Ausgabe 
31.12.1851
 
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Provinz

Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Oberheſſen

im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M103.

Mittwoch den 31. Dezember

1851.

DasJutelligenz⸗ Blatt für die Provinz Oberheſſen wird im Jahre 1852, ebenſo wie im

Jahre 1851, wöchentlich zweimal

Mittwochs und Samſtags) ausgegeben. DasIntelligenz⸗Blatt wird nach wie vor die amtlichen Bekanntmachungen der Staats⸗ und Lokalbehörden mittheilen und Anzeigen und Inſerate jeglicher Zeit zur öffentlichen Kenntniß bringen.

Der Abonnementspreis, welcher ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei der Expedition,

wie bisher, für 1 Jahr

1 fl. 12 kr., für Jahr 40 kr. Bei allen Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen pr. Jahr 1 fl. 24 kr. und pr.

Semeſter 46 kr.

Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile oder deren Raum 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte

und jede folgende 2 kr. Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet. Alle Inf der Expedition eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Mittwoch Abend eingehen, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufg

Friedberg.

erate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei

Aufnahme; alle Inſerate, welche von dem Montag Morgen an bis den enommen.

Die Expedition des Intelligenzblattes.

Amtlicher Theil.

Oeffentliche Bekanntmachung.

Nach einer Mittheilung Kurfürſtl. Heſſ. Landraths zu Hanau ſind in den Amtsbezirken Windecken und Na u- heim falſche Gulden und Halbguldenſtücke im Umlaufe.

Man bringt dieß zur öffentlichen Kenntniß, damit das Publikum ſich vor Schaden hüte.

Friedberg den 24. Dezember 1851.

Gr. Heſſ. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg Bu pri u.

Bekanntmachung,

die Annahme von Beſtellungen auf Guano betreffend.

Den Bezug von gutem und billigen Guano anzubah⸗ nen, hatte ſich auch unſere landw. Centralbehörde zur Aufgabe gemacht, mit Rückſicht darauf, daß dieſer Bezug jedoch nur bei größeren Beſtellungen möglich iſt, erklärt ſich der landw. Verein von Oberheſſen gern bereit, ſeine Vermittelung hierzu eintreten zu laſſen. 1

Ueber den Gebrauch und Werth dieſes vorzüglichen Dungmittels findet man in No. 44 der dießjährigen Zeit

rift nähere Aufſchlüſſe. a 8 51 2155 5 75 Beſtellungen darauf ſelbſt wird aber hier noch bemerkt, daß der Preis von 100 Pfd. Zoll⸗ gewicht bis Franrfurt ſich auf 9 fl. 20 kr. berechnet, daß Beſtellungen ſpäteſtens bis zum 15. Januar 1852 bei dem Büreau des landw. Vereins in Laubach mündlich oder

ſchriftlich einzureichen ſind, unter 2 Centner aber nichi an⸗ genommen werden können. Colnhäuſerhof den 18. Dezember 1851. In Abweſenheit des Präſidenten des landw. Vereins von Oberheſſen der Vicepräſident Dr. Gros.

Wohl dem, der Krende an ſeinen Kindern erlebt. Erzählung von Guſtav Nieritz. (Aus deſſen Volkskalender 1852.) (Schluß.) Der Tünch fallt ab.

Emiliens Leben war außer Gefahr, dagegen ver⸗ ſchlimmerte ſich Camilla's Zuſtand faſt ſtündlich. Sie litt an der galoppirenden Schwindſucht, gegen welche bisher kein Heilmittel etwas ausgerichtet hat. Auf des Medi⸗ cinalraths Drängen hatte man die bettlägerige Camilla in Morelli's Stube verſetzt und dieſer dagegen war von Martin in deſſen Wohnung aufgenommen worden, wo es ihm ſehr wohl ging. Auch auf Camilla ſchien der Um⸗ zug günſtig einzuwirken. Sie war heitrer als bisher, fühlte ihre Bruſt freier und lobte die jetzt um ſie herr⸗ ſchende Ruhe. Als Eleonore allein in der Dunkelheit eines Märzabends an dem ſchweſterlichen Krankenbette ſaß, erſchloß ſich Camilla's bisher ſchweigſames Herz zum er⸗ ſtenmale. g

Lorchen hob ſie an ich will mich vor dir ſchuldig bekennen, aber mich auch zu entſchuldigen ver ſuchen. Emilie iſt wirklich meine Tochter; allein ich ahnte in ihr mein Kind nicht und behandelte ſie deßhalb auch nicht mütterlich. Jener Leutnant von Brandtner iſt Emi liens Vater. Er hatte mich in Wien heimlich verlaſſen

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