Ausgabe 
25.6.1851
 
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). 12 0 u N. Juni.

ell.

dach.

Intelligenz-Blatt

1c fuͤr die

, Provinz Oberheſſen

Stadtkirche im Allgemeinen,

el. 0

9.

dae, den Regierungsbezirk Friedberg

durgtiche im Beſonderen.

X 19.

Mittwoch den 25. Juni

1831.

i ſe.

Miszellen.

Mains 2 4 2

NaiſE Nr DemOeſterreichiſchen Correſpondenten wird aus

Nair 1* dem Tarnower Kreiſe Galizien eine Gräuelthat gemeldet, i die wirklich in unſerm Jahrhunderte gradezu unter die Un⸗ f. k. möglichkeiten zu gehören ſcheint. Ein Häusler im Dörfchen

f 90 1 Polomyja, Namens Swiatek, war dem Wirthe daſelbſt ver⸗ 31 5 dächtig, ihm ein paar Enten entwendet zu haben; und als . dieſer ſich Abends in deſſen Hüte vegab, um ihn darüber

zur Rede zu ſtellen, wobei ihm ſchon von ferne ſtarker Braten⸗ geruch entgegenkam, ſuchte Swiatek ſchnell etwas vor ihm axe zu verbergen und hierbei entrollte ihm ein vom Rumpfe * getrennter Mädchenkopf. Er ward ſogleich feſtgenommen ud Butzal und bekannte vor dem Gerichte, nachdem er ſich auf dem Jun. Wege dahin vergeblich ſelbſt zu tödten verſucht hatte, daß 1 dies ſeit dem Jahre 1846 das ſechſte Opfer ſeiner unmenſch⸗ lichen Gier ſei. Er habe in jenem Jahre einmal aus Noth vom Körper eines in der Nachbarſchaft mit ſeiner Schenke berg. du verbrannten Wirthes im Vorübergehen ein Stück abgeloſt pf k.. und genoſſen, und dadurch ſei eine ſo unwiderſtehliche Sucht darnach in ihm entſtanden, daß er ſich bald darauf ſelbſt

2 ein Opfer ſuchte. Nach den in ſeiner Hütte gepflogenen 52 Erhebungen und der Ausſage ſeines eigenen Sohnes muß 13109 aber die Zahl der Opfer bedeutend größer(14 20) ge⸗ 11 1% weſen ſein. Durch die fahrläſſige Verwahrung im Ge⸗ 105 9 richtsgefängniſſe fand er Gelegenheit, ſich ſelbſt zu erhängen. 106 1 Die entrüſteten Bewohner jener Ortſchaft machten ſeine

Hütte alsbald dem Erdboden gleich. Er hatte außer dem f 1 Sohne auch noch Frau und Tochter, aus deren Vernehmung vielleicht nähere Aufſchlüſſe über dieſe grauenhafte Erſchei⸗

8. nung gewonnen werden. 5

45 6 4 f In der Gemeinde St. Antoine, im Departements des . Doubs, ſo erzählt die ZeitſchriftSiècle, hat ſich ein 00 ſeltſamer Vorfall ereignet, der leicht die ſchrecklichſten Folgen 94 9 hätte haben können. Drei Stiere geriethen auf der Weide 5= in einen Kampf miteinander; der ſchwächere entfloh, und 1, wurde von den beiden Anderen verfolgt. Der Flüchtling 7 rettete ſich in die Schulſtube, in welcher eben der Lehrer 6%, mit allen Kindern beiſammen waren! Vergeblich machte % der Lehrer den Verſuch, das Thier hinauszuſcheuchen; es

1 0.9 faßte ihn vielmehr, und warf ihn über einen Tiſch. Und 6 itetzt begann eine furchtbare Scene. Die beiden anderen % Stiere waren nachgeſtürzt, und griffen den erſten an, und % in der Schulſtube ſelbſt, in welcher vierzig Kinder ſich be⸗ 6 fanden, begannen die furchtbaren Kämpfe der wuͤthenden geen Thiere von Neuem. Man kann ſich den allgemeinen Schrecken 14 1 J.

das Angſtgeſchrei der Kinder, die ſich unter Tiſche und Bänke flüchteten, welche aber durch den Kampf der Thiere umgeſtürzt und zertrümmert wurden, denken! Zum Glück gewann der Lehrer ſeine Faſſung wieder, und ergriff die Kinder einzeln, zog ſie unter den Füßen der kämpfenden Thiere hervor, und warf ſie durch ein Fenſter in den Garten. Wunderbarer Weiſe iſt keines derſelben ernſtlich verunglückt, ſondern nur einige haben leichte Contuſionen erlitten.

Die Engländer gehen nicht nur mit Muth, ſondern oft mit froher Laune zum Schaffot. Iſt dem Verurtheilten die Sentenz, welche ihn zum Tode verdammt, vorgeleſen, ſo ladet er ſeine Verwandten und Freunde zu ſeinem Tode ein, wie man Gäſte zu einem Hochzeitsfeſte eiuladet. In London ſah man eine Frau in einem Miethswagen auf den Platz kommen, wo ihrem Manne der Kopf abgeſchlagen werden ſollte; ſie glaubte ihm durch ihre Gegenwart bei ſeinem Tode einen Beweis ihrer ehelichen Zärtlichkeit geben zu müſſen. Sobald ſie ſah, daß man zur Vollſtreckung des Urtheils ſchreiten wollte, ſtieg ſie aus dem Wagen, umarmte ihren Gatten, zog eine Flaſche mit Branntwein aus der Taſche, und ließ ihn noch einmal trinken, damit er ſich zu der bevorſtehenden Reiſe ſtärke. Dann umarmte ſie ihn noch einmal, ſagte ihm ohne ſichtbare Erſchütterung Lebewohl, ſtieg wieder in den Wagen, und legte ſich auf den Schlag, um der Execution gemächlich zuzuſehen.

Verein gegen Bettelei.

Durch Anſtände verſchiedener Art, beſonders Vorar⸗ beiten dazu, bis hierher daran verhindert, glaubt der unter⸗ zeichnete Ausſchuß ſeinen Vollmachtgebern und Mitbürgern dieſe Vorlage zu verſchulden und entledigt ſich hiermit die⸗ ſer Schuld. a 1

Freudigſt macht derſelbe die Mittheilung, daß der Verein ſich bis hierher erprobte und daß auch deſſen ferneres Beſtehen als geſichert erſcheint. Ja es iſt unſerem Vereine dadurch die beſte Anerkennung geworden, daß man ihn in verſchiedenen Städten nachahmte und auch dorten hat ſich, wie wir vernommen, das bei uns Bewährte gleichfalls be⸗ währt.

g Unſer Verein in den erſten 12 Monaten aus 319 Mitgliedern beſtehend, welche an Beiträgen 836 fl. 25 kr. lieferten, unterſtützte 4969 arme Reiſende, beſonders Hand⸗ werker, in einer Weiſe, wie dies in vielen größeren Städ⸗