzehnte lang ihre Kräfte in den Dienst der Partei stellten: um so unbegreiflicher und bedauerlicher ist es, daß sie einen derartigen Verrat üben konnten. Das Urteil der Par⸗ telversammlung, die von zirka 1200 Personen besucht war, ist nur gerecht. Die Beschuldigten gaben an, sie hätten im Interesse der Partei zu handeln beabsichtigt.
Wieder ein Preßsünder. Genosse Stadtver⸗ ordneter Dr. Quarck in Frankfurt erhielt am Mittwoch von der dortigen Strafkammer zwei Monate Ge⸗ fängnis zudiktiert, wegen„Beleidigung“ des Haupt⸗ manns Abel vom 27. bayr. Inf.⸗Rgt. in Germersheim. Die Notiz, in der die Beleldigung enthalten sein soll, hatte Quarck der„Pfälzischen Post“ entnommen.
Sträfliches. Wegen Beleidigung des„alldeutschen“ Abg. Hasse⸗Leipzig wurde der Redakteur der„Leipz. Volksztg.“, Gen. Pollender, zu zwei Monaten Gefängnis verdonnert.— Gegen den verantwortl. Redakteur des„Vorwärts“ ist wegen Veröffentlichung des Erlasses des Staatssekretärs Tirpitz ein Verfahren wegen Hehlerei eröffnet worden. Das geht schon mehr in's Humoristische. Der Vorwärts hat doch nichts „verhehlt“, sondern andere Leute.
Versammlungskalender.
Samstag, den 8. Februar.
Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb„Wiener Hof“. T.⸗O.: Die Arbeits⸗ losen⸗Unterstützung.— Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Sonntag, den 9. Februar.
Bisses. Volks versammlung. T.⸗O.: Der Zoll⸗ tarif. Referent: Beckmann⸗Gießen. Wieseck. Wahlverein. Nachmittags 3 Uhr Mit⸗
gliederversammlung bei Ph. Walter. Vollzähliches Erscheinen notwendig. Montag, den 10. Februar. Gießen. Schneiderver band. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orb ig.
Briefkasten. Alsfeld und Wetzlar. Nächste Nummer.
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