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Schwiegertochter lieber, als die Käthe. Aber— die Wenn und Aber, die in der ganzen Welt ihre Mucken haben, haben ſie auch in Schleſien. i
Die Mutter ſchwieg, und der Gottfried wurde alle Tage ſtiller und trauriger. Das drückte der Mutter ſchier das Herz ab. An einem Sonntag Nachmittag kam der Kutſcher des Herrn Baron ins Häuschen, ſagte: Guten Tag! und ſetzte ſich zu der Alten und Gottfried. Hört 'mal, Elsnerin und du Gottfried, hob er an, ich komme vom gnädigen Herrn, und bring' Euch eine Botſchaft. Ihr wißt, der gnädige Herr iſt ein guter Herr. Er hat mir zu Neiſſe, wo er ein Gut hat, ein Pachthöfchen ge— geben, und nun heirath' ich mein Ottilchen und werde Pächter. Da fehlt's an einem Kutſcher. Du, Gottfried, biſt dazu wie gedrechſelt. Es iſt ein ſchlimmes Jahr vor der Thür, da denk ich, du greifſt zu, wenn ich dir ſage, daß dir der Herr Baron dreißig Thaler geben will, drei Hemden, zwei Paar Stiefel und eine neue Kleidung, über— dieß deiner Mutter drei Malter Korn jährlich, ſo lange du dienſt. Solch ein Lohn fliegt dir nicht mehr an den Hals. Fürs Heirathen ſind die Zeiten zu ſchlecht, wenn man nicht geborgen iſt. Du ſtirbſt noch nicht vor Alter, und die Kaͤthe iſt Neunzehn. Was hat's da für Eile. Thu's einmal auf ein Jahr. Das Weitere gibt ſich.
Der Kutſcher konnte ſchmuſen, wie ein Handelsjude, und der Gottfried ſagt: Morgen Abend komm' ich aufs Schloß, und ſage dir Antwort. Damit iſt der Kutſcher zufrieden, und geht.
Mutter und Sohn ſaſſen eine lange Weile ſtill bei einander, Jedes in ſeine Gedanken verſunken.
Endlich hebt die Mutter an: Gottfried, ich ſehe ſchon, du läßt nicht von der Weberkäthe, und ich will nicht hart ſein. Ich will euch meinen Segen geben.
Da iſt's, als ob den Gottfried eine Tarantel) ge— ſtochen hätte. Er ſpringt auf, und fällt ſeiner Mutter um den Hals, und herzt und küßt ſie rechts und links.
Nun hör' mich weiter, ſagt ſie, wenn du aufs Schloß gehſt, ſagſt du dem gnädigen Herrn, es wär' dir Alles recht, aber du müßteſt dir aushalten, daß du deine paar
*) Tarantel iſt eine in Italien lebende große Erdſpinne, deren Stich giftig iſt und die Leute ganz toll macht. Sonſt thut's nichts.
Aeckerchen für mich bauen dürfteſt. Ich hoffe, das läßt er zu. Die dreißig Thaler Lohn zahlen die Zinſen der Schuld, und ich ſpare, dann können wir die drei Malter Korn verkaufen, und das Geld auf die Schuld bezahlen. Du biſt jung, und die Weberkäthe auch. Dienſt du ein paar Jahre, ſo heirathet ihr euch. Damit aber die Weber— käthe auch etwas ſpart, ſo kann die ſich ſo lange nach Breslau verdingen.
Als die Mutter ausgeredet, lauft der Gottfried wie ein Beſeſſener in Weber's, beichtet Alles, erhält das Ja⸗ wort von Vater und Mutter und die Zuſage, daß ſie Alles, was die Elsnerswittib geſagt, billigen. Nun muß die liebe Käthe mit zur Mutter, wie ſie ſich auch ſträubt, und die Mutter gibt ihnen ihren Segen.
(Schiuß folgt.)
Miszellen.
Ich Unterzeichneter ſetze kraft dieſes Teſtaments meinen einzigen vielgeliebten Bruder zum alleinigen Univerſalerben meiner Habe ein; da ich aber überzeugt bin, daß er durch ſeine Liederlichkeit gar bald mein Vermögen durchbringen würde, ſo iſt es mein unabänderlicher Wille, daß ihm die Erbſchaft erſt nach ſeinem Tode ausgefolgt werde.
