Ausgabe 
1.6.1902
 
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Nr. 22.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 3.

worden, sie hätten erst zum dtampfe aufgerufen und wären dann ausgerissen. Eine erbärm⸗ liche Lüge! Thatsächlich wurde auf dem Kon⸗ greß bei aller Meinungsverschiedenheiten über die Taktik ein derartiger Vorwurf nicht erhoben und konnte nicht erhoben werden, wie jeder weiß, der den Verlauf der Bewegung in Belgien verfolgt hat. Nein, ebensowenig wie in Deutsch⸗ land ein Sozialdemokrat trotz der vielen über unsere Genossen verhängten schweren und un- gerechten Strafen flüchtig geworden ist, ent⸗ ehen sich die belgischen Sozialisten ihrer Pflicht. Die Sozialdemokraten sind stets bereit, mit ihrer Person für ihre Ueberzeugung einzu⸗ stehen, bei den Antisemiten ist das nicht der Fall, wie außer den angeführten noch viele andere Beispiele beweisen.

AuchArbeiter ⸗Vereine.

Eine eigentümliche Sorte vonArbeiter

Organisationen sind doch die evangelischen Arbeitervereine. Sie hielten an Pfingsten in Düsseldorf ihren Delegiertentag ab. Be⸗ kanntlich sind in diesen noch nicht die Hälfte wirkliche Arbeiter und diese lassen sich von den Pastoren am Gängelbande führen. Zu einem erheblichen Teile waren denn auch die Düssel⸗ dorfer Verhandlungen nichts als ödes Pfaffen⸗ ezänk. Zwischen den einzelnen Führern be⸗ onders Stöcker und Naumann bestanden schon lange Differenzen, die bereits im vorigen Jahre zur Absplitterung einzelner Bezirksverbände vom Gesamtverbande führten. Man suchte die Risse damit zu überkleistern, daß man Nau⸗ maan ans dem geschäftsführenden Ausschusse entfernte. Dasselbe mußte man anstandshalber mit Stöcker thun; doch war es nur darauf abge⸗ sehen, Naumann loszuwerden. Ob übrigens durch diese Maßnahme Ruhe eingekehrt, ist mehr als fraglich. Daß es nicht recht vor wärts gehn will mit der evangelischen Arbeiter⸗ Vereinsbewegung geht aus einer Stelle im Jahresbericht hervor, den Pastor Weber er⸗ stattet hat. Da wird mehr Beachtung und Unterstützung von der Kirche verlangt.Sonst gehen wir auf sozialpolitischem Gebiete gegen sie droht Herr Weber. Die Besitzenden werden sich schwerlich durch solche radikal klingen⸗ den Drohungen einschüchtern lassen, sie wissen, daß da nichts dahinter steckt.

Ueber mangelnde Unterstützung der Staats⸗ und Kirchenbehörden können sich die Herren doch wohl kaum beklagen. Erst jetzt bei der Gene⸗ ralversammlung der evangelichen Vereine Württembergs war ein Regierungsvertreter anwesend, der unter Anderem die Lächerlichkeit sagte, die Regierung könne sich an dem Ver⸗ bandstage beteiligen, weil es sich nicht um eine Parteisache handele, die evangelischen Arbeiter verfolgten gemeinützige Zwecke! Wenn der Mann die Thätigkeit der evangelischen Arbeiter⸗ vereine kennen würde, hätte er diese Aeußerung wohl kaum gethan.

Die Kammerwahlen in Belgien.

Vorigen Sonntag haben in Belgien Wahlen zum Parlament stattgefunden, die im Hinblick auf die jüngsten Wahlrechtskämpfe erhöhtes Interesse beanspruchen. 5

Es handelte sich nicht um eine Neuwahl des ganzen Parlaments, sondern nur um die Hälfte, also um 76 Abgeordnete. Vorher bestand die belgische Kammer aus 85 Klerikalen, 33 Sozialdemokraten, 33 Liberalen und 1 Christ- ich⸗Demokraten. Rechnet man den letzteren zur Opposition, wozu er gehört, so zählte sie 67 Stimmen, so daß die klerikale Mehrheit nur 18 Stimmen ad die aber bisher ge⸗ nügt hat, in Sachen der Wahlrechtsreform wie in anderen Fragen jeden Fortschritt zu verhindern. Von vornherein hatte man auf unserer Seite die Befürchtung, daß unter dem Eindruck des Mißerfolges des letzten Wahl⸗ rechtskampfes, diese Wahlen kein günstiges Resultat für die Sozialdemokratie liefern wür⸗ den. Auch der Genosse Destree sprach sich vor den Wahlen in diesem Sinne aus. Diese Befürchtungen sind leider durch die Thatsachen bestätigt. Die Klerikalen behielten nicht nur

die Mehrheit, sie verstärkten sie noch um einige Sitze. Nach den endgiltigen Wahlergebnissen sind in die neue Kammer 96 Klerikale, 34 Liberale, 34 Sozialisten und 2 christliche Demokrateu gewählt. Die klerikale Mehrheit beträgt jetzt 26 Stimmen. Mit Ausnahme einzelner Orte hielten sich die sozialdemokratischen Stimmen auf der früheren Höhe. Nach dem verlorenen Kampfe vor wenigen Wochen be⸗ fol, dieses Resultat einen achtunggebietenden rfolg.

