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Nr. 14.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite. 3
„Der Verzweiflungskampf der schaffenden Stände um ihre Existenz.“ Als der Redner vom Brot⸗ wuchergeschrei der Sozialisten sprach, es als eitel Dunst und Schwindel hinstellte und das Judentum als den Träger des Wucher⸗ tums auf dem Lande bezeichnete, erhob sich ein Tumult. Die Polizei schritt ein und löste die Versammlung auf. Nachdem ein Teil„Deutsch⸗ land, Deutschland“ angestimmt hatte, sang der iber Teil die Arbeitermarseillaise.— Bei
iebermann ist das nicht zu verwundern. Dieser Antisemitrich benimmt sich stets mit am rüdig⸗ sten und läßt sich im Schimpfen nicht gern von seinen Genossen überbieten.
Steckbrieflich verfolgt
wird vom Staatsanwalt in Glogau der Radau⸗ Antisemit Graf Pückler, wegen Sachbeschä⸗ digung. Es heißt, Pückler sei nach der Schweiz ausgekniffen, nach einer anderen Mitteilung säße er ganz ruhig und unbehelligt in Klein⸗ Tschirne. Das letztere scheint uns weit glaub⸗ licher. Wo er aber immer stecken mag, jeden⸗ falls hat er sich feig verkrochen, er, der so todesmutig— redete und zum Kampfe gegen Israel aufforderte! Maulhelden!
Soziales.
Fortschritte im Genossenschafts⸗ wesen. Eine rapide, vorher nicht geahnte Ent⸗ wickelung hat die Großeinkaufs⸗Gesell⸗ schaft deutscher Konsumvereine genommen. In den letzten vier Jahren entwickelte sich der Um⸗ satz der Gesellschaft folgendermaßen:
1898: 1899: 1900
5,579,035 Mk. 6,296,072 Mk. 7,956,335 Mk. 1901: 15,137,781 Mk.
Im neuen Geschäftsjahr setzt sich, soweit
sich übersehen läßt, das Wachstum der Gesell⸗
schaft in der bisherigen Weise fort. Der Um⸗
satz betrug Januar 1900 448,804 M. i ne, ZF ee
Diese Entwickelung beweist jedenfalls, daß die genossenschaftliche Organisation eine Not⸗ wendigkeit ist, und daß ihre segensreiche Wirkung immer mehr Anerkennung findet.
Arbeiterinnen⸗Entehrung.
Von Fabrikanten und Werkmeistern wird oft genug die weibliche Ehre der Arbeiterinnen mißachtet und diese geben ihren Körper den Gelüsten der„Herren“ preis um besserer Arbeits⸗ bedingungen willen. Eine Bestätigung dieser Thatsache brachte eine Gerichtsverhandlung in Greiz. Bei einer Schwurgerichtsverhandlung mußte ein Stuhlmeister unter seinem Eide seine intimen Beziehungen zu einer Arbeiterin beichten. Auf die Frage des Gerichtsvorsitzenden, warum sich die Arbeiterin auf diese Weise mit dem Stuhlmeister eingelassen habe, erklärte sie, weil sie dann gute Arbeit bekommen habe!“— Jeder Kommentar hierzu ist überflüssig, denn diese Aussage der Arbeiterin und des Stuhl⸗ meisters kennzeichnen so recht das korrupte Ver⸗ hältnis, wie es mitunter in den Fabriken besteht.
Sozialistischer Wahlsieg in Dänemark.
Bei den am 25. März in Kopenhagen statt⸗ gefundenen Stadtverordneten⸗Wahlen haben die perbündeten Liberalen und Sozialdemokraten einen glänzenden Sieg errungen, indem ihre 7 Kandidaten alle mit Mehrheiten von 13 000 bis 14000 Stimmen gewählt wurden, während
auf die Kandidaten der Rechten nur 6000 bis
7000 Stimmen fielen. Sämtliche Kandidaten der Linken haben sich verpflichtet, für die Ein⸗ führung einer progressiven Einkommensteuer ein⸗ zutreten. Die früher allmächtige Partei der Rechten hat nun in der Stadtverordneten⸗Ver⸗ sammlung nur noch einen einzigen Vertreter. Von den übrigen Mitgliedern gehören 21 den Liberalen und 20 den Sozialdemokraten an.
