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Nr. 31.
Mitteldeutsche Sountaas⸗Zeitung.
Seite 3.
Soziales.
Schamlos und frech ist der Inhalt eines Schreibens, das die Brandenburger Zei⸗ tung veröffentlicht. Das Schriftstück kennzeichnet seinen Verfasser. Es lautet: „Werder a. H., den 26. Junt 1902. Hochgeehrter Herr N. N.!
Ich vernahm, daß Sie beabsichtigen, Ihr Haus streichen zu lassen, und sich deshalb mit einem anderen Maler in Verbindung gesetzt haben. Ich wäre bereit, Ihnen den Quadratmeter Oelfarbe mit 60 Pf. bei bester Ware zu liefern. Durch großen günstigen Kasseeinkauf, durch äußersten Druck auf den Arbeitslohn, ich bin dafür bekannt, daß ich den wenigsten Lohn zahle, sowie dadurch, daß ich meistens selbst mithelfe, bin ich in der Lage, Ihnen so günstigen Preis zu stellen. Geringere Ware mache ich den Meter mit 50 Pf. Hochachtend M. Röhl.“
Der Mann, der sich durch äußersten Druck auf den Arbeitslohn empfiehlt, verdient wirklich, den weitesten Kreisen bekannt zu werden.
Dekorierte Mörder.
In Brüssel wurden vorige Woche in Gegenwart des Königs im Akademiepalast bei Gelegenheit der Verteilung von Auszeich⸗ nungen für mutige und hingebungsvolle Handlungen das Kreuz der Bürgergarde den Offizieren Coen und Frere überreicht, die bei den letzten Uuruhen in Löwen„Feuer“ kommandierten, durch das neun für das allgemeine Stimmrecht manifestierende Arbeiter getötet wurden. Selbst die liberale„Gazette“ sieht in dieser Handlung einen Mangel an Takt und glaubt, daß gemäßigte Mitglieder aller Parteien diese Auszeichnung streng verurteilen werden. Auch zahlreiche Gensdarmen und Polizisten wurden für ihre Haltung während der Unruhen dekoriert.— Das ist sehr bezeich⸗ nend für die pfäffischen Gewalthaber und das Volk wird sich das hoffentlich merken.
Pfäffische Erzesse in Frankreich.
Obwohl die Diener der Kirche immer lehren, daß man unterthan sein solle der Obrigkeit, die Gewalt über uns hat, so machen sie doch hier und da Unterschiede. In Frankreich ist jetzt das Schulgesetz vom 1. Juli 1901 in Kraft getreten. Danach müssen alle von reli⸗ giösen Orden geleiteten Schulen aufgelöst werden, wenn sie nicht die staatliche Konzession erhalten haben. Der Ministerpräsident erließ nun Dekrete, welche die Schließung aller Kongregationsschulen anordnete, die sich geweigert hatten, sich aufzu⸗ lösen. Für Paris kamen noch 26 Schulen in Betracht. Die Polizeikommissare begaben sich am Sonntag Morgen in die betreffenden Schulen; in 21 derselben fand man niemand mehr vor, 4 haben sich nach dem Erscheinen der Dekrete aufgelöst und sind geschlossen. Es blieb nur eine Schule übrig, wo die Polizei auf Wider⸗ stand stieß. Es ist das die Schule der Schwestern Sainte Marie in der Straße Saint Maur. Hier hatte sich ein gewisser Girard, ein Na⸗ tionalist, der ehemals mit Guerin das„Fort Chabrol“ besetzt gehalten hatte, verbarrikadiert; wie die Schwestern später bekundeten, ließ man sie gegen ihren Willen nicht abziehen. Es kam dann, als der Polizeikommissar erschien, zu klerikalen Demonstrationen und Exzessen. Eine große Demonstration hatten die Klerikalen für letzten Sonntag auf dem Concordiaplatze geplant, sie sind aber damit kläglich hereingefallen. Adlige Damen, unter ihnen die Gräfin de Mun, waren dazu eingeladen und erschienen. Doch füllten schon um 8 Uhr etwa 10000 Sozialisten -den Platz. Die klerikalen Manifestanten, dar⸗ unter viele Frauen und Mädchen, sahen sich bald auseinander getrieben und auf die Um⸗ gebung des Platzes gedrängt, wo thre schwache Protestation im brausenden Gesang der revolu⸗ tionären Lieder, der vom Platz ertönt, ohn⸗ mächtig untergeht. Unter diesen Umständen ist die Sammlung der Klerikalen und der geplante Zug nach dem Ministerium des Innern und Elysée natürlich unmöglich. Mehrere Geistliche wurden verhaftet, wie der Korrespondent der „Frktr.⸗Ztg.“ meint, zu ihrer eigenen Sicherheit. Schließlich, nachdem die Klerikalen das Feld geräumt haben, lösen sich die Sozialisten in
Gruppen auf, die langsam die Carmagnole singend und Nieder die Jesuiten! rufend ab⸗ ziehen. Jedenfalls zeigen diese Vorgänge, daß man in Frankreich die Pfaffenherrschaft gründ⸗ lich satt hat und erfreulicher Weise bemüht ist, sie endgültig abzuschütteln.
