Ausgabe 
4.5.1902
 
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Nr. 18.

Mitteldentsche Sonntags⸗geitung.

Seite 5.

Aus dem Rreise gießen.

In Trohe begingen unsere Freunde die Maifeier bereits am vergangenen Sonn⸗ tage. Die Veranstaltung war leider wegen des kühlen Wetters und ungenügender Bekannt⸗ machung nicht besonders gut besucht. Gen. Vetters wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung der Maifeier hin und forderte auf, weiter unablässig für den Achtstundentag, den Weltfrieden und für die Verwirklichung der übrigen Forderungen der Sozialdemokratie ein⸗ zutreten.

Aus dem Rreise Alsfeld⸗Cauterbach.

t Wie aus dem Inserat ersichtlich, halten die Genossen Alsfeld-Lauterbach ihre Maifeier Sonntag den 4. Mai bei Gastwirt Keutzer in Lauterbach ab. Genosse Schmidt⸗Preun⸗ gesheim wird in der Festrede die Bedeutung der Maifeier darlegen. Für sonstige Unter⸗ haltung der Festteilnehmer durch Konzert und Der Wahl⸗ vereins⸗Vorstand rechnet auf eine zahlreiche Beteiligung.

Aus dem Nreise Wetzlar.

h. Arm und elend. Seit einigen Wochen liegt im Wetzlarer Krankenhause ein Mensch mit krankem Bein. Der Unglückliche wurde vor Kurzem wegen Betteln(er befand sich auf der Reise) zu vier Wochen Gefängnis und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde ver⸗ urteilt. Nach Verbüßung seiner Strafe trans⸗ portirte man ihn in's Krankenhaus, weil das Bein tuberkulös und eine Operation notwendig ist. Diese müßte nun in einer Klinik vorge⸗ nommen werden; es wird aber merkwürdiger⸗ weise keine Anstalt gemacht, den Kranken in eine solche zu briugen. Angeblich soll gegen die Ueberführung des Mannes gerichtlicherseits Widerspruch erhoben worden sein, weil er der Landespolizei überwiesen sei. Unterdessen schrei⸗ tet die Krankheit des armen Menschen weiter fort, dieser selbst leidet furchtbare Schmerzen und kann unter Umständen daran zu Grunde gehen. Wir meinen denn doch, es wäre Auf- gabe der maßgebenden Stellen im Krankenhause und besonders der leitenden Aerzte dafür zu sorgen, daß der Heilungsprozeß möglichst be⸗ schleunigt und dazu die nötigen Maßnahmen ergriffen werden.

h. Unzufrledene Bäcker gesellen. Bei dem Herrn Bäckermeister Rüdinger, der, wenn wir nicht irren, Obermeister der Innung, nebenbei auch sehr reich ist, streikten neulich die Gesellen. Ihnen gefiel nämlich der doch extra für sie von einem Koch hergestellte Morgen⸗ kaffee nicht, weshalb sie in ein Gasthaus zum Kaffee⸗ trinken gingen. Natürlich war der Herr Obermeister darüber ungehalten, er prüfte den Kaffee, und siche da, er war sehr gut. Als Koch fungiert ein 16 jähriger Hausbursche. Auch an dem Logiment haben die be⸗ gehrlichen Gesellen auszusetzen. Vor kurzem gab einer seine Stelle bei Herrn R. auf, weil er mit dem Fuhr⸗ mann zusammen in einem Bette schlafen mußte, obwohl im Hause jeder Winkel vermietet ist, also doch auch Raum für die Gesellen da wäre. Mit der Befolgung der Vorschriften für Bäckereien nimmt man's etwas ge⸗ mütlicher, die Kalendertafeln hängen im Laden, statt in der Backstube. DieRoten müssen dem Ritter vom Backtrog besonders im Magen liegen, als er neulich einen Geselleu einstellte, frug er ihn sogleich: bist Du auch Sozialdemokrat? Der so vertraulich Ange cedete wußte aber davon noch nichts; hoffentlich hat ihn jetzt der Innungsmeister darauf aufmerksam gemacht.

r. Haiger. Eine merkwürdige Bauweise befolgt man bei dem Bau des hiesigen Krankenhauses. Der Bau, zu dem Mittel hauptsächlich aus einer Stiftung zur Verfügung gestellt werden, wird aus Schlacken⸗

steinen aufgeführt, welche die Agnesenhütte umsonst

liefert. Besser wäre es doch, wenigstens zu dem Fun⸗ dament Bruchsteine zu verwenden, das wäre der Ge⸗ meinde um so leichter möglich, als sie selbst einen Bruch besitzt. Ohne der Verschwendung das Wort reden zu wollen, meinen wir doch, daß was die Stadt baut, unter allen Umständen solid sein soll.

Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhai en.

