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Nr. 31.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
schwer verletzt und mußten der Marburger Klinik zugeführt werden.)
Fromme Knüppelhelden.
Die Darmstädter Strafkammer ver⸗ handelte dieser Tage gegen eine Anzahl Ein⸗ wohner von Urber ach im Kreise Offenbach die sich in der Neujahrsnacht dieses Jahres arge Exzesse zu Schulden kommen ließen. In dieser Nacht rotteten sich eine Schaar trauriger Helden zusammen, um mit Prügeln, Messern und Steinen bewaffnet, gegen die Rink'sche Wirtschaft loszuziehen, die sie stürmten und zum Teil demolierten. In der genannten Wirtschaft hielten sich unsere Genossen auf, der Wirt selbst zählt zu unserer Partei. Unsere Leute bemerkten die feindseligen Absichten der Zentrümler, hielten sich zurück und wollten natürlich jeden Zusammenstoß vermeiden. Nicht so die frommen Schwarzen. Sie lieferten eine Schlacht, wie sie Urberach noch nicht er⸗ lebt hatte. Alle Fensterscheiben der Wirtschaft wurden demoliert, aber der Bürgermeister, ein braver Zentrumsmann, den man herbeigeholt hatte und in dessen Anwesenheit die Wirtschaft mit Hurra gestürmt wurde, hat keinen der Wüteriche erkannt, denn„es war dunkel“. So weit, so gut. Nun trat aber die Zentrums⸗ presse in Aktion, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Alle Schuld wurde den Roten zugeschrieben; die Sozi waren die Knüppeltaktiker, sie waren die Messerhelden. Aber damit nicht geuug: im Landtag be⸗ schuldigte der Abgeordnete v. Brentano(Zentrum) die Sozialdemokratie der schlimmsten Aus⸗ schreitungen, er warf ihnen„Exzesse“ vor, die „beinahe an Revolution grenzten“. Der fromme Maun forderte uaseren Genossen Ulrich vor versammelter Volksvertretung auf, dafür zu sorgen, daß sich seine Genossen solchen Vandalis⸗ mus abgewöhnen möchten! Und nun fand in Darmstadt das gerichtliche Nachspiel statt.— Und das Ergebnis? Der einzige Sozialdemokrat, der mit angeklagt war, wurde frei⸗ gesprochen, verurteilt wurden nur Schwarze einer wegen Sachbeschädigung und Körper⸗ verletzung zu vier Monaten Gefängnis! Hoffentlich empfiehlt nun Abg. v. Brentano seinen Gesinnungsgenossen, sich solche Aus⸗ schreitungen abzugew ohnen!
Wenn Allerhöchste Herrschaften reisen.
Diese Woche hat der Kaiser der Stadt Emden einen Besuch abgestattet. Von Seiten des Polizeipräsidiums in Hannover sind dazu nicht weniger als 129 Polizeibeamte nach Emden beordert worden zur Uebernahme des Sicherheitsdienstes. Das Kommando besteht aus dem Polizeihauptmann Funke, einem Kommissar, 6 Wachtmeistern und 121 Schutzleuten! Die Kosten einer derartigen Schutztruppe sind na⸗ türlich gar nicht unbedeutend und bei den vielen Kaiserreisen dürften die jährlichen Ausgaben dafür eine sehr erhebliche Velastung des Volkes, daß selbstverständlich in letzter Linie dafür auf⸗ kommen muß, darstellen.
Duldsamkeit der christlichen Kirche.