Die Hamburger Schiffskatastrophe.
Vergangenen Sonntag wurden etwa 30 der Verunglückten von dem Schiffsunglück beerdigt, nachdem schon am Freitag eine Anzahl der Erde übergeben waren. Das Leichenbegängnis fand unter so starker Beteiligung statt, wie man es in Hamburg noch nie gesehen hat. Tausende schritten im Leichenzuge, in dem 70 Vereine mit ihren Bannern vertreten waren. Eine unzähliche Menschenmenge bildete Spalier. Auf dem Friedhof sprach nach einem Pastor auch unser Genosse Abg. Frohme. Er sagte unter Anderem:
„An dieser Stätte des Todes schwindet aller Unterschied und Gegensatz, der sonst die Menschen trennt, der politische wie der religiöse und soziale. Heraus aus jeglicher Umschränkung und Sonde⸗ rung, zu der seine Stellung, seine Interessen, seine Meinungen im gewöhnlichen Leben ihn bestimmen, tritt hier des Menschen bestes Teil, der Mensch, das bessere Wesen, dem das hehre Wort der Nächstenliebe nicht ein leerer Schall, — der wahren Nächstenliebe, die tief mit⸗ empfindet das schwere Leid, das Andere drückt, und die sich thätig zeigt, dies Leid zu lindern. Ein grausiges Verhängnis hat weit über hundert unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen, Männer, Frauen, Kinder, reifes Alter und blühende, hoffnungsvolle Jugend hinweggerafft.... Des Schiffes Wunde schlang die Flut; es sank— und wo soeben noch das Lied die stille Nacht durchdraug, da erhob sich das Schreien der Verzweiflung, das Jammern der Angst, und dann ein Todeswimmern. Wir meinen, sie zu hören, diese Stimmen. Aber zugleich erklingt in uns das Hohelied„vom braven Mann wie Orgelton und Glockenklang“— das Lied, das einen jungen Helden preist, der, ver⸗ trauend auf erprobte Kraft und Kunst, im heiligen Geist der Liebe und der Treue das Leben Anderer rettet und dabei zu Grunde geht. Das ist das wahre Heldentum, selbstlos sich selbst zum Opfer für die Nächsten weihn! Nun stehen wir trauernd an der Opfer Gruft... Das Unheil, das die Lieben uns entriß, ein jedes schwere Unglück giebt guten Seelen neue Kräfte und läutert sie, daß sie all' ihr Streben richten auf das Gute, das Wahre und Schöne. Vernehmt und versteht des Todes Lehre: Liebt Euch einander, thut Eure Pflicht als Menschen gegen Menschen. Es ist nicht schwer, gerecht und gut zu sein, wenn nur der gute Wille dazu uns beseelt.“
Nach Trostesworten schloß der Redner:
„Nun scheiden wir von Euch, geliebte Tote. Uns hat das Leben noch mit seiner ernsten Pflicht zum Kampfe für das Gute. Wir wollen ihr genügen, dieser Pflicht. Euch aber, die mit uns gelebt, gestrebt, gelitten und gekämpft, pflanzen wir auf's Grab das treue, freundliche Immergrün, das dem verheerenden Winter trotzt. Das bleibt ewig frisch und jung, wie die Hoffnung der strebenden Menschheit und das heilige Evangelium der Menschenliebe!“
Nach Frohme sprach Pastor v. Ruckteschell, der auf die ewige Liebe hinwies, die alle ohne Unterschied der politischen Stellung an der ge⸗ meinsamen Stätte der Trauer zusammengeführt habe.— Am Dienstag wurden wieder 10 Opfer der Katastrophe auf dem Ohlsdorfer Friedhofe beerdigt, wo nun schon über 60 der Verun⸗ glückten ruhen.