Der Konsumverein Marburg hielt am Samstag Abend im Jesberg'schen Lokale eine Versamm⸗ lung ab, in der zunächst der Geschäftsführer einige ge⸗ schäftliche Mitteilungen machte, aus denen hervorgeht, daß der Verein sehr günstig dasteht. Der Votsitzende

verlas dann die für den Lagerhalter gültigen Bestimm⸗ ungen. Der Festsetzung der Verkaufszeit im Sommer von morgens halb 7 bis abends 9 Uhr und im Winter von früh halb 8 bis abends 9 Uhr stimmte die Ver⸗ sammlung zu; an Sonn⸗ und Feiertagen findet der Warenverkauf von 7 bis 9 Uhr morgens und von 11 bis 2 Uhr mittags statt; an allen ersten Feiertagen bleibt das Geschäft geschlossen, ebenso an den Wochen⸗ tagen in der Mittagspause von 12 Uhr. Nach der Ersatzwahl für ein weggezogenes Aufsichts ratsmitglied, bei der Herr Prüßing gewählt wurde, verlas der Vorsitzende einen sehr interessanten Bericht über die Thätigkeit und die Einrichtungen der Hamburger Groß⸗ einkaufsgesellschaft, die im verflossenen Jahre bereits einen Warenumsatz von über 15 Millionen Mark erreicht hat. Dieselbe beschäftigte anfangs 22, jetzt aber bereits 78 Personen. Es wurde beschlossen, den Vorstand zu beauftragen, die Mitgliedschaft bei obiger Gesellschaft für den Verein zu erwerben, womit für diesen große Vor⸗ teile verbunden sind. Nach einigen weiteren Mitteilungen forderte der Vorsitzende die Mitglieder auf, den von ge⸗ wisser Seite in der Stadt verbreiteten falschen Gerüchten, z. B. daß jedes Mitglied des Konsumvereins erst 30 Mark einzuzahlen habe, ehe ihm Waren verabfolgt wer⸗ den, aufklärend entgegenzutreten; es brauchen zum Er⸗ werb der Mitgliedschaft nur 50 Pfg Eintrittsgeld und 6 Mark, von 30 Mark Geschäftsanteil, innerhalb 6 Monaten bezahlt zu werden, der Rest kann dann event. von der jährlich zur Auszahlung gelangenden Dividende in Abzug gebracht werden.

St. Die Marburger Arbeiter werden am nächsten Sonntag, den 4. Mai, nachmittags an einem der herrlichsten Punkte in der näheren Umgebung der Stadt, auf derAugustenruhe, von wo man auch eine prächtige Aussicht auf den nördlichen Stadtteil, das Schloß, sowie die gegenüberliegenden Berge mit ihren in frischem Grün prangenden Wäldern genießt, ein Familienfest mit Konzert, Kinderbelustigungen usw. feiern. Die Musik, mit guter Besetzung, stellt die vorteilhaft bekannte Kapelle Panli von hier. Hoffentlich bleibt uns das Wetter günstig, in diesem Falle wird auch ein starker Besuch zu erwarten sein. Wir möchten die Eltern noch darauf aufmerksam machen, auf die Kinder zu achten, damit dieselben an den Sträuchern und Blumen keine Beschädigungen anrichten.

Hickel und Marten freigesprochen!!

Der Prozeß gegen die Unteroffiziere Marten und Hickel wegen der Ermordung des Ritt⸗ meisters v. Krosigk, dessen Verhandlungen in den letzten Tagen die öffentliche Aufmerksam⸗ keit in hohem Maße in Auspruch nahmen, hat am Mittwoch mit der Freisprechung der beiden Angeklagten geendet. Der Staats⸗ anwalt hatte gegen Marten wegen Totschlags 12 ½ Jahre Zuchthaus, gegen Hickel 5 Jahre Zuchthaus wegen Beihilfe beantragt, daneben die Aberkennung der Ehrenrechte auf 3 bezw. 2 Jahre. Bei der vorhergegangenen Zeugen⸗ vernehmung wurde nichts Neues mehr beige⸗ bracht. Erwähnenswert ist nur, daß ein Zenge bekundete gesehen zu haben, wie Rittmeister v. Krosigk seiner Frau mit der Reitpeitsche über den Rücken schlug, weil sie einen Offizier gegrüßt habe.

Kleine Mitteilungen.

*kl Die durchgegangene Lokomotive. Vor der Frankfurter Strafkammer faud am Samstag die Verhandlung gegen den Lokomotivführer Christ und den Heizer Peters wegen Gefährdung des am 6. Dezember in den Wartesaal zweiter Klasse gefahrenen Luxuszuges Ostende-Wien statt. Das Gericht sprach Peters frei, weil die von ihm bediente Handbremse schwer ging, verurteilte aber Christ zu hundert Mark Geldstrafe, weil er unterwegs nicht für genügende Druckluft gesorgt habe, so daß die Bremsen bei der Einfahrt nicht mehr wirkten.

