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Nr. 36.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5 ·
Zeit eingeschlafenen Arbeiter Bildungsverein „Eintracht“ statt. Es soll ein definitiver Beschluß darüber herbeigeführt werden, ob der Verein, der doch nicht mehr lebensfähig ist, aufgelöst werden, und was in diesem Falle mit der recht stattlichen Vereinsbibliothek und soustigem Inventar geschehen soll. Alle noch aktiven Mitglieder des Vereins sind dringend eingeladen, zu erscheinen.
— Buchdrucker-Ausflug. Da die Gie ßener Buchdrucker betr. eines gemeinschaft⸗ lichen Herbst⸗Ausfluges bis jetzt nichts von sich hören ließen, so beschlossen die hiesigen Jünger Gutenbergs in ihrer am letzten Samstag Abend im Restaurant Jesberg abgehaltenen Bezirks— versammlung u. a., am Sonntag, den 7. Sept., eine Fußtour über Dagobertshausen nach dem schönen Aussichtspunkt„Rimberg“ bei Caldern zu unternehmen. Der Abmarsch findet Mittags 1 Uhr vom Barfüßerthor, Eingang vom Roten⸗ berg, aus statt. Die Rückkehr von Caldern erfolgt Abends per Bahn. Hoffentlich macht der Regengott nicht, wie im vorigen Jahre, einen Strich durch die Rechnung.
Elf Arbeiter tot!
Ein schweres Bauunglück ereignete sich am Mittwoch in Leipzig⸗Schönefeld. Dort stürzte kurz nach der Vesperpause das innere Gerüst des im Bau befindlichen Wasserturmes zusammen und begrub etwa 35 Arbeiter unter sich. Elf davon sind tot, 25 zum größten Teil schwer verletzt. Schuld an dem Unglück ist die mangel⸗ hafte Aufführung des Gerüstes. Ein Maurer, Krause, machte die verantwortlichen Persouen schon vor Wochen auf die Fehler aufmerksam, er wurde aber zur Strafe dafür entlassen, sogar eingesperrt, als er energisch vom Ingenieur Abhilfe verlangte. Zwei Tage später stürzte das Gerüst ein.
Sozialdemokratische Militärvereinshüte.
Wir lesen in unserem Leipziger Partei⸗ blatt: In einer Versammlung des Militärver⸗ eins J in Waldheim wurde beschlossen, für den Gewehrzug neue Hüte zu schaffen. Der Zug⸗ führer F. wurde damit beauftragt. F. ging u unserem Genossen H. Kühn, bei dem er enen Bedarf schon mehrmals gedeckt hat und auch jedenfalls gut bedient worden ist, und be⸗ stellte 13 Hüte, die auch prompt geliefert und zur Kirchenparade bei der Gedächtnisfeier das erste Mal getragen wurden. Als jedoch der erste Vorsitzende des Vereins, Herr Buchdruckerei⸗ besttzer und Amtsblattredakteur G. Seidel erfuhr, daß die Hüte bei einem Sozialdemokraten gekauft waren, verweigerte er die Zahlung, weil der Gewehrzugführer Hüte bestellt habe, ohne dazu beauftragt zu sein. Unser Genosse antwortete darauf, daß es ihm gleich sein könne, ob F. beauftragt sei oder nicht. Die Hüte seien gekauft und auch getragen worden, deshalb rechne er auf baldige Begleichung seiner For⸗ derung. Nun ist es so weit gekommen, daß die Mitglieder des Gewehrzuges die Hüte zum Teil aus ihrer Tasche bezahlen, den anderen Teil legte der zweite Vorsitzende aus eigenen Mitteln zu. Für den Gewehrzug sollen neue Hüte gekauft werden. Die armen Hüte, die doch ihren ersten Dienst sehr gut erfüllt haben, müssen nun, weil sie bei einem Sozialdemokraten gelauft sind, den andern, jedenfalls aus einem konservativen Lager stammenden, Platz machen. Die sozialdemokratischen Hüte sollen über dieses ihr Schicksal ganz„nieder“geschlagen sein. Der Militärverein J zu Waldheim aber strahlt jetzt wieder in reinster patriotischer Glorie.—
—0, heilige kriegervereinliche Einfalt!
Unser täglich Brot.