Das frauzösische Ministerium

wird nach dem Zusammentritt der Kammer seine Entlassung einreichen. Waldeck-Rous⸗ seau wird aber die Geschäfte noch bis zur Bildung eines neuen Ministeri ums fortführen Als sein Nachfolger wird der Senator Com- bes genannt. Der jetzige Minister des Aus⸗ wärtigen, Delcassé und der Kriegsminister André dürften auch dem neuen Kabinet angehören.

Sozlalistischer Wahlsieg.

Bei den Kommunalwahlen in San Remo (Italien) kamen sämtliche sozialistische Kandidaten gegen die ee Reaktionäre durch. Die städitsche Verwaltung von San Remo befindet sich ganz in den Händen der Sozialisten.

Die französisch⸗russische Freundschaft

hat dieser Tage einen argen Stoß erlitten. Der Präsident der franz. Republik machte dem russischen Despoten einen Besuch, wobei der biedere Republikaner allerlei Höflichkeiten mit dem Herrscher des Knutenreichs austauschte. Am letzten Tage des Petersburger Aufenthalts fiel aber ein bitterer Wermutstropfen in den Freudenbecher. Es gab mit besoffenen franzö⸗ sischen Matrosen Krach, wobei eine große Men⸗ schenmenge sich auf dem Newski-Prospekt an⸗ sammelte und die Dekorationen zerstören wollte. Ein Haufe sammelte sich vor dem Rat⸗ haus zu einer Demonstration. Unter die Rufe Vive la France mischten sich drohende Rufe gegen Polizei und Regierung, bis die Gendarmerie eingriff und den Prospekt mit Gewalt säuberte. Man bemerkte beim Volke eine recht erbitterte Stimmung; neben Hochrufen tönten Loubet bei seiner Fahrt durch die Stadt auch Schmährufe entgegen.

Andern Tages kam Väterchen höchstselbst zum Frühstück auf das französische Kriegsschiff, das die teuere Last des Prästdenten der Repu⸗ blik nach den Ostseegestaden gebracht hatte, und Loubet hielt eine ergreifende Tischrede, worin er versicherte, daß sich die Gefühle der franzö⸗ sischen Seeleute für ihre tapferen Kameraden von der russischen Marine bei jeder Gelegen- heit kundgeben, worauf der Zar tiefgerührt auf dietreuen und unentwegten Bundesge⸗ nossen Rußlands trank. Der reine Hohn! Die Komödie war dann zu Ende und Herr Loubet zog mit seinem Kriegsschiff wieder heim.

Eine blutdürstige Bestie.

Ein wirkliches Scheusal muß der Gouver neur von Wilna, von Wahl sein, wenn nur die Hälfte von dem richtig ist, was der Berl. Ztg. geschrieben wurde. Da wird unter Anderen erzählt, daß v. Wahl am 1. Mai Arbeiter arretieren ließ, von denen folgenden Tages 3 6 im Vorzimmer des Polizeiarrestes durchge⸗ peitscht wurden. Es assistirten dabei einige Aerzte und der Gouverneur selbst, der die Hiebe zählte. Man kann es besten Falls Gehirnverwirrung nennen, die der Satrap bei der bestialischen Freude empfand, da er sah, wie die Unglücklichen zu Krüppeln gepeitscht wurden. Wenn der Delinquent hereinge⸗ führt wurde, begann Wahl höhnisch:Wünschen Euch Feiertage! und dann, indem er auf die Ruthen wies:Da etwas Unverhofftes!... Der Unglückliche wurde entkleidet. Es folgte die Frage:Wie alt?Fünfzig! Gebt ihm fünfzig Hiebe!Vierzig! Gebt ihm vierzig Hiebe! Ein Verwegener rief, er sei eine Million Jahre alt. Darauf bekam er 100 Hiebe. Er fiel in Ohnmacht

und der Arzt befahl 5 Minuten zu warten und

dann die Exekution fortzusetzen. Alle stimmten darin überein: die Zeiten Murawiews (des Henkers) waren nicht so schlimm wie die momentanen. Wahl ist kein Neuling in derlei Methoden. Vor 25 Jahren ließ er als Gou verneur von Witebsk einige ältere Gymnasiasten durchpeitschen. Später als kurskischer Gouverneur ließ er einige Leute zu Tode schlagen. Aehnliche Scheußlichkeiten werden noch mehrere von diesem Hallunken berichtet, der leider der rächenden Kugel entronnen ist.

