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Nr. 23.
2 Mittel deutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
Gemeinderatssitzungen in E isenach her. Man;
besprach die Etatüberschreitungen der letzten Jahre, die sich auf über 30 000 Mk. beziffern. Besonders war im Bauamt auf tolle Weise gewirtschaftet worden. Ohne Rück⸗ sichtnahme auf den aufgestellten Etat hatte der frühere Stadtbaumeister Forth, der jüngst nach London geflüchtet ist, aus dem Vollen heraus geschöpft und so die großen Ueberschreitungen verschuldet. Ohne lange zu prüfen, hat er Rechnungen mit viel zu hohen Summen zur Auszahlung angewiesen und so die Stadt direkt und indirekt geschädigt. So wurden beispiels⸗ weise für Steinlieferungen 5212 Mk. und für Asphaltarbeiten 2506 Mk. zu viel gezahlt, Summen, welche die betreffenden Firmen später an die Stadt zurückgewähren mußten. Dem Oberbürgermeister Dr. v. Fewson wurde vom Gemeinderat nach dreistündiger scharfer Debatte, trotzdem er sich wiederholt verteidigt hatte, ein dreifaches Mißtrauensvotum ausgesprochen.
Die frommen Betrüger.
In dem Prozeß gegen Sanden und Ge— nossen hat die Zeugen und Sachverständigen⸗ Vernehmung die ganze Woche angedauert. Die Verhandlung schreitet nur langsam vorwärts. Richter und selbst Sachverständige haben Mühe, in das kapitalistische Schwindelgewebe einzu— dringen, für Laien ist das überhaupt unmöglich. Doch lassen mitunter interessante Streiflichter einen Blick auf das Treiben der frommen Gauner werfen. So wurde in der Mittwochs⸗ sitzung festgestellt, daß in der Bilanz vom 31. Dezember 1896 Schulden in Höhe von 35 147 708 Mark durch einen Federstrich in Forderungen in dieser Höhe verwandelt worden sind. Wirklich nicht übel! Das war ja dann allerdings ein Geschäftchen, das etwas einbrachte— siebzig Milliönchen! Auch in den Bilanzen anderer Jahre wurden ähnliche Fälschungen nachgewiesen. Uebrigens wußten die Biedermäuner voraus, daß der Schwindel mal ein böses Ende nehmen würde. Ein Zeuge bekundete, daß ihn der Angeklagte Schmidt einmal geschrieben habe:„Wir werden noch einmal alle nach Moabit kommen.“ Seine Ahnung hat ihn denn auch wirklich nicht be⸗ trogen!
Kleine Mitteilungen.
* Erschossen hat sich am vorigen Donnerstag der erst 18 jäsrige Kommis Selzer in Butzbach. Man fand ihn morgens tot in seinem Bette.
* Abgestürzt. Am Montag stürzte bei dem Neubau des Unteroffizier⸗Wohnhauses in Butz bach der Dachdecker Klingemeier so unglücklich ab, daß der Tod sofort eintrat.
* Großfeuer. In Muschenheim brannten am Dienstag drei Anwesen nieder. Man hatte Mühe das Feuer zu bewältigen, das spielende Kinder verursacht haben sollen.
i Aus dem Fenster gestürzt. In Nidda sprang ein Mädchen, das erst kürzlich vom Wochenbett aufgestanden war— offenbar im Fieberwahn— aus dem Fenster in den Hof hinab, wo es in den Dün ger⸗ pfuhl fiel. Schwer verletzt wurde es herausgezogen.
* Eine großartige Beteiligung wies das am Sonntag in Sprendlingen abgehaltene Gewerk⸗ schaftsfest auf. Der Festzug zählte nicht weniger als 27 Gruppen. Genosse Dr. Quarck hielt die Festrede.
* Bootsunfall. Bei Griesheim a. M. kenterte am Samstag ein Boot des Offenbacher Ruder⸗ vereins„Undine“, in dem sich ein Zahnarzt und der Kaufmann Hartwig aus Offenbach befanden. Beide Seine Leiche wurde am Mittwoch bei Höchst geländet.
* In Löhnberg brannte am Dienstag die Scheune des Gärtners Geis nieder. Der Feuerwehr gelang es, das Uebergreifen des Feuers auf das Wohnhaus zu verhüten.
n Pfarrer Disselhof in Treb in, von dessen
voriger Nummer berichteten, ist in der Nacht zum Sonntag in der Berliner Charité, wohin er wegen Beobachtung seines Geisteszustandes gebracht worden war, gestorben. Die Nachricht kommt sehr überraschend, möglicherweise entzog sich der Gottesmann durch Selbstmord seiner be⸗ vorstehenden Verurteilung. Die von ihm verübten Unter⸗ schlagungen beziffern sich auf weit über 100000 Mk. k Ein Verbrecher an seinen Kollegen.
des Verbandes der deutschen Lederarbeiter, Beiß⸗ wenger, flüchtig geworden. Hoffentlich wird der Bursche nicht weit laufen.— Auffallen muß aber, daß der Verband nicht Einrichtungen getroffen hat, um solche Dinge zu verhüten.