Die französische Deputiertenkammer ist nunmehr geschlossen worden. Ihre
letzte Sitzung(S a mst ag s) dehnte sich bis in die Frühe des ersten Ostertages aus.— Der von der Kammer beschlossenen Verlängerung der
Mandatsdauer hat der Senat nicht zugestimmt und es bleibt somit bei der vierjährigen Legisla⸗ turpertode. Dieser Senatsbeschluß, der die Ein⸗ schränkung der Volksrechte vereitelte, entspringt aber durchaus nicht dem demokratischen Gefühle der Herren Senatoren, sondern diese wollten offenbar nur beweisen, daß sie auch noch was ztau seggen“ haben.— Die Kammer⸗Neuwahlen finden nun bestimmt am 27. April statt. Die französischen Sozsialisten können nicht mit besonderen Hoffnungen in den Wahlkampf ziehen. Sie find leider noch in zahlreiche Gruppen ge⸗ spalten, die sich gelegentlich mit äußerster Schärfe bekämpfen. An Einigungsversuchen hat es zwar nicht gefehlt, doch ist bis jetzt noch kein gutes Resulkat dabei herausgekommen. Mille⸗ rands Ministerschaft bildete bekanntlich den Hauptzankapfel auf dem letzten Einigungs⸗Con⸗ gresse.— Oft genug stimmten auch die Sozia⸗ listen in der Kammer gegeneinander. Erst in den letzten Tagen schämten sich einige„ministe⸗ rielle“ Sozialisten nicht, für Bewilligung der Mittel zur Reise des Präsidenten der Republik nach Petersburg— Herr Loubet will dem russischen Väterchen einen Besuch abstatten— zu stimmen. Eine Anzahl sozialistischer Abgeordneter enthielt sich der Stimme in dieser ine 5 und nur etwa 15 stimmten dagegen. Eine böse Zer⸗ fahrenheit!
Bedeutsamer Wahlsieg in Italien.
In Molfetto errang die Liste der vereinigten Volksparteien einen bedeutungsvollen Sieg über die Konservativen. Von 2638 eingeschriebenen Wählern gaben 2200 ihre Stimmen ab, die extremen Parteien siegten mit 300 Stimmen Mehrheit. In Molfetto war es, wo die am Ruder sich befindenden Konservativen bei den Wahlen von 1900 300„verdächtige“ Wähler einfach aus den Listen strichen. In dieser Wahl⸗ kampagne trat die sozialistische Erziehungsme⸗ thode glänzend in Erscheinung. Die Bauern ließen sich nicht mehr von den Priestern ins Schlepptau nehmen, und selbst das Eintreten des Bischofs konnte die Niederlage der Konser⸗ vativen nicht aufhalten. Der übliche Börsen⸗ preis eines Zehnlire⸗Scheines, den man sonst pro Stimme ausgab, wurde diesmal verdoppelt angeboten, aber auch dieses half nichts. Die Bauern stimmten mit den Arbeitern für Ab⸗ schaffung der Mehlverzehrsteuer, für das unent⸗ geltliche Schulfrühstück und für Einführung einer direkten progressiven Steuer. Der Jubel über den Wahlsieg ist sehr groß.
Ceeil Rhodes.
Der Napoleon Südafrikas, wie man ihn genannt hat, ist gestorben. Mit ihm ist ein skrupelloser Geschäftsmann und Politiker dahin. Rhodes hat sich in Südafrika ein Riesenvermö⸗ gen erworben und hat gleichzeitig den Grund zu einem großem englischen Weltreich in Afrika gelegt: Er war die treibende Kraft bei den englischen Expansionsbestrebungen in Südafrika, die schließlich zum blutigen Zusammenstoß mit den Burenrepubliken führten. Er hat seiner Zeit den Einfall Jamesons in Südafrika or⸗ ganisiert und trägt an dem Ausbruch des un⸗ seligen Krieges schwere Schuld.
Krieg in Südafrika.
Für Friedensverhandlungen scheint jetzt wieder geringe Aussicht vorhanden zu sein. Die Bemühungen des Burenführers Schalk Burger mit Steijn und Dewet Ver⸗ handlungen anzuknüpfen sind bis jetzt erfolglos gewesen.— Ferner erklärte der holländische Ministerpräsident Kuiper einem Journalisten gegenüber, daß in der Angelegenheit des süd⸗ afrikanischen Krieges vorläufig abgewartet werden müsse, bis sich ein günstigerer Augen⸗ blick zu neuer Intervention biete. i
Verschiedene Gefechte haben in den letzten Tagen stattgefunden, sind aber für die Engländer meist ungünstig verlaufen. Nach Mitteilung des englischen Kriegsamtes ent⸗ wickelte sich am 24. März bei Sutherland in der Kapkolonie ein Kampf, bei dem die
Engländer 8 Tote, 8 Verwundete und 29 Ge⸗ fangene verloren, darunter einen Hauptmann. Sutherland liegt im Westen der Kapkolonie. Danach haben also die Engländer auf ihrem eigenen Grund und Boden eine ganz gehörige Schlappe erlitten.— Eine weitere bisher von der Censur zurückgehaltene Nachricht macht Mitteilung über ein am 6. März bei Kal⸗ vinhia stattgefundenes Gefecht. Dort wurde eine englische Kolonne unter Oberst Dorau von starken Burenabteilungen angegriffen und vollständig aufgerieben. Die Eng⸗ länder mußten dem Feinde sämtliche Proviant ⸗ wagen überlassen. Nach heftigem Kampfe wurden Oberst Dorau und 11 Mann getötet, 30 Mann verwundet.