Ein Schauſpieler von einem pariſer Theater ließ ſich auf der Straße die Schuhe putzen, und der kleine Sawoyard wollte ſeine Muͤhe nicht bezahlt nehmen.—„Warum ſoll ich Dir denn nichts geben? fragte der Schauſpieler ver⸗ wundert.—„Von Collegen darf man nichts nehmen,“ antwortete der Kleine;„ich ſpiele in der Oper die Unge⸗ heuer, wie Sie dort die Könige ſpielen!“
Wenn ein Mädchen heirathet, ſo ſagt man gewöhnlich; „es iſt verſorgt worden.“ Warum ſagt man dies nicht
auch bei dem Manne?— Weil, wenn der Mann rache
ſich die Sorgen ſchon von ſelbſt verſtehen! Für manchen Durſtigen wäre das 18481 Jahr in Frankreich recht geweſen. Es gab ſo viel Moſt, daß man
den Leuten einen Gefallen that, wenn man ihren alten
Wein austrank. Ueber vielen Kellern ſtand geſchrieben: Wein nach Belieben! für die Stunde zahlte der Mann 1 Kreuzer und wurde noch umſonſt aus dem Keller getragen. Mit den Trauben wurden die Mauleſel gefüttert.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
NU N Hofraithe-Verſteigerung. (Ans) Freitag den 25. April, Morgens um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die dem hieſigen Bürger Philipp Jung gehörende Hof⸗ raithe und Garten meiſtbietend verſteigert, als:
O⸗N. Pag. u. Nr.
1 44 2563 Hofraithe, als Wohnhaus und Gärtchen an Konrad König. Gibt der Auguſtiner Schule 11% kr., dem Hospital 18 kr.; 2 127 28 101,3[O0Klafter Garten in
51½ der dritten Gewann Ruthen an Michael Bauer. Zins in die Stadtkirche 1 Friedberg den 2. März 1851. In Auftrag Gr. Heſſ, Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Edicetalla dung.
(493) Die Kinder des verſtorbenen Wirths und Zieglers Chriſtian Höres zu Oſſenheim
haben die Erbſchaft unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten. Anſprüche jeder Art an den Nachlaß ſind deßhalb bei Georg Maul zu Oſſenheim oder im Termin Mittwoch den 9. April d. J., Morgens 9 Uhr, dahier anzuzeigen, gegenfalls ſie bei der Ver⸗ theilung des Nachlaſſes nicht berückſichtigt werden. Alle Schuldner des Chriſtian Höres werden zugleich aufgefordert, bis zu obigem Termin ihre Schuld an Georg Maul zu bezahlen, gegenfalls ſie ſofort gerichtlich belangt werden. Friedberg den 16. März 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle.
Immobilien-Verſteigerung. (836) Dienſtag den 1. April, Morgens um 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe, Folge Auftrags der Erben der dahier verſtorbenen Karl Oechers Eheleuten, folgende Immobilien einer freiwilligen meiſtbietenden Verſteigerung ausgeſetzt, als:
O⸗N. Pag. u. Nr.
1 32 192 Gerbhaus nebſt Gärtchen an David Grödel. Zins ins Hospital 1 fl. 48 kr.;
2 202 25 44,2 ◻Klftr. Garten zwiſchen
22½ Ruthen, dem Mainzer⸗
und Fauerbacher Thor an folgendem Stück, f 3 203
22% Ruth., Philipp Philipp, Gemarkung Burg Friedberg:
4 741 4 406,9[◻OKlftr. zwiſchen der 209 Ruthen, Pfingſtweide an Chriſtian Frohberg;.
5 836 94 22,4[◻Klftr. Wieſen im Ried
11½ Ruth. an Ludwig Langs⸗ dorf. Zins in die Kirche 2 kr. 1 Heller; N 5 Gemarkung Fauerbach II.: 6 384 11 42 Ruthen Acker in der Schlockergaſſe. Sodann werden Nachmittags 2 Uhr in der Wohnung der Erben dem Meifigebot ausgeſetzt: eine Kelter mit eiſernen Schrauben, Mahl⸗ trog und Stein, einen zweiſpännigen Wagen mit eiſernen Achſen, Ernte- und Holzleitern, Dunghorden, Ketten und ſonſtige Gegenſtände, 3 Stück Schaafe, 1 Lamm, 18 Hühner und 1 Flug Tauben, Fäſſer, Kiſten, einen Hafer⸗ kaſten, mehrere hunderte irdene Töpfe und dergleichen Hausgeräthe. Friedberg den 12. März 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
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