Ausgabe 
24.5.1851
 
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Nach drei Wochen waren ſie ein glückliches Paar.

Nun ging der Prinz mit ſeiner ſchönen Frau nach Braubach zu ſeinem Vormund, dem er ſchon geſchrieben hatte, und holte ſich ſein Vermögen, das in neunhundert Gulden beſtand. Er und ſeine Frau wurden aber einig, Niemanden etwas davon zu ſagen. J

Der Prinz aber hatte nun ſo viel Arbeit, daß der alte Bäcker wacker zugriff. Es war ein ganz anderes Leben im Hauſe, und kam ein ſchöner Verdienſt ein

Sobald die Witterung es litt, kaufte Prinz Holz, und baute das Haus wieder zurecht, daß man es nicht mehr kannte. Von dem übrigen Gelde kaufte er Aecker und Wieſen, die ſpottwohlfeil waren. Nun machte er's mit den andern zwei Weinbergen, wie mit dem erſten. Die Wieſen legte er gerade, bewäſſerte ſie, und that Aſche drauf. Statt der zwei Geiſen kauft er eine Kuh. Da hättet ihr das Fränzchen ſollen wirthſchaften ſehen! Es war eine Luſt! 8

Als nun die Weinberge üppig grünten, friſch wuchſen und herrliche Trauben trugen; als die Wieſen beſſeres und doppelt ſo viel, als früher, an Heu brachten; als der Prinz herrlichen Klee, reiche Früchte in ſeinen Aeckern zog, da ſagten ſie: Wer hatte das geglaubt? Sie lachten und ſpotteten nicht mehr, ja, hin und wieder fing Einer hier, der Andere da an, und folgte dem Beiſpiele des Schuſters Prinz. Der aber kam voran, und mußte ſich bald einen Geſellen halten. Aber mit ſeinem Schwieger⸗ vater war eine völlige Umänderung vor ſich gegangen. Im Wirthshaus ſah man ihn nicht mehr. In der Schmiede, wo er ſonſt halbe Tage lang ſtand, und rauchte und plauderte, war er ein ſeltener Gaſt. Die Hollbacher ſagten: Sie geben ihm nichts, und er muß arbeiten!

Allein Jeder, der ins Haus trat, ſah, daß das erlogen war. Freundlicher und liebreicher waren in ganz Hollbach keine Kinder gegen ihre alten Eltern, als Fränzchen und Prinz gegen den Alten. Er ſagte das auch überall, und bekannte es freudig, daß er nicht anders wolle. Er ſähe ein, daß Arbeit ein Segen, und das Herumſchlottern ein Unglück und Verderben ſei.

(Fortſetzung folgt.)

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Eingegangene Beiträge für die Wittwe Goldſchmidt.

Für die dürftigen Hinterbliebenen des Lehrers Kaufmann Gold⸗ ſchmidt dahier, ſind bis jetzt nachſtehende Beiträge bei dem unterzeich⸗ neten Comité eingegangen:

Durch Hrn. Rabbiner Dr. Levi zu Gießen aus Gladenbach 5 fl. 32% kr.; aus Großenbuſeck 3 fl. 57 kr.; aus Altenbuſeck 1 fl. 15 kr.; aus Grebenau 2 fl. 24 kr.; aus Langgoͤns und Großenlinden 8 fl. 10 kr.; ans Langsdorf 6 fl. 42½ kr.; aus Londorf 1 fl. 45 kr. Durch Hrn. Vorſteher H. Wechsler aus Niederwöllſtadt 4 fl. 26 kr.; von Hrn. A. Haas aus Oberrosbach 48 kr.; durch Hrn. Lehrer Feuchtwanger zu Heldenbergen, geſammelt bei einer Trauung in Rommelbauſen, 3 fl. 39 kr.; durch Hrn. Lehrer Schönberg zu Echzell 10 fl. 30 kr.; von einem Ungenannten 3 fl. kr. Zuſammen 52 fl. 11½ kr.

Bei Hrn. Lehrer Feuchtwanger ſind außerdem eingegangen und an die Wittwe Goldſchmidt bereits abgeliefert aus Heldenbergen und Windecken 20 fl. 58 kr.

Großkarben den 26. März 1851. ö Das Comité:

für daſſelbe Joſeph Strauß.

Für die arme Familie des verftorbenen iſraelitiſchen Religions⸗ lehrers Kaufmann Goldſchmidt zu Großkarben hat der Unterzeichnete fol⸗ gende bis heute bei ihm eingegangene Gaben, nach Abzug von 9 kr. Porto, an das Comité⸗Mitglied, Hrn. Pfarrvicar C. Diehl daſelbſt, ver⸗ abfolgen laſſen:

Von Hrn. Maier Hirſch 1 fl.; S. L. 2 fl.; Löb Hanau 2 fl.; L. G. 24 kr.; S. L. Simon jun. 48 kr.; Zad. Grödels Wittwe 1 fl. 24 kr.; Samuel Lindheimer 1 fl; 30 krez Gebr. Strauß 54 kr.; Baruch 12 kr.; L. L. Löb 30 ke.; Simon Simon 1 fl.; M. Iſſenburger 30 kr.; S. Hirſchhorn 35 kr.; Lehrer Speckhard 12 kr.; Samuel Roſenthal aus Nauheim 24 kr.; J. Bing Wittwe 24 kr.; Jungfer Bing 15 kr.; A. Strauß aus Fauerbach 18 kr; K. R. aus W. 1 fl.; Kaßenſtein 3 fl.; M. G. 6 kr.; A. N. 1 fl.; Hirſch Grödels Wittwe 48 kr.; J. Map 2 fl. 45 kr.; Lepi Oppenheimer 30 kr.; Karl Weismann 24 kr.; H. Gr. 48 kr. M. Gl. 36 kr.; J. R. 30 kr.; Löb Schloß 24 kr.; L. Immrod 30 kr.; A. Grünebaum aus Nauheim 5 fl.; Gebr. Buchs⸗ weiler 48 kr. K. Neuhof 30 kr.; L. Löb aus Nauheim 12 kr.; Jonas Löb 24 kr.; Samuel Engel 30 kr. Summe aller Gaben 34 fl. 6 kr.

Den edlen Gebern herzlicher Dank! Mögen nur auch ferner recht Viele der Familie Goldſchmidt ihre mildthätige Hand wohlwollend zu⸗ wenden!Beweiſe Dich den Waiſen als Vater, ihrer betrübten Mutter als Hausherr; ſo wirſt Du ſein, wie ein Sohn des Allerhöchſten.(Sir.)

Zur Empfangnahme von weiteren Beiträgen iſt gern bereit

Friedberg den 4. April 1851. Nathan Cahn, Religionslehrer.

Bei Unterzeichneter gingen bis jetzt ein: Durch J. Hanau von einem Ung. 1 fl. 30 kr.; desgl. 24 kr.; von J. Hanau 30 kr.; durch Bär Krämer in Griedel geſammelt und eingeſandt 2 fl. 24 kr.

Die Expedition des Friedberger Intelligenzblattes.

Bekanntmachungen von Be-(Buß bach.)

Lieferungen von Brod, Brenn⸗

ſchen Nachlaß zu machen gedenken, hierdurch

hörden.

d Holz ⸗Verſteigerung.

(734 Montag den 26. d. M., Vormittags 9 Uhr, ſollen in dem Frhl. von Died'ſchen Kirchwalde dahier: 1) 370 Stecken Buchenſcheitholz, 2) 5500 Buchenprügelwellen und 3) 22000 Buchenſtockholzwellen, öffentlich an Ort und Stelle verſteigert werden. Ziegenberg den 4. Mai 1851. Kirch ner. Mobilien ⸗Verſteigerung. (826) Dienſtag den 27. Mai d. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, werden auf freiwilligen Antrag der Erben der dahier verſtorbenen Friedrich Kautz Wittwe in deren früherer Woh⸗ nung bei Herrn Philipp Engel dahier nach⸗ verzeichnete Mobiliar-Gegenſtände, als: 1 Com- mode, 1 Kleiderſchrank, eine Bettſtelle, Tiſch, Stühle, Bettung, Kleider, Weißgeräth und ſonſtige Haushaltungsgegenſtände öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert. Friedberg den 19. Mai 1851. In Auftrag Der Großh. Heff. Bürgermeiſter Bender.

öhl, Thran, Stearinlichter, Gerſtenſchroth, Waizenkleie und Leinkuchen, ſodann Stroh zum Füllen einzelner Betten.

(829) Freitag den 30. d. M., des Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſollen die Lieferungen der vorgenannten Bedürfniſſe der Garniſon Butz⸗ bach auf's II. Semeſter d. J. auf dem be⸗ kannten Soumiſſionswege an den Wenigſt⸗ verlangenden in Accord gegeben werden. Dies den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nach⸗ richt, daß die Bedingungen jeder Tag auf dem hieſigen Militärverwaltungsbüreau eingeſehen werden können. Butzbach den 17. Mai 1851. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter.

Oeffentliche Ladung.

(836) Die Wittwe des Amtschirurgen Carl Ferdinand Bingmann von Rodheim, Anna Maria, geborene Scholder, iſt am 31. März d. J., mit Hinterlaſſung eines Teſtaments, dahier verſtorben.

Zur Eröffnung deſſelben iſt Termin auf Freitag den 6. Juni Morgens, anberaumt worden und da die nächſten Erb⸗ berechtigten dahier unbekannt ſind und perſön⸗ lich nicht geladen werden können, ſo werden alle, welche Erbanſprüche an den Bingmann'

aufgefordert, zur Teſtamentspublication bei dem unterzeichneten Gericht zu erſcheinen. g Friedberg den 15. Mai 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. v. Preuſchen.

Edietal⸗La dung.

(887) In Folge Concurserkenntniſſes über das Vermögen des Urias Hahn von Melbach, wird Liquidationstermin auf Mittwoch den 16. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, anberaumt, in welchem Anſprüche aller Art bei Meidung ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe, dahier anzuzeigen ſind. An Alle, von der Mehrheit der erſcheinenden Gläubiger im Termine gefaßt werdenden Beſchlüſſe werden die nicht perſönlich erſcheinenden, oder durch gehörig Bevollmächtigte vertretenen Creditoren für gebunden erachtet. Friedberg den 15. Mai 1851. ö Gr. Heſſ. Landgericht Dr. Irle. v. Preuſchen. Fruchtverſteigerung.

(838) Dienſtag den 3. Juni, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds dahier 5060 Malter Korn und 810 Mal⸗

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