Ueber die englischen Soldaten ist in Bezug auf ihre Haltung der Burenbevölkerung gegenüber viel Schlimmes in deutschen Blättern geschrieben worden. Daß der Krieg eine un⸗ geheuere Verrohung der Soldateska im Gefolge hat, darüber kann allerdings kein Zweifel be⸗ stehen. Indessen ist bemerkenswert, was Piet Dewet, ein Bruder des berühmten Buren⸗ kommandanten Christian De Wet nach der Frkftr. Ztg. darüber gesagt baben soll. Er habe am 25. Februar in Kroonstad eine Rede gehalten, in der er alle über die Haltung der englischen Truppen verbreiteten ungünstigen Nach⸗ richten als unbegründet bezeichnete. Er per⸗ sönlich habe stets gefunden, daß der englische Soldat freundlich, großmütig und gutherzig sei. Piet De Wet hat sich verhältnismäßig früh im Kriege ergeben und lebt seit einem Jahr in Kroonstad.
— Durch ein Eisenbahnunglück, das sich Ende voriger Woche bei Barterton er⸗ eignete, wurden mehr als vierzig Soldat en, sowie der Lokomotivführer, Heizer und noch ein Civilist getötet. Der Zug entgleiste, als er mit großer Geschwindigkeit einen Abhang hinab fuhr, dabet stürzte die Maschine und 6 mit Mannschaften besetzte Gepäckwagen um, wobei der Kessel der Maschine explodierte.
Von Nah und Fern.
Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗
kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich stren ste
Gewissenhaftigkett bet Uebermittelung von Nachrichten.— Wir
bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben.
Energische Lokomotivführer.
Anläßlich des Altenbeckener Eisenbahnpro⸗ zesses erzählt die Berliner„Volkszeitung“ als ein Beispiel dafür, wie wesentlich es ist, daß die Beamten unter Umständen es auch an Entschlossenheit nach oben nicht fehlen lassen, folgende Episode aus dem Leben eines Loko⸗ motivführers: Als die Anhalter Bahn noch Privatbahn war, fuhr ein alterfahrener Loko⸗ motivführer mit einem Zuge, in dem der König Wilhelm saß, von Berlin in der Richtung nach Röderau. Auf einer Zwischenstation machte er Halt, weil das Signal nicht lauf freie Fahrt stand. Der Stationschef kam zu ihm und teilte ihm mit, daß ein von Röderau gemeldeter Zug noch nicht durchgekommen sei, er also nicht weiterfahreren könne, ehe die Strecke frei sei. Nunmußte der Zug eine halbe Stunde festliegen. Das ist höchst„fatal“, wenn„allerhöchste“ Herrschaften in dem Zuge sitzen, und wenn hohe Hofbeamte auf dem Perron Spektakel machen und versichern, daß der allerhöchste Fahrgast über den Aufenthalt sehr ungnädig sei. Der Stationschef wurde schließlich unter dem Einflusse so gewichtiger Versicherungen nervös. Er befahl dem Lokomotivführer weiter- zufahren; offenbar sei der ausgebliebene Zug schon auf einer anderen Zwischenstation ange ⸗ halten worden, wenn man sich auch nicht erklären könne, warum die Blockung davon nicht einge⸗ laufen sei. Der Lokomotivführer aber weigerte sich bestimmt, eher zu fahren, ehe er wisse, wo der entgegenkommende Zug geblieben sei. Da⸗ rüber kam es zu einem heftigen Konflikt zwi- schen den beiden Beamten. Ein Hofbeamter stellte sich auf die Seite des Stationschef und sprach in beleidigenden Worten sein Mißfallen über die„Insubordination“ des„Untergebenen. aus. Da kam der gemeldete Gegenzug mit
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