Ausgabe 
26.4.1851
 
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Tage hatten ſich von der Scholle große Stücke Eis geldſt und jede Stunde ſchmolz eine Elle von ihrem Aſyl. In den letzten Stunden ihrer Qual waren ſie von der Kälte ſo erſtarrt, daß ſie ſich nicht mehr bewegen konnten; zu Vollenhaven, einer kleinen Stadt in Friesland, wurden dieſe drei Unglücklichen entdeckt und an das Land gebracht. So wurde ihr Leben erhalten, aber was für ein Leben, welch eine Zukunft! Das Gefühl in ihrem Körper iſt ziem⸗ lich erſtarrt und allen Dreien ſollen jetzt die Beine abge⸗ löſt werden.

Paludans(Commodore des bei Eckernförde in die Luft geflogenen Chriſtian VIII.) Bericht, datirt Rendsburg, 8. April, iſt auf eine eigenthümliche Weiſe an das däniſche Hauptquartier gelangt. Paludan richtete an die Statthalter ſchaft das Verlangen, man möge ſeinen Bericht über das Eckernförder Treffen an das däniſche Kriegsminiſterium ge langen laſſen. Die Statthalterſchaft ſendet darauf die De⸗ peſche an den General Prittwitz zur weiteren Beſorgung. Dieſer ſitzt gerade mit ſeinen Officieren bei der Mittags⸗ tafel, und als er mit dem ihm gewordenen Auftrage be⸗ kannt geworden, wirft er ſcherzend die Frage auf, ob etwa einer der Herren Luſt habe als Parlamentär den Dänen den Uriasbrief zu überbringen. Der mit an der Tafel ſitzende v. d. Tann, der mit ſeiner ritterlichen Tapferkeit den liebens⸗ würdigſten Humor verbindet, erbietet ſich ſogleich dieſes Ge⸗ ſchäft zu übernehmen. Der General überreicht ihm die Depeſche, worauf er ſich zu Pferde ſetzt und nach Kriegs gebrauch einen Trompeter mitnimmt. Durch die erſte Vor⸗ poſtenkette kommt er unbemerkt, und als man auf der zweiten ihn auch nicht zu bemerken ſcheint, läßt er das Parlamentär⸗ ſignal blaſen. Nun werden die Dänen ſeiner anſichtig, während er vom Pferde herab die Befeſtigungen der Feinde ruhig überſchaut. Sie rufen ihm auf däniſch zu, er ſolle mit dem Pferde ſich umkehren, er aber ſtellt ſich als ver⸗ ſtehe er dieſe Rede nicht. Darauf kommen ſie heran, drehen den Gaul um, nöthigen ihn abzuſteigen und führen ihn mit verbundenen Augen zum commandirenden General. Dieſer empfängt in Gegenwart ſeines Generalſtabs die verdrießliche Botſchaft, und richtet darauf an den Ueberbringer die Frage: ob er ſonſt noch etwas an- und vorzubringen habe, welches derſelbe verneint, und im höflichen Ton die Gegenfrage macht: ob noch ſonſt etwas zu Befehl ſtehe? Der General antwortet gleichfalls verneinend, nimmt aber Veranlaſſung den ihm beſonders auffallenden Parlamentär zu fragen: darf ich fragen mit wem ich die Ehre habe zu ſprechen? Ich bin der Oberſtlieutenant v. d. Tann, antwortete dieſer, und als hätte Banquo's Geiſt geredet, ſtehen die

däniſchen Kriegshelden verblüfft da, und v. d. Tann verließ ſie zur ſelbigen Stunde, um ihnen bald darauf an den Düp⸗ peler Höhen einen zweiten Beſuch zu machen.

Bekanntmachung.

a Sämmtliche Bewohner hieſiger Stadt werden hiermit in Kenntniß geſetzt, daß in Gemäßheit der beſtehenden und publizirten Verordnungen bei einem etwa entſtehenden Brande in hieſiger Stadt die Rettung und Bergung der werthvollen Gegenſtände einem beſondern Vereine von hie ſigen Männern unter der Bennung Rettungs⸗Anſtalt anvertraut iſt, daß demnach bei einem Brande Niemand außer den Mitgliedern dieſes Vereins befugt iſt, bei dieſem Geſchäfte einzugreifen, und daß, um dieſelben ſogleich zu erkennen und das unbefugte Einſchreiten Anderer hierbei zu entfernen, jedes Mitglied dieſer Anſtalt mit einer weißen Binde am linken Arm, auf welcher ſich die Buchſtaben R A befinden, verſehen iſt. Zugleich werden die Mitglie⸗ der 195 Anſtalt zu Jedermanns Beachten hiermit bekannt gemacht.