* Grauenhafter Mord. Ein Ziegelmeister in Szyman owo in Schlesien verletzte seine Frau lebensge⸗ fährlich durch vier Beilhiebe. Dann erdrosselte er seine fünf Kinder im Alter von 10 Jahren mit einer Zuckerschnur, schlug Nägel in die Wand und hing die Leichen auf. Der Mörder ist flüchtig.
Bergwerkskatastrophe. Aus Amerika wird schon wieder ein fürchterliches Grubenunglück gemeldet. In Fernie(Britisch Columbia) wurden in einem Kohlenbergwerk durch schlageude Wetter 12 0 Bergleute verschüttet. Wahrscheinlich sind alle tot. Für Sicherheitsvorrichtungen werden die amerikanischen Ausbeuter wohl noch weniger sorgen, als die deutschen, die übrigens auch erst durch Gesetz dazu gezwungen werden müssen.
kechtssprechung.
Paragraph 616 des bürgerlichen Gesetzbuches. Ein bei einer Berliner Firma beschäftigter Mechaniker hatte eine 15 fägige militärische Uebung gemacht. Unter Berufung auf§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches bean⸗ spruchte er für diese Zeit eine Lohnentschädigung in Höhe seines Durchschnittsverdienstes, den er für 15 Tage auf 52 Mk. berechnete. Die Firma verweigerte die Zahlung und machte geltend, eine Verpflichtung aus§ 616 des Bürgerlichen Gefetzbuches bestehe hier schon deshalb nicht, weil der Kläger in Akkord gearbeitet und nicht in Wochenlohn gestanden habe. Es kam zur Klage beim Berliner Gewerbegericht. Die Kammer V unter dem Vorsitz des Gewerbe⸗ richters v. Schulz verurteilte die Beklagten, dem Kläger die 52 Mk. abzüglich der für die 15 Tage erhaltenen Löhnung zu zahlen. Die Kammer ging davon aus, daß hier§ 616 zu⸗ treffe. Kläger sei durch die militärische Uebung ohne sein Verschulden gehindert gewesen, den Arbeitsvertrag zu erfüllen, und 15 Tage seien auch eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit.
Arbeiterbewegung. + Straßenbahnerstreik in Stutt⸗ gart. Seit vorigen Samstag haben die Stutt⸗ garter Straßenbahner die Arbeit eingestellt.
ziehen, mißlangen vollständig. Nur einzelne Wagen verkehrten, deren Führern das Publikum seine Mißachtung zu erkennen gab. Bei den Differenzen handelt es sich in der Hauptsache um das Koalitionsrecht der Augestellten. Diesen untersagte die Direktion, dem Verbande der Verkehrs. und Transport⸗Arbeiter sich an⸗ zuschließen. Die Arbeiter verlangten die Be⸗ seitigung dieses„Dienstbefehls“ und ferner eine bessere Regelung der Arbeitszeit, die jetzt oft 14—1) Stunden beträgt. Außerdem wollte die Direktion statt alle 7 nur alle 9 Tage einen freien Tag bewilligen.— Streitbrecher haben sich nur ganz vereinzelt gefunden. Eine am Montag Abend stattgefundene Volks ver⸗ sammlung, die von 2500 Personen aus allen Kreisen besucht war, erkannte das Vor— gehen der Streikenden als durchaus berechtigt an und verurteilte die ablehnende Haltung der Direktion bei der Einigungsverhandlung. Sie hieß die Forderung der uneingeschränkten Be⸗ willigung des Koalitionsrechts gut und sicherte den Ausständigen in vollstem Maße Unter⸗ stützung zu. f
Die Direktion lehnte am Mittwoch in einem Schreiben weitere Verhandlungen mit den Streikenden ab. Sie betrachtete deshalb die Ausständigen als vertragsbrüchig und nicht mehr in ihren Diensten stehend. 5 Bürgerausschuß brachte Genosse Sperka den Streik zur Sprache und frug, welche Maß⸗ nahme der Bürgermeister zu ergreifen gedenke. Dieser erklärte, die Forderung des freien Koalitionsrechtes sei ganz berechtigt. Der Bürgermeister wurde beauftragt, bei der Direktion dahin vorstellig zu werden, daß sie die Ver⸗ handlung mit den Angestellten wieder auf—
Mit 30 000 Mk. Verbandsgeldern ist der Vorsitzende
Der ganze Betrieb ruhte vollständig und die Versuche, von auswärts Streikbrecher heranzu⸗
Der Gemeinderat hat beim Amtsgericht beantragt, die Verfügung zu treffen, daß die Stadt Stuttgart den Betrieb der Straßenbahn in eigener Regie zu übernehmen habe, da die Straßenbahngesellschaft den mit der Städtever⸗ waltung beschlossenen Vertrag nicht gehalten hat. Der Vertragsbruch wird in der unberech⸗ tigten Einstellung des Betriebes gesehen. Der Vertrag gibt bekanntlich der Stadt bei solchen unberechtigten Betriebseinstellungen das Recht, die für den Fortbetrieb der Bahn nötigen Maßregeln auf Kosten der Gesellschaft zu treffen.