Wte schon in der letzten Nr. mitgeteilt, haben viele unserer Parteigenossen bei dem Un⸗ glück den Tod gefunden. Die Liedertafel „Treue“ gehörte zum Arbeitersängerbund und ihre Mitglieder sind, wenn nicht alle, so doch die meisten, aktive Mitglieder der sozial⸗ demokratischen Partei. Es ist anzunehmen, daß auch die Gäste des Vereins zum größten Teil der Arbeiterklasse und unserer Partei an⸗ gehören. Und einem tragischen Geschick sind die Un⸗
glücklichen verfallen. Nach arbeitsvollen Wochen wollten sie einmal im Kreise von Freunden und Gesinnungsgenossen ein fröhliches Fest feiern, sich bei munterem Spiel erholen von der Müh⸗ sal des Werktags. Und wie allsonntäglich Tausende und Abertausende, fuhren sie auf festlich beflaggtem Schiff die Elbe hinunter, und wohl keiner kam auf den Gedanken, daß ein furchtbares Unglück das Ende des frohen Tages sein werde. Sehr hart ist die Familie des Genossen Postelt, früheren sächsischen Landtagsabgeordneten, betroffen. Seine Frau, die nicht an dem Ausflug beteiligt war, benutzte aber den Dampfer mit zweier ihrer Kinder zur Heimkehr. Sie fand in den Wellen ihren Tod mitsamt ihren 9 und 10 Jahre alten Kleinen. Postelt, der in London auf dem Genossenschaftskonkresse weilte, wurde tele⸗ grapisch in Kenntnis gesetzt und traf bald in Hamburg ein, wo ihn seine sechs Kinder, die die Ausfahrt nicht mitgemacht hatten und
darum am Leben blieben, erwarteten. **
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Ueber Opfermut bei Rettung der Schiffbrüchigen, den die Passagiere und Mannschaften des„Primus“ an den Tag legten, schreibt die„Berl. Volksztg.“:„Die männlichen Fahrgäste des Dampfers waren fast ausschließlich Handwerker und Arbeiter und mancher von den Ertrunkenen mag nur deshalb seinen Tod ge— funden haben, weil er nicht darauf bedacht war, sich selbst in Sicherheit zu bringen, sondern Anderen Hülfe leisten wollte. Dieses heldenhafte Benehmen erinnert an das Verhalten der mutigen Leuten, die vor einigen Jahren bei dem großen Schiffsbrand in Hoboken bei New⸗Nork ihr Leben für die Rettung ihrer Mitmenschen ein⸗ setzten und gleichfalls nahezu sämtlich der Ar⸗ beiterklasse angehörten. Und nun denke man an den großen Pariser Bazarbrand, bei dem die Kavaliers, die„Edelsten der Nation“, sich als die erbärmlichsten Feiglinge zeigten, in wilder Flucht die Ausgangsthüren zu gewinnen suchten, alles, was ihnen in den Weg kam, niederstießen und niedertraten, vor allem die Frauen, die sie mit Stockschlägen zwangen, ihnen Platz zu machen, so daß von den Frauen nur wenige gerettet werden konnten und die übrigen, darunter die Prinzessin Sophie von Bayern, die Gattin des Herzogs von Alengon, verbrannten!“— Bei dieser Gelegenheit darf auch an das heldenmütige Benehmen der Ham⸗ burger Arbeiterschaft während der Cholera⸗ Epidemie erinnert werden. Als das Bürgertum damals feige auskniff, wandte sich die Stadt⸗ verwaltung mit der Bitte um Hilfe an die sozialdemokratischen Organisationen, welche sich auch sofort bereitwilligst zur Verfügung stellten.
on Nah und gern.
Gießener Angelegenheiten.
— Die Frauen und die sozialdemo⸗ kratische Zeitung. Bei allen Beratungen, die von den Parteigenossen gepflogen werden über Mittel und Wege zur weiteren Verbreitung unserer Parteiorgane hört man immer wieder den Einwand, daß die Arbeiterfrau der Aus⸗ breitung der Arbeiterpresse am meisten hindernd in den Weg tritt. Welches sind die Gründe für diese Erscheinung? fragt unser Magdeburger Parteiorgan. Und es erklärt sie damit, daß, obwohl die Frau vielleicht mehr als der Mann unter dem Drucke, der auf der Arbeiterklasse lastet, zu leiden hat, sie doch nicht im Stande sei, die Bedeutung der Arbeiterpresse zu würdigen. Ihr Sinn ist nicht auf ernste, aufklärende Lektüre gerichtet, sie findet weit mehr Geschmack an den Klatsch⸗ und Tratschgeschichten der soge⸗ nannten„unparteiischen“ oder Ordnungs-Presse. Ist diese Presse noch dazu billiger wie das Parteiorgan und liefert dabei mehr Makulatur, dann ist das ein Grund mehr fur sie, mißmutig zu werden, wenn der Mann statt auf das Klatschblatt auf das Arbeiterorgan abonniert. Kommt dann der Zeitungsbote, um den Abon⸗ nementsbetrag zu erheben, kommt der Aerger vollends zum Durchbruch. Das ist eine Er⸗
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