Wie unappetitlich zuweilen bei der Herstel⸗ lung des allernotwendigsten Lebensmittels, des Broles, verfahren wird, das wurde der Redaktion unseres hannoverschen Bruderblattes des„Volks⸗ wille“, dieser Tage an einem alten zerrissenen— Strumpfe demonstrirt. Dieses Fußbeklei⸗ dungsstück ist nämlich von einem in Hannover wohnenden Bäckermeister noch grade für gut genug gehalten worden zum Abwischen() des Brotes. Bei dieser Gelegenheit erfuhren auch die Redakteure des Blattes, daß die Unsitte,
ausrangierte Strümpfe— naturlich, nachdem sie gewaschen sind— in Bäckereien zum Ab⸗ wischen des Brotes zu verwenden, gar nicht vereinzelt dasteht. Welche Ansichten über ein solches Verfahren in Bäckerkreisen herrschen, dafür lieferte ein Bäcker, der über die Benutzung der früheren Fußbedeckung ganz empört war, selbst den besten Beweis, indem er meinte: Wenn es noch ein Flicken aus einer alten Hose gewesen wäre!“
Blutige Tumulte
hat es in Agram abgesetzt. Serben und Kro⸗ aten, zwischen denen eine traditionelle Feind⸗ schaft besteht, gerieten wegen eines kroatenfeind⸗ lichen Artikels in einem Agramer Blatte an⸗ einander.— Die serbischen Einwohner wurden angegriffen und mißhandelt. Es gab Tote und Verwundete, Läden wurden geplündert. Militär traf erst später ein. Das Standrecht wurde proklamiert.
Neue Vulkan⸗Katastrophen werden vom Mont Pels berichtet. Ein englischer Dampfer, der in St. Lucia anlief, brachte die Nachricht, daß am 30. August ein starker Aus⸗ bruch des Vulkans erfolgt sei. Das Dorf Mornerouge sei zerstört und Le Carbet durch eine große Flut wie weggefegt. Ungefähr 1000 Menschen haben hierbei das Leben ein⸗ gebüßt.— Sachverständige erklären den Unter⸗ gang der ganzen Insel Martinique für möglich.
Kleine Mitteilungen.
** In Leihgestern fiel Samstag das dreijährige Kind eines Einwohners vom Wagen und verletzte sich bedauerlicherweise sehr erheblich.
* Vom sittlichen Lande. In Herbstein, einem der frömmsten Centrumsorte in Oberhessen, verletzte bei der Kirchweih am Montag ein junger Mensch von 20 Jahren zwei Leute schwer durch Messerstiche, bei den frommen Herbsteinern eine übrigens nicht gerade seltene Begebenheit.
** In Kleinlinden, wo vorigen Sonntag Kirmeß war, kam ein Italiener mit einem Wirt in Streit und drang auf diesen mit dem Dolche ein. Der Italiener wurde verhaftet.
Gewerkschaftl. u. Arbeiterbewegung.
*Der Verbandstag der Schneider ist vorigen Samstag in München geschlossen worden. Von bemerkenswerten Beschlüssen seien die folgenden erwähnt: Es sollen Erhebungen über die Lohnverhältnisse der Militärschneider veranstaltet werden. Der Antrag auf Arbeits⸗ losenunterstützung sowie alle Anträge auf eine Erweiterung der Unterstützungen wurden abgelehnt. Eine Ausnahme macht nur ein Antrag betr. Wöchnerinnenunterstützung. Der Beitrag für männliche Mitglieder wird von 20 auf 25 Pfg. erhöht, eine Erhöhung des 10 Pfg.⸗Beitrages für weibliche Mitglieder dagegen abgelehnt. Die Extrasteuern werden abgeschafft. Die Mitgliedschaften können in Zukunft 25 Prozent der eingegangen Mitglieder⸗ beiträge zur Bestreitung lokaler Ausgaben zurückbehalten. Agitationskommissionsunkosten sind aus der Hauptkasse zu bestreiten. Es wird sodann sowohl die Sitzverlegung des Verbandsvorstandes von Hamburg nach Berlin als die Sitzverlegung der Fachzeitung von Stuttgart nach Berlin beschlossen. Der Sitz des Ausschusses wird nach Hamburg verlegt. Betreffs der Gehälter der Verbandsbeamten wird mit Zweidrittelmehrheit folgender Antrag angenommen:„Das Gehalt der Beamten beträgt 2100 Mk. und steigt jährlich um 100 Mk. bis zur Höhe von 2500 Mk., von da ab jährlich um 50 Mk. bis zur Höhe von 3000 Mk.“ Schließlich wird noch eine Resolutiou beschlossen, welche die Ausdehnung der gesamten Ver⸗ sicherungsgesetze auf die Hausindustrie fordert.
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Partei-Nachrichten.
Uunser Genosse Albert Schmidt, früherer Reichstagsabgeordneter für Cal be- Aschersleben, hat nun bald seine ihm wegen„Majestätsbeleidigung“ zu⸗ erkannte dreijährige Gefängnisstrafe verbüßt. Seine Entlassung wird am 3 0. Oktober erfolgen. Deshalb hat die Kreiskonferenz für diesen Wahlkreis beschlossen,
zur Kandidatenfrage erst nach der Entlassung Schmidt's Stellung zu nehmen.— Die Majestätsbeleidigung fand man damals in einem Märchen, das Schm. in seinem Blatte veröffentlicht hatte. Auch das Reichstagsmandat wurde ihm aberkannt und fiel bei der Nachwahl einem Nationalliberalen zu.