ehe eure Finde! So lautet bekanntlich eines der Hauptgebote des Christen⸗ tums. Obgleich uns nun die Kirche höchst gleichgültig ist, so ist es bekannt, daß uns ihre Vertreter als Feinde betrachten. Wie sie nun aber ihre eigenen Lehren ncht befolgen, zeigt wieder folgender Fall. Dem Genossen Mittag in Merseburg war vor zirka einem halben Jahr ein 5 Monate altes Kind gestorben. Dieser Tage erhielt er nun folgendes Schreiben: „Für die Benutzung unseres Friedhofes haben die Mitglieder der Domgemeinde das Dreifache des für die Glieder unserer Gemeinde geltenden Satzes zu zahlen. Zwei Drittel des Betrages deckt jedoch die Kirchenkasse der Domgemeinde am Schlusse des Rechnungsjahres. Für ihr ungetauft gestorbenes Kind hat jedoch der Kirchenrat des Domes die Zahlung abgelehnt, da ungetaufte Kinder eines Dissidenten nicht zur Gemeinde gehören. Wir bitten Sie daher, das restirende Erdengeld für Benutzung einer Grabstelle auf unserem Friedhof im Betrage
von A1. 3 an unsere Kirchenkasse, zu Händen des Sparkassenkontrolörs Eichler auf der städ⸗ tischen Sparkasse, abzuführen. Der Gemeinde⸗ Kirchenrat von St. Maximi.“— Abgesehen von dem Schnitzer, daß ungetaufte Kinder nicht zur Gemeinde gehören sollen— die Zugehörig⸗ keit ist unbestreitbar— zeigt der Fall, welchen hohe Maß von Duldsamkeit diesen Herres innewohnt.
Ein Land ohne Gefängnisse.
Die Insel IJsland hat das Glück, weder Gefängnisse noch Polizei zu besitzen und, was die Hauptsache ist, braucht solche Einrichtungen nicht. Die Leute sind so ehrlich, daß man weder solche Wächter des Friedeus und Eigen⸗ tums, noch Orte für die Bestrafung der Uebel⸗ thäter braucht. Die Geschichte Islands berichtet, so erzählt„The Peoples Friend“, in tausend Jahren nur von zwei Diebstählen. Der eine war von einem Eingeborenen verübt worden, der mehrere Schafe stahl. Da er es aber ge⸗ than hatte, um sür seine Familie zu sorgen, die hungerte, so wurde der Schimpf, der mit seinem Verbrechen verknüpft var, als genügende Strafe angesehen. Bei dem anderen Diebstahl wurden 17 Schafe gestohlen; da diesmal der Dieb wohlhabend war, wurde er verurteilt, den Wert des Gestohlenen zu ersetzen, sein ganzes Eigentum zu verkaufen und das Land zu ver⸗ lassen, wenn er nicht hingerichtet werden wollte. Er verließ das Land sofort. Natürlich ist eine Justizverwaltung vorgesehen, die zunächst aus den Gerichtshöfen der Sheriffs besteht, gegen deren Urteil Berufung an das Gericht der drei Richter in der Hauptstadt Reykjavik und zulezt in allen Straf⸗ und den meisten Zivilprozessen an das höchste Gericht in Kopenhagen freisteht, da Island zu Dänemark gehört.
Kleine Mitteilungen.
* Erschossen hat sich kürzlich der Schweinehändler Düringer aus Oberhörgern. Man fand seine schon in Verwesung übergangene Leiche in einem Haferfelde. Der aus Eberstadt bei Butzbach gebürtige Selbstmörder hatte Wechselfälschungen verübt.
* Wegen Meineidsverdachtes wurde ein Einwohner in Nieder⸗Ohmen verhaftet. Wie gewöhn⸗ lich, liegt der Affaire wieder eine lächerliche Bagatelle zu Grunde.
* Endlose Bürgermeisterwählerei. In Altenstadt(Kr. Friedberg) wurde am Samstag zum drittenmale die Bürgermeisterwahl vorgenommen. Ge⸗ wählt wurde Kröll mit 118 Stimmen. In Altenstadt streitet man sich nun beinahe zwei Jahre wegen der Bürger⸗ meisterwahl herum, die Parteien führen den Kampf mit der größten Erbitterung, es kam schon zu Prozessen und Verurteilungen wegen Meigeid. Ob der Skandal nun beendigt ist, erscheint noch immer fraglich.
za Begnadigte Duellmörder. Der Leutnant Vogt vom 18. Husaren⸗Regiment in Mainz, der vor einem Jahr wegen Duells zu zwei Jahren Festung ver urteilt wurde, ist begnadigt worden!— Aber auch dem Leutnant Hildebrand, in Gum binnen, der voriges Jahr wegen Erschießung des Leutnants Blasko witz zu der überaus milden Strafe von 2 Jahren Gefäng⸗ nis verurteilt wurde, ist der Rest seiner Strafe erlassen worden! Das Duell erregte damals allgemeine Empörung. Nun wird der Mörder begnadigt, nachdem er erst ein paar Monate seiner lächerlich geringfügigen Strafe ver⸗ büßt hat! An gleiches Recht für alle können in Deutschland wirklich nur noch Kinder und Narren glauben.