Rebellion in China.

Englischen Blättern wurde aus Shantung gemeldet, daß dort die Rebellion im volle n Gange sei und täglich mehr um sich greife. Am Anfang der Woche habe ein Kampf stattgefunden, in dem die Aufständischen 1500 Tote und Ver wundete verloren hätten. Später verschanzten sie sich in ihren Dörfern, machten von da aus scharfe Ausfälle und zwangen die Truppen zum Rückzuge. Die Boxer sammeln sich in großer Zahl in Shantung. Da zeigt sich, was die famose europäische Chinapolitik mit ihrem bar⸗ barischen Kreuzzug zuwegen gebracht hat. Jetzt kann sich Waldersee wieder ein neues As- besthaus bestellen.

Krieg in Südafrika.

Nach den bisheringen Meldungen über die Friedensverhandlungen war der Frie⸗ densschluß als nahe bevorstehend zu erwarten; einem Berliner Blatte wurde sogar die end giltige Annahme der englischen Bedingungen durch die Buren telegraphiert. Am Montag erklärten die Burenführer plötzlich, sie seien durchaus nicht sicher, daß es gelingen würde, die große Minderheit der in Vereenig ing versammelten 180 Bürger für die Annahme der englichen Bedingungen zu gewinnen. Darob allgemeine Ueberraschung. Das Mtnisterium wies Kitchener an, die Delegierten nach Ver⸗ eeniging zurückzuschicken und in zwei Tagen Antwort zu verlangen. Darnach kann man den Frieden in diesem Augenblicke noch nicht als ganz gesichert bezeichnen.

Gewerkschaftliches.

In der Pfingstwoche haben wieder eine Reihe Ge⸗ werkschaften ihre Verbandstage abgehalten. Die auf diesen gepflogenen Verhandlungen bieten für jeden Ar⸗ beiter viel des interessanten; doch können wir des ge⸗ ringen Raumes halber nur das haupfächlichste berichten.

In Braunschweig hielt der Zentralverband der Böttcher Güfer) seine Generalversammlung ab.

33 Delegierte waren anwesend; ferner hatten drei aus-

ländische Verbände Vertreter entsandt. Nach dem von Winkelmann erstatteten Vorstandsbericht für die letzten drei Jahren hatte der Verband 6193 Mitglieder was eine Zunahme von beinahe 2000 seit 1899 bedeutet.(Viele Küfer gehören dem Brauerverbande, wieder ein anderer Teil dem Holzarbeiterverbande an). Die Einnahme vom 1. Januar 1897 bis 31. Dezember 1901 betrug 221,317 Mk. die Ausgabe 204,927 Mk. so daß sich ein Ueberschuß von 16,398 Mk. ergiebt. An Reiseunterstützung zahlte der Verband in dieser Zeit 17848 Mk. aus. Nach einer lebhaften Debatte über das Verbandsorgan, dessen Hal⸗ tung und technische Einrichtung, erörterte auch dieser Ver⸗ bandstag die Frage der Arbeitslose nunterstütz⸗ ung. Deren Einführung beschloß der Verbandstag mit 22 gegen 11 Stimmen. Der höhere Beitrag(25 Pfg.) soll mit 1. Oktober eingeführt werden. Ferner kommt die Agitation des Brauerverbandes unter den Mitgliedern des Böttcherverbandes zur Sprache. Die Diskussion endet mit der Annahme des folgenden eigent⸗ lich nicht recht verständlichen Antrages:

Die Generalversammlung giebt ihren Delegierten zum Gewerkschafts-Kongreß in Stuttgart den Auftrag, ganz energisch Stellung gegen den Mitgliederfang seitens der Brauer zu nehmen.

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Der Kongreß der Steinarbeiter tagte in Leipzig. Anwesend waren 42 Delegierte. Den Ge⸗ schäftsbericht erstattete Oswald⸗Berlin. Nach dem Be⸗ richt sind die Zahlstellen von 189 auf 180 zurück- gegangen. Bedeutende Einbuße erlitt die Organisation im Bayrischen Wald, doch hielt sich die Zahl der Mit⸗ glieder im Allgemeinen auf gleicher Höhe, sie betrug 8300, worunter 6000 Steinmetzen, 651 Schleifer, 371

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