Kein Durchbrenner. In der vorigen Nummer gaben wir eine durch alle Blätter gelaufene Notiz wieder, wonach der Vertrauensmann in Koburg mit einigen Hundert Mark durchgebrannt sein sollte. Dazu schreibt unser Koburger Parteiblatt:„Durch eine vorübergehende Reise des Kassierers vom Landesverein und dem Gewerk⸗ schaftskartell August Schefer, nach seiner Heimat, der Schweiz, ist das Gerücht entstanden, daß Schefer unter Mitnahme der Kassen durchgebrannt sei. Wir können demgegenüber feststellen, daß wir mit Schefer im brief⸗ lichen Verkehr stehen und daß bis auf einige kleine Monitas die Bücher und Belege in Ordnung und auch der Kassenbestand uns voll ausgehändigt worden ist. Schefer hat sich seinen Arbeitsplatz bei Herrn Hofsattler Pfiffer gesichert und trifft Samstag wieder hier ein.“ Ob aber nun die Ordnungsblätter die falsche Meldung berichtigen werden, muß man erst abwarten.
Zum Parteitag in München veröffentlicht Genosse Auer in den„Sszialistischen Monatsheften“ einen längeren Artikel. Er bespricht darin die Tages⸗ ordnung des Parteitages und meint, daß es diesmal aller Voraussicht nach nicht zu heftigen Auseinander⸗ setzungen kommen werde. Bezüglich der vom Vorwärts gemachten Vorschläge, auf die Tagesordnung die Wahl⸗ rechte der Einzelstaaten und die Bekämpfung des Zent⸗ rums zu setzen, meint Auer, darüber könne man bei dem Punkte Reichstagswahlen das Nötige sagen. Dem Zeutrum einen Tagesordnungspunkt zu widmen, hält er für unnötig und spricht sich in dieser Beziehung ähnlich aus, wie wir das in Nr. 32 unseres Blattes gethan haben.
Ein Gewerkschaftshaus beabsichtigen unsere Genossen in Köln zu errichten, weil ihnen stets die Versammlungslokale abgetrieben wurden. Die zu diesem Zwecke gegründete Genossenschaft beschloß, den großen Gertrudensaal nebst dazu gehörenden Restauration und zwei angrenzenden Häusern anzukaufen. Der Kauf⸗ preis beträgt 375,000 Mk.
Versammlungs kalender.
Samstag, den 6. September.
Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb„Wiener Hof“.— Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.— Brauer. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Löb, Wiener Hof.
Mittwoch, den 10. September
Gießen. Parteiversammlung. Abends ½9 Uhr
bei Orbig. T.⸗O.: Die Anträge zum Parteitag. Sonntag, den 14. September.
Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr Versammlung bei Orbig.
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Empfehlenswerte sozialistische Schriften. Seit Monatsfrist hat der Wahlverein Gießen den Vertrieb der sozialistischen Litteratur übernommen. In⸗ dem wir unsere Genossen darauf hinweisen, richten wir die Bitte an sie, sich ihrerseits um die weiteste Verbreitung unserer Parteischriften mit zu bemühen, damit unsere Anschauungen in die weitesten Kreise dringen. Auch alle hier nicht angeführten Bücher und Zeitschriften be⸗ sorgt die Kommission. Es sei noch bemerkt, daß der etwa erzielte Gewinn wieder im Interesse der Agitation verwendet wird. Wir machen auf folgende Broschüren und Zeitschriften aufmerksam. Der Neue Welt⸗Kaleuder für 1903. Preis 40 Pfg.
Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. Allwöchentlich ein Heft. Preis 25 Pfg.
Sozialistische Monatshefte. Jeden Monat ein zirka 80 Seiten starkes Heft. Preis pro Heft 50 Pfg.
Freie Stunden. Beste Romanlitteratur. Illu⸗ striert. Wöchentlich ein Heft. à 10 Pfg.
Die Hütte. Zeitschrift für das Volk und seine Jugend. Illustriert. Prachtvoll ausgestattet. Alle 14 Tage ein Heft. à 25 Pfg.
Wahrer Jakob; Süddeutscher Postillon, Witzblätter. Erscheinen alle 14 Tage. Preis 10 Pfg. die Nummer.
Wilhelm Liebknecht. Sein Leben und Wirken. Unter Benutzung ungedruckter Briefe und Aufzeichnungen. Herausgegeben von Kurt Eisner. Mit Porträts und Abbildungen. Preis 30 Pfg.
Handelspolitik und Sozialdemokratie. Von Karl Kautsky. Eine populäre Darstellung der handelspolitischen Streitfragen. Preis 30 Pfg.
Grundzüge und Forderungen der Sozial⸗ demokratie. Von Karl Kautsky und Bruno Schönlank. Preis 10 Pfg.
Enthält eine kurzgefaßte, allgemein verständliche Er⸗ läuterung des Erfurter Programms. Muß jeder Genosse besitzen! Die Kommission.
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