* Durch schlagende Wetter verunglückten auf der Grube„Camphausen“ bei Saarbrücken am Dienstag 12 Bergleute. Einer davon wurde getötet, 10 wurden schwer verletzt in das Lazaret verbracht.
Partei-Nachrichten.
Schmutziger Angriff auf Bebel. Ueber einen gegen Bebel gerichteten Bubenstreich verhandelte kürzlich das Leipziger Schöffengericht. Der Sekretär der städtischen Wahlgeschäftsstelle in Leipzig, Herr Golla, ist bekanntlich durch die„Leipz. Volkszeitung“ beschuldigt worden, der Schreiber zweier Schmähkarten an den Reichstagsabgeordneten Bebel zu sein. Golla, welcher vom Amte suspendiert ist, hat Klage gegen die„Volks⸗ zeitung“ erhoben. Im Termin vor dem Schöffengericht erklärten die Schreibsachverständigen, daß die Karte zwar die Gollasche Handschrift zeigte, aber es liege die Möglichkeit vor, daß sie auch von irgend jemand anderem herrühren könnte. Die Verhandlung wurde zwecks weiterer Beweisaufnahme vertagt.—
Genosse Heinisch, bisher Geschäftsführer in der „Leipz. Volkszeitung“ übernimmt am 1. Okt. in den Posten als Leiter der Union⸗Druckerei(Verlag der Volks⸗ stimme) in Frankfurt. Der bisherige Geschäfts⸗ führer der„Volksstimme“ giebt seine Stelle auf.
Versammlungskalender.
Samstag, den 2. August. Gießen. Soz.⸗dem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Lollar. Wahl verein. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung in der„Germania“. Sonntag, den 3. August. Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Nach⸗ mittags 3 Uhr Versammlung bei Wirt Volkmann. Montag, den 4. August. Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Dienstag, den 5. August. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig. Samstag, den 9. August. Alsfeld. Soz.⸗dem.⸗Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Wirt Cloos.
Empfehlenswerte sozialistische Schriften.
Sozialdemokratisches Reichstagshandbuch. Von Max Schippel. Ein Führer durch die Zeit⸗ und Streitfragen der Reichspolitik. In 37 Lieferungen à 20 Pfg. Gebunden 9 Mk.
Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie. Von Ed. Bernstein. Preis brosch. 2 Mk.
Bernstein und das Sozialdemokratische Programm. Von Karl Kautsky. Eine Anti⸗ kritik. Preis brosch. 2 Mk.
Städteverwaltung und Munizipal⸗Sozi⸗ alismus in England. Von C. Hugo. Preis brosch. 2 Mk., gebd. 2.50 Mk.
Die Agrarfrage. Von Karl Kautsky. Eine Uebersicht über die Tendenzen der modernen Landwirt⸗ schaft und die Agrarpolitik der Sozialdemokratie. Preis brosch. 5 Mk., gebd. in Leinwand 6.50 Mk.
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Iirchenplatz II gegenüber d. Stadtkirche.
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Der Gesamtauflage der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Weidhaas schen Kur⸗ methode bei, auf welche wir besonders auf— merksam machen.
Selbe basiert im Grunde nur auf einem Faktor, der leider im Leben allzuwenig zum Worte kommt, auf der Vernunft! Diejenigen, die es angeht, sollten nicht versäumen, sich mit dem Kur⸗Institut„Spiro⸗Spero“(Paul Weidhaas) in Niederlößnitz b. Dresden in Verbindung zu setzen. ö
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