Herr Gemeinderath Wahl, Führer, Hofgerichts-Advocat Trapp III., Stellvertreter

5 deſſelben, Herr Johannes Bechſtein, Herr Jakob Pfeffer,

Wilhelm Bechſtein, Martin Philippi, 5 Peter Boutemy, Beigeordneter Preuſſer, Domänenrath Buß, Lehrer Ramspeck, Profeſſor Dieffenbach, Johannes Reitz III., Heinrich Falk, Geimeinder. Fr. Ruppel, Paul Falk, Friedrich Schäfer, Adam Feiling, Hofg.⸗Advokat Seyd, Wilhelm Fertſch, Johs. Steinhäuſer, Albert Foucar, Lehrer Störger, Karl Fritz, Bergrentmeiſter Textor, 1 Auguſt Fritz, Hofg.⸗Advokat Trapp II., Karl Graff,Wilhelm Valentin, Poſthalter Helmolt, Chriſtian Valentin, 5 Actuar Hiſſerich, Philipp Vitriarius, Jean Huber, Lehrer Wahl, Gottlieb Kettinger, Chriſtoph Weckerling, Karl Morell, Apotheker Wahl, Lehrer Müller, Kirchenvorſteher Wien.

7 Friedrich Noll, Friedberg den 23. April 1851.

Der Großh. Bürgermeiſter Bender.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

a νιιιννιννιν

Edietalladung.

(675) Nachdem die Kinder des verſtorbenen

Johann Heinrich Hamm zu Altenſtadt die vä⸗ terliche Erbſchaft ausgeſchlagen haben, werden alle diejenigen, welche Forderungen oder ſon⸗ ſtige Rechtsanſprüche an die Nachlaßmaſſe zu haben glauben, hiermit aufgefordert, ſolche ſo⸗ gewiß in dem auf 5 3 Mittwoch den 28. Mai l. J., früh 8 Uhr, anberaumten Termin geltend zu machen, als ſie ſonſt bei der Verfügung über den Nachlaß unberückſichtigt bleiben. Großkarben den 15. April 1851. Großh. Heſſ. Landgericht iger

Immobilien-Verſteigerung.

(625) Montag den 26. Mai l. J., Morgens um 10 Uhr, werden in hiefigem Ralhhauſe die

Heinrich Dienſtbach'ſche Immobilien meiſtbietend verſteigert, als: O.⸗N. Pag. u. Nr. 1) 61 83a 80 U◻Klafter= 41 Ruthen Hofraithe in Friedberg. 2) 185 37 280,0 Elafter 132 Ruthen Garten in der 12. Gewann am alten Mainzer⸗ thor. 3) 408 30 249,7[◻Klafter= 127 Ru⸗ then Acker in der 1. Gewann im kleinen Wartfeld bei der Landſtraße, an Margaretha Müller. Friedberg den 9. April 1851. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.

Widerruf.

(676) Die auf Montag den 28. d. M. an⸗ beraumte Immobiliarverſteigerung der Friedrich

Panſels Eheleute zu Kaichen wird permit wie⸗ der zurückgenommen. d Großkarben am 16. April 1851.

Großh. Heſſ. Landgericht

Jäger. Sartorius.

Bekanntmachung.

(677) Donnerſtag den 1. Mai, Morgens um 9 Uhr anfangend, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe die ſtädtiſchen Begraßungen und Nach⸗ mittags um 5 Uhr an Ort und Stelle die Begraßungen von der ſogenannten Kunſtwieſe für das laufende Jahr meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 23. April 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter en d e d

Fruchtverſteigerung zu Friedberg. (678) Freitag den 2. Mai d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden dahier zu Friedberg in dem Gaſthauſe zum Maulbeerbaum, die Reſte der 1850r fiscaliſchen Früchte von nachgenann⸗ ten Speichern öffentlich verſteigert, nämlich:

1) von dem zu Friedberg ohngefähr 7 Mal⸗

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