Aussperrung von Bauarbeitern. Am Mittwoch beschloß die Innung„Bauhütte“ in Hamburg, sämtliche in Hamburg, Altona, Wandsbek und Harburg beschäftigten Maurer und Zimmerer auszusperren, weil die Gesellen die Aufforderung der Innung, die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder aufzunehmen, unbeachtet gelassen haben.
Kapitalisten und christliche Ar— beiter. Die Gewerkvereine christlicher Bergarbeiter erhielten auf ihre Eingabe wegen Einführung des Achtstundentages von dem bergbaulichen Verein für Rheinland und Westphalen nunmehr den Bescheid, daß nach reiflicher Ueberlegung aller in Betracht kommenden Verhältnisse der Verein nicht in der Lage sei, die Achtstundenschicht inkl. Ein⸗ und Ausfahrt einzuführen.— Jawohl, die „Herren“ fassen das Christentum ganz anders auf, als die christlichen Arbeiter!
Partei-Nachrichten.
Verfolgung der Sozialdemokratie. Uuser Parteiorgan in Erfurt, die„Tribüne“ verzeichnet seit dem 1. Sept. 1899 an Strafen gegen seine Redakteure nicht weniger als 2 Jahre 11 Monate Gefängnis und 3 Wochen Haft. Außerdem wurden noch 1600 Mk. Geldstrafen verhängt. Gerichtskosten gab es 2200 Mk. Auf jede einzelne seitdem erschienene Nummer der„Tribüne“ ergiebt das 32 Stun den Gefängnis 2 Mk. Geldstrafe und 2.75 Mk. Gerichts⸗ kosten!— Das ist viel. Die Genossen werden aber die Schläge zu parieren wissen.
Reichstagskandidaturen. Im Kreise Solin— gen wurde Genosse Scheidemann wieder als Kandidat proklamiert.— Für Kassel⸗Melsungen stellte der soz.⸗dem. Verein den Genossen Karl Thiel wieder auf.— Die Kandidatur zur bevorstehenden Ersatzwahl im III. nass. Wahlkreise wurde von der Parteiversammlung wiederum dem Genossen Vetters⸗Gleßen übertragen.
Versammlungskalender.
Samstag, den 7. Juni.
Gießen. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.— Glaserverband. Abends 9 Uhr bei Orbig.
Wieseck. Soz. ⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei B. Wacker. T.⸗O.: Vereins⸗ u. Festangelegenheiten.— Sonntag 1 Uhr Zusammen⸗ kunft im Vereinslokal zum Abmarsch nach der Pulver⸗
nehme.
mühle. Montag, den 9. Juni. Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. ———————
— In Krankenkassenangelegenheiten dürfte es angebracht sein, einmal ein offenes Wort zu reden, damit Tausende von Arbeitern nicht Ausbeutern in die Hände fallen und ihr schwer verdientes Geld verlieren. Im Laufe der letzten Jahre sind elne Reihe von Kranken⸗ kassen entstanden, wovon viele durch Versprechen hohen Kranken- und Sterbegeldes Reklame zu machen wußten und worauf auch Tausende von Arbeitern, darunter auch klassenbewußte und aufgeklärte, hereingefallen sind, obwohl das tägliche Leben schon in den Fabrik⸗ und Ortskassen lehrt, daß derartig hohe Versprechungen nicht eingehalten werden können, denn die Gebühren für Agenten ꝛc. sind so hoch, daß für die Kranken wenig oder gor nichts übrig bleibt und hat ja das Zusammen⸗ brechen verschiedener dieser vielversprechenden Kranken- kassen den Beweis hierfür geliefert. Vollständig von diesem System abweichend, hat es die 1891 vom jetzigen Reichstagsabgeordneten Georg Horn gegründete„All⸗ gemeine Kranken- und Sterbekasse für Arbeiter aller Berufe, E. H.⸗K., Sitz Meißen“ verstanden, sich durch ruhiges und besonnenes Arbeiten ohne prahlerische Re⸗ klame vorwärts zu bringen und sich in ganz Deutschland auszubreiten. Wer sich daher dieser Kasse als Mitglied anschließen will, wende sich an den Geschäftsführer Bruno Reinhold in Meißen, Martinstraße 2, welcher gern nähere Auskunft giebt und Statuten und Aufnahmescheine versendet.
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