** Ein scheußliches Verbrechen ent⸗ deckte man in Urberach' bei Offenbach. Von einem erst 17 jährigen Mädchen wurde festge⸗ stellt, daß es kurz vor Ostern einem Kinde das Leben gegeben, dieses aber alsbald lebendig verbrannt hatte.

* Das läßt tief blicken! Aus einem Orte der Oberpfalz wird derFränk. Tages⸗ post geschrieben: Vor Kurzem starb hier ein altes Fräulein, dessen Nachlaß am Dienstag versteigert wurde. Da an diesem Tage gerade Viehmarkt war, gabs zur Versteigerung viele Leute. Eine Dame steigerte ein Stück Möbel, in dessen Schublade sich ein großer Stoß Liebes- briefe befand, die von den Umstehenden rasch

von Hand zu Hand kamen, so daz ste gleich in der ganzen Stadt verbreitet waren und Anlaß zu regem Stadtgespräch gaben, denn die meisten Briefe hattenkatholische Pfarrer geschrieben!

* Frommer Selbstmörder. In Blankenburg(Harz) ist der Selbstmörder Karl Jahns mit kirchlichen Ehren, unter seelsorge⸗ rischer Mitwirkung und unter Glock engeläute bestattet worden. Jahns, ein Mann, der, wie die Neuesten Nachrichten Blankenburgs zu er⸗ zählen wußten,sich als wohlhabender konser⸗ vativer Bürger unserer Stadt bei Hoch und Niedrig des bestens Ansehns erfreute, ein Mann, der mit einer ganzen Anzahl von Ver⸗ trauensposten und Ehrenämtern bekleidet war und als ein regelmäßiger Kirchenbesu cher all⸗ gemein für fromm und religiös gehalten wurde. Wie sich jetzt aus der Untersuchung ergeben, hat Jahns mit einer ganzen Reihe klein er Mäd⸗ chen unsittliche Handlungen vorge nommen und es wäre eine längere, jedenfalls empfind⸗ liche Freiheitsstrafe die Folge seines heimlichen Thuns und Treibens gewesen.

k Henkerarbeit. Dienstag früh wurde in Hanau der wegen Mordes zum Tode ver⸗ urteilte Ziegeleiarbeiter Joh. Gläser durch Scharfrichter Engelhardt hingerichtet.

Arbeiterbewegung.

* Zum Abwehrstreik der Schreiner in Isenburg wird berichtet, daß wieder eine größere Firma den alten Lohntarif voll aner- kannt hat. Die Situation ist für die Arbeiter günstig. Eine Firma hat Konkurs angesagt, auch eine Folge des Streiks. Am Sonntag Abend bei einer Tanzmusik im Saale Bellevue bekamen Arbeitswillige der Firma Wittich mit den übrigen Gästen Streit und bedrohten diese mit Revolvern. Wie es scheint, ist damit die ganze Gesellschaft ausgerüstet. Die Polizei sollte energische Maßnahmen ergreifen und den Revolverhelden das Handwerk gründlich legen. Herr Oberlehrer Sommerlad in Gießen sollte sich diesen Fall für ein Streikbrecher⸗ Heldengedicht vormerken.

Partei-Uachrichten.

Aus der Strafhaft entlassen wurde der frühere Landtagsabgeordnete Opificius in Pforzheim, der bekanntlich wegen angeblicher Untreue zu drei Monaten Gefängnis verurteilt war. Nachdem er zwei Drittel seiner Strafe verbüßt, ist ihm der Rest erla ssen worden.

Unsere Totenliste. In Offenhach star b am Freitag unser alter treuer Genosse Georg Euler, Er war eine in Gewerkschafts⸗ und Genosse nkreisen bekannte Person, die überall ihren Posten ausfüllte, auf den sie im Interesse der Arbeiterschaft gestellt wurde. Besonders im Holzarbeiterverband stand der Verst orben e längere Zeit in vorderster Reihe, da er mehrere Jahre Vorsitzender dieser Organisation war. Bis zum letzten Atemzuge war sein Geist bei der Arbeiterbewegung.

Versammlungskalender. Samstag, den 3. Mai.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Heuchelheim. Lokal Kröck, Referent: Krumm. Sonntag, den 4. Mai, nachmittags 3 Uhr.

Watzenborn⸗Steinberg. Lokal zumgrünen Baum, Referent: Krumm.

Abends 8 Uhr:

Wieseck.

Lokal B. Wacker, Referent: Beckmann. Soodgeesesd Sssterren- u. Knaben-Auzüge

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Anfertigung nach Mass

Markus Bauer, Giessen

Kirchenplatz II gegenüb. d. Stadtkirche.

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